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25.12.2020

Die interessantesten Synthesizer in 2020

Synthesizer mit Tastatur, Desktop/Drum-Synthesizer und Eurorack Komplettsysteme

Analog, digital und hybrid: 2020 bietet alle Synthesizer-Konzepte

Es war zu erwarten, dass in 2020 trotz intrigierender Corona-Pandemie eine Menge interessanter Neuheiten im Themenbereich Synthesizer präsentiert werden. Sehr deutlich ist dabei geworden, dass der Sektor der analogen Synths, egal ob es sich um Tastaturversionen, Desktop-Ausführungen oder um Eurorackmodule handelt, nach wie vor ganz vorne in der Gunst der Käufer mitspielt. Die Renaissance der Retro-Technologie ist somit noch lange nicht am Ende und bahnt sich konsequent ihren Weg in einem Paralleluniversum zur digitalen Domäne im Synthesizerbau. Auch ‚hybrid‘ ist in, die Verschmelzung analoger und digitaler Machart, welche die Vorteile beider Konzepte vereint.

Der Markt bietet in 2020 so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Besonderes Interesse gilt nach wie vor den preisgünstigen Repliken kultiger Analog-Synthesizer, deren Originale nur für viel Geld zu haben sind, sollten sie noch in brauchbarem Zustand existieren. Hier hat das Haus Behringer – wie schon im Vorjahr – auch in diesem Jahr viel bewegt, was die Käufer erfreut. Gerade der Preisbereiche von 500 € und bis 1.000 € gilt als Mekka für Synthesizer aller Genres und Technologien, aber selbst preislich darunter finden sich ausgesprochen gute analoge und digitale Synthesizer, die sich für unterschiedlichste Anforderungen eignen. Hier spielt das Preissegment von 100 € bis 500 € eine entscheidende Rolle. Viele Hersteller haben sich darauf spezialisiert in beiden Preisbereichen eine Marke zu setzen, denn gerade in diesen Preissegmenten gibt es erwartungsgemäß die größten Abnehmer. So konnten sich selbst kleine Hersteller mit ihren diesjährigen Produkt-Erscheinungen einen festen Platz im Marktgeschehen des Jahres 2020 sichern.

Nichtsdestotrotz bietet der Markt auch wesentlich kostspieligere Synthesizer, teils sogar Neuauflagen wirklich berühmter Klassiker, wie Sequential mit den neu aufgelegten Prophet-5 und -10 beweist. Aber auch Weiterentwicklungen bestehender Hi-End Produkte im neuen Gewand, wie z. B. Waldorfs Iridium zeigen sich modern und riesigem Ausstattungsspektrum. 2020 zeigt sich als recht fleißiges Jahr, trotz Corona, der Pandemie, die so manches Leben umgekrempelt hat.

Die Erwartungen sind hoch, zeigen wir die interessantesten Synthesizer und Konzepte, die das Jahr 2020 hervorgebracht hat.

(Die folgende Übersicht ist keine Rangordnung, sondern zeigt die Produkte in alphabetischer Reihenfolge)

++ SYNTHESIZER MIT TASTEN ++

Arturia MicroFreak Vocoder Edition

Nach dem MicroFreak Hybrid-Synthesizer hat Arturia noch ein kleines Ass im Ärmel und zaubert den MicroFreak Vocoder, der in einem neuen Look mit abnehmbarem Schwanenhalsmikrofon und einem 16-Band-Vocodermodus seine Anhänger finden möchte. Für den MicroFreak Vocoder hat Arturia eine Vocoder-Engine entwickelt, die mit den Wellenformen Sägezahn, Pulsbreite und Rauschen arbeitet und die 16 Frequenzbänder des Vocoders so bearbeitet, dass das Klangverhalten über den typischen Roboter-Sound hinausgeht. Der abnehmbare Mikrofonaufsatz im Schwanenhals-Design wird direkt an die Kopfhörerbuchse angeschlossen, wobei die bevorzugten Einstellungen im im Utility-Menü für Mikrofon-Gain und Noise Gate eingestellt werden. An die Kopfhörerbuchse lassen sich auch externe Klangquellen anschließen, die dann durch den Sound der Vocoder-Engine verfremdet werden. gegenüber der 'normalen' MicroFreak-Ausführung zeigt sich die Vocoder-Variante in weißem Look mit überarbeitetem Bedienfeld.

Arturia PolyBrute

Beim PolyBrute handelt es sich um einen sechs-stimmigen polyphonen Analog-Morph-Synthesizer von Arturia, der von vielen lange erwartet wurde und welcher die Arturia Brute-Serie um einen mehrstimmigen Synthesizer erweitert. Mit einer Best-Of Auswahl der bisherigen Brute-Tonerzeugung liefert der Arturia PolyBrute eine analoge Klangerzeugung, digitale Effekte und umfangreiche Controller-Möglichkeiten, die für die Live-Performance optimale Voraussetzungen bieten. Dank der großzügigen Bedienoberfläche ist ein Zugriff auf die wichtigsten Funktionen immer sofort möglich, welche durch den 3-Achsen Morphée-Controller noch erweitert wird. Ausgestatte mit mit Sequenzer, Arpeggiator und synchronisierbaren LFOs lässt sich der PolyBrute auch in ein DAW-basiertes Studio integrieren, was ihn zu einer echten Spielwiese im Bereich des Sounddesigns macht.

Behringer MonoPoly

Der Behringer MonoPoly ist der Nachbau des berühmten Korg Mono/Poly, einem Analogsynthesizer aus dem Jahr 1981, der mit vier VCOs ausgestattet, vierstimmig paraphon oder im 4-fach Unison-Modus monophon betrieben werden konnten. Diese Konstellation war ein Garant für fette Bässe und knallige Leads. Auch vierstimmig eingesetzt zeigte der Mono/Poly (s)ein besonderes Klangbild. Der Behringer MonoPoly (es fehlt der "/" im Namenszug) zeigt sich im Grundaufbau wie das Original bietet aber noch zusätzliche zeitangepasste Features. So gibt es ein 24 dB Filter, VCF- und VCA-Hüllkurven und zwei LFOs, eine Effekt-Sektion mit Crossmodulation und einen Arpeggiator. Auch an die im Original befindliche Chord Memory-Funktion wurde gedacht. Was der ursprüngliche Korg Mono/Poly nicht bot, hat Behringer noch in seinen MonoPoly integriert: Eine Auto-Tune Funktion, welche die vier Oszillatoren des analogen Synthesizers stets in optimaler Stimmung halten. 

Korg Nautilus

Korg bringt mit Nautilus eine neue Workstation-Serie, die auf dem Workstation-Flaggschiff Kronos basiert, aber ein komplett geändertes und übersichtlicheres Bedienkonzept präsentiert. Somit bietet Nautilus, der auf die neun Sound-Engines des großen Bruders zurückgreift, jede Menge neue Sounds, die mithilfe des neu gestalteten 7“ großen TouchView-Displays und sechs zusätzlichen Quick-Access-Tastern programmiert werden können. Weiterhin ist Nautilus mit einer Such- und Vorhörfunktion ausgestattet, die helfen soll, passende Sounds schnell zu finden und diese mit passenden Licks vorzuhören. Sounds, die man stets im schnellen Zugriff benötigt, lassen sich mit einem Favorite-Stern markieren, um sie später in der Favorite-Liste schnell wieder auffinden zu können. Für die Animation von Sounds stehen in ein polyphoner Arpeggiator mit vielen Presets, ein Drum-Track-Modul mit je 4 Szenen und ein Step-Sequenzer in jedem Modus (Program, Combination, Sequencer) bereit. Auch der aus dem Kronos bekannte Set List Modus ist in Nautilus integriert, welcher den Aufbau von Setlisten für Live-Performances praktisch unterstützt. Wie schon die Korg Kronos-Serie wird auch die Nautilus Music Workstation in drei Tastaturgrößen angeboten: Nautilus 88 mit 88-tastiger RH3 Hammermechanik Tastatur und Nautilus 73 sowie Nautilus 61 mit leichtgewichteter Tastatur.

Korg Nautilus 61      Produktseite auf thomann.de
Korg Nautilus 73      Produktseite auf thomann.de
Korg Nautilus 88      Produktseite auf thomann.de

Korg Opsix

Der Korg Opsix bedient sich klassischer FM-Synthese mit sechs Operatoren, die durch eine Reihe neuer Features nicht nur die typischen Sounds der 1980er Jahre bedient, sondern auch moderne, zeitgemäße und abgefahrene Sounds in Petto hat. Korg setzt hier auf einen neu entwickelten Operatoren-Mixer der sofortigen Zugriff auf Basisparameter wie Lautstärke und Tonhöhe einzelner Modulator- und Carrier-Signale bietet sowie auf mehrfarbige LEDs, die dynamisch zeigen, ob die Operatoren z. B. als Carrier oder als Modulatoren arbeiten und wie einzelne Bedienelemente belegt sind. Weitere haptische Bedienelemente sind sechs Data Entry Drehregler, die mit der Funktionsanzeige des zentralen OLED-Displays korrespondieren. Die Besonderheit des Opsix liegt in fünf Operatoren-Modi mit FM, Ring Modulation, Filter, Filter FM und Wave Folder sowie der Verwendung von Wellenformen mit unterschiedlichen Obertonstrukturen und 40 verschiedenen Algorithmen. Zusätzlich bietet Opsix ein Multi-Mode-Filter mit elf Filtertypen, mit dem sich Sounds auch subtraktiv formen lassen. Neben einem virtuellen Patch-Bay bietet Opsix eine integrierte Effektsektion, einen Arpeggiator sowie einen polyphonen Step-Sequencer mit Motion Sequencing für bis zu sechs unterschiedliche Klangparameter.

Korg Wavestate

Mit dem Wavestate Synthesizer knüpft Korg an das Konzept der urprünglichen Wavestation aus dem  Jahr 1990, die eine Weiterentwicklung des klassischen Sequential Circuits Prophet VS aus 1986 war. Zwar haben bereits der Korg Oasys und der Korg Kronos diese Technologie weitergeführt, der Korg Wavestate bringt jetzt allerdings das Wave Sequencing-Konzept in einer modernen Variante, der Version 2.0 auf den Plan, die noch einiges mehr drauf hat, als die ursprüngliche Variante. Beim Wave Sequencing wird eine programmierbare Liste von PCM-Wellenformen, nacheinander abgespielt, wobei jeder Schritt in der Wellensequenz eine andere Dauer, Tonhöhe, Feinabstimmung, Pegel und Überblendungszeit haben kann. Zudem können Wellenfolgen (vorwärts oder rückwärts oder vorwärts/rückwärts) geloopt werden, um unbegrenzt oder für eine begrenzte Zeit abgespielt zu werden. Wie schon die berühmte Wavestation führt Korg auch das Erbe des Originals mit einem wichtigen Bedienelement fort: Dem Vector-Stick, dessen Verwendung ein dynamisches Überblenden zwischen vier Klangquellen macht, was klanglich für Bewegung sorgt. Dazu gesellen sich zusätzliche moderne Features, wie z. B. ein Randomisation-Tool, das besonders im Bereich der Komposition und beim Sound-Design unterstützt. Auch der Preis kann sich – gemessen an der gebotenen Ausstattung - wirklich sehen lassen.

Modal Electronics Argon8 | 8X

Modal Electronics brachte in 2016 mit Modulus 002 und 008 einen 2- und einen 8-stimmiger Hybrid-Synthesizer mit digitalen Oszillatoren und analogen Filtern sowie analogen VCAs in den Markt, die heute noch preislich mit mehr als 4.500 € zu Buche schlagen. Mit dem Argon8 bietet Modal Electronics jetzt einen Wavetable Synthesizer, der viele Funktionen und Möglichkeiten wie sein Vorläufer 002 bietet, das alles aber zu einem deutlich niedrigeren Preis. Technisch arbeitet der Argon8 mit einer 8-stimmig polyphonen Wavetable-Synthesizer-Engine, die vier Oszillatoren pro Stimme und 120 Wavetables liefert. Drei Stereo-Effekt-Prozessoren, eine Mod-Matrix mit 52 Zielen, ein Sequenzer mit 512 Steps und ein Arpeggiator mit 32 Steps machen den Argon8 zu einem sehr leistungsfähigen Synthesizer Ein USB-Anschluss und eine maßgeschneiderte Editor-Software runden das Ganze ab und ermöglichen auch jenen, die nicht so gerne an den Knöpfen drehen eine schnelle Bedienung per Maus. Der Argon8 ist in seiner Basis-Version mit einem 37-Tasten Keyboard ausgestattet und wird durch weitere Ausführungen, wie dem Argon8X mit 61 Tasten sowie dem Argon8M, einer Desktop-Version erweitert, die auch in ein 19“-Rack (siehe Bereich Desktop-Synthesizer) eingebaut werden kann.

Modal Electronics Cobalt8 | 8X

Cobalt8 ist ein VA-Synthesizer der britischen Synthesizer-Schmiede Modal Electronics, der seitens der Tonerzeugung ein anderes Konzept verfolgt als der Wavemorphing-Synth Argon8. In seinem Aufbau bietet er zwei unabhängige Oszillatorgruppen, viele Algorithmen wie Sync, Ringmodulation, Wellenform-Morphing etc., einen vier-poligen morphbaren Ladder Filter mit Cutoff-, Res- (Resonanz) und Morph-Reglern, Step-Sequenzer nebst Arpeggiator und eine Effekteinheit mit drei unabhängigen DSP-Effekten. Der acht-stimmige Cobalt8 bietet einen authentischen Analogsound trotz digitaler Tonerzeugung beherrscht ein großes Spektrum an Klängen und bietet viele Modulationsmöglichkeiten. Wie schon die Argon8-Serie, ist Cobalt8 auch in drei Varianten erhältlich: Als Cobalt8 mit 37 Tasten, Cobalt8X mit 61 Tasten und als Cobalt8M, das Desktop-Modul (siehe Bereich Desktop-Synthesizer).

Moog Subsequent 25

Der Moog Subsequent 25 ist ein kompakter Analog-Synth, der auf dem Erfolg des Sub-Phatty  aufbaut und die Verbesserungen der nachfolgenden Serien vereint. In seiner Struktur bietet der Subsequent 25 zwei Oszillatoren, einen Suboszillator sowie einen Rauschgenerator und ist in seiner Auslegung monophon, kann aber zwei-stimmig paraphon gespielt werden. Auch ein klassisches Ladder-Filter fehlt nicht, das optimiert wurde, um die harmonische Sättigung und die analoge Komprimierung zu verbessern. Modulationsseitig bietet der Subsequent 25 zwei ADSR-Hüllkurven und einen LFO mit Dreieck-, Square-, Sägezahn-, Ramp- und Sample & Hold-Wellenformen sowie ein analoges Multidrive enthalten, das über das ursprüngliche klangliche Verhalten des Sub Phatty hinausgeht. In puncto Tastatur bietet der Subsequent 25 eine halbgewichtete anschlagdynamische Taste plus Pitch Bend und Mod Wheel. Schön ist der übersichtlich gestaltete Editor und Librarian, der auf allen Rechnerplattformen und in sämtlichen Plug-In Varianten läuft.

Nord Wave 2

Clavia Nord erweckt den 2009 erschienenen Nord Wave Synthesizer durch den Wave 2 zu neuem Leben, was fast elf Jahre gedauert hat. In seiner Frischzellenkur erhält der neue Wave 2 eine deutlich aktualisierte Ausstattung, die den Vorgänger in den Schatten stellt. Sein Klangpotenzial erhält der Wave 2 durch vier Layer, die sich jeweils aus den vier angebotenen Synthese-Formen Sample, Wavetable, Analog und FM bedienen. Ergänzt wird die Ausstattung durch moderne Effekte, welche die die Mixtur der Sounds aus den vier Synthesen noch deutlich ins Rampenlicht bringen. Auch ein Arpeggiator ist mit an Bord, der obendrein einen Poly-Modus bietet und eine Reihe interessanter Möglichkeiten bietet. Klangerweiterungen bietet die Nord Sample Library mit der sich auch jede Menge akustische Klänge über den Synthesizer spielen lassen.

Roland Jupiter-X | -XM

Der Roland Jupiter-X und sein kompakter aufgebautes Pendant Jupiter-XM sind digital aufgebaute Synthesizer, die bereits namentlich an die Kult-Synthesizer der der goldenen 1980er Jahre erinnern und in zwei unterschiedlichen Tastatur-Ausführungen angeboten werden: Einmal mit 61 Tasten (Jupiter-X) und mit 37 Tasten (Jupiter-XM) . Der Jupiter-X bietet aufgrund seiner größeren Bedienoberfläche noch wesentlich mehr Regler im Direktzugriff als der kleinere XM. Beide Synthesizer sind im Aufbau technisch gleich und bedienen sich der neuen ZEN-Core Engine, die sich recht vielschichtig zeigt, denn sie bietet unterschiedliche Synthese-Modelle, die jeweils ein Vintage-Instrument emulieren. Geboten werde ninsgesamt sechs Modelle: Jupiter (Jupiter-8), Juno (Juno-106), JX (JX-8P), SH (SH-101), XV (XV-5080) und RD (RD-Pianos). Im Spielbetrieb kommen die Synthesizer mit fünf Parts aus, die sich aus Sounds (Tones) und Drum rekrutieren, die in sogenannten 'Scenes' abrufbar gespeichert werden. Eine Scene präsentiert somit alle Einstellungen der fünf Parts inkl. i-Arpeggio und Effekten. 256 Scenes bieten beide Jupiter, die in der Aufteilung 16 Scenes x 16 Bänke zum Spielen bereitstehen. Klanglich können ‚X und ‚XM‘ begeistern, denn das Soundangebot ist von ansprechender Qualität und passt praktisch in alle Genres elektronischer Musik. Toll ist die Erweiterbarkeit der Zen-Core Soundengine um weitere Synthese-Modelle sowie die Datenkompatibilität mit anderen Roland-Geräten. 

Sequential Pro 3 | Pro 3 Special Edition

Sequential hat mit dem Pro 3 einen würdigen Nachfolger des Pro 2 parat, der in zwei Ausführungen angeboten wird. In der Variante Special Edition verfügt er über das klappbare Bedienfeld in Minimoog-Manier, in der normalen Ausführung ist er so gebaut wie der Vorgänger Pro 2, bietet aber dieselben Funktionen wie die SE-Variante. Der monophone Pro 3 bietet drei Oszillatoren, die sich paraphon spielen lassen, drei Vintage-Filter, drei LFOs, vier Endlos-Hüllkurven, eine umfassende 32-Slot-Mod-Matrix und einen 16 x 16 x 4-Sequenzer plus Dual-Digital-Effekte sowie vier In und Outs für Steuerspannungen. In seinem Aufbau ist der Pro 3 ein Hybrid aus solider Analogsynthese und moderner Digitaltechnologie, die in Symbiose ein eigenständiges und charakterstarkes Klangbild liefert. Während zwei spannungsgesteuerten Oszillatoren für klangliche Wärme und Präsenz sorgen, kümmert sich der dritte Oszillator auf DSP-Basis mit Wavetables um weitere klangliche Möglichkeiten. Das Filter-Angebot im Vintage-Style sorgt für den Rest. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen des beeindruckenden Synthesizers gehören noch ein interner Sequenzer mit 16 Spuren, 16 Steps und vier Phrasen, die Verarbeitung von externem Audio, die Kommunikation mit modularen Synthesizern über vier Steuerspannungseingänge/-ausgänge und eine interne Effektsektion.

Sequential Prophet-5 | -10

Eine der interessantesten Neuankündigungen in diesem Jahr ist die Nachricht von Dave Smith den berühmten Prophet-5 neu aufzulegen und das gleich in zwei Ausführungen. So kommt mit dem Sequential Prophet-5 die klassische Variante und mit Prophet-10 die Ausführung mit höherer Polyphonie. In ihrem Aufbau bieten beide 'Propheten' alle Prophet-Revisionen (Rev1, Rev2, Rev3) in einem Instrument, was durch die verwendeten analogen Curtis-VCOs und -Filter (Rev3) sowie der neuen 2140-Tiefpassfilter von Dave Rossum erreicht wird. Durch einen speziellen Rev-Schalter lässt sich dann zwischen den beiden Filterdesigns wählen, entweder 2140 oder 2040 aus den Originalen Rev1 und Rev2. Ein schönes Feature ist auch der Vintage-Knopf, der die originären Schwankungen und Unterschiede in den Reaktionszeiten und Frequenzen der einzelnen Oszillatoren regeln kann - wodurch der neue Prophet-5, die Klangentwicklung der unterschiedlichen Revisionen exakt reproduzieren kann. Es wurde bei der Neuauflage des Prophet-5 nicht nur auf einen authentischen Klang Wert gelegt, sondern es wurden auch moderne Funktionen hinzugefügt wie Anschlagdynamik und Aftertouch, was der Legende weitere klangliche Möglichkeiten verleiht. Und in puncto Bedienung bleibt Dave Smith dem originalen Bedienfeld treu. Somit sieht der Neue aus wie das Original und wird auch so programmiert.

UDO Audio Super 6

Beim UDO Audio Super 6 handelt es sich um einen binauralen Hybridsynthesizer von George Hearn (UDO Audio). Der UDO Audio Super 6 ist 12-stimmig polyphon spielbarer Synth, bietet digitale Oszillatoren und einen analogen Signalweg. und liegt somit quasi zwischen einem analogen und einem virtuell-analogen System. Der Haupt-Oszillator arbeitet mit einem 7-Core Wavetable mit Waveform Download, der zweite Oszillator bietet FM, Sync und verschiedene Crossfade-Modi. Schön ist, dass UDO Audio beim Super 6 analoge Filter verwendet, was sich beim Spielen und Hören des Instruments angenehm bemerkbar macht. Zusätzlich geboten werden LFOs, Hüllkurven und eine Modulationsmatrix. Unterstützt wird das Ganze noch durch einen Arpeggiator und einen Step-Sequencer sowie durch zwei digitale Delay- und Chorus-Effekte. Gespielt wird der Super 6 über eine 49-Tasten Fatar-Tastatur mit Anschlagdynamik und Aftertouch. Erhältlich ist der Synthesizer in den Ausführungen Schwarz und Blau.

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