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Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Journey: „Don’t Stop Believin’“

Egal, wo auf der Welt man ein Radio anmacht – man muss für gewöhnlich nicht lange warten, bis “Don’t Stop Believin'” der US-Band Journey aus den Boxen tönt. Die seit 1981 ungebrochene Popularität dieses Tracks hat nicht nur mit der positiven Botschaft der Lyrics und der Präsenz in diversen TV-Serien oder Kinofilmen zu tun, sondern vor allem damit, dass “Don’t Stop Believin'” einfach ein unglaublich guter Song mit einem genialen dynamischen Aufbau ist. Gleichzeitig ist “Don’t Stop Believin'” ein Paradebeispiel dafür, wie sich Popmusik in den letzten Jahren verändert hat: Ganze 3 Minuten und 20 Sekunden muss der Zuhörer warten, bis zum ersten Mal der Chorus ertönt! In Zeiten von Streaming-Diensten und einer durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne von 15 Sekunden bis zum Weiterklicken wäre dies für heutige Popsongs absolut unvorstellbar. Ein wichtiger Bestandteil von “Don’t Stop Believin'” ist die sehr melodische Bassline, die vor allem die erste Hälfte des Songs dominiert. Genug Gründe also, hier mal näher hinzuschauen!

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“Don’t Stop Believin'” – Video

Hier ist das Video zum Original aus 1981:

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“Don’t Stop Believin'” – Rhythmik und Aufbau

In Sachen Rhythmik gibt es beim Bass nichts wirklich Spektakuläres zu vermelden. Einzig beim Intro sollte man sich die Startpunkte der jeweiligen Phrasen genau verdeutlichen, denn diese ändern sich mitunter, sobald der Gesang einsetzt.
Das wirklich Spektakuläre an “Don’t Stop Believin'” ist der geniale Aufbau des Songs, hier ist das Wort “Meisterwerk” wirklich angebracht. Den Anfang machen Piano und Bass, gefolgt von Sänger Steve Perry. Nach dem legendären Gitarren-Build-Up hat man das Gefühl, jetzt geht es richtig los, wird aber auf’s Glatteis geführt, denn es folgt ein weiterer Vers nur mit Piano, Bass und Gesang.

Journes-Bassist Ross Valory live auf der Bühne im Jahr 2004 (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=0OYSnI37Q64)
Journes-Bassist Ross Valory live auf der Bühne im Jahr 2004 (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=0OYSnI37Q64)

Der zweite Vers leitet über in den Pre-Chorus, welcher erneut die Spannung steigert, aber anstelle des Refrains hören wir nun abermals zwei weitere Verse: Einen instrumental, einen mit Gesang. Der nächste Prechorus mündet dann – endlich – im Chorus, allerdings ohne Gesang!
Die Melodie wird zunächst von der Gitarre vorgestellt, bis dann bei 3 Minuten und 20 Sekunden die Erlösung mit der erstmalig im Song zu hörenden Textzeile “Don’t Stop Believin'” folgt. Journey schaffen hier wirklich vom ersten bis zum letzten Ton einen Spannungsbogen, der biss heute nicht an Wirkung verloren hat.

“Don’t Stop Believin'” – Tonmaterial

Sie komplette Bassline basiert auf der E-Dur-Tonleiter mit ihren Tönen E, F#, G#, A, B, C# und D#. Bassist Ross Valory und Pianist Jonathan Cain demonstrieren hier vorbildlich, wie man aus dem blanken Tonmaterial eine melodische und einprägsame Bassline kreiert, die extrem hohen Wiedererkennungswert besitzt.
In jedem Pre-Chorus spielt Ross die gleichen Übergänge zwischen den Akkorden. Dies deutet darauf hin, dass auch dieser Part der Bassline auskomponiert wurde, um perfekt dem Song zu dienen.

“Don’t Stop Believin'” – Basssound

Ich konnte nicht genau herausfinden, welchen E-Bass Ross Valory im Studio eingesetzt hat – live war er auf der Tour zum Album mit einem Ovation Magnum unterwegs, was man in Livevideos aus dieser Zeit sehen kann. Aber was es auch immer im Studio zur Verwendung war, der Basssound auf “Don’t Stop Believin'” besitzt viele prägnante Mitten, nicht allzu viel Low End, sowie eine ordentliche Portion Chorus, was in den 80er-Jahren sehr beliebt war.
Diesem Basssound sollte man eigentlich mit jedem Bass nahe kommen, der mit einem Steg-Pickup ausgestattet ist, welchen man klanglich entsprechend featured. Wer zudem noch ein Chorus-Pedal besitzt, hat hier die Möglichkeit, dieses ausgiebig zum Einsatz zu bringen!

“Don’t Stop Believin'” – Transkription

Die Transkription ist aufgrund des Aufbaus von “Don’t Stop Believin” relativ lang, beinhaltet aber immerhin einige Wiederholungen. Es ist also deutlich weniger, als es auf den ersten Blick aussieht.

Audio Samples
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“Don’t Stop Believin'” – Bassline Intro/Vers – WAV “Don’t Stop Believin'” – Bassline Pre-Chorus – WAV “Don’t Stop Believin'” – Bassline Chorus – WAV

Viel Spaß mit „Don’t Stop Believin’“ und bis zum nächsten Mal,
euer Thomas Meinlschmidt

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von Thomas Meinlschmidt

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Mit „Power Of Love“ von Huey Lewis and the News und ihrem Bassisten Mario Cipollina stellen wir euch heute die Bassline zu einem Superhit aus den Kindertagen von MTV vor.

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Huey Lewis and the News: „The Power Of Love“ Artikelbild

Huey Lewis and the News sind eine extrem erfolgreiche Rock'n'Roll- bzw. Rhythm & Blues Band, die in den Gründertagen des "Music Television" berühmt wurden. Sie erkannten die Gunst der Stunde und gingen sehr frühzeitig eine enge Verbindung mit dem damals noch jungen Musiksender MTV ein: Huey Lewis versorgte den vielversprechenden Sender gerne mit selbst gemachten Videos, und MTV dankte es der Band mit viel Airplay über lange Zeit - und supportete somit deren epochalen Aufstieg nach Leibeskräften! Ihren Zenit erreichte die Band 1985 mit "The Power of Love" als Titeltrack für den Blockbuster-Movie "Back to the Future". Neben der Eröffnungssequenz des Films kommt der Song kurze Zeit später erneut zu Gehör - intoniert von Marty McFlys Schülerband bei einem Wettbewerb. Ausgerechnet Huey Lewis selbst sitzt in der Jury und verkündet nach wenigen Takten via Megaphon: "ZU LAUT!" Huey Lewis and the News erschienen stets wie eine eingeschworene Truppe und waren eine Band mit einer fantastischen Rhythm Section. Am Bass konnte man eine äußerst coole Erscheinung bewundern: stets adrett gekleidet, galant stoische Ruhe ausstrahlend, Kippe im Mundwinkel, obligatorische Sonnenbrille und einen Hauch Rockabilly-Look versprühend, hört der Tieftöner auf den klangvollen Namen Mario Cipollina. Er begleitete die Band von ihrem Gründungsjahr 1977 bis 1994.

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"Walk This Way" von Aerosmith war gleich zwei Mal ein Hit - im Original von 1975 und im Remake mit Run DMC im Jahr 1986. Prägend bei diesem Song ist u. a. die kraftvolle Basslinie von Tom Hamilton.

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1975 erschien das Album "Toys In The Attic" der amerikanischen Band Aerosmith. Eine der Single-Auskopplungen war der Song "Walk This Way", welcher mit Platz 10 in den Billboard Charts durchaus einen respektablen Erfolg erzielen konnte. Interessant an dem Song ist, dass er keine typische Rocknummer ist, denn er bewegt sich deutlich in funky Gefilden. Zudem werden die Strophen in einer Art Sprechgesang vorgetragenen, den man schon fast als Rap bezeichnen könnte. Zu dieser Zeit schenkte die breite Öffentlichkeit dem Ganzen noch nicht so viel Beachtung - "Walk This Way" verschwand relativ fix wieder aus den Charts. 1986 hatte der Song aber ein mächtiges Comeback, im Zuge dessen er deutlich erfolgreicher werden sollte als in der ursprünglichen Version. Die Rapper von Run DMC erkannten das Potenzial von "Walk This Way" und produzierten zusammen mit Aerosmith eine Coverversion inklusive eines selbstironischen Videos, welches übrigens unter anderem Adidas-Sneakern zu neuen Umsatzrekorden verhalf!

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