Bass
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27.02.2019

Die 10 wichtigsten Bassverstärker aller Zeiten

Zehn Bassamps, die Geschichte schrieben

Ohne diese Bass-Topteile hätte die Musikgeschichte anders geklungen!

Der E-Bass ist ein vergleichsweise sehr junges Instrument. Er wurde zwar bereits in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts erfunden, erfreute sich aber aufgrund mehrerer Gründe zunächst wenig Beliebtheit. Zum einen ließ lange Zeit die Qualität zu wünschen übrig, zum anderen gab es keine speziellen Bassverstärker, die die tiefen Frequenzen adäquat und halbwegs laut wiedergeben konnten. Meist kamen Gitarren- oder Gesangsverstärker zum Einsatz - das machte natürlich keinen Spaß! Es dauerte daher noch bis 1950, bis endlich ein gewisser Leo Fender mit seinem Precision Bass ein Instrument mit entsprechender Qualität und Bespielbarkeit präsentierte. Zudem wurde der Precision in höheren Stückzahlen produziert und fand allein dadurch schon mehr Verbreitung. So wundert es nicht, dass zu dieser Zeit auch der Ruf nach entsprechender Verstärkung laut wurde. Heute stellen wir euch zehn Bassverstärker vor, mit denen Musikgeschichte geschrieben wurde.

Jedes Modell steht dabei für ein bestimmtes Soundideal oder gar den Aufbruch in ein neues Zeitalter des Bassspiels. Die technischen Details sollen dabei nicht die große Rolle spielen, sondern eher die Bedeutung des jeweiligen für die Basswelt. Natürlich ist eine derartige Liste nie ganz vollständig - sicherlich fehlt hier der persönliche Favorit des einen oder anderen. Aber irgendwo muss man ja das Ganze eingrenzen.

Leider gestaltet es sich ziemlich schwierig, zu jedem echten Vintage-Schätzchen auch entsprechende Fotos zu bekommen, die man dann auch noch verwenden darf. Manche Companys haben bereits mehrfach den Besitzer gewechselt - entsprechend wenig Ertrag brachten meine direkten Anfragen an die Hersteller. Deshalb muss ich mich hier leider bei einigen Amps auf YouTube-Links beschränken. Daher auch unser Aufruf: Vielleicht besitzt ja der eine oder andere Glückliche noch eines dieser Schätzchen. Für gute Fotos, die wir in diesen Artikel noch zusätzlich einpflegen können, wären wir jedenfalls sehr dankbar! 

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1.) Ampeg Super800

1946 erfand der Bassist Everett Hull einen Tonabnehmer für Kontrabass. Dieser war im Grunde ein Mikrofon, welches sich am inneren Ende des Stachels (engl. Peg) befand. Das Ganze wurde sehr pragmatisch "Amplified Peg" (verstärkter Stachel) genannt. Diese Erfindung führte sehr schnell zu dem Wunsch nach einem ordentlichen Verstärker. Zusammen mit seinem Partner Stanley Michael entstand daher der Michael-Hull-Bassamp. 1949 trennten sich die beiden und Everett Hull nannte die Firma von nun an Ampeg - eine Kurzform von "Amplified Peg".

Der erste Bassamp, welcher diesen Namen trug, war der Ampeg Super 800 (Markteinführung 1949), der allgemein als der erste wirkliche Bassverstärker gilt. Natürlich gab es bereits den einen oder anderen zuvor, aber nicht von einer auf den Bass spezialisierten Firma, welche gleichzeitig auch nennenswerte Stückzahlen produzieren konnte.

Der Super 800 besaß ganze 18 Watt, basierte natürlich ganz auf Röhrentechnologie und war mit einen 12-Zoll-Lautsprecher ausgestattet. Er hat zwar keine so große Geschichte vorzuweisen wie unser folgender Kandidat, aber als "erster" richtiger Bassamp der Musikgeschichte muss der Ampeg Super 800 natürlich in diese Liste! Leider sind kaum Fotos des Super800 aufzutreiben - zumindest keine, die ich für diesen Artikel nutzen konnte. Hier ist er aber in einem Video zu sehen - schlecht ausgeleuchtet und aufgenommen, aber immerhin:

2.) Ampeg B15

Nach etlichen Updates des Super 800 (815 mit 15-Zoll-Speaker und 20 Watt, 950C mit 2x15-Zoll-Speakern und 50 Watt) war 1960 das Geburtsjahr eines Verstärkers, welcher schnell zur Legende wurde: der Ampeg B15.

Der von Entwickler Jess Oliver konzipierte Basscombo besaß einen 15-Zoll-Speaker und ein Topteil mit 25 Watt Leistung. Die Oberseite der Box konnte man abnehmen und drehen, somit ließ sich das fest montierte Topteil für den leichteren Transport im Gehäuse versenken. Das brachte dem B15 die Beinamen Portaflex oder Fliptop bei.

Zudem verfügte er über eine neuartige und patentierte Aufhängung des Speakers, welche für eine deutlich bessere Wiedergabe der tiefen Frequenzen sorgte. Drei Vorstufen- und zwei Endstufenröhren sorgten zusammen mit dem Lautsprecher für den vollen und warmen Sound, der mehrere Dekaden prägen sollte, zumindest bei Recording Sessions.

So wurde der B15 über viele Jahre der Standard in so ziemlich jedem Studio der Welt und dominierte den Sound der 60er- und 70er-Jahre. Auf kaum einer Aufnahme aus dieser Zeit ist er nicht zu hören! Die Stilistik spielte dabei keine Rolle: der B15 war ebenso beliebt bei Motown Records und anderen Soul-Labels (bzw. deren BassistInnen, wie etwa James Jamerson, Carol Kaye ...) wie auch bei Rockbassisten (John Paul Jones, Rick Danko ...). Das war kein Wunder, denn auch verzerrt klang der B15 richtig klasse!

Relativ bald gab es ein Update, den B15N (für "New" = "Neu"). Dieser verfügte über zwei getrennte Kanäle mit je einer eigenen Klangregelung und eigenem Volumen-Regler. Dieses Konzept wurde bis zum Auslauf der Produktion gegen Ende der 70er-Jahre beibehalten. Natürlich gab es während dieser Zeit immer wieder überarbeitete Versionen mit mehr Leistung, anderen Speakern (z.B. 1x18, 1x12, 2x15 Zoll) und veränderten Schaltungen.

(Fotos zur Verfügung gestellt von "Guitarpoint" - herzlichen Dank!)

3.) Fender Bassman

Natürlich war auch Leo Fender bemüht, seinem Precision mit einer adäquaten Verstärkung entsprechend Gehör zu verschaffen. 1952 brachte er einen Verstärker auf den Markt, dessen Optik an die eines Fernsehers aus der damaligen Zeit erinnerte. Dieser Verstärker wurde im Katalog von Fender ganz humorlos "Amplifier" bezeichnet und das Design "TV Front", da der Basscombo von vorn ein wenig an einen Fernseher erinnert. Diese Namen zogen jedoch in Marketing-Hinsicht nicht gerade die Wurst vom Teller - daher wurde der Verstärker relativ schnell in Bassman umgetauft. Dieser besaß zum ersten Mal eine geschlossene Rückwand, zwei Bassreflex-Öffnungen, eine spartanische Klangregelung mit Volume und Tone und war mit einem 15-Zoll-Speaker bestückt.

Zu dieser Zeit entwickelten sich die Dinge sehr schnell weiter und Leo Fender musste auch einige Kritik an seinem ersten Bassman einstecken (zu leise, hohe Wartungsanfälligkeit). Deshalb gab es bereits 1954 ein entscheidendes Update: Mehr Leistung, mehr Membranfläche ‑ das ist, wovon Bassisten bis heute träumen! Zum ersten Mal wurde eine Kombination von 4x10-Zoll-Lautsprechern benutzt, die mit 40 Watt Vollröhre befeuert wurden. Das war eine Menge Holz für die damalige Zeit und ebnete den Weg für die bis heute beliebten Zehnzöller im Bassbereich.

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Von da an gab es immer wieder Re-Designs (Tweed Ära, Silverface, Blackface etc.) dieses Modells. Ein entscheidender Wurf für Unsereins war abermals der Super Bassman I und II, welcher mit 100 Watt und entweder einem oder zwei 15-Zoll-Lautsprechern aufwarten konnte. Da der Bassman aber schon von Beginn an auch als Geheimtipp unter Gitarristen galt, bestimmte er relativ schnell den Großteil seiner Erfolgsgeschichte bei den Kollegen an den sechs dünnen Saiten. So soll er unter anderem einem gewissen Jim Marshall als Grundlage für dessen Amps gedient haben.

(Fotos zur Verfügung gestellt von "Guitarpoint" - herzlichen Dank!)

4.) Acoustic 360/361

Bereits in den 60er-Jahren war die Transistor-Technologie auf dem Vormarsch. Noch hatten Röhren die Vorherrschaft, aber sie bekamen nun ernsthafte Konkurrenz: Firmen wie z.B. Gallien Krüger standen in den Startlöchern. Der legendärste Transistor-Amp aus dieser Zeit kam 1967 auf den Markt. Es war der Acoustic 360 Preamp mit zugehöriger Box namens 361 PP. Diese verfügte über eine integrierte Endstufe mit (damals) sagenhaften 200 Watt Leistung.

Der 18-Zoll-Lautsprecher befand sich in einer Druckkammer und ein großes Falthorn leitete den Schall nach außen. Zudem gab es eine rückseitige Bassreflexöffnung. Die ständig zunehmende Lautstärke in der Musik, vor allem von den Gitarristen vorangetrieben, verlangte auch von den Bassisten/innen dieser Zeit mehr Power. Da konnte ein Ampeg B15 schnell nicht mehr mithalten - der Acoustic 360/361 war daher der richtige Partner!

John Paul Jones, Larry Graham und natürlich Jaco Pastorius sind nur drei Namen einer langen Liste an Acoustic-Usern. Einen großen Teil seines Ruhmes verdankt der Acoustic 360/361 einer lustigen Episode: Auch die Doors besaßen einen (oder mehrere) dieser Verstärker und wurden im Dezember 1967 bei einem Konzert wegen Lärmbelästigung verhaftet. Daraufhin kam die gesamte Band inklusive Acoustic Amp auf das Cover des "Life Magazine". Wunderbar, eine bessere Werbung kann man sich als Bassamp-Hersteller nicht wünschen! Der Acoustic wurde dadurch für einige Zeit zum Inbegriff von lauter und rebellischer Rockmusik.

5.) Ampeg SVT

Apropos Leistung: Um im Lautstärke-Kampf nicht ins Hintertreffen zu geraten, setzte Ampeg mit dem SVT (steht für "Super Vacuum Tube" oder "Super Valve Technology") eine Benchmark, die bis heute gültig ist. Unfassbare 300 Watt Vollröhre hatte dieses Monster unter der Haube. Ampeg selbst bezeichnete den SVT selbst als "biggest, nastiest bass amplifier the world has ever seen". Dafür ist er aber auch einer der schwersten: 44 kg sind der Preis für derartige Leistung!

Ganze 14 (in Worten: Vierzehn!!!) Röhren arbeiteten im SVT, sechs davon alleine in der Endstufe; und massive Ein- und Ausgangstransformatoren sorgten für die benötigte stabile Versorgung. Die passende Box mit acht 10-Zoll-Speakern lieferte Ampeg gleich mit, mit dem SVT konnte/kann man sogar problemlos zwei davon betreiben.

Seinen schnellen Erfolg hatte auch der Ampeg SVT einem Zufall zu verdanken. 1969 kamen die Rolling Stones zu einer bis heute legendären Tournee in die USA. Natürlich brachten sie auch ihre geliebten britischen Amps mit, hatten aber nicht daran gedacht, dass das amerikanische Stromnetz mit 110 statt mit 230/240 Volt arbeitet. Nachdem sich die ersten Amps in Rauch aufgelöst hatten, wandte sich der Road Manager der Stones an Ampeg - und der Rest ist Geschichte, die auch in der Tour Documentary "Gimme Shelter" festgehalten wurde. Wenn schon die damals bekannteste Rockband des Planeten Ampeg spielte, war der Erfolg natürlich vorprogrammiert!

Der Ampeg SVT wurde zu "der" Definition des Rockbass-Sounds, und es gibt ihn bis heute. Im Laufe der Zeit gab es - wie bei fast jedem Amp - immer wieder Updates und kleine Veränderungen, die unglaublichen 300 Watt Vollröhre sind aber stets geblieben und lehren auch der nächsten Generation noch das Fürchten.

6.) Gallien Krueger 800RB

Den Namen Rob Gallien verbindet man sofort mit dem "amerikanischen" Basssound der 80er-Jahre. Allerdings gründete Gallien seine Company bereits 1968, damals noch unter dem Namen GMT. Seine ersten Verstärker, der GMT 226A und der 226B, ließen die Szene schon zu dieser Zeit aufhorchen und wurden unter anderem von Carlos Santana auf dem Woodstock-Festival zum Einsatz gebracht. Rob arbeitete zu dieser Zeit bei Hewlett-Packard und gründete nicht viel später mit seinem Arbeitskollegen Rich Krueger die Firma Gallien-Krueger - oder kurz GK.

1983 erschien dann der GK 800RB, der sowohl optisch wie auch klanglich die Definition der Gallien-Krueger-Amps für die nächsten Dekaden darstellte. Er lieferte 300 Watt an 4 Ohm plus zusätzlich 100 Watt für Bi-Amping - das war damals ein absolutes Novum! So konnte man zum ersten Mal die hohen Frequenzen an eine separate Box oder einen Hochtöner schicken und getrennt in der Lautstärke regeln. Zudem gilt der 800RB als erster Amp mit einem D.I.-Ausgang und einem abziehbaren Netzkabel.

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Sein Vorgänger, der 200RB, war der erste Bassverstärker, den man in ein 19-Zoll-Rack einbauen konnte; und auch dieses Feature wurde natürlich für den 800RB übernommen. Auch das grau-schwarze Design und der grundlegende Aufbau sind bis heute wegweisend für die GK RB-Serie. Prominente Nutzer sind unter anderem Flea, Dave Holland, Jimmy Earl, etc.

(Fotos zur Verfügung gestellt von Gallien Krueger)

7.) SWR Redhead

In den 70er-Jahren wurde der E-Bass durch Größen wie Jaco Pastorius, Stanley Clarke und Larry Graham revolutioniert und gleichzeitig emanzipiert. Das Bassspiel an sich wurde facettenreicher und komplexer, die Grenzen des Instrumentes stets weiter ausgelotet, und Spieltechniken wie Slapping, Akkorde, Flagoletts etc. hielten Einzug. Viele Bassisten verlangten daher nach Verstärkern, welche die entsprechende Klarheit im Sound liefern, um diese Techniken adäquat wiederzugeben. Viele ältere Bassanlage waren schlicht zu träge, um Slapgewitter aus vielen schnellen perkussiven Noten detailliert zu übertragen.

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Eine Firma, die wie kaum eine zweite für dieses auch als "amerikanischer HiFi-Sound" bekannte Klangideal steht, ist sicherlich SWR. Gegründet von Steve Rabe im Jahre 1984, folgte bald der erste große Wurf: der PB 200. Dieser beinhaltete bereits alle Markenzeichen späterer SWR Amps, eine Röhrenvorstufe gepaart mit einer leistungsstarken (für die damalige Zeit zumindest) Transistor-Endstufe, den berühmten Aural Enhancer, Biamping-Fähigkeit, Rackformat, sowie einen umfangreichen Equalizer.

Schnell wurde Steve Rabe klar, dass er zu seinem Amps auch passende Boxen herstellen und anbieten musste, und er wandte sich an die auf PA-Systeme spezialisierte Firma Eden Electronics, zu der wir gleich noch kommen. Die daraus entstandenen Boxen mit dem Namen Goliath definierten den modernen Basssound über viele Jahre und dienten nicht wenigen anderen Firmen als Vorbilder.

Eine Kombination seiner Amps und Boxen gab es in einem Basscombo namens Redhead. Ein 350 Watt starker Amp mit allen bekannten SWR-Features sowie eine 2x10er-Box mit Horn wurden in einem kompaktes Format zusammengefasst. Der Combo wurde nach seiner Vorstellung 1988 schnell zu dem professionellen Arbeitsgerät für viele Bassisten - egal ob live oder im Studio. Sein Preamp klingt kristallklar und war das Nonplusultra für Fans des HiFi-Sounds. Zudem konnte man ihn noch mit einer Zusatzbox erweitern, falls die 2x10er einmal nicht ausreichen sollte. Er war aber auch im Solobetrieb schon unglaublich laut.

Der SWR Redhead war wie ein Schweizer Taschenmesser, welches alle Features für den Arbeitsalltag eines Bassisten mit an Bord hatte - und das bei moderaten Ausmaßen und Gewicht (zumindest für die damalige Zeit)! Kaum ein großer Name in den 80er- und 90er-Jahren spielte nicht irgendwann eine SWR-Anlage. Der bekannteste ist sicherlich Marcus Miller, für dessen Stil SWR damals und für viele Jahre wie die Faust aufs Auge passte.

8.) Eden WT Series

David Nordschow, seines Zeichens Chef von Eden Electronics, war - wie bereits erwähnt - verantwortlich für die Entwicklung der SWR-Boxen. "Warum also nicht gleich selber Boxen herstellen?", dachte er sich eines Tages. Erfahrung besaß er zur Genüge aufgrund der Tätigkeiten seiner Firma im PA-Bereich. Und so stieg Eden Amplification neben SWR und GK zum dritten großen Namen auf, der für leistungsstarke Transistoramps mit klaren, definierten Sound und schnelle Ansprache steht.

Vor allem die World Tour Series (Anfang/Mitte der 90er bis ca. 2006, danach wurde die Firma an Marshall verkauft und die Produktion nach China verlagert), die es im Laufe der Zeit in verschiedenen Leistungsklassen gab, trug zum hervorragenden Ruf der Company bei. Allen gemeinsam war ein dem SWR Aural Enhancer ähnlicher Regler namens Enhance, eine Röhrenvorstufe (bei den meisten Modellen), ein umfangreicher Equalizer mit bis zu drei parametrischen Mittenbändern, und einem hochwertigen D.I.-Ausgang.

Die größeren Boliden WT 600 und WT 800 waren allesamt mit Stereo-Endstufen ausgestattet, um entweder zwei Boxen zu betreiben, im Bi-Amping-Betrieb zu laufen, oder Mono gebrückt einfach unglaublich viel Power zu liefern. Die goldene Frontplatte mit den blauen und roten Potis unterstrich zusätzlich den gehobenen und professionellen Anspruch. Die World Tour Amps aus den 90ern und Anfang der 2000er gelten bis heute zurecht als die besten und robustesten Hybrid-Amps (Röhrenvorstufe mit Transistorendstufe) der Bassgeschichte. Auch Eden stellte natürlich ihren Verstärkern die passenden Boxen an die Seite. Legendär ist hier vor allem die Eden 4x10XLT und 2x10 XLT.

(Fotos zur Verfügung gestellt von Albin Palasser - vielen Dank!)

9.) Trace Elliot SM, AH, GP

Nicht nur in den USA kümmerte man sich um den guten Ton der Bassisten, auch in Europa und dabei vor allem in England wurden und werden hervorragende Amps gebaut. Marshall und Hiwatt sind zwei der bekanntesten Namen, erlangten mit ihren Bassamps jedoch niemals eine vergleichbare Popularität der bisher genannten (Bassamp-)Companies. Eine Firma hat sich aber in den 80ern und 90ern ganz nach oben katapultiert: Trace Elliot stand in dieser Zeit für die europäische Interpretation des Transistor-Sounds und für extrem hohe Qualität.

Die Popularität von Trace Elliot wuchs sehr schnell, und das nicht zuletzt aufgrund von Usern wie Mark King, John Paul Jones und John Entwistle. Mitte der 80er bis Mitte der 90er waren sie auf allen Bühnen der Welt vertreten.

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Erkennungs- und Alleinstellungsmerkmal aller Trace-Amps ist das markante Neongrün und der grafische Equalizer (wahlweise 6-, 7- oder 12-Band). Neben diesem boten die Verstärker ordentlich Leistung, Bi-Amping, viele Anschlussmöglichkeiten, und manche Modelle besaßen sogar einen integrierten regelbaren Kompressor. Bekannte Serien sind SM, AH und die GP7- oder GP12-Preamps. Mit diesen verbindet man die typische Trace-Optik und den typisch cleanen und kompakten Trace-Sound.

10.) Markbass Little Mark

Kaum zu glauben: Schon in den 70er-Jahren gab es Bassamps mit digitaler Endstufe, somit hatte diese Technologie bis zum Jahre 2000 bereits Jahrzehnte auf dem Buckel. Allerdings begann ihr großer Siegeszug in der Basswelt erst so richtig im neuen Jahrtausend. Von diesem Zeitpunkt an hielt die Digitaltechnik unaufhaltsam Einzug in die Welt der Bassverstärkung. Die Firma, welche dies am konsequentesten und natürlich auch als eine der ersten vorantrieb, war Markbass aus Italien. Mastermind Marco de Virgillis brachte mit dem Little Mark 500 zum ersten Mal ein Topteil mit digitaler Endstufe und Schaltnetzteil auf den Markt, das auch Wort hielt, wenn es um Lautstärke ging.

Markbass entwickelte dafür seine eigenen Endstufen - sie gingen nicht den Weg vieler Mitbewerber, die bei diesem Bauteil auf Produkte andere Hersteller zurückgreifen. Das brachte ihm gegenüber der Konkurrenz einen deutlichen Leistungsvorsprung. Dieser ist zwar heute aufgrund der schnellen Entwicklung in diesem Bereich wieder geschmolzen, sorgte aber damals dafür, dass digitale Bassamps ernst genommen wurden und Markbass sich schnell einen Namen machen konnte.

Auch das schwarz/orange Design der Amps und Boxen aus Italien trug und trägt zum hohen Wiedererkennungswert der Marke bei. Kaum ein anderer Hersteller hat sich in so kurzer Zeit so fest im Business etabliert und sich weltweit so hohe Marktanteile gesichert, das muss man Marco und seinem Team lassen. Der Siegeszug liegt aber auch darin begründet, dass viele große Namen, wie Ampeg, SWR, Eden, Trace Elliot etc. die Zeichen der Zeit Anfang der 2000er-Jahre nicht erkannt haben und so die Entwicklung im digitalen Bereich schlicht verschlafen haben. Da war Markbass definitiv zur richtigen Zeit am richtigen Ort und bereichert die Szene noch heute!

Apropos: Heute sind wir bereits bei der dritten Version des Little Mark, und es gibt darüber hinaus viele Abkömmlinge dieses Modells. Seinen Platz in den Top 10 hat er sich aufgrund seiner Pionierarbeit daher redlich verdient.

(Fotos zur Verfügung gestellt von Markbass)

Soweit erst einmal für heute! Namen wie Marshall, Orange, Sunn, Hiwatt, Mesa Boogie usw. hätte man in diesem Artikel sicherlich auch noch erwähnen können, doch hätte dies unsere Top 10 leider bei weitem gesprengt.

Bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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