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Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Living Colour: „Cult Of Personality“

Im Jahr 1988 veröffentlichte die US-Band Living Colour ihr Debütalbum mit dem Namen “Vivid”. Vieles daran war daran neu, denn die explosive Mischung aus Heavy Metal, Rock, Pop, Funk, Hip Hop und Jazz war zur damaligen Zeit noch ein relativ unbekannter Sound. Hinzu kamen die politischen und sozialkritischen Texte, welche vor allem den alltäglichen Rassismus in den USA thematisierten. Stilistisch wird der Style Living Colours gerne als Crossover, Funk-Metal oder Alternative Rock bezeichnete – in eine einzige Schublade passt das Quartett aber sicher nicht! Der Song “Cult Of Personality” vom Debütalbum wurde als Single released, hatte beachtlichen Erfolg und wurde gar mit einem Grammy für “Best Rock Performance” ausgezeichnet. Für uns BassistInnen hält der Song ebenfalls einige spannende Highlights bereit!

“Cult Of Personality” – Originalvideo

Unternehmen wird zu Beginn einmal eine kleine Zeitreise ins Jahr 1988 mit dem originalem Video:

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“Cult Of Personality” – Rhythmik

Der damalige Bassist Muzz Skillings spielt nahezu den kompletten Song unisono mit Gitarrist und Bandgründer Vernon Reid mit. Dominierend ist ein eintaktiges Riff, das aus zwei gleichen Hälften besteht. Eine davon beginnt auf der Zählzeit 1, die zweite Hälfte wird um eine Achtel verschoben und startet auf der 2 +. Wird das Riff im zweiten Takt wiederholt, kommt lediglich eine Sechzehntel am Ende hinzu.
Für rhythmische Abwechslung sorgt ein eingeschobener ¾-Takt, der abermals aus einem Unisono-Riff besteht. Vor dem Chorus wird dieser 3/4-Takt wiederholt, allerdings spielt Drummer Will Calhoun jetzt stoisch einen 4/4-Takt weiter – daher habe ich es auch so notiert.

Bassist Muzz Skillings bei der Arbeit – sein Nachfolger Doug Wimbish ist in der Szene ungleich bekannter! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=4DgZK2aBNEk)

Auf diese Weise kommt es zu kurzzeitigen Verschiebungen der Akzente von Bass, Gitarre und Drums. Dieser Effekt sorgt für Spannung und wird erst nach 12 Vierteln – also dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen von 3 und 4 – wieder aufgelöst.
Falls man bei den Bandkollegen etwas angeben möchte, kann man hier auch von “Polymetrik” sprechen, da temporär zwei Metren gleichzeitig existieren. Auch die Form des Verses ist etwas tricky, was den progressiven Ansatz von Living Colour unterstreicht: Die Abwechslung von Riff und einem Takt mit halben Noten wirkt zunächst willkürlich – am besten folgt man zu Beginn einfach dem Gesang, bis man den Ablauf verinnerlicht hat.
Apropos Ablauf, nach dem ersten Chorus folgen ausschließlich Wiederholungen, auch das Gitarrensolo basiert “nur” auf den bereits etablierten Vers- und Chorus-Teilen. Lediglich das Outro mitsamt des Schlusses bildet noch eine kleine Ausnahme.

“Cult Of Personality” – Tonmaterial

Mangels Akkorden lässt sich von einer Tonart im eigentlichen Sinne bei Unisono-Riffs nicht wirklich sprechen. Die Töne des Riffs stammen allerdings aus G-Dorisch (G, A, Bb, C, D, E, F). Im 3/4-Takt wechselt es dann zu G-Myxolydisch (G, A, B, C, D, E, F).
Die Akkorde im Chorus gehören dann aber größtenteils wieder zu G-Dorisch. Da wir aber den kompletten Song an das Unisonoriff gebunden sind, spielt dieser Aspekt heute eine untergeordnete Rolle.

“Cult Of Personality” – Basssound

Trotz der aggressiven Attitüde in Living Colours Musik spielt Bassist Muzz Skillings hier mit den Fingern. Welcher Bass auf “Cult Of Personality” zum Einsatz kam, konnte ich bei meinen Recherchen leider nicht herausfinden. Muzz war aber zu dieser Zeit moderneren Bässen mit Aktiv-Elektronik zugeneigt – einige Quellen deuten auf einen ESP mit P/J-Pickups von EMG hin. Ansonsten ist der Basssound relativ clean, ich würde also eher auf ein D.I.-Signal als auf einen abgenommenen Bassverstärker tippen.

“Cult Of Personality” – Transkription

Hier findet ihr wie immer die Noten/TAB, den von mir aufgenommenen Basstrack und ein bassloses Playback.

Audio Samples
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“Cult Of Personality” – Bassline – WAV “Cult Of Personality” – Playback ohne Bass – WAV

Viel Spaß mit “Cult Of Personality” und bis zum nächsten Mal,
euer Thomas Meinlschmidt

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von Thomas Meinlschmidt

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