Anzeige

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Led Zeppelin: „Ramble On“

Der Song “Ramble On” wurde 1969 für das zweite Studioalbum von Led Zeppelin während der ersten USA-Tournee in New York aufgenommen. Zwar ist “Ramble On” vergleichsweise sparsam arrangiert – die Percussion-Takes wurden angeblich gar auf einem Ledersofa im Studio eingetrommelt. Allerdings besticht der Song durch seine geradezu hypnotische Basslinie von John Paul Jones (auch bekannt als “JPJ”), der wir uns heute widmen wollen!

Bassworkshop Ramble On
Bass-Workshop: “Ramble On” (Led Zeppelin/John Paul Jones)

Inhalte
  1. John Paul Jones & Led Zeppelin – Kurzbio
  2. “Ramble On” – Originalversion
  3. “Ramble On” – Aufbau/Form
  4. “Ramble On” – Tonmaterial
  5. “Ramble On” – Basssound
  6. “Ramble On” – Noten/TABs 

John Paul Jones & Led Zeppelin – Kurzbio

John Paul Jones ist wohl das, was man weitläufig als “lebende Legende” bezeichnet. Der 1946 geborene Musiker ist Mitbegründer einer einflussreichsten Rockbands aller Zeiten: Led Zeppelin!

Auch interessant: Die besten Grooves des Bassisten von Whitesnake, Black Sabbath, etc.
Auch interessant: Die besten Grooves des Bassisten von Whitesnake, Black Sabbath, etc.
Play-Alike Neil Murray – Bass Workshop

Dabei fing alles ganz harmlos an, denn der mit Noten vertraute Sohn eines Organisten war im London der 60er-Jahre ein gut gebuchter Sessionbassist – auch deshalb, weil er gut den Stil und Sound von James Jamerson imitieren konnte. Auch als Arrangeur konnte er sich schon früh in seiner Karriere einen Namen machen.

John Paul Jones
Ein sehr junger John Paul Jones – wie ein Rockstar sah der Brite damals wirklich noch nicht aus! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=toxUbNqFcjs)

Eines Tages machte Johns Frau ihn am Frühstückstisch auf eine Zeitungs-Annonce aufmerksam. Darin suchte der damals als Studiogitarrist ebenfalls schon etablierte Jimmy Page (zu jener Zeit noch Gitarrist der Yardbirds) nach Mitstreitern für die Gründung einer neuen Band.

Jones trat mit Page in Kontakt, und gemeinsam fällten beide eine folgenschwere Entscheidung, wie mir JP Jones einmal in den 90er-Jahren in einem Interview berichtete: Sie beendeten ihre florierenden Studiomusiker-Karrieren, legten ihre gesamten Ersparnisse zusammen und bezahlten davon ein volles Jahr lang Gehälter für die zwei weiteren Bandmitglieder Robert Plant (voc) und John Bonham (dr), damit sich alle voll auf das neue Projekt konzentrieren konnten.

Auch interessant: Flatwound-Saiten für den richtigen Vintage-Basssound!
Auch interessant: Flatwound-Saiten für den richtigen Vintage-Basssound!
Vergleichstest: Flatwound-Saiten für E-Bass

Während das gesamte private Umfeld John Paul Jones aufgrund seines sehr mutigen Schrittes für komplett verrückt erklärte, machte sich die Gruppe umgehend an die Arbeit. Doch siehe da: Dass Jones und Page das volle Risiko eingegangen sind, sollte sich bereits mit dem ersten Album “Led Zeppelin 1” auszahlen, denn das Werk erreichte in nahezu allen Ländern der Welt die vordersten Chartpositionen und bildete somit den Startschuss für eine geradezu beispielhaften Karriere!

“Ramble On” – Originalversion

Wie immer in dieser Workshopserie hören wir zunächst in das legendäre Original hinein:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

“Ramble On” – Aufbau/Form

Die vollständige Form des Songs lautet:

  • Intro
  • Strophe
  • Bridge
  • Refrain
  • Strophe (8 x Vocals & 8 x instrumental)
  • Refrain
  • C-Teil (Middle 4)
  • Strophe
  • Bridge
  • Refrain (open / fade)

Für diesen Workshop habe ich die Noten zu dem Song in der Form so abgeändert, dass alle enthaltenen Teile einmal aufeinander folgen. Auf diese Weise kann man sie am Stück üben. Unser Übungsaufbau sieht daher so aus:

  • Intro
  • Strophe
  • Bridge
  • Refrain
  • C-Teil (Middle 4)
John Paul Jones
John Paul Jones bei Led Zeppelin – mit diesem Look und mit seinem Fender Jazz Bass wurde er weltbekannt! (Bildquelle: https-//youtu.be/HQmmM_qwG4k)

“Ramble On” – Tonmaterial

Das Stück steht in E-Dur und die Basslinie verwendet ausschließlich tonleitereigenes Material, mit Ausnahme des Refrains, wo JPJ stets ein D anstelle des D# spielt – also die kleine statt der großen Septime zur Tonika E-Dur. Spielt der Bass in der Strophe ausschließlich in der mittleren Lage zwischen dem 7. und 13. Bund, so geht es dann in der Bridge kurzfristig “in den Keller” bis hinunter zur offenen E-Saite.

Auch interessant: So unterschiedlich klingen Precision und Jazz Bass im Bandmix!
Auch interessant: So unterschiedlich klingen Precision und Jazz Bass im Bandmix!
Klangvergleich: Jazz Bass vs. Precision Bass

Etwas komplizierter gestaltet sich die Basslinie hinsichtlich ihrer Rhythmik: Die Strophe betont noch stark die Achtel-Offbeats, ebenso wie auch die Bridge.

Im Refrain jedoch explodiert die Basslinie förmlich unter Verwendung zahlreicher Sechzehntel-Noten, was die Anschlaghand durchaus vor Herausforderungen stellt.

JPJ gestaltet die Strophe von “Ramble On” bewusst etwas frei, d.h. man hört viele Slides und kurze Vorschlagnoten (Hammer-Ons), die jedoch stets sehr dezent rüberkommen. Ich habe zur Klarheit die Noten in den Audiobeispielen ohne diese Verzierungen gespielt.

Led Zeppelin haben “Ramble On” zwar niemals live performed, aber es gibt auf YouTube einen Videomitschnitt eines gemeinsamen Auftritts mit den Foo Fighters, in dem man ganz gut sehen kann, wie JPJ den Song spielt.

John Paul Jones today
JPJ heute – der 1946 geborene Musiker ist nach wie vor aktiv! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=Ty8Yj2FCab4)

“Ramble On” – Basssound

Auch interessant: Der beste Bassverzerrer aller Zeiten?
Auch interessant: Der beste Bassverzerrer aller Zeiten?
Eine Liebeserklärung an den Big Muff

JPJ verwendete in den frühen Jahren von Led Zeppelin stets einen 1962er Fender Jazz Bass über einen Acoustic 360-Bassverstärker mit einer 361-Box. Dieses 200 Watt starke Transistor-System arbeitete mit einem Preamp, der an eine 18″-Bassbox mit integrierter Endstufe angeschlossen wurde. Ob dieses Setup auch wirklich im Studio verwendet wurde, sei dahingestellt. Die verwendeten Strings waren aller Wahrscheinlichkeit nach Flatwounds.

Led Zeppelin Bass Workshop
Sechssaiter mit Oktavsaiten gefällig? Warum nicht: JPJ ist Multi-Instrumentalist und experimentiert auch beim E-Bass gerne! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=Ty8Yj2FCab4)

“Ramble On” – Noten/TABs 

Hier findet ihr meine Transkription mit Noten und TABs sowie die Soundfiles aller Parts einzeln und am Schluss im oben beschriebenen Ablauf zusammen.

Audio Samples
0:00
“Ramble On” – Bassline – Intro/Vers – WAV “Ramble On” – Bassline – Bridge – WAV “Ramble On” – Bassline – Chorus – WAV “Ramble On” – Bassline – C-Teil (Middle 4) – WAV “Ramble On” – Bassline – alle Parts – WAV

Viel Spaß mit “Ramble On” und bis demnächst, euer Oliver

Hot or Not
?
Bassriff_der-Woche_Ramble_On Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Oliver Poschmann

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Deep Purple "Mk I" (1968): Miniröcke, Stretchhosen & Helmfrisuren
Feature

In unserem Web-Fundstück der Woche seht ihr Deep Purple ein halbes Jahr nach ihrer Gründung 1968 im amerikanischen TV!

Deep Purple "Mk I" (1968): Miniröcke, Stretchhosen & Helmfrisuren Artikelbild

Unser heutiges Web-Fundstück der Woche ist ein echter Leckerbissen für alle Musikfans: Ihr erlebt die frisch aus dem Ei geschlüpften Deep Purple (die sogenannten "Mk I" bzw. "Mark 1"-Besetzung) im Oktober 1968. Die Band spielt einen Auftritt in der amerikanischen TV-Show "Playboy After Dark", gehosted von keinem Geringeren als "Playboy"-Gründer Hugh Hefner. Natürlich performen Deep Purple zu diesem Zeitpunkt noch nicht in einer ihrer legendären Besetzungen. Ian Gillan? Fehlanzeige! Coverdale und Hughes? Noch in weiter Ferne! Aber gerade das macht diesen Clip so sehenswert!

Blog: Das Farewell-Konzert von Cream 1968!
Bass / Feature

Was für eine Band! Fast auf den Tag genau vor 48 Jahren spielte die erste Supergroup der Musikgeschichte ihr Abschiedskonzert in der "Royal Albert Hall". Hier könnt ihr den Konzertfilm sehen.

Blog: Das Farewell-Konzert von Cream 1968! Artikelbild

Mein heutiges Fundstück der Woche ist kein Clip, den man sich mal eben "im Vorbeigehen" ansieht. Es ist nämlich der einzige offizielle Konzertfilm der legendären Band Cream um Eric Clapton (git), Ginger Baker (dr) - und natürlich den unglaublichen Jack Bruce am Bass! Der Zeitpunkt könnte kaum treffender sein: das Abschiedskonzert der ersten "Supergroup" der Musikgeschichte fand nämlich am 26. November 1968 statt - also fast auf den Tag genau vor 48 Jahren! Kinder, wie doch die Zeit vergeht ...

Glenn Hughes: "Schaut her, Kinder: So geht Rockbass!"
Feature

Sehens- und hörenswert: Dieses Live-Basssolo des Hardrock-Altmeisters Glenn Hughes vereint gekonnt härtesten Rock mit funky Anleihen. Und ist ein Freudenfest für Fans von Bass-Effekten!

Glenn Hughes: "Schaut her, Kinder: So geht Rockbass!" Artikelbild

Was hat dieser weltbekannte Sänger und Bassist nicht schon alles im Laufe seiner Karriere erlebt! Glenn Hughes hat mit seinen nahezu 70 Lenzen alles gesehen, was die Welt des Rock'n'Roll zu bieten hat: Er hat in den 1970er-Jahren mit den Hardrock-Giganten Deep Purple unfassbare Triumphe gefeiert, mit den Heavy-Metal-Vorreitern Black Sabbath gespielt, aber ebenso den vielbesungenen "Rock Bottom" in der Zeit seiner langjährigen Drogensucht durchgemacht. Glenn Hughes ist ein "Survivor", aber auch ein Stück lebende Musikgeschichte!

Die besten Bassriffs in Noten und TABs - Led Zeppelin: "Kashmir"
Workshop

Den Einfluss der britischen Band Led Zeppelin auf die Geschichte der Rockmusik kann man nicht hoch genug einschätzen. In diesem Bass-Workshop beschäftigen wir uns mit ihrem Superhit „Kashmir“.

Die besten Bassriffs in Noten und TABs - Led Zeppelin: "Kashmir" Artikelbild

Im heutigen Bass-Workshop geht es um den Song "Kashmir" aus dem legendären Katalog von Led Zeppelin. Den Einfluss der Herren Plant, Page, Bonham und Jones auf die Geschichte der Rockmusik kann man nicht hoch genug einschätzen. Es existiert heute quasi keine Rock- oder Heavy-Musik, die nicht das Erbgut von Led Zeppelin trägt. Vieles an diesem Track ist bemerkenswert – vor allem aber seine unglaubliche Stimmung! Kurioserweise besitzt "Kashmir" allerdings keine wirkliche Bassline, denn gerade bei den späteren Alben griff Bassist John Paul Jones vermehrt in die Tasten einer Orgel, eines Pianos oder eines Keyboards! Mitunter ist zwar ein Bass zu erahnen, aber es ist nicht wirklich auszumachen, ob es sich um einen echten E-Bass oder ein Keyboard handelt, welches die tiefen Töne spielt. Als Bassist:innen müssen wir daher kreativ werden!

Bonedo YouTube
  • Markbass Little Mark 58R - Sound Demo (no talking)
  • Darkglass Microtubes Infinity - Sound Demo (no talking)
  • EBS Magni 502-210 - Sound Demo (no talking)