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Digitalpiano kaufen: Tipps und Hilfen

Moderne Digitalpianos haben sich zu einem ernst zu nehmenden Ersatz für das akustische Klavier entwickelt. Viele Hersteller bieten daher ein reichhaltiges Angebot in unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen an. Darüber hinaus verfügen Digitalpianos über eine Reihe von nicht zu unterschätzenden Vorteilen gegenüber dem akustischen Klavier. Diese spiegeln sich im Anschaffungspreis, im Gewicht und im Wegfall der regelmäßigen Wartung wider. Der wichtigste Vorteil des Digitalpianos ist für viele die variable Lautstärke, die es ermöglicht, zu jeder Tageszeit zu spielen, ohne die Nachbarn zu stören. Es ist auch möglich, Kopfhörer anzuschließen, um nach außen hin geräuschlos zu spielen. In unserer Kaufberatung informieren wir ausführlich über das Thema Digitalpiano und was man vor dem Kauf wissen sollte.

Digitalpiano kaufen: Tipps und Hilfen
Digitalpiano kaufen: Tipps und Hilfen

Das passende Digitalpiano findenwir helfen beim Kaufen

Welches Digitalpiano ist das richtige für mich? Wer ein Digitalpiano kaufen möchte, muss sich viele Gedanken machen und planen. Wer soll auf dem Instrument spielen? Wo soll das Digitalpiano eingesetzt werden – zu Hause, unterwegs, auf der Bühne oder alles zusammen? Soll es ein einfacher Ersatz für ein akustisches Klavier sein oder werden zusätzliche Sounds und Möglichkeiten benötigt? Schließlich stellt sich die Frage, die beim Kauf eines Digitalpianos meist die entscheidende Rolle spielt: Was kostet das Ganze? In dieser Kaufberatung gehen wir all diesen Fragen auf den Grund. Außerdem geben wir einen detaillierten Überblick darüber, wie ein Digitalpiano heutzutage ausgestattet ist und worauf man beim Kauf achten muss.

Inhalte
  1. Was ist ein Digitalpianowas muss man vor dem Kauf wissen?
  2. Warum ein Digitalpiano kaufen – welche Vorteile bietet es?
  3. Was macht ein gutes Digitalpiano aus?
  4. Digitalpiano Bauarten vor dem Kaufen kennen
  5. Digitalpiano kaufen: Was macht einen guten Klavier-/Flügelsound aus?
  6. Unterschiedliche Tastaturen bei Digitalpianos, die man vor dem Kauf kennen sollte
  7. Digitalpiano kaufen: Was machen die Pedale bei Klavier und Digitalpiano?
  8. Lautsprechersystem beim Digitalpiano Kaufen prüfen
  9. Weitere Funktionen im Digitalpiano, die man vor dem Kauf kennen sollte
  10. Worüber sollte man sich vor dem Kaufen eines Digitalpianos Gedanken machen?

Was ist ein Digitalpianowas muss man vor dem Kauf wissen?

Das digitale Piano gilt als elektronischer Ersatz für das traditionelle, mechanisch aufgebaute akustische Klavier.

Im Gegensatz zur mechanischen Klangerzeugung des akustischen Originals mittels Mechanik, Saiten und Resonanzboden erzeugt das Digitalpiano die Einzeltöne eines Klaviers oder Flügels durch digitale Aufzeichnungsverfahren oder Physical Modeling. Diese werden über integrierte Verstärker-/Lautsprechersysteme wiedergegeben. Die heutigen Technologien sind sehr ausgereift, sodass auch mit einem Digitalpiano sehr authentische Klavier- und Flügelklänge erzielt werden können. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt beim Kauf eines Digitalpianos.

Warum ein Digitalpiano kaufen – welche Vorteile bietet es?

Die Vorteile eines Digitalpianos gegenüber einem akustischen Instrument liegen im Anschaffungspreis, dem vergleichsweise geringen Gewicht und der Wartungsfreiheit. Ein Digitalpiano muss nie gestimmt werden. Zudem ist die Lautstärke variabel und man kann es über Kopfhörern spielen.

Was macht ein gutes Digitalpiano aus?

Ein gutes Digitalpiano erkennt man an einer gut spielbaren, gewichteten Hammermechanik-Tastatur und einem ausgewogenen Klang über das integrierte Verstärker-/Lautsprechersystem. Der wohl wichtigste Aspekt ist die Authentizität der gebotenen Klavier- und Flügelklänge.

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Digitalpiano und einem E-Piano?

Digitalpianos werden manchmal auch als „E-Pianos“ bezeichnet, also elektrische Pianos.

Die Bezeichnung ist grundsätzlich nicht falsch, denn es handelt sich dabei zweifelsohne um elektrische Geräte, die Pianoklänge produzieren. Allerdings steht der Begriff „E-Piano“ in der Geschichte der elektrischen und elektronischen Musikinstrumente für die elektromechanischen Klaviere der 1960er und 1970er Jahre, von denen das Fender Rhodes und das Wurlitzer die bekanntesten Vertreter sind. Um hier eine klare Abgrenzung zu schaffen, verwendet man für die heutigen, digitalen Instrumente den präziseren Begriff „Digitalpianos“

Was unterscheidet ein Digitalpiano von einem Stagepiano?

Stagepianos werden gelegentlich mit portablen Digitalpianos verwechselt und tatsächlich existieren viele Überschneidungen. Genau genommen gibt es jedoch einen wichtigen konzeptionellen Unterschied.

Stagepianos werden manchmal mit portablen Digitalpianos verwechselt, und in der Tat gibt es viele Überschneidungen. Allerdings gibt es einen wichtigen konzeptionellen Unterschied. Echte Stagepianos sind ausschließlich für den Einsatz auf der Bühne konzipiert und optimiert. Sie haben in der Regel keine Lautsprecher, sondern bieten zusätzliche Funktionen und Sounds für live spielende Pianisten und Keyboarder. Während bei Digitalpianos der Klavierklang im Vordergrund steht und zusätzliche Sounds nur für den Heimgebrauch gedacht sind, bieten Stagepianos neben hervorragenden Pianos auch sehr gute E-Piano-Sounds (Rhodes, Wurlitzer), um flexibel in einer Band eingesetzt werden zu können. Viele professionelle Stagepianos bieten Effekte, die direkt live bedient werden können und darüber hinaus umfangreiche, professionelle Anschlussmöglichkeiten für die Bühne. Dies ist beispielsweise auch bei Stagekeyboards der Fall. Die Anforderungen an ein Stagepiano unterscheiden sich also deutlich von denen an ein Digitalpiano. Aus diesem Grund haben wir diese in der Kaufberatung ausgeklammert und ihnen einen eigenen Artikel gewidmet.

Nord Stage 3 Stagepiano
Ein echtes Stagepiano: das Nord Stage 3 (Quelle: Bonedo)

Digitalpiano Bauarten vor dem Kaufen kennen

Digitalpianos gibt es in verschiedenen Größen und Bauformen, die sich für unterschiedliche Zwecke und Einsatzbereiche eignen. Die Frage nach der geeigneten Form ist zunächst eine rein praktische: Wie viel Platz steht zur Verfügung? Danach richtet sich in der Regel die Entscheidung für eine bestimmte Bauform. Auch die Transportfreundlichkeit spielt oft eine wichtige Rolle. Selbst wenn ein großes Digitalpiano deutlich leichter ist als ein akustisches Klavier, bedeutet das nicht, dass es sich problemlos transportieren lässt. Manche Digitalpianos wiegen über 100 kg. Kompaktere Modelle kann man dagegen wie ein Keyboard in einen Case packen und zum nächsten Auftritt oder zur nächsten Chorprobe transportieren. Wer mit wenig Platz auskommen muss oder das Digitalpiano sowohl zu Hause als auch unterwegs nutzen möchte, sollte sich vor dem Kauf besonders intensiv mit der Auswahl der passenden Form auseinandersetzen.

Unterschiedliche Digitalpiano Bauformen werden zum Kaufen angeboten
Digitalpianos sind in verschiedenen Bauformen erhältlich. (Quelle: Bonedo)

Verschiedene Designs für unterschiedliche Ansprüche

Das Design spielt auch beim Kauf eines Digitalpianos eine Rolle, wenn das Digitalpiano ein akustisches Klavier ersetzen soll. Ein „Musikmöbel“ wirkt viel eleganter, wenn es zur übrigen Einrichtung und zum persönlichen Stil passt. Aus diesem Grund bieten die verschiedenen Hersteller eine erstaunliche Vielfalt an Designvariationen an, die von opulenten, klassischen Klaviergehäusen bis hin zu schlanken, schlichten und modernen Designs reichen. Viele Digitalpianos werden zudem in verschiedenen Oberflächenausführungen und Farbvarianten angeboten, die sich zum Teil auch im Preis niederschlagen.

So unterschiedlich kann man ein Digitalpiano designen: das moderne Casio PX-S7000 [l.] und das klassische Kawai CA99 [r.].
So unterschiedlich kann man Digitalpianos designen: das moderne Casio PX-S7000 [l.] und das klassische Kawai CA99 [r.]. (Quelle: Thomann)

Drei Bauformen von Digitalpianos, die man vor dem Kauf kennen sollte

Die meisten heute erhältlichen Digitalpianos lassen sich nach ihrer Bauart grob in etwa drei Gruppen einteilen. Die Übergänge sind dabei fließend und es gibt sogar Mischformen. Damit ist aber nur das äußere Erscheinungsbild beschrieben. Der „technische Inhalt“ und die Qualität sind von außen nicht erkennbar. Wichtig ist, dass es hier wirklich nur um die äußere Form des Gehäuses geht. Den Funktionsumfang und die Qualität kann man von außen nicht erkennen – in allen Gruppen gibt es Pianos in jeder Preisklasse und mit den unterschiedlichsten Funktionen, Klängen und Möglichkeiten. Es gibt Hersteller, die dieselbe Elektronik, Klangerzeugung und Klaviatur in verschiedene Gehäuse einbauen. Die Bauform ist also in erster Linie eine Frage der persönlichen Ansprüche an Platzbedarf, Transportfähigkeit und Design. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Bauformen kurz vor.

Beratung Digitalpiano kaufen: Yamaha YDP-165
Fotostrecke: 3 Bilder Das Yamaha YDP165 Arius ist ein klassisches Home-Piano.

Home-Pianos: Klassischer Klavierersatz für zu Hause

Home-Pianos ähneln optisch einem echten Klavier. Sie haben einen großen Korpus, der fest auf einem Holzgestell montiert ist, in das auch die Pedale integriert sind. Home-Pianos sind de facto Möbelstücke und nicht für häufigen Transport geeignet. Ihr Gewicht beginnt je nach Hersteller und Preisklasse bei ca. 35 – 40 kg. Spitzenmodelle mit Holztastatur und umfangreichen Lautsprechersystemen wiegen sogar über 100 kg. Demgegenüber steht ein eher klassisches Design, das an ein Klavier erinnert. Einige Hersteller bieten spezielle Luxusserien an, die optisch besonders dezent und klavierähnlich gestaltet sind. Diese sind oft höher als andere Home-Pianos und äußerlich auf den ersten Blick kaum von einem Klavier zu unterscheiden. Die Elektronik und die Tastaturen von Home-Pianos unterscheiden sich nicht unbedingt von denen anderer Bauarten. Aufgrund der größeren Gehäuse eignen sich Home-Pianos gut für aufwendige Tastaturen und aufwendige Lautsprechersysteme. Ausstattungsmerkmale, die in höheren Preisklassen zu finden sind. Ein wichtiger Punkt beim Kauf eines Digitalpianos.

Beratung Digitalpiano kaufen: Casio GP510
Fotostrecke: 3 Bilder Beispiele für typische Home-Pianos: Casio GP-510 Celviano

Kompakte Home-Pianos

Als Alternative zu den klavierähnlichen Bauformen bieten einige Hersteller auch schlankere und kompaktere Modelle an. Diese kompakten Home-Pianos verfügen ebenfalls über einen fest montierten Ständer, sind aber schmaler gebaut und benötigen daher weniger Platz. Die Tastaturen und die Elektronik unterscheiden sich nicht unbedingt von denen der ausgewachsenen Home-Pianos. In vielen dieser Digitalpianos kommen Komponenten zum Einsatz, die auch in den größeren Modellen verwendet werden. Unterschiede gibt es jedoch bei den Lautsprechersystemen, da die schlanken Gehäuse dieser Instrumente weniger Platz für umfangreiche Systeme mit mehreren Lautsprechern bieten. Kompakte Home-Pianos eignen sich überall dort, wo wenig Platz zur Verfügung steht oder Wert auf ein besonderes Design gelegt wird. Auch sie sind nicht für häufigen Transport gedacht, da der Ständer in der Regel fest verschraubt ist. Punkte, die vor dem Kauf eines Digitalpianos zu beachten wären.

Fotostrecke: 3 Bilder Home-Pianos in kompakter Bauform: Thomann DP-33
Tipp: Eine riesige Auswahl an Digitalpianos unterschiedlichster Ausführungen und Bauarten findet man hier.

Digitale Flügel

Eine Sonderform der Home-Pianos sind digitale Flügel und Stummelflügel, die man beispielsweise von Roland und Yamaha erhält. Deren Elektronik und Tastatur entspricht oftmals dem Topmodell des betreffenden Herstellers in Klavier-Optik. Das größere Flügelgehäuse bietet jedoch Raum für noch umfangreichere Lautsprechersysteme. Auch den Deckel kann man zumeist öffnen, um den Klang kräftiger zu machen. Digitale Flügel brauchen mehr Platz als ein Digitalpiano und sind in der Regel deutlich teurer. Abgesehen von den manchmal leistungsstärkeren Lautsprechersystemen liegt der Mehrwert hier eher im Design und dem optischen Eindruck. Ein Aspekt, den man beim Digitalpiano kaufen durchdenken sollte.

Digitalpiamo kaufen: Digitaler Flügel: Yamaha CLP-695GP
Digitaler Flügel: Yamaha CLP-695GP (Quelle: Yamaha)

Tipp: Wer einen Digitalflügel sucht, wird auf dieser Seite schnell fündig.

Tipp: Digitalflügel in unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen findet man auf dieser Seite.

Portable Digitalpianos

Wer ein Digitalpiano mobil nutzen möchte, sollte sich den Bereich der portablen Digitalpianos ansehen. Diese sind im Gegensatz zu den Home-Pianos für den Transport konzipiert und müssen nicht unbedingt auf einem speziellen Ständer stehen. Der Übergang zur Gruppe der Stagepianos ist fließend. Portable Digitalpianos haben ein schlankes Gehäuse, in dem Tastatur, Elektronik, Lautsprecher und alle Anschlüsse untergebracht sind. Sie sind leicht zu transportieren und können bei Bedarf auf einem Tisch oder einem stabilen Keyboardständer aufgestellt werden. Für fast alle tragbaren Digitalpianos bieten die Hersteller optional auch Holzständer an, mit dem man die Instrumente für den stationären Einsatz umrüsten kann. Auf diese Weise ergänzt, stellen portable Digitalpianos auch eine platzsparende Variante für den Einsatz zu Hause dar. Auch dies ist ein wichtiger Punkt beim Kauf eines Digitalpianos.

Fotostrecke: 3 Bilder Portable Digitalpianos: Kawai ES120

Portable Digitalpianos mit leicht gewichteter Tastatur

Als leichtgewichtige Alternative zu den herkömmlichen portablen Digitalpianos mit Hammermechanik bieten einige Hersteller Instrumente mit gewichteten Tastaturen ohne Hammermechanik an. Durch den Verzicht auf die Mechanik können diese Digitalpianos besonders platzsparend gebaut werden. Sie wiegen oft nur wenige Kilogramm. Zudem sind sie meist deutlich günstiger als die Varianten mit Hammermechanik. Diese Instrumente können eine gute Wahl sein, wenn man viel unterwegs ist und Transportfreundlichkeit das wichtigste Kriterium ist. Als vollwertiger Ersatz für ein Klavier oder Digitalpiano mit Hammermechanik kommen sie jedoch nicht infrage, da das Spielgefühl durch die leicht gewichtete Tastatur ein ganz anderes ist. Für das Üben zu Hause sollte man deshalb eher auf ein Modell mit Hammermechanik setzen – auch und gerade als Anfänger.

Digitalpiano mit leicht gewichteten Tasten: Korg Liano
Digitalpianos mit leicht gewichteten Tasten wie das Korg Liano sind eine gute Kompromisslösung für unterwegs (Quelle: Bonedo)
Tipp: Kompakte, platzsparende und portable Digitalpianos mit gewichteter und leicht gewichteter Tastatur findet man auf dieser Seite.

Digitalpiano kaufen: Was macht einen guten Klavier-/Flügelsound aus?

Klavier-, Flügel- und Zusatzklänge von Digitalpianos bestehen in der Regel aus digital aufgezeichneten Klängen von Originalinstrumenten. Mithilfe des Sampling-Verfahrens wird so der momentane Klang eines akustischen Ereignisses konserviert. Ähnlich wie ein Foto in der Fotografie. Solche Samples klingen zunächst sehr authentisch. Was ihnen fehlt, ist die Interaktion mit physikalisch stattfindenden Ereignissen, die dem „fotografierten“ Klang weiteres Leben einhauchen. Dazu gehören beispielsweise die Geräusche, die beim Spielen eines echten Klaviers entstehen, oder wichtige Klangveränderungen, die durch den Korpus des Originalinstruments hervorgerufen werden. Je mehr Informationen festgehalten werden, desto authentischer klingt später die digitale Reproduktion eines echten Instruments. Vergleicht man diese Verfahren mit der Fotografie, so erhält man analog aus einem Foto eine Animation. Was einen guten Klavier-/Flügelklang bei einem Digitalpiano ausmacht, beschreiben die folgenden Abschnitte.

Der eigentliche Klaviersound

Die meisten Digitalpianos erzeugen ihren Klang mithilfe von Samples. Dabei werden einzelne Töne eines echten Flügels oder Klaviers aufgenommen und als digitale Audiodateien im Digitalpiano gespeichert. Spielt man auf dem Digitalpiano, werden diese Samples abgespielt und der Klang reproduziert. Dennoch gibt es auch heute noch große klangliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Preisklassen von Digitalpianos. Diese resultieren vor allem aus dem Aufwand, der für das Sampling des Klangs betrieben wird. Die Hersteller halten sich in Bezug auf die Komplexität ihrer Samples sehr bedeckt und geben nur ungern genaue Informationen preis – außer in der Oberklasse. Dort wird gerne mit besonders aufwendigem Sampling geworben. Hier muss man selbst verschiedene Digitalpianos und deren Preisklassen ausprobieren, um ein Gefühl für die Samplingqualität eines Digitalpianos zu bekommen.

Kleine und große Sampling-Intervalle

Audiodateien sind groß und müssen in Speichermodulen abgelegt werden. Um Kosten zu sparen, wurde (und wird) bei günstigeren Digitalpianos oft nicht jede Taste des Originalinstruments gesampelt, sondern beispielsweise nur jede dritte oder vierte. Die Töne dazwischen werden durch Transponieren der daneben liegenden Samples erzeugt. Da sich auf der Klaviatur eines Flügels nicht nur die Tonhöhe, sondern auch die Klangfarbe von Taste zu Taste leicht verändert, machen sich diese transponierten Töne mitunter durch unschöne „Sprünge“ im Timbre bemerkbar. Um festzustellen, ob ein Instrument unter diesem Phänomen leidet, spielt man am besten eine chromatische Tonleiter mit möglichst konstanter Anschlagstärke und achtet auf abrupte Veränderungen der Klangfarbe. Bei hochwertigen Digitalpianos hingegen werden in der Regel alle 88 Tasten des akustischen Vorbilds gesampelt, sodass diese Sprünge nicht auftreten.

Anschlagabhängige Klangveränderung

Je nach Anschlagstärke verändert sich bei einem akustischen Flügel oder Klavier nicht nur die Lautstärke, sondern auch der Klang. Laute Töne klingen härter und brillanter als weich angeschlagene Töne. Deshalb klingt es unnatürlich, wenn bei einem Digitalpiano durch den Anschlag nur die Lautstärke verändert wird. Das versucht man zu umgehen, indem die Tasten des Original-Flügels in verschiedenen Anschlagstärken gesampelt werden. Pro Taste liegt dann nicht nur ein Sample im Speicher des Digitalpianos, sondern drei, vier oder im Idealfall deutlich mehr. Wie schon bei den Sampling-Intervallen kann das zu unnatürlichen Sprüngen der Klangfarbe führen. Während günstige Instrumente oftmals mit nur wenigen Anschlagstufen (Velocity-Stufen) auskommen müssen, ist die Auflösung der Anschlagstärke in der Oberklasse deutlich höher. Zum Testen spielt man dieselbe Taste mehrmals nacheinander und ändert die Anschlagstärke möglichst gleichmäßig. Bei günstigen Digitalpianos kann man oft deutlich heraushören, wie sich die Klangfarbe beim Über- oder Unterschreiten einer bestimmten Anschlagstärke sprunghaft verändert.

Body- und Saitenresonanzen

Da das Gehäuse eines akustischen Klaviers oder Flügels geschlossen ist, entsteht durch akustische Impulse, ausgelöst durch das Schwingen der Saiten auf dem Resonanzboden innerhalb des Gehäuses eine besondere Geräuschkulisse. Diese verbindet sich mit dem eigentlichen Klang der schwingenden Saite und prägt somit den eigentlichen Klang des Klaviers oder Flügels mit. Bei Betätigung des Haltepedals wird dieser Effekt noch verstärkt. Dieses Klangbild mischt sich auch mit den Saitenresonanzen und trägt zur räumlichen Gestaltung des Gesamtklangbilds bei. Saitenresonanzen gestalten den Klavierklang auf besondere Weise. Sie entstehen während des Spielens bei gedrücktem Haltepedal und offenbaren sich mit sehr räumlichem Charakter. Im Bereich der Digitalpianos gehören diese Effekte zu den Feinheiten der digitalen Reproduktion von Klavier- und Flügelklängen und werden als „String Resonance“ und „Body Resonance“ bezeichnet. Beide Phänomene sind besondere Ausstattungsmerkmale, auf die man beim Kauf eines Digitalpianos achten sollte.

Key-Off-Noise (Tasten-Loslassgeräusch)

Beim Drücken einer Taste löst sich der Dämpfer von der Saite und der Hammer schnellt an die Saite, wobei das perkussive Anschlagsgeräusch mit dem gleichzeitig erzeugten Ton entsteht. Diese beiden Klangkomponenten befinden sich auch sofort in dem jeweils aufgezeichneten Sample. Wenn man die gedrückte Taste eines akustischen Klaviers loslässt, kehrt die Mechanik der Taste wieder in ihre Ausgangsstellung zurück. Dabei schnellt die gedrückte Taste wieder in ihre Ausgangsposition nach oben, schlägt an den Filz und der Dämpfer legt sich wieder auf die zuvor frei schwingende Saite. Dieser Vorgang erzeugt ein Geräusch, das sich dynamisch in den Gesamtklang mischt und für Realismus sorgt. Das sogenannte Key-Off-Geräusch ist ein interessantes Feature, das Hersteller auch gerne bewerben.

Damper Noise (Dämpferpedalgeräusch)

Auch das Haltepedal erzeugt beim echten Klavier bzw. Flügel mechanische Geräusche, die man beim Betätigen und Loslassen hört. Mit Betätigung des Pedals werden alle Dämpfer von den Saiten abgehoben und wieder zurückgeführt. In einem Digitalpiano integriert, ist auch dieses Geräusch, die sogenannte „Damper Noise“, herstellerseitig ein interessantes Feature, das den Realismus erhöht. Erst die Summe aller klanglicher Komponenten, die den eigentlichen Klang des Klaviers oder Flügels ausmachen, gestaltet den Gesamtklang eines Digitalpianos realistisch. In höheren Preisklassen sind gerade diese Ausstattungsmerkmale häufiger anzutreffen als im unteren Preissegment. Das alles nur durch Sampling abzubilden, ist äußerst aufwendig, weshalb einige Hersteller zum „Physical Modeling“ greifen.

Physical Modeling Technologie

Der Begriff „Physical Modeling“ bezeichnet eine Technologie, bei der die klanglichen Eigenschaften eines akustischen Vorbilds nicht durch statische Aufnahmen (Samples) reproduziert werden, sondern von einem DSP (Digital Signal Processor) anhand von Algorithmen berechnet werden. Ein Mikroprozessor berechnet somit anhand vieler verschiedener Ausgangsdaten (Anschlagstärke, Tonhöhe, Pedal, andere klingende Noten, Deckelöffnung, Saiten-Stärke, Materialien, etc.), wie jeder Ton klingen muss – und das in Echtzeit. Der Vorteil dieser Technik ist, dass der Klang lebendiger abgebildet werden kann und in viel mehr Parametern regelbar ist als bei einem Sampling-Instrument. So kann man bei Physical-Modeling-Instrumenten häufig sehr detaillierte Einstellungen vornehmen. Dazu zählen der Grad der Deckelöffnung, das Material und die Härte der Hämmer, die Beschaffenheit des Resonanzbodens, die Intensität von Saiten- und Dämpferresonanzen, etc. Diese Technik erfordert sehr viel Rechenleistung und eine genaueste Analyse aller klanglichen Facetten des Vorbilds. Deshalb setzen Hersteller diese Technologie in ihrer Reinform bis heute nur in der Oberklasse ein.

Kombinierte Verfahren

Der Stand der Technik vieler Digitalpianos ist heute eine Kombination von Samples mit Physical Modeling. Dabei wird der Grundsound nach wie vor durch Samples erzeugt. Gleichzeitig kommen Physical-Modeling-Algorithmen zum Einsatz, um die charakteristischen Resonanzen wie etwa mitschwingende Saiten zu simulieren und regelbar zu machen. Außerdem wird Physical Modeling häufig eingesetzt, um die oben beschriebenen Schwachstellen des Samplings zu lindern, also um nahtlose Übergänge zwischen Samples verschiedener Tonhöhen und Anschlagstärken und einen möglichst natürlichen Ausklang zu erreichen.

Polyphoniewie viele Stimmen gleichzeitig erklingen

Die Polyphonie eines Digitalpianos bezeichnet die Zahl der Töne, die das Instrument maximal gleichzeitig erzeugen kann. Zumeist liegt sie heute bei mindestens 64, 128 oder 256 Stimmen. Nach oben hin ist sie offen. Polyphonie ist sehr wichtig, denn man muss bedenken, dass auch Noten, die durch das gedrückte Haltepedal weiterklingen mitgezählt werden. Mit viel Pedaleinsatz und üppigen Akkorden sind 128 gleichzeitig klingende Töne viel schneller erreicht, als man denkt. Wenn die Polyphonie ausgeschöpft ist, reißen Töne ab; die „ältesten“ Töne werden einfach abgeschnitten. Um das zu vermeiden, sollte man darauf achten, dass das Minimum der Polyphonie bei 128 Stimmen liegt. Mehr ist immer besser.

Unterschiedliche Tastaturen bei Digitalpianos, die man vor dem Kauf kennen sollte

Fast alle heute erhältlichen Digitalpianos verfügen über eine anschlagdynamische Tastatur mit Hammermechanik. Durch eine sorgfältige Abstimmung von Tasten- und Hammerlängen sowie Gewichten versuchen die Hersteller, dem Spielgefühl eines Flügels möglichst nahezukommen. Das bedeutet, dass beim Drücken einer Taste eine Mechanik in Gang kommt, an deren anderem Ende sich ein Hammer oder ein entsprechendes Gewicht befindet. Anders als bei einem echten Klavier oder Flügel schlägt der Hammer jedoch nicht auf eine Saite, sondern dient lediglich als Gegengewicht, um das Anschlaggefühl eines akustischen Instruments zu simulieren.

Korg RH3: Beispiel einer Hammermechanik-Tastatur, wie sie in Digitalpianos verbaut wird (Quelle: Michael Geisel)

Tonauslöser sind dabei Sensoren, die Tastenstellung und Anschlagsgeschwindigkeit messen. Die Hammermechaniken von Digitalpianos sind daher einfacher aufgebaut als die von echten Flügeln oder Klavieren. Sie benötigen folglich weniger Platz und haben deutlich weniger bewegliche Teile. Dadurch können die Hersteller Digitalpianos kompakter gestalten. Ein wichtiger Punkt beim Kauf eines Digitalpianos.

Fotostrecke: 2 Bilder Mechanik eines akustischen Flügels (Foto: Michael Geisel)

Auf graduierte bzw. skalierte Tastatur-Gewichtung beim Digitalpiano kaufen achten

Um die Klänge eines Digitalpianos differenziert wiedergeben zu können, ist eine Tastatur erforderlich, die speziell auf die Klangerzeugung des Instruments abgestimmt ist. Optimal ist eine anschlagdynamische Tastatur mit Hammermechanik, die das Spielgefühl eines hochwertigen echten Klaviers oder Flügels vermittelt. Vor dem Kauf eines Digitalpianos sollte man folgendes wissen: Verschiedene Faktoren führen dazu, dass bei einem Flügel nicht alle Tasten exakt das gleiche Spielgefühl haben. So sind die Hämmer im Bassbereich schwerer, weshalb die tiefen Töne etwas mehr Anschlagskraft benötigen als die Tasten im oberen Bereich der Tastatur. Diese Eigenschaft wird von den Herstellern auch bei der Gestaltung der Tastaturen von Digitalpianos unter Bezeichnungen wie „graded Hammer“, „skalierte Hammermechanik“ oder „Real Weighted Hammer Action“ umgesetzt.

Bei der graduierten bzw. skalierten Gewichtung wird durch unterschiedliche Hammergewichte die unterschiedliche Schwere der Gewichtung verschiedener Bereiche einer Flügeltastatur simuliert. Im Bild: Korg RH3 Hammermechanik, die verschiedenen Farben der Hämmer verdeutlichen die unterschiedlichen Gewichte. (Foto: Michael Geisel)
Bei der graduierten bzw. skalierten Gewichtung wird durch unterschiedliche Hammergewichte die unterschiedliche Schwere der Gewichtung verschiedener Bereiche einer Flügeltastatur simuliert. Im Bild: Korg RH3 Hammermechanik, die verschiedenen Farben der Hämmer verdeutlichen die unterschiedlichen Gewichte. (Foto: Michael Geisel)

Die folgenden Videos zeigen beispielhaft die mechanische Funktionsweise von Hammermechanik-Klaviaturen bei Digitalpianos sowie die Funktionsweise von akustischen Flügel- und Klaviertastaturen. Hier die Arbeitsweise der gewichteten und skalierten Hammermechanik-Tastatur eines Digitalpianos und die verwendeten Komponenten am Beispiel der Korg RH3-Tastatur.

Die nächsten Videos veranschaulichen die Funktionsweise der Tastaturen eines akustischen Flügels sowie eines Klaviers.

Hier das Modell einer Flügeltastatur.

Die Klaviertastatur mit ihrer Mechanik:

Tastenoberflächen: künstliches Elfenbein (Ivory) und Ebenholz (Ebony)

Seit einiger Zeit beschichten viele Hersteller die Tasten hochwertiger Digitalpianos mit verschiedenen Materialien. Diese sollen die haptischen Eigenschaften von Elfenbein und manchmal auch von Ebenholz imitieren. Warum? Solche Oberflächen fühlen sich oft rauer und griffiger an als glatter Kunststoff, was beim Spielen ein Vorteil ist. Der eigentliche Zweck ist jedoch eher ein Marketing-Hintergrund, um den Instrumenten einen edlen, klassischen Anstrich zu verleihen. Wer beim Kauf eines Digitalpianos darauf Wert legt, sollte sich entsprechende Modelle genauer ansehen.

Tasten aus Holz

Das Tastengewicht ist ein wichtiger Faktor für einen natürlichen Anschlag und steht beim Digitalpiano kaufen ganz oben auf der Prioritätenliste.

Bei einem akustischen Klavier muss nicht nur der Hammer in Bewegung versetzt werden, sondern auch die Taste selbst. Und diese hat ein Eigengewicht sowie eine Massenträgheit, die zum Spielgefühl beitragen. Zudem wirken Holztasten hochwertig und vermitteln ein authentisches Spielgefühl. Deshalb kommen bei teureren Instrumenten häufig Tasten mit Holzkern zum Einsatz, so wie man sie bei Klavieren und Flügeln findet. Der große Vorteil von Holzkerntastaturen ist jedoch gleichzeitig ihr größter Nachteil: das Gewicht. Holzkerntastaturen sind eine Komponente bei aufwendigen Digitalpianos in Klavieroptik oder Digitalflügel, die deren Gewicht in die Höhe schnellen lassen.

Die Fatar TP/40 Wood ist ein Beispiel für eine Hammermechanik-Tastatur mit Holztasten (Foto: Christian Radtke)
Die Fatar TP/40 Wood ist ein Beispiel für eine Hammermechanik-Tastatur mit Holztasten (Foto: Christian Radtke)

Druckpunkt der Tastatur

Bevor die Taste ganz unten ankommt, fühlt man speziell beim Flügel einen kleinen Widerstand, den man beim Anschlag überwinden muss: den Druckpunkt. Wenn man hart anschlägt, fällt dieser nicht weiter auf. Beim Pianissimo-Spiel aber ist er spürbar und gehört zum typischen Anschlagverhalten eines Flügels. Zwar zählt der Druckpunkt zu den Dingen, welche Klavierbauer bei akustischen Instrumenten eigentlich zu vermeiden versuchen, das jedoch hält Hersteller von Digitalpianos nicht davon ab, ihn zu simulieren. Gerade in der Oberklasse digitaler Pianos gehört die Druckpunktsimulation heute zur gängigen Ausstattung, da sie eine weitere Facette eines echten Flügels abbildet und damit zum Realismus beiträgt.

Repetition der Tastatur

Die Repetitionsgeschwindigkeit einer Klaviatur, also die Schnelligkeit, mit der dieselbe Taste erneut angeschlagen werden kann, spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle beim Spielen. Der Repetitionsmechanismus wurde 1825 von Sébastien Érard erfunden. Sie ermöglicht es, auf einem Flügel eine Taste ein zweites Mal anzuschlagen, bevor sie wieder ganz oben angekommen ist. So lassen sich schnelle Tonfolgen erzeugen. Die Tastaturen von Digitalpianos weisen Unterschiede auf, die sich aber nicht auf ein bestimmtes Merkmal zurückführen lassen. Deshalb ist es wichtig, beim Kauf eines Digitalpianos auszuprobieren, ob eine Tastatur in dieser Hinsicht den eigenen Ansprüchen genügt.

Tastatur-Sensoren

Der Ton eines Digitalpianos wird nicht durch einen Hammer erzeugt, sondern durch Sensoren. Diese messen die Position und die Geschwindigkeit der Tasten. Einige Hersteller werben damit, dass ihre Tastaturen mit drei oder mehr Sensoren pro Taste ausgestattet sind, was eine genauere Erkennung ermöglichen soll. In der Praxis macht sich dies, wenn überhaupt, nur im Einzelfall und bei sehr anspruchsvollem Spiel bemerkbar. Bei höherwertigen Modellen messen Sensoren nicht nur die Anschlaggeschwindigkeit, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der die Taste wieder losgelassen wird. Eine besonders ausgefeilte Klangerzeugung wie Physical Modeling kann daraus dann feine Unterschiede im Dämpfungsverhalten errechnen.

Fotostrecke: 2 Bilder Bei Tastaturen wie der Korg RH3 messen Sensoren die Tastenstellung. In diesem Bild ist der Tastaturkontakt offen …

Digitalpiano kaufen: Was machen die Pedale bei Klavier und Digitalpiano?

Pedale tragen neben den Tastaturen wesentlich zum Spielgefühl eines Klaviers oder Flügels bei. Für ein ausdrucksstarkes Spiel sind die Pedale unverzichtbar, zumal man mit ihnen besondere Klangeffekte erzeugen kann. Home-Pianos sind heute mit allen drei klassischen Flügelpedalen ausgestattet, wobei längst nicht alle akustischen Klaviere über das mittlere Pedal verfügen. Auch optionale Pedaleinheiten für portable Digitalpianos bieten in der Regel alle drei Pedale. Das Haltepedal ist dabei das am häufigsten genutzte Pedal beim Klavier- oder Flügelspiel und ein wichtiges klanggestaltendes Pedal.

Fotostrecke: 2 Bilder Pedale eines akustischen Klaviers (Foto: Michael Geisel)

Technisch versierte Pianisten setzen diesen Effekt gezielt ein. Die Haltepedale vieler preiswerter Digitalpianos kennen nur zwei Zustände: Dämpfung ein/aus. Modelle mit Halbpedalerkennung erlauben dagegen eine stufenlose Betätigung des Pedals. Die Simulation des Halbpedal-Effekts ist bei einem guten Digitalpiano eine willkommene Funktion. Die verwendeten Pedale spielen beim Kauf eines Digitalpianos also eine wichtige Rolle!

Deshalb konstruieren einige Hersteller sogar das Haltepedal sehr aufwendig. Warum? Bei einem akustischen Instrument heben sich die Dämpfer nicht ruckartig von den Tasten ab, sondern sanft. Dadurch entsteht im Grenzbereich bei halb durchgetretenem Pedal der Effekt, dass die Saiten nicht ganz gedämpft werden, aber auch nicht völlig frei schwingen.

Fotostrecke: 3 Bilder Klaviermechanik mit gedrücktem Haltepedal (Foto: Michael Geisel)

Klavier-/Digitalpiano-Pedale und ihre Funktionsweise

  • Rechtes Pedal: Durch Betätigen des rechten Pedals (Haltepedal) werden alle Dämpfer gleichzeitig von den Saiten abgehoben. Alle angeschlagenen Töne erklingen auch nach dem Loslassen der Tasten weiter. Außerdem schwingen die ungedämpften Saiten der anderen Töne mit, wodurch zusätzlich zahlreiche Obertonschwingungen der ungedämpften Saiten entstehen (sympathetische Saitenresonanz). Gleichzeitig entsteht beim Treten des rechten Pedals ein voller, räumlicher Gesamtklang. Das Haltepedal ist das bei weitem am häufigsten verwendete Pedal bei Flügel, Klavier und Digitalpiano.
  • Mittleres Pedal: Das mittlere Pedal (Sostenuto-Pedal) lässt nur die Töne erklingen, deren Tasten beim Treten des Pedals gedrückt waren. Alle anderen Töne bleiben gedämpft.
  • Linkes Pedal: Das linke Pedal, auch Soft- oder Una-Corda-Pedal genannt, bewirkt beim Flügel eine Verschiebung der Mechanik nach rechts, beim Klavier nach vorne. Die mechanische Verschiebung bewirkt eine Verringerung der Lautstärke sowie eine Veränderung der Klangfarbe. Der Hammer schlägt nur noch zwei der drei Saiten bzw. eine Saite im Bassbereich an.

Lautsprechersystem beim Digitalpiano Kaufen prüfen

Das Klangspektrum eines Konzertflügels ist enorm. Donnerndes Fortissimo und filigranes Pianissimo liegen in einem Instrument dicht beieinander, und das bei einem riesigen Tonumfang. Dieses enorme Spektrum authentisch wiederzugeben, stellt besondere Anforderungen an die Lautsprecher eines Digitalpianos. Sie müssen einen großen Dynamik- und Frequenzbereich abdecken und über genügend Leistungsreserven verfügen. Mehr Leistung hat den Vorteil, dass Verstärker und Lautsprecher nicht ständig an ihrer Belastungsgrenze arbeiten, was sich positiv auf Klang und Dynamik auswirkt. Beim Kauf eines Digitalpianos sollte man sich die Klangqualität der eingebauten Lautsprecher genau anhören.

Einfache und portable Digitalpianos

Eher einfache Digitalpianos und der Bereich der portablen Digitalpianos verfügen in der Regel über zwei Breitbandlautsprecher im Spieltisch. Diese strahlen je nach Bauart des Instruments nach unten oder nach oben ab. Nach unten abstrahlende Lautsprecher werden von vielen Herstellern allerdings gezielt eingesetzt. Sie erzeugen mehr indirekten Schall und den Eindruck, der Klang käme aus dem nicht vorhandenen Korpus des Instruments. Hier muss man ausprobieren, was einem besser gefällt.

Fotostrecke: 3 Bilder Bei vielen Digitalpianos strahlen die Speaker nach unten ab. (Foto: Michael Geisel)

Home-Pianos der Mittel- und Oberklasse

Home-Pianos der Mittel- und Oberklasse verfügen über aufwendige Lautsprechersysteme, die aus mehreren geschickt positionierten Bass- und Hochtonlautsprechern bestehen. Darüber hinaus gibt es oft gezielt platzierte Öffnungen, die den Schall an bestimmten Stellen des Gehäuses zusätzlich austreten lassen. Dieses Prinzip verbessert nicht nur Dynamik und Frequenzgang, sondern auch den räumlichen Eindruck. Die Bedeutung guter Lautsprecher für ein authentisches Klaviererlebnis darf nicht unterschätzt werden. Gerade für den Einsatz zu Hause, wo ein Digitalpiano hauptsächlich über die eingebauten Lautsprecher gespielt wird, sollte man ein Modell mit hochwertigen Lautsprechern und ausreichenden Leistungsreserven wählen. Beim Kauf eines Digitalpianos ist dieser Punkt genauso wichtig wie das eigene Gehör, das letztendlich darüber entscheidet, ob das Gehörte gefällt oder nicht.

Resonanzboden eines akustischen Klaviers.
Der Lautsprecher des akustischen Klaviers: der Resonanzboden. (Foto: Michael Geisel)

Weitere Funktionen im Digitalpiano, die man vor dem Kauf kennen sollte

Die meisten Digitalpianos bieten neben den wichtigen Klavierklängen noch weitere Klänge und Funktionen, die eine Kaufentscheidung zugunsten eines bestimmten Modells forcieren können. Die folgende Aufstellung beschreibt einige der gängigen Add-ons, die man heute bei Digitalpianos findet.

Zusätzliche Klänge erweitern das Klangspektrum

Neben den Klaviersounds umfasst das Klangangebot eines Digitalpianos auch eine Reihe weiterer Sounds. Dabei hat sich eine Auswahl von etwa ca. 8 -20 Sounds etabliert, die man bei fast allen Digitalpianos findet: E-Pianos (Rhodes, FM-Piano), Orgeln (Pfeifenorgel, Jazz-Orgel), Streicher, ein bis zwei Synthesizer-Flächensounds, Cembalo, Vibraphon und ein bis zwei Bass-Sounds. Gegenüber den Klaviersounds spielen diese Klänge bei den meisten Anwendern eine eher untergeordnete Rolle. Wer sie benötigt, sollte beim Digitalpiano kaufen auf ihre Qualität achten.

Split- / Layer- / Vierhandmodus im Digitalpiano

Viele Digitalpianos bieten die Möglichkeit, zwei Klänge übereinander zu legen (Layer oder Dual), um beispielsweise einen Klavierklang mit Streichern oder ein E-Piano mit einem Flächenklang zu kombinieren. Auch im Split-Modus können zwei Klänge miteinander kombiniert werden, allerdings wird in diesem Fall die Tastatur geteilt. So spielt man beispielsweise mit der linken Hand Bass und mit der rechten Hand Klavier. Einfache Digitalpianos erlauben manchmal keine freie Wahl der Split-Klänge und belegen die linke Tastaturhälfte immer mit einem Bassklang. Der sogenannte Vierhand- oder Duett-Modus teilt die Tastatur in zwei Hälften, die jeweils mit dem gleichen Tonumfang desselben Klangs belegt werden. Diese Funktion eignet sich besonders für den Unterricht. So haben Lehrer und Schüler quasi zwei gleich große Klavierhälften vor sich und müssen nicht die Plätze tauschen, wenn der Lehrer etwas vorspielen möchte.

Effekte im Digitalpiano

Viele Digitalpianos bieten eingebaute Effekte zur Klangbearbeitung. Typischerweise findet man einen Hall mit verschiedenen Voreinstellungen (Room, Hall, Stage usw.) und eine Reihe von Modulationseffekten (Chorus, Phaser, Tremolo etc.), die besonders für E-Piano-Klänge geeignet sind. Die Regelmöglichkeiten und die Qualität der Effekte sind sehr unterschiedlich. Bei vielen billigen Instrumenten kann man Effekte nur hinzufügen, aber nicht weiter verändern. Oft klingen sie auch nicht besonders gut. Einige hochwertige Modelle bieten dagegen umfangreiche Effekt-Sektionen, die man bearbeiten und abspeichern kann. Und sie können auch klanglich überzeugen.

Metronompraktische Funktion im Digitalpiano

Die meisten Digitalpianos bieten ein eingebautes Metronom, das eine große Hilfe beim Üben ist. Die Lautstärke des Metronoms ist oft regelbar. Bei vielen Modellen kann man zudem die Taktart des Metronoms einstellen; die „1“ wird dann durch einen etwas lauteren Schlag oder Sound markiert. Das Metronom ist eine praktische Funktion, die beim Digitalpiano kaufen, eine Rolle spielen kann.

Aufnahmefunktion im Digitalpiano

Eine integrierte Aufnahmefunktion (Recorder) ist eine praktische Lösung, um sich selbst aufzunehmen und das Gespielte später anzuhören. Eine Funktion, die beim Üben sehr hilfreich ist. Auch spontane musikalische Ideen kann man damit festhalten. Die Fähigkeiten der Aufnahmegeräte sind sehr unterschiedlich. Viele einfache Instrumente können nur einen Song aufnehmen, während andere Modelle umfangreiche Aufnahmefunktionen mit höherer Kapazität bieten. Letztere bieten oft auch die Möglichkeit, zwei Spuren (beispielsweise linke und rechte Hand) nacheinander aufzunehmen. Die Recorder fast aller Digitalpianos zeichnen MIDI-Daten auf. Es gibt aber auch Digitalpianos, die eine Audioaufnahme auf einen USB-Stick ermöglichen. Je nach Ausstattung des Digitalpianos kann man die aufgenommenen Daten per USB auf einen Computer übertragen und dort weiterbearbeiten. Neben dem Metronom ist die Aufnahmefunktion ein weiteres interessantes Feature, auf das man beim Kauf eines Digitalpianos achten sollte.

Anschlüsse des Digitalpianos

Bei Home-Pianos, die man im lediglich Wohnzimmer über die eingebauten Lautsprecher spielt, spielen die Anschlussmöglichkeiten meist eine untergeordnete Rolle. Kopfhöreranschlüsse – und davon bieten die meisten heute erhältlichen Modelle zwei – stellen meist die wichtigste Anforderung dar.

Wer nicht nur Klavier spielen, sondern auch andere Klangerzeuger oder Software-Synthesizer über MIDI ansteuern möchte, wird sich auch bei einem Home-Piano über entsprechende MIDI- und/oder USB-Anschlüsse freuen. Daher sollte man beim Digitalpiano vor dem Kauf genau darauf achten, welche Anschlussmöglichkeiten das Klavier bietet. Bei transportablen Digitalpianos für den Live-Einsatz sind die Anschlüsse kritischer. Hier ist ein separater – Stereo ausgelegter – Line-Ausgang wichtig, über den das Instrument an ein Mischpult angeschlossen werden kann. Viele portable Digitalpianos der unteren Preisklassen bieten leider nur den Kopfhörerausgang als Verbindung zur Außenwelt. Für den Anschluss an ein Mischpult oder eine Beschallungsanlage müssen dann unpraktische Adapter verwendet werden.

Begleitautomatik im Digitalpiano

Einige Digitalpianos verfügen zusätzlich über eine Begleitautomatik, wie man sie von Entertainer-Keyboards kennt. Mit ihrer Hilfe und den integrierten Rhythmen kann man sich selbst begleiten. Digitalpianos mit Begleitautomatik bieten immer eine viel größere Auswahl an Klängen als herkömmliche Modelle. Das liegt daran, dass sie zum Abspielen der Begleitrhythmen ohnehin mit einer großen Anzahl verschiedener Klänge ausgestattet sein müssen. Diese kann man dann meist auch auf der Tastatur spielen. Solche Digitalpianos bieten also nicht nur das übliche Standardprogramm, sondern Hunderte von Klängen aus allen Kategorien.

Worüber sollte man sich vor dem Kaufen eines Digitalpianos Gedanken machen?

Wer ein Digitalpiano kaufen will, sucht einen Ersatz für ein akustisches Klavier. Und an dieser Stelle sind drei Faktoren entscheidend. Der Klaviersound, die Tastatur und die Lautsprecher. Diese drei Komponenten müssen stimmen und gut aufeinander abgestimmt sein, damit die Illusion entsteht, man säße tatsächlich an einem echten Klavier. An dieser Stelle sollte man sich darüber Gedanken machen, was man eigentlich benötigt. Daraus resultieren die folgenden Fragen, mit deren Hilfe man den Bereich seines Wunsch-Digitalpianos bereits im Vorfeld grob auslotet:

Checkliste zum Kauf von Digitalpianos

  • Wird das Digitalpiano zum Erlernen des Klavierspiels oder zum Spielen und Üben mit professionellen Ansprüchen verwendet?
  • Steht das Digitalpiano hauptsächlich zuhause oder spielt die Möglichkeit, es zu transportieren, eine wichtige Rolle?
  • Erfolgt die Wiedergabe über Kopfhörer oder über das eingebaute Lautsprechersystem?
  • Wie viele Klänge soll das Digitalpiano bieten?
  • Ist eine Begleitfunktion im Digitalpiano notwendig?
  • Wie wichtig ist das äußere Erscheinungsbild?
  • Wie viel Platz steht zur Verfügung, um das digitale Klavier aufstellen zu können?
  • Welche Anschlussmöglichkeiten soll das Digitalpiano bieten?
  • Welches Budget steht für die Anschaffung des Digitalpianos zur Verfügung?

Wenn die grundlegenden Punkte geklärt sind, ist es unumgänglich, die Instrumente bei einem Händler selbst auszuprobieren.

So erhält man einen ersten Eindruck von Klang, Spielbarkeit, Bedienung und Optik des Instruments. Außerdem kann man ein favorisiertes Digitalpiano vor dem Kauf auf Herz und Nieren prüfen. Einen detaillierten Überblick, was der Markt im Bereich der Digitalpianos zu bieten hat und mit welchen Eigenschaften sie den Käufer begeistern wollen, bietet unser Digitalpiano Vergleichstest. Hier informieren alle unsere Digitalpiano-Testberichte über ihre Stärken und Schwächen, um die eigene Wahl zu erleichtern.

Weitere Folgen dieser Serie:
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Digitalpianos im Test

Wer ein Digitalpiano kaufen möchte, muss sich informieren. Für die perfekte Kaufentscheidung haben wir hier alle unsere Tests zum Thema Digitalpianos zusammengefasst.

06.08.2023
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Digitalpiano kaufen: Tipps und Hilfen

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