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04.10.2019

Meine erste Bandprobe als Keyboarder

Das erste Mal als Keyboarder in einer Band spielen

Was benötige ich für die erste Bandprobe und was muss ich wissen?

Live in einer Band spielen ist für jeden Musiker eine tolle Erfahrung. Das gemeinsame Musizieren ist darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil einer musikalischen Ausbildung, denn Musik ist Kommunikation. Und egal ob es sich um eine Cover-Band handelt, oder, ob eigene Songs komponiert werden sollen, kaum eine Band kommt heutzutage ohne Keyboarder aus. 

Was also tun, wenn du gerade eine Band gegründet hast, oder einer bereits bestehenden Formation beigetreten bist, und du bisher aber nur zuhause an deinem E-Piano, Synthesizer oder Keyboard gespielt und geübt hast? Was braucht man als Keyboarder, um eine Bandprobe erfolgreich bestreiten zu können? Wie findet man im riesigen Angebot das Richtige? Keine Sorge, mit den richtigen Überlegungen und Hintergrundinformationen ist das alles gar nicht so schwer. Wir wollen dich im folgenden Artikel bei der Suche nach dem passenden Equipment tatkräftig unterstützen.  

Stagepiano

Die Wahl des richtigen Instruments hängt von vielen Faktoren ab. Am wichtigsten ist jedoch zunächst die Art von Musik, die in deiner Band gespielt werden soll. Handelt es sich um ein Jazz-Trio brauchst du wahrscheinlich alle 88 Tasten des Klaviers und vor allem gute Klavier-, E-Piano- und Orgel-Sounds. Für diesen Zweck z. B. sind Stagepianos besonders geeignet. Diese Sonderform des Digitalpianos eignet sich speziell für die Bühne und den Proberaum, denn diese Instrumente sind auf das Wesentliche reduziert, verzichten auf den oft ausladenden Unterbau und meistens auch auf eigene Lautsprechersysteme. Dadurch sind sie leichter und flexibler einsetzbar. Stagepianos sind in unterschiedlichen Preisbereichen erhältlich, aber selbst preisgünstige Varianten sind heutzutage schon richtig gut.

Arranger-Keyboard

Spielst du in einer Cover-Band, wirst du wahrscheinlich nicht einen so großen Tonumfang, dafür aber neben den klassischen Klavierklängen auch unterschiedlichste Lead- und Pad-Sounds und vielleicht sogar mal einen Kirchenorgel- oder Chor-Sound, benötigen. In diesem Fall bist du mit einem Keyboard, einer Workstation oder einem Synthesizer besser bedient. Auch Keyboards, oder Arranger-Keyboards genannt, sind in unterschiedlichen Preisklassen erhältlich und bedienen den Einsteiger, wie aber auch den Bühnen-Profi gleichermaßen. Sie verfügen über eine Vielzahl verschiedenster Sounds aus allen Instrumentalfamilien und lassen sich problemlos auch in einer Band einsetzen.

Workstation

Möchtest du die Sounds deines Instrumentes auch auf unterschiedlichste Weise verändern oder völlig neue kreieren und viele Tonerzeugungssysteme in einem Instrument haben, solltest du dir eine Workstation zulegen. Professionelle Workstations verfügen auch über integrierte Sampler, was der Kreation völlig eigenständiger Sounds neue Dimensionen gibt. Workstations gelten als wahre Klangmonster und deren klangliche Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. 

Synthesizer

Ein Synthesizer bietet dir auch sehr viele Möglichkeiten zur Sound-Kreation. Hier unterscheidet man zwischen analogen und digitalen Varianten sowie Hybriden, die allesamt ihre Besonderheiten haben. Allerdings findet man bei solchen Instrumenten eher synthetische Klänge vor, die nichts mit den Klangfarben von Naturinstrumenten zu tun haben. Einen Klavier-Sound, oder ein Streichorchester sucht man bei den meisten Synthesizern vergebens.

Alle eben genannten Instrumentenkategorien sind für die Verwendung in der Band besonders geeignet. Was ist aber, wenn euer Proberaum nicht ganz so viel Platz bietet? Nicht immer ist es dort geräumig genug, um ein großes Instrument mit 88 Tasten aufzubauen. Auch auf der Bühne kann es schon recht eng zugehen. Vielleicht hast du insgesamt nur zwei Quadratmeter Platz … Für solche Fälle empfiehlt es sich auf Instrumente mit geringerem Tastenumfang zurückzugreifen, die weniger breit ausfallen. Stagepianos, Arranger-Keyboards, Workstations und Synthesizer gibt es oft in verschiedenen Varianten, also mit unterschiedlichen Tastaturgrößen (61, 73 oder 76 und 88 Tasten), die dann in ihren Abmessungen schmaler oder breiter ausfallen.

Masterkeyboard (USB/MIDI Keyboard-Controller)

Eine weitere Möglichkeit für das Spielen in der Band ist ein sogenanntes Masterkeyboard, das auch als USB/MIDI-Keyboard Controller bezeichnet wird. Diese Instrumentenkategorie erscheint optisch wie ein Synthesizer mit vielen Controllern und besitzt keine eigene Klangerzeugung. Deshalb kann man Masterkeyboards lediglich in Verbindung mit einem anderen MIDI-fähigen Instrument oder Computern nutzen, deren Sounds damit angesteuert werden. Solche Geräte sind besonders sinnvoll, falls du mehrere Keyboards, oder die Sounds deines Laptops nutzen willst. Masterkeyboards sind deutlich leichter und günstiger als Modelle mit eigener Tonerzeugung. Zudem gibt es auch sie in den verschiedensten Größen, von 25 bis 88 Tasten.

Softbags und Cases für den Transport

Bei der Wahl des Instruments sollte auch in Betracht gezogen werden, wie oft es zu Auftritten kommt. Somit müssen auch die Transportfähigkeit des Instruments und die dafür erhältlichen Arten des Transportschutzes in Betracht gezogen werden. Wenn ihr einen Band-Bus habt, ist auch ein Stage-Piano relativ leicht und sicher zu transportieren. Musst du das Instrument zu Fuß zum Proberaum bringen, brauchst du wahrscheinlich auch ein kleineres und leichteres Keyboard, was man in einer passenden Tasche oder einem leichten Case transportiert.

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Pedale

Jedes akustische Klavier verfügt über ein Dämpfer-Pedal. Durch dessen Betätigung können alle Saiten frei schwingen, somit lassen sich die Töne verlängern und damit Klänge erzeugen, die man nicht gleichzeitig greifen kann. Wer Klavier spielt, weiß dass die Einbindung des Dämper-Pedals in das Klavierspiel so selbstverständlich ist, wie das Treten der Kuppelung in einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe. Deshalb liegt beim Kauf eines E-Pianos ein solches Pedal meistens bei. Hast du dich allerdings für ein anderes Keyboard, oder einen USB/MIDI-Controller entschieden, wirst du ein Sustain-Pedal wahrscheinlich selbst dazu kaufen müssen. Im Prinzip gibt es zwei verschiedene Arten von Sustain-Pedalen. Zum einen das einfach konstruierte Modell in der Form eines Fußtasters, das aufgrund des geringen Gewichts zwar sehr gut road-tauglich ist, beim Spielen aber gar nicht so leicht zu verwenden ist, da es leicht wegrutscht. 

Zum anderen gibt es Pedale im Piano-Stil, diese haben wie das Vorbild ein verchromtes Pedal und ermöglichen eine wesentlich realistischere Bedienung. Außerdem sind diese Pedale auch wesentlich schwerer und rutschen damit nicht so leicht von ihrer ursprünglichen Position, sobald sie mit dem Fuß bedient werden.

Wer ein gut ausgestattetes E-Piano besitzt, kann auch ein Dreifach-Pedal verwenden, das außer der Dämpfer- auch noch die Una-Corda- und Sostenuto-Funktion eines akustischen Flügels verfügbar macht. Vor dem Kauf sollte aber auf jeden Fall geprüft werden, ob das Instrument diese Funktionen überhaupt unterstützt.

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Keyboard-Ständer

Beim Thema Keyboard-Ständer ist vor allem die Frage relevant, wie viele Instrumente darauf untergebracht werden sollen, und wie schwer diese sind. Achte deshalb unbedingt immer auf die vom Hersteller angegebene maximale Belastbarkeit. Soll nur ein leichtes Instrument aufgestellt werden, reicht ein Ständer in X-Form aus. Ist das Instrument schwerer, sollte sicherheitshalber zu einem doppelstrebigen Modell gegriffen werden. Diese sind immer noch sehr schnell aufgestellt und auch relativ leicht zu transportieren.

Hast du ein Stage-Piano oder ein schweres Masterkeyboard, ist vielleicht auch ein Klapptisch-Ständer interessant. Mit der Stabilität steigt natürlich auf das Eigengewicht des Ständers. Außerdem ist es bei solchen Modellen zeitaufwendiger, die Höhe einzustellen und für das Spielen im Stehen sind diese Modelle kaum geeignet. Willst du mehrere Keyboards in der Bandprobe nutzen, gibt es dafür Ständer mit verschiedenen Ebenen, die teilweise sogar noch erweitert werden können.

Keyboard-Amp & PA-System

Beim Thema Verstärkung ist vor allem die Leistung des Systems von entscheidender Bedeutung. Sollen Keyboards im Wohnzimmer oder bei privaten Auftritten hörbar gemacht werden, reicht ein kleiner Kofferverstärker. Bei diesem Modell sind beim Transport besonders die Rollen und der ausfahrbare Griff von Vorteil. Damit lässt sich dieser Verstärker wie ein Koffer rollen und ziehen.

Geht es um eine Aufführung in zum Beispiel der Schulaula, kommt man unter Umständen auch noch mit einem Modell bis 200 W zurecht. Spielt man als Keyboarder dagegen in einer Rock-Band mit E-Gitarren und Schlagzeug, braucht man dann schon einiges mehr an Leistung, um zwischen diesen lauten Instrumenten gehört zu werden. Dafür empfiehlt sich dann eher ein kompaktes PA-System, denn damit kann man auch vierstellige Watt-Zahlen erreichen. Somit hat man Leistung satt.

Kabel

Auch wenn die Kabel im Vergleich zum Instrument einen eher kleinen Posten darstellen, sind sie deshalb nicht weniger wichtig. Denn, ohne Kabel, kein Sound. Für die Übertragung des Audiosignals können normale Instrumentenkabel verwendet werden. Um Rauschen und andere Störgeräusche zu verhindern, sollte immer symmetrisch verkabelt werden. Diese Kabel erkennt man an der Stereoklinke, also an den beiden schwarzen Ringen am Klinkenstecker.

Keyboardsitze und Stehhilfen

Jordan Rudess, der Keyboarder der Metal-Band ‚Dream Theater‘, spielt seine Shows immer komplett im Stehen. Falls du bei deinen Bandproben lieber sitzen möchtest, findest du im Marktangebot ebenfalls eine reiche Auswahl an Stehhilfen und Sitzgelegenheiten für unterschiedlichste Sitzhöhen.

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Stehhilfen und Sitzgelegenheiten       Produktseite auf thomann.de

Dream Theater (Live At Budokan) - Keyboard Solo - Jordan Rudess

Schlusswort

Wie du siehst, ist das Angebot für Keyboarder in jeder Kategorie riesig, auch bei einem schmalen Geldbeutel. Mit etwas Zeit und Geduld wirst du sicher die richtige Ausstattung für dich und das Spielen in deiner Band finden. Dann steht einer erfolgreichen ersten Bandprobe als Keyboarder nichts mehr im Wege.

Viel Spaß beim Suchen, Finden und Proben!

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