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Die besten Bass Riffs in Tabs und Noten – Survivor: „Eye Of The Tiger“

Die Bassline zu Survivors Mega-Hit ist einfach genial. Warum? Weil sie genial einfach ist! Bassist Stephen Ellis liefert hier ein Paradebeispiel für großartiges Brot-und-Butter-Bassspiel, vor dem man nur den Hut ziehen kann. Hier wird keine Note zu viel gespielt und mit minimalem Aufwand das absolute Maximum erreicht. Zudem hat Stephen Ellis in dieser Basslinie auch noch ein paar wirklich coole Tricks auf Lager, von denen man sich einiges abschauen kann.

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Bevor wir tiefer eintauchen, beginnen wir kurz mit ein paar Fakten zu diesem großartigen Song: Sylvester Stallones “Rocky”-Saga war seit Ende der 70er extrem erfolgreich, und mit “Rocky III – The Eye Of Tiger” gab es 1982 den bereits dritten Teil. Den Titelsong dazu steuerten die US-Rocker von Survivor bei, die dadurch in mehreren Ländern auf Nummer 1 der Charts landeten und zu Weltruhm gelangten. Sogar für den Oscar in der Kategorie “Bester Filmsong” wurde “Eye Of The Tiger” nominiert. Dazu reichte es zwar nicht, aber immerhin gab es noch einen Grammy.
>>>Die Basslinie zu “Eye Of The Tiger” klingt am besten mit dem Plektrum gespielt. Aber klingen eigentlich alle Picks gleich? In unserem “Vergleichstest Bass-Plektren” bekommt ihr die Antwort!
Scheuen wir uns die wichtigsten Teile des Songs genauer an. Das Intro ist wohl ebenso bekannt wie der Song selbst. Kaum hört man die ersten vier Noten der Single-Note-Gitarre, weiß jeder, dass es sich um “Eye Of The Tiger” handelt. Nach zwei Takten steigt dann die Band mit ein und alle spielen unisono die Rhythmik des berühmten Gitarren-Riffs.
Das Intro besitzt insgesamt eine Länge von 18 Takten (ohne die zwei Takte Gitarre ganz zu Beginn). In Takt 6 und 7 haben Survivor ein kleines, aber extrem feines rhythmisches Extra eingebaut, indem sie die vormals immer gleiche Rhythmik einmal um eine Achtel nach hinten schieben. Von Takt 9 bis 18 unterlegt dann die Rhythmusgruppe mit ihrem stampfenden Groove das Riff der Gitarre.

Harte 80er-Jungs bei der Arbeit - ein Screenshot aus dem "Eye Of The Tiger"-Video. (Quelle: www.youtube.com/watch?v=btPJPFnesV4)
Harte 80er-Jungs bei der Arbeit – ein Screenshot aus dem “Eye Of The Tiger”-Video. (Quelle: www.youtube.com/watch?v=btPJPFnesV4)

Bassist Stephen Ellis, der auf der Rückseite des Plattencovers noch ganz stilecht mit halb gerauchter Zigarette posiert, liefert ein perfektes Beispiel für songdienliches Bassspiel. Zusammen mit dem Drummer generiert er einen unwiderstehlichen und treibenden Puls. Die Bassdrum spielt dabei alle Viertel und Stephen setzt sich mit Staccato-Noten obendrauf. Dies wird nur ganz selten unterbrochen, z.B. um im letzten Takt der Strophe mit den anderen Instrumenten in den Refrain zu führen. In diesem setzt sich der Viertelpuls fort und endet schließlich in dem markanten Sechzehntel-Break im letzten Takt, welcher auch den dynamischen Höhepunkt des Songs darstellt.
Im Takt zuvor spielen alle Instrumente inklusive des Basses die Melodie und die Rhythmik des Gesangs mit und führen so perfekt auf diesen Höhepunkt hin. Besser kann man einen Song nicht dynamisch gestalten – vom Intro über den Vers zum Refrain steigert er sich ständig, um letztlich in eben diesem Break zu enden. Danach beginnt der Aufbau mit Vers Nummer 2 von neuem.

Stephen Ellis bedient seinen Fender Precision am liebsten mit dem Plektrum! (Quelle: www.youtube.com/watch?v=btPJPFnesV4)
Stephen Ellis bedient seinen Fender Precision am liebsten mit dem Plektrum! (Quelle: www.youtube.com/watch?v=btPJPFnesV4)

Ein harmonisches Highlight findet sich im ersten Vers. Dieser besteht aus einer viertaktigen Akkordfolge, die im ersten Durchgang viermal wiederholt wird. Die Akkorde lauten C-Moll, Ab-Dur, Bb-Dur und wieder C-Moll. Über die ersten acht Takte spielt Stephen Ellis den Pedalton C und generiert so ein Akkordfolge mit Slashchords. Diese lautet dann C-Moll, Ab/C, Bb/C und wieder C-Moll. Das erzeugt Spannung – und somit Dynamik! In den zweiten acht Takten löst Stephen diese Spannung auf, indem er den Grundton des jeweiligen Akkords spielt. Die Wirkung ist schier genial und ein toller Kontrast zu der rhythmischen Einfachheit.
>>>Hier gibt es einen informativen bonedo-Workshop zum Thema Slashchords, Pedaltöne etc.: “5 Tipps für harmonisch interessantere Basslines”. 
Dem Sound nach zu urteilen, spielt Stephen Ellis einen Fender Precision Bass. Diesen bedient er mit einem Plektron und erhält auf diese Weise richtig viel Attack, was wunderbar den exakten Beginn jeder Note definiert und einen wichtigen Faktor für den Groove darstellt. Ich habe euch den Song vom Intro bis zum Ende des ersten Refrains aufgenommen. Danach folgen bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich Wiederholungen schon bekannter Teile. Die Transkription beinhaltet natürlich den kompletten Song.
>>>Ihr wollt noch mehr Plektrum-Bassriffs? In diesem bonedo-Workshop gibt es “5 legendäre Plektrum-Bassriffs”!

Audio Samples
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Eye Of The Tiger – WAV

Übrigens ist die ganze Platte, die ebenfalls den Titel “Eye Of The Tiger” trägt, ein Fundus an dynamischen Rocksongs mit tollen Arrangements und beeindruckendem Satzgesang. Auch über 35 Jahre später klingt sie noch frisch. Und die Tatsache, dass meine Tochter kürzlich mit Begeisterung “Eye Of The Tiger” im Schulchor sang, zeigt, dass gute Musik einfach immer zeitlos ist und auch nach drei Jahrzehnten noch neue Fans gewinnen kann!
Bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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von Thomas Meinlschmidt

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Dem heutigen Song widmen wir uns leider aus einem traurigem Anlass: Gitarrengott Eddie Van Halen erlag bekanntlich am 06.10.2020 seiner langjährigen Krebserkrankung. Zusammen mit seinem Bruder Alex gründete er Anfang der 70er-Jahre die Band Van Halen. Gemeinsam mit Sänger/Entertainer David Lee Roth und Bassist Michael Anthony stiegen sie innerhalb einer Dekade zu einer der größten Rockbands des Planeten auf. Eddie Van Halen war ein unglaublicher Innovator und sicher einer der einflussreichsten Gitarristen der Musikgeschichte. Wie bei vielen anderen Bands auch war der kommerziell erfolgreichste Hit gleichzeitig ein vergleichsweise untypischer Song für die Band: "Jump" vom Album "1984" ist zum großen Teil eher von fetten Synthie-Sounds als von lauten Rockgitarren geprägt, was allerdings den Song nicht weniger genial macht. Wenn man den Titel dann selbst mal spielt, merkt man schnell, dass er im Grunde doch eine ordentlich stampfende Rocknummer ist. Neben dem banddienlichen Spiel Michael Anthonys hält die Bassline vor allem rhythmisch so einige Überraschungen bereit. Daher schauen wir uns heute "Jump" im Detail an und verneigen uns damit gleichzeitig vor Eddie Van Halens unglaublichen Lebenswerk!

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Der heute behandelte Song läuft etwas außer Konkurrenz, denn er beinhaltet nicht wirklich eine der berühmtesten Basslines der Musikgeschichte. Dafür ist er einer der berühmtesten Weihnachtshits ‑ und das noch ganze 30 Jahre vor "Last Christmas"! 1957 veröffentlichte der amerikanische Sänger Bobby Helmes den Song und bis heute läuft "Jingle Bell Rock" in der Weihnachtszeit in Dauerschleife. Ob wir wollen oder nicht ‑ dem einen oder anderen wird es derzeit garantiert warm ums Herz und man bekommt vielleicht Lust, doch einen Weihnachtssong auf dem Bass zu spielen. "Jingle Bell Rock" ist dafür recht gut geeignet, denn man hat den Song schnell drauf und er ist nicht ganz so klischeehaft wie so manches deutsche Weihnachtslied. Vor allem eines kann man aber anhand dieses Klassikers wunderbar lernen: Eine Songform richtig zu lesen! Wer schon immer mal wissen wollte, wie denn Dal Segno, Coda etc. interpretiert werden, kann dies heute mit "Jingle Bell Rock" lernen.

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