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Keyboards mit Begleitautomatik

Keyboards mit Begleitautomatik haben eine reiche Geschichte, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht. Sie sind gewissermaßen die evolutionären Nachfahren der elektronischen Orgel, die damals mit ihren charakteristischen Klängen und rudimentären Begleitrhythmen in Wohnzimmern, Bars, Tanzlokalen und Hotels zum Einsatz kamen. Diese Instrumente ermöglichten es den Musikern schon damals, das Publikum bei Soloauftritten zu unterhalten.

Keyboards mit Begleitautomatik
Keyboards mit Begleitautomatik. (Quelle: Bonedo)

Das Keyboard mit Begleitautomatik markierte somit einen Wendepunkt und leitete eine neue Ära für Alleinunterhalter – auch Entertainer genannt – ein. Diese Tasteninstrumente ermöglichten es Musikern, sowohl allein als auch in kleinen Bands, eine Vielzahl von Musikstilen und -genres auf einfache Weise zu spielen und zu begleiten. Sie wurden zu einem wichtigen Werkzeug für Musiker, die live auftreten und ihre Musik einem größeren Publikum präsentieren wollten.

Keyboards mit Begleitautomatik und ihre Entwicklung

In einer spannenden Zeitreise von damals bis heute möchten wir die faszinierende Entwicklung des Keyboards mit Begleitautomatik von seinen bescheidenen Anfängen bis zu den hochmodernen, leistungsfähigen Modellen von heute vorstellen. Wir wissen, dass der Kauf eines Keyboards mit Begleitautomatik eine wichtige Entscheidung ist. Deshalb helfen wir gerne mit aktuellen Informationen und Testberichten, das richtige Instrument zu finden.

Inhalte
  1. Von der elektronischen Orgel zum Keyboard mit Begleitautomatik
  2. Analogtechnik bestimmte die Funktionsweise der Begleitautomatik
  3. Keyboards mit Begleitautomatik im Fokus der Hersteller
  4. Sampling-Technologie hält Einzug in Keyboards mit Begleitautomatik
  5. Keyboards mit Begleitautomatik heute
  6. Wissenswertes zu Keyboards mit Begleitautomatik für Einsteiger und Anfänger
  7. Alle Infos zu Keyboards mit Begleitautomatik der Profi- und Mittelklasse
  8. Alles über Oriental-Keyboards

Von der elektronischen Orgel zum Keyboard mit Begleitautomatik

Noch analog gebaut, befanden sich die elektronischen Orgeln, wie auch die ersten Keyboards mit Begleitautomatik, auf einem technischen Stand, der aus heutiger Sicht eher in die Frühzeit einzuordnen ist. Die Orgeln waren zunächst allerdings noch universeller einsetzbar, denn sie verfügten in der Regel über zwei Manuale und das übliche 13-tönige Basspedal, das damals noch jeder spielte, der es konnte. Hinzu kam die analoge Rhythmusmaschine mit etwa zehn bis zwanzig Rhythmen, deren Klangqualität damals für Tanzabende durchaus ausreichte. Aber man sehnte sich nach mehr Authentizität, die erst mit dem Aufkommen der Sampling-Technologie langsam aber sicher Einzug hielt. Kurioserweise erlebt die Klangästhetik der alten analogen Drumcomputer mit ihren Rhythmen heute eine regelrechte Renaissance und analog aufgebaute Instrumente stehen voll im Trend.

Keyboards mit Begleitautomatik: Dr. Böhm-Orgel mit angebauter Begleitautomatik
Fotostrecke: 2 Bilder Elektronische Orgeln waren die Entertainer-Instrumente vergangener Tage. Hier eine Dr. Böhm-Orgel mit angebauter Begleitautomatik und Steuer-Tastatur aus den 1970er Jahren …

Portabilität steht an erster Stelle

Betrachten wir die ersten Keyboards mit Begleitautomatik im Rückblick, so konnten sie nicht viel mehr als die ersten Orgeln, die mit einer automatischen Begleitung ausgestattet waren. Sie boten dem Spieler lediglich ein zweigeteiltes Manual, links für die Bedienung der Automatik, rechts für das Spielen der Live-Klänge. Aber diese Keyboards hatten den großen Vorteil, dass sie kompakt und leicht waren. Und so begann man, sich auf solche Instrumente zu konzentrieren, die man leicht mitnehmen konnte, um irgendwann auf den Transporter verzichten zu können. 

Keyboards mit Begleitautomatik: Korg SAS-20 aus 1983
Aus den Anfängen der Keyboards mit Begeitautomatik: Das Korg SAS-20 aus 1983 war Korgs erstes Arranger-Keyboard mit einer komplexen Akkord-Analyse (Quelle: Matrix Synth)

Analogtechnik bestimmte die Funktionsweise der Begleitautomatik

Darüber hinaus waren die ersten Keyboards mit Begleitautomatik aufgrund ihres analogen Aufbaus noch weit davon entfernt, den Sound einer kompletten Band authentisch imitieren zu können – was damals der größte Wunsch vieler Anwender war. Ein weiterer Punkt war die Funktionsweise der Begleitautomatik, die bei weitem noch nicht so ausgereift war, dass man damit anspruchsvolle Harmonien spielen und diese auch technisch korrekt umgesetzt hören konnte. Vielmehr griffen die ersten Instrumente dieser Gattung, wie auch die ersten Orgeln mit Begleitfunktion, auf eine Ein-Finger-Begleitautomatik zurück, die beim Drücken einer Taste ausschließlich reine Dur-Akkorde erklingen ließ. Bei Betätigung weiterer Tastenkombinationen erklangen Moll-, Sept- und ggf. auch verminderte Akkorde. Es gab aber auch andere Mechanismen, die von den Herstellern verwendet wurden.

Keyboards mit Begleitautomatik: Wersimatic WM24b aus dem Jahr 1974
Die Wersimatic WM24b aus dem Jahr 1974 ist eine analoge Begleitautomatik, die ihren Einsatz vorwiegend bei elektronischen Orgeln fand. (Quelle: Matrix Synth)

Wie analoge Begleitautomatiken in Orgeln der 1970er und frühen 1980er Jahre klangen, kann man in den folgenden Audiobeispielen hören:

Audio Samples
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Analoge Rhythmusmaschine mit Begleitautomatik aus 1974 (Dr. Böhm) Analoge Rhythmusmaschine mit Begleitautomatik aus 1982 (Wersi)

Keyboards mit Begleitautomatik im Fokus der Hersteller

Das Funktionsprinzip der frühen Begleitautomaten war also noch weit von den heutigen Qualitäten entfernt. Im Laufe der Zeit nahm das Interesse an den kompakten Alleskönnern immer mehr zu. Das veranlasste sodann namhafte japanische Hersteller wie Yamaha, Korg, Roland, Casio und Technics ihr Wissen in die Entwicklung der beliebten Arranger-Keyboards zu stecken. Schon deswegen, um der steigenden Nachfrage mit entsprechenden Angeboten zu begegnen. Allerdings entwickelte man auch in Italien fleißig und heimische Hersteller wie Solton, die später gegründete Tochterfirma Ketron und GEM (General Electro Music) traten erfolgreich gegen die Konkurrenz aus Fernost an. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich Europa als Mekka des Interesses an Keyboards mit Begleitautomatik heraus. So verlagerten auch einige fernöstliche Hersteller ihre Entwicklungszentren für diese Instrumente nach Europa, um möglichst nahe am Puls des Interesses zu sein. Eine richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte.

Sampling-Technologie hält Einzug in Keyboards mit Begleitautomatik

Mit der Entwicklung und Etablierung der Sampling-Technologie in elektronischen Musikinstrumenten in den 1990er Jahren wurden die Klänge immer besser. Insbesondere die der Naturinstrumente. Auch die Begleitautomatik für Keyboards mit ihren Begleitmustern (Styles) entwickelte sich technologisch immer weiter. Was vorher noch nach analogem Schlagzeug und mitlaufenden Arpeggien klang, verwandelte sich zusehends in eine ‚echte‘ Band. Oder in ein Orchester mit authentisch klingenden Instrumenten. Der Traum, alles wie von einer CD-Aufnahme klingen zu lassen, ging langsam aber sicher in Erfüllung.

Fotostrecke: 5 Bilder Die ersten mit Sampling-Technologie ausgestatteten Begleitautomatik-Keyboards brachten den Traum authentisch klingender Sounds zum Greifen nah: Hier das Roland E-20 aus 1988 …

Nur noch wenige Hersteller, die Keyboards produzieren

Es dauerte allerdings noch eine Weile, bis es so richtig losging, denn Speicherplatz für die Sample-Daten (PCM) und schnelle Prozessoren, um das Ganze technisch umzusetzen, waren noch sehr teuer. Aber auch das sollte sich ändern, denn RAM-Speicher wurde immer erschwinglicher und neue Technologien öffneten weitere Türen. Anfang der 2000er Jahre zog sich dann Technics als Hersteller aus dem Arranger-Keyboard-Geschäft zurück und GEM (General Electro Music) meldete später im Jahr 2009 Insolvenz an. Heute sind nur noch Yamaha, Korg, Casio, Ketron und Roland in diesem Bereich aktiv.

Keyboards mit Begleitautomatik heute

Heute sind Keyboards mit Begleitautomatik nicht mehr mit dem zu vergleichen, was sie einmal waren. Durch ständige Weiterentwicklung und moderne Technologien setzen sie klangliche Maßstäbe, und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Eine Kostprobe gefällig? Drei Spitzenmodelle zeigen, was in ihnen steckt:

Audio Samples
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Yamaha Genos: Party Anthem Pa5X: 12/8 Action Movie Ketron Event Power Shuffle Yamaha Genos: 12/8 Orchestral Pa5X: Dance to Trance Ketron Event Party Style 2

Professionelle Entertainment-Keyboards mit Begleitautomatik sind heute technisch gesehen echte Synthesizer und anders konzipierte Workstations. Ausgestattet mit enormen Eingriffsmöglichkeiten im Bereich der Klanggestaltung und der Programmierung eigener Begleitrhythmen (Styles). Sie bieten einen riesigen, aufwendig gestalteten Fundus an Klängen aus allen Instrumentenfamilien und ermöglichen mit hochwertigen internen Vokalprozessoren mehrstimmigen Satzgesang. Zudem erlauben sie die Erstellung von professionell klingenden Playbacks, weshalb sie auch in Studios Einzug gehalten haben.

Fotostrecke: 3 Bilder Aktuelle Arranger-Keyboards der Profiklasse sind mit allen erdenklichen Finessen ausgestattet, wie z. B.: Yamaha Genos …

Auch die Keyboards der Mittelklasse bieten eine Ausstattung, die gehobenen Ansprüchen genügt, sodass auch der Profi auf der Bühne damit arbeiten kann.

Fotostrecke: 3 Bilder Die preisliche Mittelklasse der Arranger-Keyboards hat viel zu bieten. Hier eine kleine Auswahl mit Korg Pa1000 …

Im Einsteigerbereich sind Keyboards mit Begleitautomatik bereits für wenige Euro zu haben. Sie richten sich in der Regel an Anfänger und diejenigen, die zu Hause einfach nur Spaß mit einem Keyboard haben wollen. Auch die günstige Einsteigerklasse profitiert von der Entwicklung der großen Geschwister. Die Produktauswahl ist gerade in diesem Segment sehr groß.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Einsteiger-Klasse der Arranger-Keyboards ist sehr vielschichtig und startet mit günstigen Preisen. Hier eine Auswahl mit Casio CT-X5000 …

Aufgrund des technischen Fortschritts und des großen Interesses an Keyboards mit Begleitautomatik sind diese heute in einer Vielzahl von Ausführungen und Preisklassen erhältlich. Das Marktangebot kann man deshalb in die folgenden vier Bereiche aufteilen:

  • Professionelle Keyboards
  • Mittelklasse Keyboards
  • Oriental Keyboards
  • Einsteiger Keyboards

Eine große Hilfe bei der Entscheidung für ein Keyboard mit Begleitautomatik bieten die folgenden weiterführenden Artikel. Sie informieren ausführlich darüber, worauf es beim Kauf ankommt und geben einen tiefen Einblick in die Materie. Außerdem zeigen unsere Testberichte, wie die Keyboards im Vergleich abgeschnitten haben.

Wissenswertes zu Keyboards mit Begleitautomatik für Einsteiger und Anfänger

Alle Infos zu Keyboards mit Begleitautomatik der Profi- und Mittelklasse

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Alles über Oriental-Keyboards

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Kommentieren
Profilbild von Philipp

Philipp sagt:

#1 - 08.10.2023 um 08:07 Uhr

0

ich Frage mich was es da an Softwarelösungen gibt.

    Profilbild von Michael Geisel

    Michael Geisel sagt:

    #1.1 - 08.10.2023 um 10:45 Uhr

    0

    Hallo Philipp, die bekannteste Softwarelösung ist sicherlich "Band-in-a-Box", erhältlich für WIN und Mac, als Standalone-Version oder als Plugin in der DAW nutzbar. Hier zwei Links: einmal zur Band-in-a-Box-Website: https://www.bandinabox.com/bb.php?os=win&lang=de und zu einem Tutorial-Video, das die Verwendung in einer DAW zeigt: https://youtu.be/XLugYIPAND4.

    +1
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