Anzeige

Die besten Bass Riffs in Noten & TABs – Ozzy Osbourne: “Crazy Train”

Ein absolutes Highlight der Karriere von Rocklegende Ozzy Osbourne war zweifellos das Album „Blizzard Of Ozz“ aus dem Jahr 1980. Nachdem Ozzys Zeit bei Black Sabbath hätte man aufgrund seines immensen Drogenkonsums eigentlich nicht erwartet, dass er eine erfolgreiche Solokarriere starten würde. Ozzy belehrte aber alle Zweifler eines Besseren und brachte mit „Blizzard Of Ozz“ einen Hardrock-Klassiker hervor, auf dem der junge Randy Rhoads die Gitarrenwelt aus dem Stand in Staunen versetzte. Am Bass war der geniale Bob Daisley zu hören, der bereits damals durch seine Arbeit mit Rainbow und Ronnie James Dio zu einem gefragten Sideman im harten Genre geworden war. Der Song „Crazy Train“ gehört bis heute zu Ozzys Live-Programm und ist einer seiner absoluten Signature-Songs. Bob Daisleys Beitrag dazu ist ein Paradebeispiel für grundsolides und gleichzeitig fantasievolles Rockbass-Spiel!

Bass-Workshop - Ozzy Osbourne: "Crazy Train"

Inhalte

  1. „Crazy Train“ – Video
  2. „Crazy Train“ – Rhythmik
  3. „Crazy Train“ – Tonmaterial
  4. „Crazy Train“ – Basssound
  5. „Crazy Train“ – Transkription

„Crazy Train“ – Video

Hier kannst du „Crazy Train“ mit Bob Daisleys Bassline im Original hören:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

„Crazy Train“ – Rhythmik

Das Intro von „Crazy Train“ basiert auf gemeinsamen Kicks aller Musiker auf die Zählzeiten 1 und 1+ bzw. 3 und 3+. Danach erteilt uns Bob Daisley eine Lehrstunde in Sachen „Mit wenig Mitteln maximale Wirkung“ erzielen. Das zweitaktige Pattern der Strophe entsteht durch knochentrockene Staccato-Viertel in Takt 1 sowie den von Offbeats dominierten zweiten Takt. In diesem spielt Bobs Bassline eine Art Frage-Antwort-Spiel mit dem Schlagzeug.

Das sind die besten Basslines von Geezer Buter / Black Sabbath!
Das sind die besten Basslines von Geezer Buter / Black Sabbath!
Playalike Black Sabbath / Geezer Butler

Der Chorus des Songs ist (wie das Intro) geprägt von Unisono-Kicks, dazwischen liegt jedoch immer wieder solider Achtelrock, was eine Steigerung zum Vers darstellt. Auffällig sind die vielen antizipierten Zählzeiten (vor allem die 1), die für einen treibenden „Beschleunigungseffekt“ sorgen.

Während des Solos schaltet Bob mit einer „Riding Horse“-Bassfigur (Achtel plus zwei Sechzehntel) einen weiteren Gang hoch. Hier variiert er das rhythmische Pattern immer wieder und verhindert so, dass es zu statisch wird – einfach genial!

„Crazy Train“ – Tonmaterial

„Crazy Train“ steht in der Tonart F#-Moll und Bob Daisley macht ausgiebig von der zugrunde liegenden Tonleiter (F#, G#, A, B, C#, D, E) Gebrauch. Im Vers kreiert er damit ein zweitaktiges Pattern, welches im ersten Takt statisch auf dem Grundton bleibt. Im zweiten Takt bildet ein von der Oktave absteigendes Tonleiter-Motiv einen schönen Kontrast.

Der Chorus bietet einige tonleiterbasierte Unisono-Passagen mit der Gitarre. Hinzu kommt noch eine chromatische Idee – ein typisches Stilmerkmal des Hardrock und frühen Heavy Metal. Das wiederkehrende Intro beschränkt sich auf die Grundtöne.

Screenshot aus dem originalen "Crazy Train"-Video (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=FVovq9TGBw0)
Screenshot aus dem originalen “Crazy Train”-Video (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=FVovq9TGBw0)

„Crazy Train“ – Basssound

Laut Bob Daisleys eigener Aussagen nutze er für die Aufnahmen des „Blizzard Of Ozz“-Albums einen Gibson EB-3 Bass, den er über einen 100 Watt Marshall-Amp mit 4x12er-Boxen verstärkte. Dieses Setup wurde mit Mikro abgenommen. Das Ergebnis ist ein herrlich tiefmittig drückender Sound, der zwar relativ wenig Low End besitzt, sich jedoch hervorragend im Mix durchsetzt, ohne dabei anderen Instrumenten in die Quere zu kommen.

Das verrückteste Effektpedal aller Zeiten?
Das verrückteste Effektpedal aller Zeiten?
Vintage-Kultobjekt: Roland Jet Phaser AP-7

Bob Daisley ist kein Fan von Effekten aller Art, und auch bei „Crazy Train“ ist nichts dergleichen zu hören. Freilich bringt der Marshall-Verstärker von Natur aus ein wenig Overdrive und satte Röhren-Kompression mit sich. Um diesem Sound nahezukommen, ist im Grunde nahezu jeder Bass gut denkbar. Humbucker-Pickups sind definitiv ein Vorteil, um das satte Drücken zu erzielen. Auch ein kleiner Boost bei 150-200 Hz und 700-800 Hz kann nicht schaden.

„Crazy Train“ – Transkription

Hier findest du die Noten, TABs und ein von mir eingespieltes Klangbeispiel.

Audio Samples
0:00
“Crazy Train” – Bassline – WAV

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal, Thomas Meinlschmidt

Hot or Not
?
Ozzy Crazy Train

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Thomas Meinlschmidt

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – John Mayer / Sean Hurley: „Last Train Home“

Bass / Workshop

Nicht nur mit Basslegende Pino Palladino, sondern auch mit dem "first call"-Studiobassisten Sean Hurley geht Saitenhexer John Mayer eine beeindruckende Allianz ein. Zum Beispiel auf "Last Train Home"!

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – John Mayer / Sean Hurley: „Last Train Home“ Artikelbild

Der amerikanische Gitarrist und Sänger John Mayer widmet sich auf seinem neuen Album "Sob Rock" ganz den bunten 1980er-Jahren. Das Album lehnt sich nicht bei der Gestaltung des Covers, sondern auch musikalisch an diese legendäre Zeit an - auch die erste Single, "Last Train Home", lässt einen beim Hören durch die Zeit reisen. Als Sideman am Bass hat sich Mayer bei "Last Train Home" mit Sean Hurley nach Pino Palladino die nächste Sessionlegende ins Boot geholt. Die Bassline dieses Tracks ist einfach wunderbar songdienlich und immer wieder blitzen interessante Highlights auf, die das gewisse Extra ausmachen.

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Alannah Myles: „Black Velvet“

Workshop

Die Bassline zu "Black Velvet" von Alannah Myles erfreut sich im Bassunterricht und auf Workshops nach wie vor häufiger Nachfragen. Wir stellen sie euch vor!

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Alannah Myles: „Black Velvet“ Artikelbild

1989 überrollte die kanadische Sängerin und Schauspielerin Alannah Myles den Globus mit ihrem Mega-Hit "Black Velvet". Die satte Mischung aus erdigem Bluesrock, Folk und Pop, gepaart mit Alannahs beeindruckender Rockröhre, katapultierte den Song in die vordersten Plätze der Charts. Selbst heute vergeht wohl kaum ein Tag, an dem man den Track nicht irgendwo im Radio hören kann. Leider konnte Alannah Myles an diesen Erfolg danach nie mehr wirklich anschließen und wurde zudem in zwei Unfälle (ein Autounfall sowie ein Sturz vom Reitpferd) verwickelt, deren Nachwirkungen sie bis heute gesundheitlich stark beeinträchtigen. "Black Velvet" eroberte aber 1989 nicht nur die Charts, sondern auch die Herzen der Bassisten/innen im Sturm: selten zuvor war eine Bassline in einem Radio-Hit derart dominant und vordergründig zu hören. So ist "Black Velvet" bis heute ein Bassklassiker geblieben - zahlreiche Anfragen dazu im Unterricht oder bei Workshops zeigen, dass dies auch noch lange so bleiben wird. Und das, obwohl "Black Velvet" der einzige Song auf dem Album ist, der nicht von einem echten Bassisten eingespielt wurde - was der Faszination allerdings glücklicherweise keinen Abbruch tut!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Tina Turner: "What's Love Got To Do With It"

Workshop

Die Bassline zu Tina Turners „What’s Love Got To Do With It“ ist ein kleines Meisterwerk, von dem man sich viel abgucken kann. Alle Infos gibt's in diesem Bass-Workshop!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Tina Turner: "What's Love Got To Do With It" Artikelbild

Im Jahr 1984 gelang Tina Turner mit ihrem fünften Soloalbum endlich der ganz große Durchbruch als Solokünstlerin. Mit neuem Management, neuem Plattenvertrag und neuem Produzenten-Team im Rücken entstand die Platte „Private Dancer“, welche bis heute als Meilenstein gilt. Verdienter Lohn war nicht nur ein umwerfender kommerzieller Erfolg, sondern auch 1985 der Grammy für „Record Of The Year“. Weitere Grammys gab es für den Song „What’s Love Got To Do With It“, welche die Trophäe für „Song Of The Year“ und „Best Pop Vocal Performance, Female“ einheimste. „What’s Love Got To Do With It“ war die zweite Single aus dem Album und schaffte es in mehreren Ländern an die Spitze der Charts. Gleichzeitig war es Tina Turners erster Nummer-1-Hit als Solistin. Leider gibt es keine Credits bezüglich der Bassline oder gar des Bassisten. Auf dem Platten-Cover sind nur drei Keyboarder erwähnt - gut möglich also, dass der Bass programmiert wurde. Das soll unser aber nicht stören, denn nicht nur der Song, sondern auch die Bassline zu „What’s Love Got To Do With It“ ist in vielerlei Hinsicht ein kleines Meisterwerk, von dem man sich viel abgucken kann!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Paul Young / Pino Palladino: "I'm Gonna Tear Your Playhouse Down"

Workshop

Paul Youngs "I'm Gonna Tear Your Playhouse Down" veredelte Basslegende Pino Palladino mit seinem bundlosen Music Man Stingray. In diesem Bass-Workshop erlernst du die zeitlose Bassline!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Paul Young / Pino Palladino: "I'm Gonna Tear Your Playhouse Down" Artikelbild

Spätestens mit seinem zweiten Album „The Secret Of Association“ aus dem Jahr 1985 etablierte sich der britische Sänger Paul Young endgültig als Superstar dieses Jahrzehnts. Wie schon auf seiner ersten Scheibe „No Parlez“ (1983) veredelte abermals Basslegende Pino Palladino Paul Youngs Songs mit seinen geschmackvollen Basslines. Pino war zu dieser Zeit noch relativ neu in der Szene und sein musikalischer Fingerabdruck auf diesen Platten und Songs wie „Come Back And Stay“, „Wherever I Lay My Hat“ etc. trug erheblich zu seiner erfolgreichen Sideman-Karriere bei. Sein damaliger Signature-Sound, den er mithilfe eines bundlosen Music Man Stingrays erzeugte, wurde zu einem festen Bestandteil der Charts der 1980er-Jahre. Auf „The Secret Of Association“ befindet sich unter anderem „I’m Gonna Tear Your Playhouse Down“, welches sich aufgrund seiner prominenten mit Octaver gespielten Bassline zu einem echten Bassklassiker entwickelt hat.

Bonedo YouTube
  • Darkglass Microtubes B1K - Sound Demo (no talking)
  • Franz Bassguitars Wega 5 Fanned Fret - Sound Demo (no talking)
  • Bass Strings for Drop Tunings - Sound Demo (no talking)