Play-Alike Bob Marley Basslines – Aston “Family Man” Barrett

Hört man das Wort “Reggae”, denken die meisten sicherlich sofort an Bob Marley. Der Einfluss dieses bedeutenden Künstlers auf diese Musik, die Kultur im Allgemeinen, sowie auf die Politik und Gesellschaft seiner Heimat Jamaika, sind kaum zu bemessen. Wir richten unser Augenmerk heute jedoch allein auf musikalische Themen – vor allem auf Marleys “Mann für die tiefen Töne”: Aston “Family Man” Barrett! Von 1969 bis heute war und ist Barrett der Bassist der Band “The Wailers”, die Bob Marley zu Lebzeiten musikalisch begleitete und auch nach dessen Tod im Jahr 1981 aktiv blieb. Aston Barretts Basslines prägten zahlreiche Hits von Bob Marley, zudem war er so etwas wie der “Musical Director” der Wailers. Höchste Zeit also, dieses Reggae-Urgestein einmal entsprechend zu würdigen!

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Inhalte

  1. Aston
  2. Aston
  3. Aston
  4. Aston

Aston “Family Man” Barrett – Kurzbiographie

Aston Francis Barrett wurde am 22. November 1946 in Kingston/Jamaika geboren. Schon früh zog es ihn zur Musik – vor allem die tiefen Töne weckten sein Interesse. Daher bastelte sich er selbst einen Bass mit lediglich einer Saite, um mit seinem Bruder Carlton und dessen selbst gebautem Schlagzeug jammen zu können. Dies war die Geburtsstunde einer legendären Rhythmusgruppe, die bis zum Tod Carltons 1987 unzertrennlich blieb!
Bereits Mitte der 60er-Jahre hatte Aston Erfahrung bei verschiedenen Bands gesammelt und konnte sogar auf einige Charterfolge zurückblicken, als die Barrett-Brüder 1969 Bob Marleys Band “The Wailers” beitraten. Diese Kooperation und das erste daraus entstandene Album “Catch A Fire” (1973) wird häufig als Geburtsstunde des “Roots Reggae” bezeichnet.

Aston "Family Man" Barrett mit seinem Fender Jazz Bass (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=UGAiJP8wwz8&t=28s)
Aston “Family Man” Barrett mit seinem Fender Jazz Bass (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=UGAiJP8wwz8&t=28s)

Bis zu Bob Marleys Tod im Jahre 1981 folgten mehrere Alben sowie eine nahezu beispiellose Karriere, die sowohl die Musik, als auch Popkultur, Politik und Gesellschaft weit über die Landesgrenzen von Jamaika hinaus nachhaltig beeinflussen sollten.
Aber auch nach Marleys Tod blieb Aston Barrett weiterhin aktiv: Neben den Wailers, welche weiterhin tourten, arbeitete er unter anderem Acts wie mit Burning Spear oder John Denver zusammen. Sein reichhaltiges Wissen gab er auch immer als Lehrer weiter; zu seinen bekanntesten Schülern gehört kein Geringerer als Bassikone Robbie Shakespeare!

Aston “Family Man” Barrett – Stilistische Merkmale

Ein Teil von Aston Barretts Genialität liegt in der Kunst, mit dem Gesang in eine Art “Zwiegespräch” zu treten. Dieses kann auf mehrere Arten geschehen: Entweder lässt er Bob Marley (bzw. dem Vokalisten) entsprechend Platz und nutzt Pausen, um sein eigenes Statement zu setzen, oder er unterstützt den Gesang zusätzlich, um dessen Aussagen zu unterstreichen. Dies kann sogar dazu führen, dass Aston die Melodie am Bass mitspielt, wie man in mehreren Songs beobachten kann!
Reggae-Basslines – und insbesondere die von Aston Barrett – sind häufig sehr melodisch im Vergleich etwa zu den im Pop/Rock vorherrschenden Grundtonachteln. Der Bass spielt hier eine ganz andere Rolle und Aston übernimmt neben der rhythmischen auch eine wichtige melodische Funktion.
Bevorzugtes Tonmaterial des “Family Man” sind neben dem “Reggae-Klassikern” – der Verwendung von Grundton und Quinte – vor allem Tonleitern und Dreiklangs-Arpeggios. Typische rhythmische Merkmale sind z. B. längere Ketten von Achtelnoten, welche einen guten “Flow” in der Musik erzeugen. Seltener findet man Synkopen – wahrscheinlich, weil diese eher etwas hektisch wirken würden.

Bob Marley - hier auf dem Cover des Live-Albums "Lyceum" zu sehen - wird nicht nur in seiner Heimat Jamaika wie ein Volksheld verehrt!
Bob Marley – hier auf dem Cover des Live-Albums “Lyceum” zu sehen – wird nicht nur in seiner Heimat Jamaika wie ein Volksheld verehrt!

Bei vielen der angesprochenen zweitaktigen Loops lässt Aston entweder im ersten oder im zweiten Takt (mitunter auch in beiden!) die Zählzeit 1 aus, was für eine besondere Art von Luftig- oder Leichtigkeit des Grooves sorgt.
Reggae lebt von einem geradezu hypnotischen Feeling, das einen schon ohne das Rauchen von gewissen pflanzlichen Substanzen in eine Art Trance zu versetzen mag. Dies gelingt vor allem durch ständige Repetition, also Wiederholungen ohne große Variationen.
Astons Basslines sind daher meist ein- oder zweitaktige Patterns, welche sich über den Songverlauf hinaus bzw. über einen Abschnitt wie Vers oder Chorus häufig gar nicht oder nur minimal verändern. Dieser Ansatz ähnelt einem sich ständig wiederholenden Loop und erzeugt die oben beschriebene Wirkung.

Aston “Family Man” Barrett – Bass Sound

Astons Barretts Favoriten sind seine Fender Jazz-Bässe, welche er mit Flatwound-Saiten bestückt. Um den für Reggae typisch dunklen Sound ohne Attack zu erreichen, stützt er den Daumen der Anschlagshand auf dem Ende des Griffbretts ab und spielt mit den Fingern nah am Hals. Hier liefert die Saite eine größere Schwingungsamplitude, mehr Low End und wenig drahtige Höhen und Hochmitten.
In Sachen Verstärkung vertraute Aston im Laufe der Jahrzehnte mehreren Marken, allen voran natürlich der US-Traditionsmarke Ampeg. Hinzu kamen aber auch der berühmte Acoustic 360 Preamp mit der 361 Aktiv-Box sowie ab den späten 80er-Jahren Boxen und Amps der Firma Eden.
Aston gibt an, nur selten Effekte zu benutzen – und wenn, dann fast ausschließlich im Studio. Ein Overdrive und ein Envelope Filter sind hier seine Lieblinge.

Aston “Family Man” Barrett / Bob Marley – Songauswahl

Anhand der nachfolgenden Beispiele könnt ihr euch einen guten Eindruck von Aston Barretts Personalstil machen. Die wichtigsten Stichpunkte habe ich den Beispielen jeweils beigefügt. Viel Spaß!

“Easy Skankin”

Merkmale: Dreiklänge, Achtelketten, Zählzeit 1 auslassen

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“Easy Skankin” – Bassline – WAV
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“Jammin”

Merkmale: Achtelketten, Zählzeit 1 auslassen

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“Jammin” – Bassline – Refrain – WAV “Jammin” – Bassline – Vers – WAV
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“Stir It Up”

Merkmale: Arpeggios von Dreiklängen im Chorus, Dur-Tonleiter im Vers

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“Stir It Up” – Bassline – Refrain – WAV “Stir It Up” – Bassline – Bridge – WAV
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“Is This Love”

Merkmale: Zählzeit 1 auslassen, Unisono mit Melodie, Moll-Tonleiter

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“Is This Love” – Bassline – WAV
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“Natural Mystic”

Merkmale: Zählzeit 1 auslassen, extrem hypnotische Wirkung durch Repetition

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“Natural Mystic” – Bassline – Vers – WAV “Natural Mystic” – Bassline – Vers – WAV
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“I Shot The Sheriff”

Merkmale: Interaktion mit Melodie, Zählzeit 1 auslassen

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“I Shot The Sheriff” – Bassline – Intro – WAV “I Shot The Sheriff” – Bassline – Vers – WAV
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“Exodus”

Merkmale: Achtelketten, extrem hypnotische Wirkung durch Repetition, Arpeggios von Dreiklängen

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“Exodus” – Bassline – Vers – WAV “Exodus” – Bassline – Interlude – WAV
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“Trench Town Rock”

Merkmale: Interaktion mit Melodie, Zählzeit 1 auslassen, sehr melodisch, Dur-Tonleiter

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“Trench Town Rock” – Bassline – WAV
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Viel Spaß mit den Basslinien von Aston Barrett / Bob Marley und bis zum nächsten Mal,
euer Thomas Meinlschmidt

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von Thomas Meinlschmidt

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