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Workshop
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04.02.2015

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs - Klaus Doldinger: "Tatort"

Legendäre Bass-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass Riffs in Noten und Tabs

Wenn es eine generationsübergreifende Basslinie im deutschsprachigen Raum gibt, die es seit über 40 Jahren regelmäßig in deutsche Wohnzimmer schafft, dann ist es die der Titelmusik zur TV-Krimiserie „Tatort“. Wer die Serie kennt, dem wird unweigerlich auch das flotte Bassriff im Gedächtnis geblieben sein.

Das Thema wurde von Saxophonist Klaus Doldinger komponiert und erstmals 1970 in der „Tatort“-Serie verwendet, damals übrigens noch mit keinem Geringeren als Udo Lindenberg am Schlagzeug. 1974 wurde der Part der Rhythm Section in den Münchner „Rainbow Studios“ neu eingespielt. Den Bass auf dieser neuen und heute nach wie vor aktuellen Version spielte der deutsche Studiobassist Dieter Petereit. Es war gleichzeitig sein Einstiegsdebüt bei Doldingers Band Passport. Dieter Petereit ist neben der „Tatort“-Musik noch in anderen TV-Themen am Bass zu hören, wie z.B. „Sesamtraße“, „Die Sendung mit der Maus“, „Der Alte“ – und vielen weiteren Sendungen, von denen heutzutage viele Kultstatus genießen.

Der „Tatort“-Basspart war für die Studiosession von Klaus Doldinger ausnotiert. Es war also für Dieter Petereit ein klassischer „Sessionjob“. Das Besondere an jener Studiosession war jedoch der Umstand, dass Klaus Doldinger die originalen Streicher behalten und lediglich Bass und Schlagzeug ersetzen wollte. Das Tempo der Originalaufnahme schwankte allerdings erheblich, und Click Tracks waren damals in den Aufnahmestudios noch lange nicht zur Norm geworden. Also spielten Dieter Petereit und Drummer Willy Ketzer notgedrungen zu den Streicheraufnahmen, was man durchaus als wagemutiges Unterfangen bezeichnen kann. Aber trotz dieser Umstände schafften die beiden Musiker einen „first take“ – das Stück war bereits nach dem ersten Versuch im Kasten! 

Main Riff

Das Bassthema in C-Moll bewegt sich in schnellen, leicht angeswingten Sechzehnteln. Dabei wandert die Bassfigur auf der D-Saite von der Mollterz über die Quarte hin zur Quinte, schnell abwechselnd mit dem Grundton. Es ist relativ schwer, diese schnellen Wechsel sauber zu spielen, und im Playback der Originalaufnahme gehen die schicken kleinen Details in der Dichte des Arrangements leider etwas unter, so dass sie nur erahnt werden können. Das gesamte Thema moduliert dann in Takt 11 nach D-Moll. In unserem Beispiel geht es nach vier Takten bereits wieder zurück nach C-Moll.

Hier die Noten und Hörbeispiele dazu:

Wer sich über den Basspart hinaus mit den zwei weiteren Motiven in diesem Thema beschäftigen möchte, der findet nachfolgend zunächst einmal das Bläsermotiv, welches sich in Quinten fortbewegt:

Die dann hinzukommenden Streicher habe ich im Soundbeispiel als Overdrive-Sound markiert: 

Sowohl die Bläser- als auch die Streicherlinie wurden auf dem Steg-Tonabnehmer eines Fender Jazz Bass eingespielt.

Hier das komplette Beispiel:

Sound

Dieter Petereit verwendete für die Aufnahme einen Fender Precision Bass mit Roundwound-Saiten und spielte im Studio einen zu jener Zeit insbesondere bei Jazzmusikern sehr populären Polytone-Verstärkercombo.

Bass DI/Amp/Box
Fender Precision Röhren-DI, Frequenzabsenkungen bei 2,4 und 7 kHz
Fingeranschlag leichte Kompression mit CLA-2A Simulation
Volume 10
Tonblende 10

Hier noch der ganze Part als Play Along ohne Bass:

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