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21.06.2021

Die 10 coolsten "Neue Deutsche Welle"-Basslines

Erlerne Bassgrooves aus der "Neue Deutsche Welle"-Zeit

Nein, man muss gar nicht immer neidisch über den großen Teich schielen, wenn es um coole Musik geht! Auch hierzulande gibt es tolle Songs, die teilweise sogar die Welt erobert haben. Heute nehmen wir zehn deutschsprachige Hits und deren Basslines unter die Lupe. Dabei soll es nicht um irgendwelche Hits gehen, sondern vorwiegend um Titel aus der "Neuen Deutschen Welle" (NDW) mit Stars wie Nena, Falco, Rio Reiser, Spider Murphy Gang oder Spliff. Anfang der 1980er-Jahre emanzipierten sich deutsche Künstler und Künstlerinnen von der bis dahin quasi ausschließlich englischsprachigen Pop- und Rockmusik und entdeckten ihre eigene Sprache vollkommen neu. In diesem Bass-Workshop findet ihr einige bassistische Highlights aus dieser bewegt-lustigen Zeit!

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1.) "1000 und 1 Nacht" - Klaus Lage Band (Bassist: Martin Engelien), 1984

Einfach ein toller Song mit einer tollen Bassline von Martin Engelien, zu der ihr hier auf bonedo auch einen noch ausführlicheren Workshop findet. An dieser Stelle konzentrieren wir uns auf den prägnanten Vers mit dem Unisono-Riff von Bass und Gitarre:

2.) "99 Luftballons" - Nena (Bassisten: Uwe Fahrenkrop Petersen / Norbert Dehmel), 1983

Einer der wenigen deutschen Songs, der auch in den USA auf Platz 1 der Charts landen konnte. Nicht unbeteiligt an diesem Erfolg ist das prägnante Keyboard- bzw. Synthie-Bassriff im Intro, welches aber am E-Bass genauso viel Spaß macht!

3.) "Major Tom" - Peter Schilling (Bassist: ???), 1982

Wieder ein Welthit aus deutschen Landen - und gleichzeitig einer von mehreren Songs, die David Bowies fiktiven Astronauten Major Tom thematisieren. Gerade der Vers wird durch eine melodische Bassline dominiert. Kennt ihr den Bassisten, der für die Bassline verantwortlich zeichnet? Dann schreibt seinen Namen gerne in die Kommentare!

4.) "Männer" - Herbert Grönemeyer (Bassist: Norbert Hamm), 1984

Herbert Grönemeyers augenzwinkernde Hymne an die "Spezies Mann" beinhaltet eine Kombination aus einem Sequenzer-Bass und einem klassischen 80er-Jahre-Slapbass mit viel Kompression und natürlich Chorus-Effekt.

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5.) "Big In Japan" - Alphaville (Bassist: Bernhard Lloyd), 1984

Auch "Big In Japan" (ausnahmsweise mal ein Titel in englischer Sprache) war weltweit ein Riesenerfolg, genauso wie Alphavilles zweite Single "Forever Young". Die Bassline reduziert sich auf den Grundton des jeweiligen Akkordes, ist dafür allerdings rhythmisch sehr prägnant und dadurch eine tolle Timingübung!

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6.) "Déjà Vu" - Spliff (Bassist: Manfred Praecker), 1982

Spliff mit ihrem Kracher "Déjà Vu" - als ich das Stück zum ersten Mal hörte, hat es mich fast aus den Socken gehauen! Das rockige Riff mit den abgefahrenen Keyboard- und Gitarrensounds, der geslappte Vers inklusive des tollen Bassfeatures waren 1982 einfach unfassbar cool und hip. Für heute begnügen wir uns mit dem markanten Intro:

7.) "König von Deutschland" - Rio Reiser (Bassist: Ken Taylor), 1986

Zweifellos einer der ganz großen Poeten der deutschen Musik war Rio Reiser, der nach seiner Zeit bei der Kultband Ton, Steine und Scherben musikalisch in eine andere Richtung schwenkte und uns zahlreiche großartige Songs als Solokünstler bescherte. Dieser hier gehört in die "Abteilung Spaß" und war einer von Rios größten Hits.

"König von Deutschland" wurde vom deutschen "Studio A-List"-Team eingespielt: Am Bass war Ken Taylor, Gitarre spielte Peter Weihe, und an den Drums saß Curt Cress. Aufgenommen wurde der Hit im Berliner Studio von Udo Arndt.

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8.) "Sexy" - Marius Müller-Westernhagen (Bassist: Raoul Walton), 1989

Vielleicht nicht mehr ganz der NDW zuzuordnen, aber Ruhrpott-Legende Marius Müller-Westernhagens ist ganz sicher fester Bestandteil der Deutschen Popgeschichte. 1989 erschien sein Erfolgsalbum "Halleluja" inklusive des Songs "Sexy". Der in Deutschland lebende US-Amerikaner Raoul Walton steuerte zu diesem Hit eine äußerst prägnante Bassline bei, die den Song permanent nach vorne peitscht.

9.) "Skandal im Sperrbezirk" - Spider Murphy Gang (Bassist: Günther Sigl), 1981

Das bayrische Nationalheiligtum Spider Murphy Gang beklagte schon 1981 die Gentrifizierung: Freudenhäuser müssen Großinvestoren und Touristenattraktionen weichen! Bassist Günther Sigl ist gleichzeitig Chef, Songwriter und Sänger der Spider Murphy Gang und überzeugt bis heute mit grundsoliden Rock'n'Roll-Basslines. Glernt is glernt!

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10.) "Der Kommissar" - Falco (Bassist: Johann Hölzel), 1982

Nicht aus Deutschland, aber natürlich aus dem deutschsprachigen Raum ist Falco - das Alter Ego des musikalischen Ausnahmetalents und versierten Wiener Bassisten Johann Hölzel. 1982 rappte er seinen ersten Hit "Der Kommissar", als dieser "Sprechgesang" selbst in Amerika noch nicht alltäglich war.

Viel Spaß mit diesen Basslines aus der "Neuen Deutschen Welle" und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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