Play-Alike Alec John Such (Bon Jovi)

Der US-Musiker Alec John Such war bis 1994 Bassist der weltweit erfolgreichen Rockband Bon Jovi, und in diesem Bass-Workshop wollen wir uns seinem kraftvollen Bassspiel widmen. Such war entscheidend an der wohl erfolgreichste Phase der fünf Rocker aus New Jersey beteiligt. Vor allem die ersten drei Alben „Bon Jovi“, „Slippery When Wet“ und „New Jersey“ legten den Grundstein für Bon Jovis Status als Megastars. Leider ging der wachsende Erfolg bei Alec einher mit massiven Alkohol- und Drogenproblemen. Als sich diese zunehmend auf seine Bühnen-Performance auswirkten, zog die Band im Jahr 1994 die Reißleine und entließ den Bassisten. Am 5. Juni 2022 verstarb Alec John Such im Alter von 70 Jahren. Was bleibt, ist seine Musik: Seine Basslinien und sein flüssiger und melodischer Stil prägten die größten Hits von Bon Jovi. Die bekanntesten davon wollen wir in diesem Workshop unter die Lupe nehmen – und uns damit vor dem großen Rockbassisten verneigen.

Bass-Workshop: Play-Alike Alec John Such (Bon Jovi)
Inhalte
  1. Alec John Such – Biographie
  2. Alec John Such – Stilmerkmale
  3. Alec John Such – Basssound
  4. Noten/Transkriptionen
  5. „Runaway“
  6. „You Give Love A Bad Name“
  7. Livin On A Prayer“
  8. „Lay Your Hands On Me“
  9. „Born To Be My Baby“

Alec John Such – Biographie

Alec John Such wurde am 14. November 1951 geboren. Leider lässt sich nur wenig über seine musikalische Laufbahn vor Bon Jovi in Erfahrung bringen. Der wichtigste Aspekt dabei ist aber sicher, dass er bereits früh mit Gitarrist Richie Sambora in einer Band zusammenspielte. 1982 gewann Jon Bon Jovi mit dem Song „Runaway“ einen Radio-Talentwettbewerb. Kurz darauf gründete Jon zusammen mit seinem Freund und Keyboarder David Bryan, Drummer Tico Torres, Richie Sambora und Alec John Such die gleichnamige Band Bon Jovi.

Der Rest ist Geschichte: Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums mit der Single „Runaway“ folgten Touren mit den Scorpions und Kiss. Das zweite Album blieb etwas hinter den Erwartungen zurück, aber mit Album Nr. 3 – „Slippery When Wet“ – gelang endlich der endgültige weltweite Durchbruch!

Alec John Such
Alec John Such verstarb am Juli 2022. (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=UyaH67LXW4o )

Demon Alcohol!

Und auch das vierte Album mit dem Titel „New Jersey“ enthielt mehrere Hits und verkaufte sich prächtig. Begleitet wurden beide Alben durch ausgedehnte Welttourneen. Mit dem Erfolg kamen für Alec leider auch Alkohol und Drogenmissbrauch, die nicht ohne Folgen für sein Bassspiel blieben. Die übrigen Bandmitglieder wurden leider im Laufe der Zeit mit Alecs Leistungen immer unzufriedener – vor allem im Studio! Hier wurde gelegentlich bereits auf Sessionbassist Hugh McDonald zurückgegriffen, der ihn später ersetzen sollte.

Anfang der 90er-Jahre und während der Aufnahmen zu den Alben „Keep The Faith“ und „Cross Roads“ kam es schließlich zur Trennung. Alec John Suchs Alkohol- und Drogenprobleme beeinflussten mittlerweile auch seine Bühnen-Performance zu stark, und die übrigen Bandmitglieder sahen sich gezwungen, ihn gehen zu lassen. Nach seiner Zeit bei Bon Jovi managte Alec einige Bands und führte zudem einen Motorradhandel in New York.

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Alec John Such – Stilmerkmale

Eine kleine Anmerkung vorweg: Aufgrund unterschiedlicher Aussagen verschiedener Bandmitglieder ist es unklar, wann und auf welchen Songs tatsächlich Alec John Such oder Hugh McDonald spielt. Ich habe mich daher auf die ersten vier Alben beschränkt. Hier ist die Wahrscheinlichkeit zumindest hoch, dass tatsächlich Alec himself am Bass zu hören ist.

Aufgrund der Aktualität des Ablebens von Alec John Such gehe ich bei den einzelnen Songs nicht allzu sehr in die Tiefe, sondern möchte vielmehr auf einige allgemeine Merkmale von Alecs Stil eingehen. Dieser ist durchaus bemerkenswert, denn Alec besaß die Fähigkeit, gleichzeitig banddienlich als auch sehr melodisch zu spielen.

Ein gutes Beispiel für diesen Ansatz ist der Chorus von „Livin’ On A Prayer“: Alec kreiert hier ein kleines melodisches Juwel aus Tonleiter und Chromatik. Ohne dieses wäre der Song fraglos um einiges ärmer. Gleiches gilt für viele weitere Basslinien von Alec John Such, denn ähnliche Highlights finden sich in seinem Spiel immer wieder, so z. B. auch im Prechorus von „Runaway“, im Intro von „Born To Be My Baby“ etc.

Alec wusste genau, wann er zwischen beständigem Wiederholen des Grundtons und melodischen Variationen hin- und herwechseln musste, und kannte sich ganz offensichtlich gut mit Tonleitern, Arpeggios und Pentatoniken aus. Zudem schuf er zusammen mit Gitarrist Richie Sambora einige prägnante Riffs, darunter „You Give Love A Bad Name“, „Lay Your Hands On Me“, das besagte „Livin’ On A Prayer“ und natürlich „Keep The Faith“ – zu diesem Song findet ihr hier übrigens einen eigenen Workshop!

Alec John Such darf als Paradebeispiel eines dienlich spielenden Rockbassisten gelten! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=EhjSzibOIH4)
Alec John Such darf als Paradebeispiel eines dienlich spielenden Rockbassisten gelten! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=EhjSzibOIH4)

Rhythmisch straight mit viel Gefühl für Tonlängen!

Auf der rhythmischen Seite gibt es wenig Spektakuläres zu berichten – was für den Bassisten einer Rockband durchaus als Kompliment zu werten ist! Solide Achtelrhythmen bestimmten in Alecs Spiel weitgehend das Bild. Allerdings wusste Alec auch hier, dass er mit kleinen, aber feinen Artikulationen für das gewisse „Salz in der Suppe“ sorgen kann.

So wechselte er häufig gekonnt von Legato- zwischen Staccato-Phrasierungen hin und her, um zusätzliche Spannung zu erzeugen, etwa im letzten Takt des Pre-Chorus von „You Give Love A Bad Name“: Staccato gespielte (also kurze) Achtel bereiten hier perfekt den Refrain vor, ohne dass dafür ein auffälliges Fill-In seitens des Bassisten nötig würde.

Im zweiten Takt des Refrains sorgt Alec John Such ebenfalls mit zwei Staccato-Vierteln für einen schönen Kontrast nach den langen Tönen des ersten Taktes. Diese Herangehensweise lässt sich auch in weitere Bon-Jovi-Songs aus der Zeit mit Alec finden.

Gleiches gilt für Tonlängen: Am Ende von einer Phrase „bremst“ Alec gerne mal von durchgehenden Achteln auf ruhige und breite Viertelnoten herunter, um auf die nächste große 1 zu führen (siehe „You Give Love“, „Born To Be My Baby“ etc.) Ähnlich wie bei seinem melodischen Ansatz erreichte Alec also auch in Sachen Rhythmik mit wenig Mitteln ein maximales Ergebnis!

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Alec John Such – Basssound

Alec war im Laufe der Jahre mit einer ganzen Reihe verschiedener Bässe zu sehen. Darunter waren ein Warwick Thumb, ein Guild Pilot, ein Guild Flying Star, ein Aria Pro II Custom sowie einige weitere Bassmodelle. Viele der von ihm favorisierten Instrumente wiesen eine P/J-Pickup-Konfiguration als Gemeinsamkeit auf.

Bei der Wahl der Bassverstärker konnte ich nicht allzu viele Infos finden. Wohl aber war Alec John Such in den 1980er-Jahren Endorser der britischen Marke Trace Elliot. Was die Spieltechniken angeht, so wechselte Alec zwischen dem klassischen Pizzicato- (also Finger-)Anschlag und dem Plektrumspiel hin und her – immer je nach Song bzw. wie viel Attack hier vonnöten war.

Allgemein besaß sein Sound auf Bon Jovis ersten drei Alben ein dezentes Low End und nicht zu viele Höhen. Dafür jedoch einen ordentlichen Schuss Tiefmitten, welche für entsprechende Durchsetzungskraft sorgen. Dieses Klangkonzept kann man durchaus als erfolgreiche Formel für einen Vorzeige-Rockbass-Sound dieser Zeit bezeichnen. Auf diese Weise sitzt der Bass perfekt im Mix, nämlich frequenzmäßig gleichzeitig oberhalb der Bassdrum und unterhalb der Gitarren und Keyboards.

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Noten/Transkriptionen

„Runaway“

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”Runaway” – Bassline Vers/Pre-Chorus – WAV

„You Give Love A Bad Name“

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”You Give Love A Bad Name” – Bassline – WAV

Livin On A Prayer“

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”Livin’ On A Prayer” – Bassline – WAV

„Lay Your Hands On Me“

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”Lay Your Hands On Me” – Bassline – WAV

„Born To Be My Baby“

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”Born To Be My Baby” – Bassline Intro – WAV ”Born To Be My Baby” – Bassline Vers – WAV

Viel Spaß mit den eingängigen Rock-Basslinien von Alec John Such! Thank you for the music und … Rest In Peace, Alec!

Thomas Meinlschmidt

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Alec John Such

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