Anzeige

Die spannende Geschichte hinter der Bassline von “Walk On The Wild Side” (Lou Reed)

Die einprägsame Bassline zu Lou Reeds Welthit “Walk On The Wild Side” kennt jede(r). Ihre Entstehungsgeschichte hingegen dürfte nicht allzu bekannt sein. In diesem YouTube-Fundstück stellen wir euch die Geschichte hinter diesem klassischen Bassriff vor. So viel schon mal vorweg: Die britische Basslegende Herbie Flowers spielte sie im Studio auf gleich zwei Bässen ein!

Walk On The Wild Side Bassline
Die Bassline von Lou Reeds “Walk On The Wild Side” ist weltbekannt – doch welche Entstehungsgeschichte steckt dahinter? (Bildquelle kleine Pics: www.youtube.com/watch?v=XBXUP5GqYJs)

“Walk On The Wild Side” stammt von Lou Reeds Album “Transformer”

Es gibt in der Geschichte der Popular Music mehr als eine Handvoll Basslinien, die so wichtig und prägend sind, dass der gesamte Song ohne sie gar nicht denkbar wäre. Queens “Another One Bites The Dust” kommt einem in den Sinn, “Papa Was A Rolling Stone” von The Temptations – oder natürlich “Seven Nation Army” von den White Stripes. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen, aber stöbert stattdessen lieber einmal in unserer Rubrik “Das Bassriff der Woche”, wo wir euch regelmäßig bekannte und unbekanntere Hit-Basslinien präsentieren.

Auch interessant: Legendäre Bassgrooves mit nur zwei Tönen!
Auch interessant: Legendäre Bassgrooves mit nur zwei Tönen!
10 Bass Riffs mit nur zwei Tönen – Bass Quickies (Teil 3)

“Walk On The Wild Side” (hier der YouTube-Link zum Original!) ist ein Welthit von “Transformer”, dem zweiten Soloalbum des New Yorker Rockbarden Lou Reed aus dem Jahr 1972. Produziert wurde das Album von keinem Geringeren als David Bowie.

Der Longplayer sorgte dafür, dass Lou Reed erstmalig auch außerhalb von New York bzw. der dortigen “Factory-Szene” rund um den Künstler Andy Warhol wahrgenommen wurde.

UK-Bassist Herbie Flowers spielte die Bassline zu “Walk On the Wild Side” ein

Der enge Kontakt zwischen Lou Reed und David Bowie führte dazu, dass ein Bassist aus dem Dunstkreis Bowies für die Studio-Session verpflichtet wurde. Brian Keith „Herbie“ Flowers (geboren am 19. Mai 1938 in Isleworth, Middlesex) war zu Beginn der 1970er-Jahre bereits ein gefragter Live- und Studiobassist, der mit Acts wie Alexis Corner, Blue Mink oder Sky gespielt hatte.

Auch interessant: Erlerne die besten Grooves deiner Bass-Idole!
Auch interessant: Erlerne die besten Grooves deiner Bass-Idole!
Play-Alike Bass-Edition – Bass Workshop

Mit Bowie arbeitete Flowers über die Jahre häufiger zusammen, etwa bei “Space Oddity” von 1969, und er sollte auch in späteren Jahren, z. B. bei Bowies “Diamond Dogs”-Tour, den Bass bedienen.

Als gelernter Kontrabassist brachte er sowohl seinen Kontrabass, als auch seinen E-Bass mit zur Session. Und tatsächlich sollte der Upright auch zuerst zum Einsatz kommen, da man fand, dass der grollende Sound gut zur düsteren Atmosphäre des Songs passen würde.

Eingespielt wurde “Walk On The Wild Side” live von drei Musikern: Lou Reed himself an der Akustikgitarre, John Halsey an den Drums – und eben Flowers am Bass. Der weibliche Chor und das Saxophon-Solo (gespielt von Ronnie Ross) am Ende kamen nachträglich dazu.

Die zündende Idee: Overdubs führen zur legendären Bassline!

Nach dem gemeinsamen Take hatte Bassist Herbie Flowers eine geniale Idee, die dafür sorgen sollte, dass aus “Walk On The Wild Side” weit mehr als ein Song mit einer simplen Kontrabass-Begleitung werden sollte. Durch seine Idee entstand ein Track mit ikonischem Bassriff, welches heutzutage einen festen Platz in der Geschichte der Rockmusik innehat. Flowers griff kurzerhand zum E-Bass und spielte die Dezimen – also nach oben oktavierte Terzen – der Akkord-Grundtöne, welche er zuvor am Kontrabass eingespielt hatte.

Auch interessant: Welchen Basssound für welchen Style?
Auch interessant: Welchen Basssound für welchen Style?
Soundeinstellungen für E-Bass – und was sie bewirken

Durch die Mischung der auf dem Kontrabass gespielten Grundtöne und der Terz-Overdubs vom E-Bass entstand eine geniale klangliche Mischung, die den Welthit über die gesamte Spielzeit von 4:14 Minuten maßgeblich trägt.

Nach Aussage von Herbie Flowers dauerte die Aufnahme-Session zu “Walk On The Wild Side” lediglich 20 Minuten. Der zur damaligen Zeit reguläre Studiomusiker-Satz für eine Session betrug 12,- Pfund. Dadurch, dass Flowers zusätzlich die Overdubs einspielte, erhielt er in diesem Fall jedoch weitere 12,- Pfund. Flowers betont jedoch, dass dies nicht die Motivation hinter seiner Idee war!

Da seht ihr es mal wieder: Die größten Sensationen entstehen häufig durch Zufall! Wie gut, dass die britische Sendung “The One Show” sich im Jahr 2010 dieses spannenden Themas angenommen hat und wir diese Sendung heute noch immer im Netz finden können. Cheers, guys!

Viel Spaß mit dem Clip:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hot or Not
?
walk-on-the-wild-side-bassline Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Lars Lehmann

Kommentieren
Profilbild von ludo

ludo sagt:

#1 - 07.01.2023 um 10:47 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Wie oft noch? Die Bassline in "Another One Bites The Dust" stammt nicht von Queen, sondern ist ein Plagiat von Chics "Good Times"-Bassline; das sollte sich wirklich langsam herumgesprochen haben..

    Profilbild von Lars Lehmann

    Lars Lehmann sagt:

    #1.1 - 07.01.2023 um 22:49 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo Ludo! Es geht in dem Absatz doch gar nicht um das Thema "Plagiat oder nicht". Dass sich John Deacon von "Good Times" inspirieren ließ, ist nun wahrlich kein Geheimnis. Wichtig ist doch: Ich schrieb in dem betreffenden Absatz, dass "Another One ..." eine ikonische Bassline ist, die den Track maßgeblich trägt, sodass dieser ohne den Bassgroove im Grunde nicht denkbar wäre. Und das ist meines Erachtens recht unstrittig. Schönen Gruß, Lars

Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Die 10 wichtigsten E-Bass-Modelle aller Zeiten
Feature

Was sind die wichtigsten E-Bass-Modelle der Musikgeschichte und welche Bssisten haben sie bekannt gemacht? Wir stellen euch die zehn wichtigsten E-Bässe vor!

Die 10 wichtigsten E-Bass-Modelle aller Zeiten Artikelbild

Der E-Bass ist nach wie vor ein relativ junges Instrument, denn seine Geschichte beginnt erst so richtig ab dem Jahr 1951. In dieser Zeitspanne hat sich eine hohe Vielfalt verschiedener E-Bass-Modelle entwickelt. Einige E-Bass-Modelle haben sogar regelrecht Musikgeschichte geschrieben. Zehn dieser Klassiker wollen wir euch in diesem Artikel vorstellen!

Rock Bass Patterns, die (fast) immer passen
Bass / Workshop

Standard-Bassgrooves bilden das rhythmische Rückgrat zahlreicher Hits. In diesem Workshop findet ihr bekannte Rockbass-Grooves, die auch als Grundlagen für eure eigenen Ideen fungieren können.

Rock Bass Patterns, die (fast) immer passen Artikelbild

In diesem Workshop möchten wir euch einige Rockgrooves vorstellen, die sich über die Jahrzehnte zu echten Archetypen des Bassspiels in der Rockmusik entwickelt haben. Diese Standard-Grooves fanden und finden in vielen Stücken immer wieder Verwendung ‑ entweder in ihrer ursprünglichen Form oder in einer der zahlreichen Varianten. Alle Bassisten sollten diese Grooves in ihrem "bassistischen Repertoire" haben, denn sie werden vor allem aus einem bestimmten Grund derart häufig verwendet: sie funktionieren! Zudem können diese Standard-Bassgrooves eine hervorragende Basis sein, auf der sich neue Ideen und Konzepte entwickeln - etwa beim Schreiben eigener Songs oder auf einer spontanen Session. Und auch im Falle einer kreativen Blockade sind diese Archetypen hilfreich, um einen Startpunkt zu bilden.

Das sind die 20 besten Rock-Drumsounds der Musikgeschichte
Drums / Feature

Kennt ihr die 20 besten Drumsounds der Musikgeschichte? Dieses Video klärt euch auf.

Das sind die 20 besten Rock-Drumsounds der Musikgeschichte Artikelbild

Viele Mischer und Produzenten behaupten, dass in der Musikproduktion vor allem zwei Elemente den Charakter eines Songs oder gar eines ganzen Albums definieren – die Stimme und der Drumsound. Und es stimmt: Was wären Songs wie „In the air tonight“ von Phil Collins ohne den Klang seiner Drums und vor allem der Concert Toms im berühmten Fill? Was wäre Led Zeppelin ohne diesen monumentalen, offenen Drumsound gewesen oder im Gegenzug das gesamte Genre Reggae ohne den muffigen Tom- und Bassdrum-Sound und eine extrem hoch gestimmte Snare?

Warum du einen Fender Precision Bass brauchst - pros & cons Precision Bass
Feature

Pros and cons "Precision Bass": In diesem Feature beleuchten wir alle Vor- und Nachteile des legendären „Fender Precision Bass“ und seiner Kopien.

Warum du einen Fender Precision Bass brauchst - pros & cons Precision Bass Artikelbild

Precision Bass, Preci oder P-Bass - alle drei Namen stehen für den E-Bass-Archetyp schlechthin: Den Fender Precision Bass! Der Fender Precision Bass war nicht nur der erste in Großserie hergestellte E-Bass; das Bassmodell schreibt bis heute immer wieder auf's Neue Musikgeschichte. Der Precision Bass prägte mit seinem Sound alle erdenklichen Stilistiken von Schlager bis Heavy Metal! Natürlich findet ein derartiger Erfolg viele Nachahmer. Heutzutage gibt es kaum einen Basshersteller, der nicht ein entsprechendes Derivat im Programm hat. Eine große Frage stellt sich aber bei aller Lobhudelei: Ist ein P-Bass eigentlich wirklich so gut? Oder empfinden wir seinen Sound nur als Standard oder Referenz, weil er eben schon "immer da war"? Profitiert der P-Bass vielleicht nur von der „Gnade der frühen Geburt“? Für alle, die auf der Suche nach einem neuen Bass sind und sich gerade Fragen dieser Art stellen, schauen wir heute ‑ nicht ohne Augenzwinkern ‑ auf die Pros und Cons zum Thema „Fender Precision Bass“!

Bonedo YouTube
  • Markbass Little Mark 58R - Sound Demo (no talking)
  • Darkglass Microtubes Infinity - Sound Demo (no talking)
  • EBS Magni 502-210 - Sound Demo (no talking)