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Was du niemals mit einem Röhrenverstärker machen solltest

Klar, echte Vollröhrenamps sind schwerer und benötigen mehr Pflege und Service als Transistorverstärker. Und teurer ind er Anschaffung sind sie auch. Dafür kommt man mit einem Tube Amp in den unvergleichlichen Genuss eben jener fauchig-warmer Röhrensättigung im Basssound, die man von Digital- und Transistoramps nicht erwarten kann. Allerdings gibt es beim Umgang mit einem Vollröhrenamp einige Dinge unbedingt zu beachten, wenn die Freude am guten Sound von Dauer sein soll. Wir präsentieren dir zwölf wichtige Tipps!

Mmmh, dieses Glühen! Ein solches Bild verspricht harmonische Oberton-Verzerrung, also unerreichten fauchig-warmen Röhrensound!
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Inhalte
  1. Röhrenverstärker niemals ohne Lastwiderstand laufen lassen!
  2. Niemals Gitarrenkabel für eine Endstufe verwenden!
  3. Nicht anschalten, wenn der Amp eiskalt ist!
  4. Nicht erschüttern, wenn die Röhren noch heiß sind!
  5. Niemals mit zu geringer Last fahren (Ohm-Anpassung)!
  6. Niemals an einem Bias-Regler drehen, falls sichtbar vorhanden!
  7. Den Röhrenamp niemals in einem geschlossenen Case betreiben!
  8. Der Klassiker: Keine Getränke auf dem Amp abstellen!
  9. Nichts im Inneren des Amps berühren, während er im Betrieb ist!
  10. Niemals Röhren eines anderen Typs verwenden!
  11. Niemals die Röhren anfassen!
  12. Niemals versuchen, einen Röhrenamp aufzufangen!
  13. Kaufempfehlungen Röhrenamps für E-Bass

Röhrenverstärker niemals ohne Lastwiderstand laufen lassen!

Immer vor dem Einschalten kontrollieren, ob auch wirklich eine Box angeschlossen ist. Und: Niemals das Kabel abziehen, während der Amp läuft – es sei denn, der Verstärker ist im Stand-By-Modus. Aber selbst dann sollte man es eigentlich besser nicht tun, denn man kann sich auch schnell mal irren. Im Gegensatz zu den meisten Transistor- und Class-D-Verstärkern bedeutet ein Betrieb ohne angeschlossene Lautsprecher für den Ausgangstransformator des Röhrenamps den Supergau … Kabumm!

Niemals Gitarrenkabel für eine Endstufe verwenden!

Immer nur designierte, zweiadrige/umabgeschirmte Boxenkabel verwenden, denn die Kupferdrähte müssen einiges an Leistung transportieren. Feinadrige Instrumentenkabel für Gitarre oder Bass verkraften das nicht und beginnen schnell zu schmelzen und Feuer zu fangen.
Ihr glaubt es nicht? Ich habe es schon einige Male gesehen – so amüsant es auch sein mag, wenn hinter einem Amp plötzlich Rauch aufsteigt, es könnte den Tod des Verstärkers bedeuten und Schlimmeres nach sich ziehen als nur ein verbranntes Kabel, wenn auch die Umgebung in Mitleidenschaft gezogen wird. Ach ja, das Gleiche gilt übrigens auch für das Verkabeln von Transistor- und Class D Amps!

Nicht anschalten, wenn der Amp eiskalt ist!

Dieser Tipp gilt speziell zur kalten Jahreszeit! Kommt der Amp z. B. aus dem Laderaum des Band-Transporters nach einer Nacht mit Minusgraden direkt in eine warmgeheizte Umgebung wie einen Proberaum oder einen Live-Club, dann bildet sich unter Umständen Kondenswasser an bestimmten Leitstellen, was Kurzschlüsse verursachen kann. Hier ist es ratsam abzuwarten, bis der Amp die Raumtemperatur angenommen hat.

Nicht erschüttern, wenn die Röhren noch heiß sind!

Der Gig ist vorbei, jeder muss oder will so schnell wie möglich runter von der Bühne. Bei aller Hektik ist dennoch Vorsicht beim Bewegen des Röhrenamps geboten – zumindest, so lange die Röhren noch heiß sind! Der Grund: Die feinen Drähte im Inneren der Röhre sind in diesem Zustand extrem empfindlich. Jede Erschütterung kann daher zu Beschädigungen führen, welche die Röhren entweder unbrauchbar machen oder zumindest ihre Lebensdauer deutlich verkürzen. Wenn möglich, sollte man den Amp daher einfach ein paar Minuten abkühlen lassen, bevor man ihn abtransportiert.

Röhrenamps sind ganz spezielle "Tierchen", die ein besonderes Handling erfordern!
Röhrenamps sind ganz spezielle “Tierchen”, die ein besonderes Handling erfordern!

Niemals mit zu geringer Last fahren (Ohm-Anpassung)!

Während moderne Amps sehr kulant mit dem Lastwiderstand umgehen und keine Anpassung benötigen, so lange man eine generelle Mindest-Ohmzahl nicht unterschreitet, besitzen Röhrenamps eine manuelle Ohm-Anpassung in Form eines Drehschalters oder eines Steckfeldes. Hier muss man unbedingt den passenden Ohm-Wert der angeschlossenen Box(en) einstellen, BEVOR der Amp eingeschaltet wird.
Ist der eingestellte Wert unter der Ohmzahl der Box (zum Beispiel 4 Ohm am Amp an einer 16-Ohm-Box), dann ist das ungefährlich – der Amp wird in diesem Fall lediglich leiser. Ist der Ohm-Wert am Amp jedoch größer eingestellt als der Wert der Box (z.B. 16 Ohm am Amp an einer 4-Ohm-Box), dann droht Gefahr: Der Amp kann schnell überhitzen und auf ähnliche Weise wie beim Betrieb ohne Box Schaden nehmen.

Niemals an einem Bias-Regler drehen, falls sichtbar vorhanden!

Endstufenröhren müssen eingemessen werden, wenn sie ausgetauscht werden, darüber hinaus eigentlich nur noch in Ausnahmen. Und genau diesen Vorgang kann und sollte nur ein Fachmann mit entsprechendem Messgerät vornehmen, denn das ist definitiv keine Aufgabe für einen Laien.
Einige Amps haben den sogenannten Bias-Regler aus Gründen der Servicefreundlichkeit außen am Gehäuse angebracht, wo er für jeden zugänglich ist. Auf gar keinen Fall – und zwar wirklich NIEMALS – sollte man aber an dieser Schraube drehen. Dies könnte die Endstufenröhren beschädigen, und das ist immer ein teurer Spaß.

Den Röhrenamp niemals in einem geschlossenen Case betreiben!

Röhrenamps werden sehr, sehr heiß! Das bedeutet, es sollte immer dafür gesorgt werden, dass um sie herum ausreichend Luft zirkulieren kann. Enge Flightcases sind hier vollkommen ungeeignet. Am besten und sichersten ist es, wenn der Amp frei auf der Box steht und von nichts abgedeckt wird.

Der Klassiker: Keine Getränke auf dem Amp abstellen!

Die Versuchung ist riesig: Der Amp steht genau auf der richtigen Höhe, um ihn als bequeme Ablage für Speisen und Getränke zu verwenden. Während Brötchenkrümel bestenfalls nach verbrannter Backware riechen, wenn sie ihren Weg in das Innere des Amps gefunden haben, so sind umgefallene Getränke ein Garant für ein gelungenes Feuerwerk, das mit den Tränen des Besitzers alleine nicht gelöscht werden kann. Darum … niemals Getränke auf den Amp stellen!

Nichts im Inneren des Amps berühren, während er im Betrieb ist!

Das mag selbstverständlich klingen, aber Menschen tun bekanntlich die seltsamsten Dinge. Darum die deutliche Warnung: Niemals Bauteile in einem Röhrenamp berühren, während er im Betrieb ist. Selbst im ausgeschalteten Zustand und vom Netz abgeklemmt kann eine enorm hohe Restspannung an Kondensatoren anliegen, die sich nur sehr langsam abbaut. Also bitte immer die Finger raus aus dem Amp!

Wenn das Innere eines Amps so aussieht, dürfte guter Sound garantiert sein!
Wenn das Innere eines Amps so aussieht, dürfte guter Sound garantiert sein!

Niemals Röhren eines anderen Typs verwenden!

Röhrentechnologie verwendet sehr spezifische und stark unterschiedliche Bauteile, sprich: Röhre ist nicht gleich Röhre! Das gilt sowohl für extrem langlebige Vorstufenröhren, als auch für stark verschleißanfällige Endstufenröhren.
Röhren müssen daher stets durch Austauschteile des gleichen Typs ersetzt werden. Manche identische Typen haben verwirrender Weise unterschiedliche Bezeichnungen, bedingt durch ihre Herkunft (z.B. Europa, USA …). Eine Vorstufenröhre 12AX7 entspricht daher auch einer ECC83. Im Zweifel sollte man immer einen Fachmann konsultieren!

Niemals die Röhren anfassen!

Nicht im kalten Zustand und natürlich schon gar nicht im heißen Zustand. Jede Berührung mit den Fingern erzeugt nämlich Ablagerungen durch Fett und Schweiß an der Oberfläche der empfindlichen Glaskörper, die sich dann quasi “einbacken” und die Kühlung einschränken, was unweigerlich zu einer Begrenzung der Lebensdauer führt. Am besten sollte man die wertvollen Tubes mit einem Tuch anfassen, wenn man eine Röhre wechselt.

Niemals versuchen, einen Röhrenamp aufzufangen!

Ok, dieser Punkt klingt zwar albern, ist aber dennoch ernst gemeint: Sollte man sich der Notwendigkeit ausgesetzt sehen, einmal einen Bassturm mitsamt eines 40kg schweren Topteils bewegen zu müssen, dann tut euch den Gefallen und holt ausreichend Hilfe oder nehmt die Extra-Mühe in Kauf und hebt den Amp von der Box, verschiebt selbige und stellt den Amp am neuen Zielort wieder auf die Box zurück.
Der Ex-Metallica-Bassist Jason Newsted versuchte einmal während einer Probe seinen Ampeg-Turm zu verschieben. Die Kabel verfingen sich und der geliebte SVT verlor den Halt. Es folgte eine Reflexreaktion, in der Jason noch versuchen wollte, den Amp am Sturz zu hindern. Dabei riss dieser Jasons Bizepsmuskel und diverse Schultersehen ab. Lasst euch Jasons schmerzhaftes Beispiel eine eindeutige Warnung sein!

Kaufempfehlungen Röhrenamps für E-Bass

Na, Lust bekommen auf einen echten Röhrenboliden? Dann präsentieren wir dir an dieser Stelle gleich noch einige interessante Tube Amps für E-Bass – viel Spaß beim unverbindlichen Stöbern!
Übrigens: Wichtige Tipps zum Thema “Bassverstärker-Kauf” (nicht nur für Röhrenamps, sondern auch für Transitor- und digitale Amps) gibt es in diesem ausführlichen Artikel!

Fazit: It is what it is! Ein echter Vollröhrenamp ist und bleibt ein absolutes Genussmittel. Wer ihn einmal erfahren hat, kommt schwer wieder davon los. Und wer die Tipps aus diesem Artikel beherzigt, wird auch lange ungetrübte Freude damit haben.

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von Oliver Poschmann

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