Anzeige

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Incognito: “I Couldn’t Love You More”

In dieser Woche widmen wir uns einem typischen Acid Jazz Fingerstyle-Bassgroove, den ich auf dem brandneuen 2014er-Album „Amplified Soul“ der britischen Erfolgsband Incognito gefunden habe. Der Titel mit dem coolen Basspart heißt „I Couldn’t Love You More“ und wurde von Francis Hylton eingespielt, dem aktuellen Tourbassisten von Incognito.

bsdw_incognito


Francis ist seit 2005 in der Band – auf seiner Credit-Liste stehen aber auch so illustre Namen wie Chaka Khan, Anastasia, Gianna Nannini oder Galliano, für die er bereits in den frühen 1990ern die Bassgrooves lieferte. 

Der Song

Der Song „I Couldn’t Love You More“ beginnt mit dem Chorus, allerdings zunächst ohne Gesang. Francis Hylton spielt hier bereits den Bassgroove des Refrains, den er in den späteren Wiederholungen dann nur leicht (hauptsächlich rhythmisch) variiert. Der Groove beinhaltet viele Sechzehntelnoten und Pausen, die genau platziert und trotzdem extrem entspannt gespielt werden müssen, damit es groovt und nicht zappelig rüberkommt. Dabei sind auch die Längen der Töne und die Phrasierung extrem wichtig. Den Grundton D im ersten und fünften Takt solltet ihr lang spielen und auf der A-Saite bis kurz vor den Sattel nach unten sliden. Die restlichen Töne werden eher abgesetzt bzw. sogar staccato gespielt. Passagen mit mehreren aufeinanderfolgenden Sechzehntelnoten kommen smoother, wenn man nicht immer alle Töne mit der rechten Hand anschlägt. In der Sechzehntel-Passage im zweiten, vierten und sechsten Takt solltet ihr deshalb das E – also den zweiten Ton – mit einem Pull-Off vom F spielen.

Audio Samples
0:00
Chorus

Damit ihr den Song ganz spielen könnt, habe ich euch außer dem Refrain auch den Verse und den Pre-Chorus aufgeschrieben. Der Verse ist in Sachen Notenmaterial deutlich dünner als der Refrain, er kommt nämlich mit lediglich vier Tönen aus, die zudem nur sehr sparsam eingesetzt werden. Das macht die Sache aber nicht unbedingt einfacher, denn abgesehen vom H im ersten Takt werden alle Töne auf Sechzehntel-Offbeats gespielt. Wer Probleme damit hat, die Zählzeiten entspannt und exakt zu treffen, sollte zunächst unbedingt das Tempo verlangsamen und das Metronom in möglichst kleinen Einheiten laufen lassen – also auf Achtel- oder Sechzehntel-Schlägen.

Audio Samples
0:00
Verse

Im Pre-Chorus geht es wieder lebhafter zu: Francis Hylton spielt hier einen rhythmisch dichteren Groove als im Verse und verwendet auch deutlich mehr Töne. Es handelt sich aber lediglich um chromatische Anspielungen zum A oder zum H, meistens von unten zum Zielton (G,G#,A bzw. A,A#,H), im dritten Takt aber auch von oben zum A (also H, B, A). 

Audio Samples
0:00
Pre-Chorus

Der Sound

Francis Hylton spielt hauptsächlich Jazz-Bässe und ist Endorser der japanischen Boutique-Bassschmiede Atelier Z., die sehr hochwertige von Fender inspirierte Instrumente in Handarbeit herstellt. Auf der Aufnahme hat Francis einen sehr trockenen und eigentlich unspektakulären Jazz Bass-Sound, der sich sehr gut durchsetzt. Ich habe mir für die Audios einen Fender Jazz Bass aus der Road Worn-Serie geschnappt und den vorderen Tonabnehmer etwas leiser gedreht, damit die Mitten des Bridge-Pickups etwas in den Vordergrund rücken. Nach dem Einspielen wurde der Bass mit einem Kompressor-Plugin etwas in der Dynamik begrenzt und hinterher durch die Markbass-Ampsimulation von Overloud gejagt, damit der Sound wärmer, runder und voller wird. Die genauen Einstellungen der Plugins könnt ihr wie immer in den Screenshots sehen:

Dynamik-Begrenzung mit einem Kompressor
Dynamik-Begrenzung mit einem Kompressor
Markbass-Ampsimulation
Markbass-Ampsimulation
Hot or Not
?
bsdw_incognito Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Rainer Wind

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Huey Lewis and the News: „The Power Of Love“

Bass / Workshop

Mit „Power Of Love“ von Huey Lewis and the News und ihrem Bassisten Mario Cipollina stellen wir euch heute die Bassline zu einem Superhit aus den Kindertagen von MTV vor.

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Huey Lewis and the News: „The Power Of Love“ Artikelbild

Huey Lewis and the News sind eine extrem erfolgreiche Rock'n'Roll- bzw. Rhythm & Blues Band, die in den Gründertagen des "Music Television" berühmt wurden. Sie erkannten die Gunst der Stunde und gingen sehr frühzeitig eine enge Verbindung mit dem damals noch jungen Musiksender MTV ein: Huey Lewis versorgte den vielversprechenden Sender gerne mit selbst gemachten Videos, und MTV dankte es der Band mit viel Airplay über lange Zeit - und supportete somit deren epochalen Aufstieg nach Leibeskräften! Ihren Zenit erreichte die Band 1985 mit "The Power of Love" als Titeltrack für den Blockbuster-Movie "Back to the Future". Neben der Eröffnungssequenz des Films kommt der Song kurze Zeit später erneut zu Gehör - intoniert von Marty McFlys Schülerband bei einem Wettbewerb. Ausgerechnet Huey Lewis selbst sitzt in der Jury und verkündet nach wenigen Takten via Megaphon: "ZU LAUT!" Huey Lewis and the News erschienen stets wie eine eingeschworene Truppe und waren eine Band mit einer fantastischen Rhythm Section. Am Bass konnte man eine äußerst coole Erscheinung bewundern: stets adrett gekleidet, galant stoische Ruhe ausstrahlend, Kippe im Mundwinkel, obligatorische Sonnenbrille und einen Hauch Rockabilly-Look versprühend, hört der Tieftöner auf den klangvollen Namen Mario Cipollina. Er begleitete die Band von ihrem Gründungsjahr 1977 bis 1994.

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Robert Palmer: „Addicted To Love“

Bass / Workshop

Auf wenige Künstler der Rockgeschichte passt der Begriff "britischer Gentleman" so passend wie auf Robert Palmer. Wir präsentieren euch die Bassline zu seinem Smash-Hit "Addicted To Love".

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Robert Palmer: „Addicted To Love“ Artikelbild

1986 erschien "Addicted To Love" des britischen Sängers Robert Palmer und entwickelte sich schnell zum zeitlosen Superhit. Die Gradlinigkeit von "Addicted To Love" gepaart mit dem absolut stylischen Video ist einfach eine perfekte Mischung - vollkommen zu Recht bekam Mr. Palmer für den Song unter anderem einen "Grammy Award" verliehen. Die absolut schnörkellose Produktion passt ebenfalls "wie die Faust aufs Auge". Verantwortlich dafür zeichnete kein Geringerer als Bernard Edwards, nicht wenigen sicherlich bekannt als "König des Disco-Bass"! Bernard war zusammen mit seinem Lieblingskollegen Nile Rogers wie auch solo als Musiker wie auch als Produzent überaus erfolgreich und bewies bei "Addicted To Love" einmal mehr den richtigen Riecher. Ganz nebenbei steuerte er die melodische Bassline bei, die den Song entscheidend prägt.

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Tina Turner: "What's Love Got To Do With It"

Workshop

Die Bassline zu Tina Turners „What’s Love Got To Do With It“ ist ein kleines Meisterwerk, von dem man sich viel abgucken kann. Alle Infos gibt's in diesem Bass-Workshop!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Tina Turner: "What's Love Got To Do With It" Artikelbild

Im Jahr 1984 gelang Tina Turner mit ihrem fünften Soloalbum endlich der ganz große Durchbruch als Solokünstlerin. Mit neuem Management, neuem Plattenvertrag und neuem Produzenten-Team im Rücken entstand die Platte „Private Dancer“, welche bis heute als Meilenstein gilt. Verdienter Lohn war nicht nur ein umwerfender kommerzieller Erfolg, sondern auch 1985 der Grammy für „Record Of The Year“. Weitere Grammys gab es für den Song „What’s Love Got To Do With It“, welche die Trophäe für „Song Of The Year“ und „Best Pop Vocal Performance, Female“ einheimste. „What’s Love Got To Do With It“ war die zweite Single aus dem Album und schaffte es in mehreren Ländern an die Spitze der Charts. Gleichzeitig war es Tina Turners erster Nummer-1-Hit als Solistin. Leider gibt es keine Credits bezüglich der Bassline oder gar des Bassisten. Auf dem Platten-Cover sind nur drei Keyboarder erwähnt - gut möglich also, dass der Bass programmiert wurde. Das soll unser aber nicht stören, denn nicht nur der Song, sondern auch die Bassline zu „What’s Love Got To Do With It“ ist in vielerlei Hinsicht ein kleines Meisterwerk, von dem man sich viel abgucken kann!

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs - Klaus Doldinger: "Tatort"

Workshop

Der deutsche Sonntagskrimi ist gekennzeichnet durch eine einprägsame Titelmusik - die "Tatort"-Melodie kennt wohl jeder! In diesem Workshop lernt ihr, wie man das prägnante Riff spielt.

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs - Klaus Doldinger: "Tatort" Artikelbild

Der "Tatort" wird im Jahr 2020 ganze 50 Jahre alt - herzlichen Glückwunsch! Wenn es EINE generationsübergreifende Basslinie im deutschsprachigen Raum gibt, die es seit einem halben Jahrhundert regelmäßig in deutsche Wohnzimmer schafft, dann ist es die der Titelmusik zur Krimiserie „Tatort“. Wer diese Serie kennt, die erstmalig am 29.11.1970 ausgestrahlt wurde, dem wird unweigerlich auch das flotte Bassriff im Gedächtnis geblieben sein. Grund genug für einen eigenen Workshop zur Musik von "Tatort"!

Bonedo YouTube
  • Darkglass Microtubes B1K - Sound Demo (no talking)
  • Franz Bassguitars Wega 5 Fanned Fret - Sound Demo (no talking)
  • Bass Strings for Drop Tunings - Sound Demo (no talking)