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23.04.2018

Die besten Bass Riffs in Tabs und Noten – Thin Lizzy: The Boys Are Back In Town

Legendäre Bass Hit-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass-Riffs in Noten und Tabs

Phil Lynott - geboren in England als "Philip Parris Lynott" und aufgewachsen in Irland - war Bandleader, Songwriter, Sänger und Bassist der in den 70er- und frühen 80er-Jahren sehr erfolgreichen Rockband Thin Lizzy. Leider verstarb Lynott im Alter von gerade mal 36 Jahren im Januar 1986. Er war nicht nur ein außerordentlich charismatischer Frontmann, sondern auch ein exzellenter Bassist, der - ausschließlich mit dem Plektrum spielend - einen sehr eigenständigen Stil und Sound kreierte. Sein Hauptinstrument war ein schwarzer Fender Precision Bass mit spiegelndem Mighty-Mite Chrom-Schlagbrett.

Der erfolgreichste Song von Thin Lizzy ist der 1976 auf dem Album "Jailbreak" veröffentlichte Chartbuster "The Boys Are Back In Town", der es in Irland auf Nummer 1 und in Amerika immerhin auf Platz 12 der Singlecharts brachte. Eine weitere sehr hörenswerte Version dieses Songs erschien 1978 auf dem Live-Album "Live And Dangerous" - einem der besten Live-Rockalben aller Zeiten. Mit genau dieser Version von "The Boys Are Back In Town" werden wir uns heute beschäftigen.

Der Song verwendet als Groove-Grundlage einen Uptempo-Shuffle-Beat (165 bpm). Das bedeutet, er wird ternär gespielt. Ternär bedeutet, dass der gesamte Beat auf einer Dreierunterteilung basiert (im Gegensatz zu einer Zweierunterteilung, die man als "binär" bezeichnet). Dort, wo also normalerweise zwei Achtel pro Viertelbeat liegen, finden wir nun drei Achtel pro Viertelschlag. Folglich wird aus einem 4/4- bzw. 8/8-Takt nun ein 12/8-Takt (die 12 ergibt sich durch vier "punktierte" Viertelbeats x drei Achtelschläge pro Viertel). Besonders in schnelleren Tempi entwickelt diese Form von ternärer Rhythmik einen sehr treibenden Charakter. Entsprechend häufig findet man ihn im Bluesrock der 60er- bis 80er-Jahre.

In der Notation ist es häufig einfacher, einen 12/8-Takt als normalen 4/4-Takt zu notieren und mit dem Hinweis "Swing" oder "Shuffle" zu versehen, damit man weiß, dass die gerade notierten Achtel ternär zu interpretieren sind. Ich habe mich hier für eben diese einfachere Notation entschieden.

Anzumerken ist außerdem, dass der Bass einen Halbton tiefer gestimmt wird. Der Song klingt also in Ab-Dur, es wird aber A-Dur notiert, als wäre der Bass normal gestimmt, da diese Schreibweise erheblich leichter zu lesen ist. Ich empfehle, den Bass also auf Eb-Ab-Db-Gb zu stimmen und dann den Noten so zu folgen, als wäre er normal gestimmt. So könnt ihr sowohl zu den Soundbeispielen als auch zum Original üben, ohne ständig umstimmen zu müssen. Natürlich kann man den Song auch auf einem normal gestimmten Bass spielen, kann dann allerdings nicht die Leersaiten verwenden.

INTRO

Das Intro liefert ein echtes Trademark-Riff mit aberwitzig hohem Wiedererkennungswert schon nach zwei Takten. Zwar ist es das Riff, das später auch über den Refrain gespielt wird, allerdings wird nur im Intro die 1 des ersten Taktes des viertaktigen Riffs vorgezogen. Außerdem wird der Refrain etwas simplifiziert gespielt, wie wir später sehen werden. Wie bereits erwähnt spielte Phil Lynott ausschließlich mit dem Plektrum, und so empfiehlt es sich natürlich, diesen Song auch mit Plättchen zu spielen. Dabei verfolgt das Plektrum aufgrund des hohen Tempos eine durchgehende Auf- und Abwärtsbewegung (alternierendes Picking).

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Die Frage, die sich immer stellt: "Was mache ich bei ausgespielten Triolen, wie zum Beispiel im Intro auf der 1 in den Takten 2, 6, 10 und 14?" Bei einer Dreiergruppierung landet man zwangsläufig auf dem nächsten Beat mit einer anderen Plektrumrichtung, als der ausgehenden. Beginne ich die Dreiergruppe mit Downstroke (Abwärtsschlag), dann lande ich auf dem nächsten Downbeat mit einem Upstroke (Aufwärtsschlag). Zugegeben, das kann ziemlich verwirrend sein, aber es gilt das Prinzip "Ausprobieren". Klare und strikte Regeln gibt es keinesfalls - ihr müsst herausfinden, was für euch am besten funktioniert. Es ist auch nicht gesagt, dass man ein Riff generell mit einem Downstroke beginnen muss, sondern hier entscheidet der Einzelfall.

STROPHE

Die Strophe ist 16 Takte lang, unterteilt in zwei fast identische achttaktige Teile, wobei im zweiten Durchlauf das F# im vierten Takt durch ein F (Takt 12) ersetzt wird, was harmonisch zu einem sehr interessanten Effekt führt.

CHORUS

Der Chorus/Refrain ist relativ simpel gehalten und bewegt sich in geshuffleten Achteln durchgehend fort, wobei die Zählzeit 1 nach jeweils vier Takten im Gegensatz zum Intro nicht vorgezogen wird, sondern gerade auf dem Downbeat landet (Takte 1, 5 und 9).

Interessant wird es nach 12 Takten, wenn eine instrumentale Erweiterung des Refrains folgt, also ein "After-Chorus". Die Triolen jeweils auf der ersten Zählzeit haben es in sich: Angesicht des Tempos ist es erstens eine Herausforderung, sie exakt zu spielen, und darüber hinaus im Anschluss daran die Shuffle-Rhythmik nicht aus den Augen zu verlieren. Oktavsprünge wie in Takt 16 kommen übrigens häufiger im Song vor.

MITTELTEIL

Was wäre ein klassischer Rocksong ohne einen acht- oder 16-taktigen Mittelteil? "The Boys Are Back In Town" macht hier keine Ausnahme und das, was der Bass hier spielt, ist wirklich Bilderbuch-Pickbass. Zuerst durchgehende Achteltriolen, dann Sprung in Vierteltriole über drei Saiten in Shuffle-Rhythmik. Nur dieser Teil alleine macht schon enorm viel Spaß beim Üben - probiert es aus!

OUTRO

Zuletzt begnügt sich der Song nicht mit einem banalen Refrain am Schluss, sondern er führt über ein 16-taktiges zweistimmiges Gitarrenthema mit bluesartiger Harmonik schließlich über den bereits bekannten instrumentalen "After-Chorus" zum Ende.

Hier seht ihr ein Youtube-Video von einem Auftritt in einer späteren Besetzung von ca. 1983, bei der man Phil Lynotts Technik gut studieren kann:

VIDEO: Thin Lizzy - The Boys Are Back In Town -- Best Live Version

 

Viel Spaß beim Abrocken wünscht

euer Oliver

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