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Die besten Bass Riffs in Noten und TABs – Kinga Glyk: “Let’s Play Some Funky Groove”

Die polnische Bassistin Kinga Glyk erobert seit einiger Zeit die Welt im Sturm. Mit zarten 25 Jahren hat sie bereits fünf Alben unter ihrem Namen veröffentlicht und mehrere internationale Tourneen absolviert. Ihre Mischung aus Jazz, Blues, Funk und Pop sowie ihr beeindruckendes instrumentales Können begeistern nicht nur Bassisten:innen, sondern berühren scheinbar jedes Musik liebende Herz auf dem Planeten. Auch in den sozialen Medien ist Kinga sehr aktiv und beschert uns immer wieder kleine Videos mit bassistischen Leckerbissen. Das berühmteste davon ist ihr wunderschönes Cover von Jeff Berlins „Tears In Heaven“-Version (im Original natürlich von Eric Clapton). In unserem heutigen Beispiel „Let’s Play Some Funky Groove“, dem Intro zu gleichnamigen Opener ihrer Soloplatte „Feelings“, vereint sie einen coolen Fingerstyle-Groove mit der ein oder anderen virtuosen Einlage.

Bass-Workshop: "Let's Play Some Funky Groove" (Kinga Glyk)
Inhalte
  1. „Let’s Play Some Funky Groove“ – Video
  2. „Let’s Play Some Funky Groove“ – Rhythmik
  3. „Let’s Play Some Funky Groove“ – Tonmaterial
  4. „Let’s Play Some Funky Groove“ – Basssound
  5. „Let’s Play Some Funky Groove“ – Transkription

„Let’s Play Some Funky Groove“ – Video

Hier kannst du Kinga auf die Finger schauen:

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„Let’s Play Some Funky Groove“ – Rhythmik

In „Let’s Play Some Funky Groove“ kann man deutlich Einflüsse von Größen wie Jaco Pastorius, Francis Rocco Prestia und anderen Basshelden hören. Ein synkopierter Sechzehntel-Groove mit knackig-attackreichem Sound bildet die Basis des Ganzen.

Die ersten acht Takte sind in vier zweitaktige Patterns unterteilt. Der erste Takt ist dabei immer gleich, den zweiten variiert Kinga jedes Mal. In den folgenden acht Takten bleibt die zweitaktige Struktur erhalten – diesmal reduziert Kinga den Groove allerdings auf der rhythmischen Seite, um stattdessen einem mehr melodischen Ansatz Raum zu geben.

Ein entscheidender Aspekt ist das Swingfeeling: Die Sechzehntel werden nicht binär, sondern ternär interpretiert. Vereinfacht ausgedrückt rücken dabei die zweite und vierte Sechzehntel einer Viertel nach hinten. Die Palette reicht dabei von minimal (z. B. in zahlreichen Hiphop-Grooves) bis – in unserem Falle – einem echten ternären Feel. Die zweite und vierte Sechzehntel werden also rhythmisch wie die dritte bzw. sechste Sechzehntel einer Triole interpretiert. Diese Grafik veranschaulicht dieses Prinzip:

Um das Feeling aufzusaugen, ist es natürlich sinnvoll, sich erst einmal „Let’s Play Some Funky Groove“ so oft wie möglich anzuhören. Im unten verlinkten Playalong kannst du dich außerdem sehr gut an der Hi-Hat orientieren, die das Swingfeeling deutlich spielt.

Kinga Glyk: Bass spielen macht glücklich! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=hPPwJRWCbHE)
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„Let’s Play Some Funky Groove“ – Tonmaterial

Wir haben es bei dem Song mit einer Mischung aus Blues und Funk zu tun. Kinga spielt über einen C#7-Akkord nahezu ausschließlich die C#-Blues-Pentatonik mit den Tönen C#, E, F#, G, G# und B, was für den entsprechend dreckigen und dadurch authentischen Sound sorgt. Manchmal blitzt auch die Skala C#-Myxolydisch durch, aber nur, um kurz die Sexte (A#) ins Spiel zu bringen. Auffällig ist natürlich, dass Kinga ihre E-Saite auf das tiefe C# herunter gestimmt hat. Dieses Drop Tuning klingt richtig fett, ändert aber logischerweise auch die „Spielregeln“ auf der E-Saite.

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„Let’s Play Some Funky Groove“ – Basssound

Kinga nutzt für „Let’s Play Some Funky Groove“ wie so häufig ihren 70’s-Style Jazz Bass. Hier featured sie leicht den Bridge-Pickup, um eine extra Portion „Draht und Attack“ zu erhalten. Zudem bleibt der Basssound dadurch schön knackig und transparent.

Aufgenommen wurde vermutlich mit einem Preamp, denn der Sound klingt relativ clean, ohne große Eingriffe durch einen Amp oder Equalizer. Wer möchte, kann aber die Mitten um 600-800 Hz und die Höhen leicht anheben, um den Sound zusätzlich zu unterstützen. In jedem Fall ist aber eine deutliche Kompression zu hören, welche auch die perkussiven Elemente schön nach vorne holt.

Ein weiterer Bestandteil des Sound sind die vielen Artikulationen, wie Hammer-On’s, Pull-Off’s, Slides und Shakes, welche zum einen den gewissen „Dreck“ ins Spiel bringen, aber auch zur Unterstützung des Swingfeelings dienen. Schlägt man hier jeden einzelnen Ton an, kann es schon mal etwas zickig klingen. Die genannten Artikulationen machen das Ganze wieder schön smooth.

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Kinga Glyk
Fotostrecke: 3 Bilder Screenshot aus dem Video
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„Let’s Play Some Funky Groove“ – Transkription

Hier bekommst du die Noten und TABs zu Kingas Song. Im Video habe ich „Let’s Play Some Funky Groove“ erst einmal langsam gespielt, so dass du Fingersätze etc. besser nachvollziehen kannst. Außerdem gibt es noch ein bassloses Playback, zu dem du den Track jammen kannst.

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„Let’s Play Some Funky Groove“ – Playback – WAV

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal, Thomas Meinlschmidt

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Kinga Glyk

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von Thomas Meinlschmidt

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Hermann sagt:

#1 - 06.07.2022 um 16:28 Uhr

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Kinga gehört zu den tollen jungen Bassistinnen, die richtig was auf dem Kasten haben. Ruhig mehr von ihnen.

Kommentare vorhanden
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