Anzeige

Die besten monophonen Synthesizer 2021

Mit der Renaissance analoger Synthesizer erleben auch monophone Synths einen zweiten Frühling. Von analog bis digital ist die Auswahl heute so groß wie nie und das Angebot reicht von Budget-Synthesizern für wenig Geld bis hin zum Profi-Synthesizer für mehrere Tausend Euro. In dieser Liste haben wir die besten monophonen Synthesizer 2021 zusammengestellt.


Tipp: Unsere Liste der besten polyphonen Synthesizer 2021 gibt es hier.
In den 1990ern und frühen 2000ern waren monophone Synthesizer eine Seltenheit. Polyphone Workstations und virtuell-analoge Synths dominierten den Markt und kaum jemand wollte Synthesizer, die nur einstimmig spielbar sind. Die wenigen Ausnahmen wie die Novation Bass Station und der Korg Prophecy waren echte Exoten. Wozu sollte man sich auch auf eine Stimme beschränken, wenn schon billige Keyboards mit 32 oder mehr Stimmen Polyphonie aufwarten?
Das änderte sich, als mehr und mehr Hersteller anfingen, wieder analoge Synthesizer herzustellen. Anders als bei digitalen Synths ist eine mehrstimmige Polyphonie bei analogen Synths nämlich mit einem erheblichen Hardware-Aufwand verbunden, weil die Klang erzeugenden Bauteile für jede Stimme einmal vorhanden sein müssen. Also sind monophone Analogsynthesizer erheblich billiger und einfacher zu produzieren. Als die Hersteller damit begannen, sich wieder an das Thema analoge Synthese heranzutasten, ging es logischerweise zunächst mit monophonen Synths los. Inzwischen gibt es zwar auch wieder viele analoge Polysynths, aber die monophonen Varianten behaupten im Analogbereich erfolgreich ihre Nische und gerade für Synthesizer-Bässe, Leads und Sequenzen sind sie oft das Instrument der Wahl.
Da die Ansprüche und Anforderungen an einen Synthesizer stark variieren, kann man unmöglich eine objektive Rangliste erstellen. Wir haben uns daher entschieden, die Synthesizer in dieser Liste nach ihrem derzeitigen Verkaufspreis zu sortieren (in absteigender Reihenfolge). Hier kommen die besten monophonen Synthesizer 2021.

Sequential Pro 3

Der Sequential Pro 3 ist der neueste Abkömmling einer Serie von monophonen Synthesizern, die bereits im Jahr 1981 mit dem Sequential Circuits Pro One begann und 2014 mit dem DSI Pro 2 fortgesetzt wurde. Mit drei Oszillatoren, darunter zwei analoge VCOs und ein digitaler Wavetable-Oszillator, ist der Pro 3 einer der vielseitigsten Monosynths auf dem Markt – zumal die Oszillatoren sich wahlweise auch 3-stimmig paraphon spielen lassen. Auch in Sachen Filter und Modulation kann man aus dem Vollen schöpfen. Neben dem Tiefpassfilter aus dem Prophet-6 bietet der Pro 3 ein Ladder-Filter im Moog-Stil und ein State-Variable-Filter nach Art des Oberheim SEM. Drei LFOs, vier loopbare Hüllkurven und eine Modulationsmatrix mit nicht weniger als 171 Zielen sind für einen monophonen Synthesizer echter Luxus. Auch der integrierte Sequenzer sucht unter Monosynths seinesgleichen und ermöglicht auf seinen 16 Tracks das Sequenzieren von Noten und beliebigen Parametern. Auch externe MIDI– oder CV/Gate-Instrumente können angesteuert werden. Wer einen modernen, monophonen Synthesizer sucht, bei dem beinahe nichts unmöglich ist, der ist beim Sequential Pro 3 richtig. Der Synthesizer ist in einer Special Edition mit Holzseitenteilen und klappbarem Bedienfeld und in einer rund 360 Euro günstigeren Standardausführung erhältlich.

Arturia MatrixBrute

Auch der Arturia MatrixBrute ist ein Synthesizer, bei dem man auf kaum etwas verzichten muss. Schon äußerlich sieht man dem imposanten Boliden an: Hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Drei Oszillatoren, die auch dreistimmig paraphon spielbar sind, treffen auf zwei Filter (Ladder und Steiner-Parker), die gleichzeitig und in verschiedenen Konfigurationen genutzt werden können. Seine größte Stärke ist jedoch die namensgebende Modulationsmatrix, die eine schnelle und übersichtliche Verknüpfung von Modulationsquellen und -zielen ermöglicht. Das üppige Tasterfeld mit 16×16 Tastern dient zugleich zur Bedienung des 64-Step-Sequencers und zum direkten Aufrufen der 256 Presets. Ein umfangreiches CV/Gate-Interface sorgt für eine einfache Einbindung externer analoger Instrumente und Modularsysteme. Mit diesen Eckdaten gehört der MatrixBrute zu den am umfangreichsten ausgestatteten Monosynths im Jahr 2021.

ARP 2600 M

Zur NAMM 2020 präsentierte Korg die lang erwartete Neuauflage des berühmten ARP 2600. Leider war die Fullsize-Version sehr teuer und streng limitiert. Schon damals kursierten Gerüchte, dass der Hersteller eine etwas verkleinerte Version folgen lassen könnte. Jetzt ist es endlich so weit. Der ARP 2600 M ist ein originalgetreues Abbild des legendären, semi-modularen Synthesizers – verkleinert auf transportfreundliche und platzsparende 60 % der Originalgröße. Sogar den integrierten Federhall hat Korg sorgfältig geschrumpft, um den Sound des Originals exakt zu reproduzieren. Seine analoge Kraft schöpft der ARP 2600 M aus drei Oszillatoren und einem Filter, wobei man bei der Neuauflage zwischen beiden historischen Filtervarianten umschalten kann. Mit Bausteinen wie Ringmodulation, Lag- und Spannungsprozessoren, einem Hüllkurvenfolger und einem S&H-Modul, die sich über die semi-modulare Struktur ins Spiel bringen lassen, ist der Synthesizer seit jeher ein Favorit von kreativen Sounddesignern und Filmkomponisten. Die Neuauflage punktet zudem mit modernen Features wie zwei USB-Ports (einer davon zum direkten Anschluss eines Controllers oder Sequencers), MIDI-Steuerung von Pitch-Bend, Modulation und Portamento On/Off und Eurorack-kompatiblen Spannungen. Der Synthesizer wird mit einem Korg microKEY2-37 Controller-Keyboard ausgeliefert.

Korg MS-20 FS / MS-20 Mini

Nach dem MS-20 Mini brachte Korg die Neuauflage des berühmten MS-20 im Jahr 2020 auch als Full-Size-Version MS-20 FS heraus. Der Synthesizer ist ein exaktes Abbild des 1978 erschienenen MS-20 – und zu dem muss man wohl nicht mehr viel sagen. Der semi-modulare Synthesizer ist einer der größten Klassiker der Synthesizergeschichte und die Neuauflage bietet denselben rauen, ungezügelten Sound, für den der Vintage-Synth bis heute geschätzt wird. Anders als das Original verfügt der MS-20 FS über MIDI- und USB-Anschlüsse zur Integration in moderne Studios. Neben der klassischen schwarzen Variante steht die Farbe Weiß zur Auswahl. Und natürlich ist auch der günstige, etwas verkleinerte MS-20 Mini weiterhin erhältlich.

Moog Grandmother

Die Moog Grandmother ist als semi-modularer Analogsynthesizer mit vielen Patchmöglichkeiten eine ideale Ergänzung zu einem Modularsystem. Zwar muss man keine Patchkabel stecken, um auf dem Synthesizer zu spielen, aber man kann, was die Modulations- und Kombinationsmöglichkeiten stark erweitert. Die Grandmother bietet zwei Oszillatoren mit Sync, einen Mixer, ein klassisches Moog-Ladder-Tiefpassfilter, ein Utility-Modul mit Multiples, Hochpassfilter und Attenuverter, eine Hüllkurve und einen LFO. Hinzu kommen ein Arpeggiator-/Sequencer-Modul und ein echter, analoger Federhall. Die internen Verbindungen lassen sich durch gesteckte Verbindungen ergänzen und/oder ersetzen. Dank vieler Anschlussmöglichkeiten und Patchpunkte schlägt die Grandmother mühelos die Brücke in die modulare Welt und eignet sich somit auch bestens als Einstieg in die modulare Synthese. Der Synthesizer ist in einer bunten, an ein Pedalboard erinnernden Version und in einer schwarzen Variante erhältlich.

Behringer 2600

Behringer lieferte sich mit Korg ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die erste Neuauflage des berühmten ARP 2600. Korg gewann dieses Rennen mit hauchdünnem Vorsprung, aber der ARP 2600 FS war schnell vergriffen und obendrein sehr teuer. Behringers Version des semi-modularen Synthesizers ist in drei Varianten erhältlich. Bei der schwarzen Standardversion wird der Federhall digital simuliert. Für nur rund 40 Euro mehr gibt es die Varianten „Blue Marvin“ und „Gray Meanie“, die sich farblich an den ersten Serien des ARP orientieren und über analoge Hallspiralen verfügen. Der Behringer 2600 ist im 19-Zoll-Format mit acht Höheneinheiten ausgeführt, lässt sich aber natürlich auch als Desktop-Synthesizer nutzen.

Dreadbox Typhon

Der Dreadbox Typhon ist ein sehr kompakter, analoger Monosynth mit integriertem Sequenzer und einer digitalen Effektsektion, die vom Hersteller Sinevibes beigesteuert wurde. Trotz der kompakten Bauweise bietet der Typhon über acht großzügige Drehregler und fünf Fader einen direkten Zugriff auf alle wichtigen Parameter, wobei der Hersteller Wert auf eine einfache Bedienung und schnelle Ergebnisse gelegt hat. Die Klangerzeugung besteht aus zwei VCOs mit FM und einem 4-Pol-Tiefpassfilter. Zur Modulation gibt es zwei Hüllkurven und drei vielseitige Modulatoren, die als LFO, S&H, Hüllkurve oder Sequenzer arbeiten können. Die besagte Effektsektion bietet zwölf hochwertige Effekte von Bitcrusher und Distortion über Modulationseffekte bis hin zu Delay und Reverb.

Arturia Microfreak

Mit dem Microfreak gelang Arturia ein echter Hit. Der Hybridsynthesizer vereint eine digitale, teilweise von Mutable Instruments Plaits inspirierte Oszillatorsektion mit einem analogen Filter. Dank verschiedener Syntheseverfahren wie virtuell-analog, Wavetables, Harmonic Synthesis, Karplus-Strong, FM, Formant, Speech, Modal und Chords ist der Microfreak äußerst wandlungsfähig und bringt klassische Synthesizer-Sounds, aber auch sehr spezielle Klänge hervor. Auch ein Vocoder ist integriert, und gerade erst hat Arturia das Firmware-Update 4.0 vorgestellt, das den Import eigener Wavetables ermöglicht. Gesteuert wird der Microfreak über eine eigenwillige Touch-Tastatur und einen integrierten Sequenzer mit 64 Steps.

Behringer Neutron

Der Behringer Neutron ist bis heute der einzige Synthesizer im Portfolio des Herstellers, der kein Klon oder zumindest stark von einem klassischen Synth inspiriert ist. Der semi-modulare Analogsynthesizer lässt sich auf dem Desktop nutzen oder in ein Euroracksystem einbauen. Zwei Oszillatoren auf CEM3340-Basis, die bei Bedarf zweistimmig paraphon spielbar sind, ein Multimode-Filter, zwei Hüllkurven und ein LFO bilden die Eckdaten. Darüber hinaus verfügt der Neutron über ein analoges Delay und eine Overdrive-Schaltung. Über das umfangreiche Steckfeld mit 32 Eingängen und 24 Ausgängen lassen sich vielfältige Modulationsverbindungen herstellen und die Brücke zu einem Modularsystem schlagen. 

Behringer MS-1

Wie unschwer zu erkennen ist, ist der MS-1 Behringers Kopie des Roland SH-101 aus dem Jahr 1983. Tatsächlich hieß er zunächst für kurze Zeit MS-101, bis mutmaßlich die Anwälte intervenierten und Behringer den Namen ändern musste. Die schnörkellose Klangerzeugung des Behringer MS-1 mit einem VCO mit mischbaren Schwingungsformen, Rauschgenerator, Tiefpassfilter, Envelope und LFO entspricht im Wesentlichen dem Original. Allerdings hat Behringer ein paar zusätzliche Bedienelemente hinzugefügt, unter anderem einen sehr willkommenen Schalter für die FM-Quelle. Der integrierte Sequenzer stammt aus Behringers Klon des ARP Odyssey und ist mit acht Bänken zu je acht Patterns mit 32 Steps umfangreicher als beim Original. Sogar der charakteristische Modulationsgriff für die linke Hand liegt dem MS-1 bei, der sich somit auch als Retro-Keytar nutzen lässt.

Korg Monologue

Der Korg Monologue ist nun schon einige Jahre auf dem Markt, überzeugt als vielseitiger und kraftvoller, analoger Monosynth aber noch immer. Er sieht aus wie eine abgespeckte Version des vierstimmigen Minilogue, bietet aber auch eigenständiges. So stecken im Monologue ein neu entwickeltes Filter und eine Overdrive-Einheit. Die Klangerzeugung besteht aus zwei VCOs, deren Schwingungen sich mittels eines Shape-Reglers formen lassen, einem 2-Pol-Filter, einem LFO und einer Hüllkurve. Hinzu kommt ein 16-Step-Sequenzer, der neben Noten bis zu vier verschiedene Modulationsbewegungen aufzeichnen kann. Der Monologue ist in Schwarz, Silber und Blau erhältlich.

Behringer Model D

Dass ausgerechnet der günstigste Synthesizer in einer solchen Liste ein Minimoog-Klon ist, hätte sich noch vor wenigen Jahren niemand träumen lassen. Behringers Model D orientiert sich mit drei VCOs und einem 24-dB-Ladder-Filter eng am berühmten Vorbild. Zwei Hüllkurven und ein LFO sorgen für Modulation. Besonders interessant ist aber, dass Behringer die Gelegenheit genutzt hat, den „Boog“ zu einem semi-modularen Synthesizer zu machen. Dank der 13 Patchpunkte gibt es viele Möglichkeiten für interessante Modulationen und zur Verbindung mit einem Modularsystem. Apropos modular: Der Model D lässt sich wahlweise direkt in ein Eurorack-System einbauen und dort als komplette Synthesizerstimme nutzen.

Hot or Not
?
2110_Beste_Mono-Synths_in_2021_1260x756_v01b Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Lasse Eilers

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Dreadbox Typhon Firmware 2.0 - Neue Möglichkeiten für den monophonen Desktop-Synth

Keyboard / News

Das neue Firmware-Update 2.0 stattet den monophonen Desktop-Synth Typhon, der in Kooperation mit Dreadbox und der DSP-Schmiede Sinevibes entstand, mit vielen neuen Features und Verbesserungen aus.

Dreadbox Typhon Firmware 2.0 - Neue Möglichkeiten für den monophonen Desktop-Synth Artikelbild

Das neue Firmware-Update 2.0 stattet den monophonen Desktop-Synth Typhon, der in Kooperation mit Dreadbox und der DSP-Schmiede Sinevibes entstand mit vielen neuen Features und Verbesserungen aus. Im Sommer 2020 in den Markt gebracht, zeigte sich der kleine und obendrein günstige Typhon-Synthesizer von seiner besten Seite. Der in Zusammenarbeit mit dem Analogspezialisten Dreadbox und dem DSP-Programmierer Sinevibes entstandene monophone Desktop-Synthesizer erhält nun mit Firmware 2.0 eine hochdosierte Vitaminspritze, die sich in Form von neuen Features und Rundum-Verbesserungen zeigt. Die wichtigsten Freatures im Kurzüberblick:

Die besten Effekte für Synthesizer und Eurorack 2021

Keyboard / Feature

Welche sind die besten Effekte für Synthesizer und das Eurorack? Wir präsentieren eine Auswahl der angesagten Modulations-, Reverb- und Multi-Effekte für Synthesizer und Eurorack des Jahres 2021.

Die besten Effekte für Synthesizer und Eurorack 2021 Artikelbild

Den Sound eines Synthesizers oder eines modularen Systems so zu gestalten, dass er im musikalischen Kontext genau die Rolle einnimmt, die man sich vorstellt, ist schon immer ein großes Thema im Genre der Musikproduktion. Emotionen werden einerseits mit dem Sound des verwendeten Instruments, andererseits durch den umhüllenden Mantel der verwendeten Effekte geweckt. Die optimale Kombination erzeugt dann das Aha-Erlebnis, ein Ziel, das jeder Musiker anstrebt. Gut klingende Synthesizer gibt es heute in allen Preisklassen und eine Vielzahl von ihnen sind bereits mit eigenen Effekten ausgestattet, die ein großes Angebot unterschiedlicher Effekt-Typen On-Board präsentieren.

Die besten Eurorackmodule 2021

Keyboard / Feature

Eurorack ist nach wie vor im Trend. Wir stellen allen Fans unsere Auswahl der besten Eurorack-Module des Jahres 2021 kompakt vor.

Die besten Eurorackmodule 2021 Artikelbild

Eurorack ist nach wie vor voll im Trend. In der Pandemie sind modulare Synthesizer zu einem noch weiter verbreiteten Hobby herangewachsen als zuvor. Trotz Chipkrise und Lieferproblemen haben viele Hersteller die Chance genutzt und neue Produkte vorgelegt. Entsprechend lang ist unsere Liste der besten Eurorackmodule in 2021 geworden: Angefangen bei interessanten Oszillatoren bis hin zu kreativen Effektmodulen haben alle Gerätekategorien hochkarätige Neuzugänge zu verzeichnen. Die folgende Übersicht zeigt unsere Favoriten nach Kategorie und Herstellernamen sortiert. Gefallen tun sie uns alle, es gibt auf dieser Liste nur Empfehlungen!

Bonedo YouTube
  • Walrus Audio Mira - Sound Demo (no talking)
  • J. Rockett Audio Designs The Jeff Archer - Sound Demo (no talking)
  • D´Angelico Deluxe Mini DC LE - Sound Demo (no talking)