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24.05.2019

Testmarathon Keyboardständer

Kaufberater und Vergleichstest Keyboardständer

Wie finde ich den passenden Ständer für mein(e) Keyboard(s)?

Wer als Keyboarder unterwegs ist, braucht eine passende Ablage für sein Instrument: Einen Keyboardständer. Dieser kann/sollte für den Einsatz auf der Bühne konzipiert, und/oder auch zu Hause verwendet werden können. Er soll Platz für ein oder mehrere Instrumente bieten. Ein Keyboardständer muss robust aufgebaut sein, stabil stehen und an eigene Bedürfnisse anpassbar sein. Je nach Einsatzort und persönlichen Vorlieben des Benutzers sollte er also ganz bestimmte Anforderungen erfüllen.

Aus dem breiten Angebot haben wir uns eine Reihe beliebter Keyboardständer für eine Gegenüberstellung herausgesucht. Welcher ist der optimale Keyboardständer?

Quick Facts: Keyboardständer

Was ist ein Keyboardständer?

Ein Keyboardständer oder Keyboardstativ dient zur Ablage eines Keyboards und ist damit - anders als bei einem Klavier oder Flügel - ein unumgängliches Werkzeug bei der täglichen Arbeit mit dem transportablen Tasteninstrument. Wer ein Keyboard wählt, muss sich zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen, denn in der Regel wird ein Keyboard ohne einen speziell dafür vorgesehenen Ständer geliefert. Der Keyboardständer sollte einen optimalen Ablageplatz für das jeweilige Instrument bieten, muss robust gebaut sein, stabil stehen und sollte auch an die Bedürfnisse des Spielers anpassbar sein. Je nach Einsatzort und Vorlieben des Spielers muss der Keyboardständer ganz konkreten Anforderungen entsprechen.

Welche Modelle gibt es?

Grundsätzlich bietet der Markt eine große Auswahl an Keyboardständern. Grob betrachtet lassen sich diese in drei Kategorien unterteilen: Tisch-, Säulen- und die klassischen X-Ständer. Alle drei Varianten bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile und lassen sich je nach Modell durch weitere Auflageflächen erweitern.

Woran erkennt man einen guten Keyboardständer?

Ein guter Keyboardständer muss robust und stabil gefertigt sein, damit er dem Keyboard guten Halt gibt und beim Spielen nicht wackelt. Eine solide, rutschfeste Auflagefläche ist ebenso vorteilhaft. Darüber hinaus sollte der Ständer auch den alltäglichen Herausforderungen standhalten, wie beispielsweise dem regelmäßigen Auf- und Abbauen sowie dem Transport. Abstehende Kanten, Gewinde o. ä. können zum Nachteil werden, da sie beim Transport abbrechen, oder sich verbiegen können.

Generelle Überlegungen

Bevor man auf die Suche nach dem passenden Keyboardständer geht, sollte man sich ein paar Gedanken über das 'was'und 'wie' machen, um das eigene Einsatzgebiet so genau wie möglich definieren zu können. Auf diese Weise ist zunächst sicher gestellt, dass man sein eigenes Equipment gut kennt, und weiß, 'was' man 'wie' stellen möchte. Wie man das realisieren kann, klären die folgenden Fragen, die sich direkt im Anschluss stellen.

Welcher Keyboardständer passt für meinen Einsatzzweck?

Eine berechtigte Frage, mit der wir in diesen Kaufberater/Testmarathon starten. Immerhin findet man hier bei der Suche eine recht unüberschaubare Menge an Modellen, die sich sowohl in puncto Konstruktion, als auch im Preis stark unterscheiden. Dabei sollte man sich zuerst fragen, für welchen Zweck der Keyboardständer benötigt wird.

Für den Einsteiger mit einem transportablen Digitalpiano ist es sicher praktisch, das Instrument auf einem Tischständer mit einer einfachen Auflagefläche abzulegen. Für den erfahrenen Bühnenkeyboarder, mit mehreren Instrumenten, empfehlen sich wiederum andere Lösungen. Wichtig sind also zunächst die Fragen:

  • Für welches Setting suche ich einen Keyboardständer?
  • Spiele ich hauptsächlich im Sitzen, oder im Stehen?
  • Benötige ich ggf. weitere Auflageflächen?

Auch in puncto Auf- und Abbau gibt es große Unterschiede: Manche Ständer sind schnell aufgebaut, sind leichtgewichtig und sparen Platz beim Transport - auch das ist sicherlich nicht ganz unwichtig.

Damit ihr euch orientieren könnt, gibt dieser Kaufberater nebst angeschlossenem Testmarathon einen detaillierten Überblick über die unterschiedlichen Ständermodelle, deren Einsatzmöglichkeiten sowie deren Vor- und Nachteile. Damit bieten wir euch Hilfestellungen und Tipps, den optimalen Keyboardständer für euren Einsatzzweck zu finden.

Wo soll der Ständer verwendet werden?

Je nach Einsatzgebiet des Ständers empfehlen sich ganz unterschiedliche Modelle. Für den Heimbetrieb, oder auch im Proberaum darf es ggf. etwas günstiger sein, hier ist aber die Funktionalität entscheidend. Manche Keyboardständer, wie z. B. die meisten X-Ständer, lassen sich beispielsweise schnell auf- und abbauen und platzsparend verstauen. Im Arbeitszimmer lässt sich mit einem X-Ständer schnell Platz schaffen. Auf der Bühne wiederum sind neben Stabilität auch optische Aspekte wichtige Kriterien: Mit einem tollen Ständer erscheint das Keyboard-Setup direkt viel edler - hier kommt es also nicht nur auf eine einwandfreie Funktionalität an! 

Wie möchte ich spielen: Im Stehen oder im Sitzen?

Weiter geht es mit einer wichtigen Frage: Möchte der Spieler im Stehen, oder im Sitzen spielen? Je nach Entscheidung fallen hier einige Keyboardständer heraus. Auch die Breite der Keyboards entscheidet über die Wahl des Ständers. Für ein schweres Digitalpiano eignen sich am ehesten ein Tischständer oder ein stabiler X-Ständer. Säulenständer bieten hier aufgrund ihrer schmalen Auflageflächen eher einen Nachteil, denn diese führt alleine schon durch ihre Konstruktion zum Wackeln im Spielbetrieb.

Wer wiederum im Stehen spielt, der wird mit einem Tischständer kaum eine Lösung für sich finden, denn die meisten dieser Ablagen bieten gar nicht erst eine nutzbare Spielhöhe. Säulenständer, im Gegensatz zum Tischständer, eignen sich ideal für die stehende Spielweise und wirken weniger schön, wenn man dahinter sitzt.

Sollen mehrere Keyboards hoch- oder quer gestapelt werden?

Wer den Platz hat, der sollte sich fragen, ob er bei Bedarf die Keyboards eher horizontal oder vertikal anordnet. Schließlich bieten beide Varianten ihren Vorteil. Wer seine Keyboards beispielsweise lieber seitlich anordnet, der bleibt dem Publikum besser sichtbar und verschwindet nicht hinter dem manchmal recht dichten Aufbau übereinander geschichteter Keyboards.

Ein Vorteil ist, dass man hier auch mit zwei Ständern arbeiten kann, ohne sich über weitere Auflageflächen Gedanken zu machen. Allerdings muss man sich aber darüber im Klaren sein, dass man bei gleichzeitigem Spielen beider Keyboards evtl. limitiert ist, da meist nur ein Keyboard mit der rechten Hand zu spielen ist. Hier macht es Sinn sich vorher zu überlegen, welche Keyboards in welcher Reihenfolge angeordnet werden, um wichtige Parts auch mit einem gut erreichbaren Instrument spielen zu können.

Anders verhält es sich beim Schichten der Keyboards übereinander: Diese Variante bietet den Vorteil, dass man alle Keyboards grundsätzlich mit beiden Händen bedienen kann. Spielerisch kommt man hier auf seine Kosten - auch wenn es optisch nicht ganz so schön ist. Interessant sind hier u. a. die Jaspers-Stative, die durchaus bis zu sechs Keyboards aufnehmen können.

Wer sich vom „Hochstapeln“ der Keyboards nicht abhalten lässt, der sollte sich unbedingt von diesem Video des Keyboarders Mario Mathy inspirieren lassen. 

Mario Mathy - Jumping Dance

Der Scheren- oder X-Ständer: Ein Klassiker

Kommen wir zu einem echten Klassiker: Der X-Ständer, auch Scherenstativ genannt. Streng genommen handelt es sich bei X-Ständern eher um einfache, aber sehr praktische Ablagen für Keyboards. Die günstigsten X-Ständer erhält man oft schon für ca. 30 € - kein Wunder also, dass sie gerade zu einem Einsteigerkeyboard dazugekauft werden.

Ein Vorteil dieses Ständerformats ist das schnelle Auf- und Abbauen, denn über eine Schraube bzw. einen Schnellspanner lässt sich der X-Ständer ganz leicht aufstellen oder zusammenklappen. Für den Transport oder überall da, wo es schnell gehen soll, ist dieses Stativ besonders empfehlenswert. Außerdem ist dieser Ständertyp in seiner Höhe sehr einfach anpassbar. Ein Nachteil ist die schwindende Stabilität, je höher die Spielposition eingestellt ist. Zusätzlich ist zu bedenken, dass man in steileren Winkeln auch an Beinfreiheit und Platz für Pedale verliert.

Der Tischständer: Super stabil

Wenn es um Stabilität geht, dann kommt man an einem Tischständer nicht vorbei. Tischständer bieten den Vorteil, dass sie das Gewicht des auf ihm ruhenden Instruments optimal verteilen. Dabei liegt das Keyboard breitflächig auf, was nicht nur für große 88-Tasten-Modelle empfehlenswert ist. Der Vorteil liegt hier ganz klar auf der Hand: Der Tischständer eignet sich für alle, die es gerne solide mögen. Unter den verschiedenen Ausführungen befindet sich auch der von uns getestete K&M Omega 18810, der besonders robust und standfest ist. Im Gegensatz zu anderen Ständern ist er allerdings etwas umständlicher auf- und abzubauen und lässt sich nicht so platzsparend verstauen. 

Der Säulenständer: Spielen im Stehen

Kommen wir zur nächsten Gattung, dem Säulenständer. Hierbei handelt es sich typischerweise um eine Metall- oder Aluminium-Säule, an der gleich mehrere Auflageflächen angebracht werden können. Diese Ständer eignen sich vor allem für das Spielen im Stehen, da sich die Keyboards hier prima übereinander „schichten“ lassen und sich die Spielhöhe genau auf den Spieler einstellen lässt. Daneben lassen sie sich oftmals leicht und platzsparend zusammenbauen. Ein Klassiker unter den Säulenstativen ist beispielsweise der Ultimate AX-48 Pro.

Welche weitere Ständer-Varianten gibt es?

Neben den genannten drei Kategorien gibt es natürlich noch weitere Ständerausführungen im breitgefächerten Marktangebot. Zu den wohl bekanntesten Herstellern zählt der deutsche Hersteller Jaspers, der mit dessen Aluminium-Konstruktionen eine interessante Alternative zu den gängigen Ständerausführungen bietet. Durch ein praktisches Stecksystem per Alu-Rohren und Verbindungsstücken, lassen sich die Ständer ggf. auch nachträglich noch aufrüsten.

Das ist besonders praktisch, denn an den Rohren lassen sich auch noch weitere Halterungen befestigen. Besonders häufig sieht man diese Stative in Studios, denn mit einer deutlich höheren Anzahl an Auflageflächen, lassen sich auf den Jaspers-Ständern eine Menge Keyboards unterbringen. Der Vorteil dieser Stative ist u. a. das geringe Gewicht und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

Sollen am Keyboardständer noch zusätzliche Halter angebaut werden?

Neben den eigentlichen Keyboardständern sind noch einige weitere Kriterien wichtig, wenn man den passenden Ständer sucht. Wer Live etwa weitere Ablageflächen benötigt, der sollte unbedingt darauf achten, ob man am Stativ beispielsweise Ablagen für Laptop, Tablet, ein Notenpult oder etwa ein Mikrofon befestigen kann. Einige Tischstative und auch die Jaspers-Ständer bieten beispielsweise optionales Zubehör, um die Funktionalität noch zu erweitern. So lassen sich manche Ständer sehr flexibel konfigurieren.  

Ebenfalls nicht ganz unwichtig ist das Thema Beinfreiheit: Wer gerne mehrere Pedale verwendet, der sollte dies auch bei der Suche nach dem richtigen Stativ bedenken. Nicht alle Ständer bieten ausreichend Platz für diverse Pedale und Effekte und lassen aufgrund ihrer Konstruktion wenig Platz für Beine und Füße.

Jaspers Laptop Stand 20B                     Produktseite auf thomann.de

GEWA Tablet Holder                              Produktseite auf thomann.de

Jaspers 932S Music Rest                       Produktseite auf thomann.de

Jaspers Mic Boomarm Holder S KSV   Produktseite auf thomann.de

Soll der Keyboardständer regelmäßig transportiert werden?

Gerade für Bühnenprofis und alle, die viel unterwegs sind, spielen Aspekte, wie Gewicht, Transportabilität und das Packmaß eine wichtige Rolle. Tatsächlich existieren einige sehr gute Lösungen, wenn man nach platzsparenden und leichten Ständern sucht. Andere Stative hingegen lassen sich aufgrund ihrer sehr robusten und schweren Konstruktion nur schwer platzsparend zusammenpacken. Im Gegensatz zu dem recht schweren K&M Omega 18810 bietet der Hersteller K&M 18880 z. B. eine sehr leichte Alternative aus Aluminium und ist mit seinem Gewicht von unter 5 kg und einer platzsparenden Klappmechanik sehr gut für den regelmäßigen Transport geeignet.  

Passt der Keyboardständer optisch zu meinem Setup?

Viele Keyboardständer folgen eher dem Prinzip der Funktionalität - die Optik bleibt dabei oftmals auf der Strecke. Zum Glück gibt es aber auch Stative, die ein Keyboard optisch aufwerten und sich wirklich sehen lassen können. Wer also Wert auf Äußerlichkeiten legt, der sollte ggf. das Keyboard zum Testen mit in das Musikfachgeschäft des Vertrauens nehmen und ausprobieren, welcher Keyboardständer dazu passt. Manchmal ergibt sich das optische Erscheinungsbild erst im Gesamtkontext, ob die Kombination gut aussieht oder nicht. Bei Vintage-Keyboards sollte man, schon aus optischen Gründen, von X-Ständern eher absehen, denn ein Rhodes hat auf einem solchen Stativ noch nie eine gute Figur gemacht!

Testmarathon Keyboardständer

In unserem Testmarathon befinden sich Vertreter aller genannten Kategorien und auch einige Exoten. Aus Gründen der Vergleichbarkeit haben wir unseren Fokus auf doppelstöckige Ständer für zwei Keyboards gerichtet. Soviel vorweggenommen: Der perfekte Keyboardständer für alle Lebenslagen ist schwer zu finden. Jedes Modell hat Vor- und Nachteile und eignet sich für ganz bestimmte Anforderungen.

Wir hoffen, dass unsere Beobachtungen euch die Entscheidung für das passende Modell erleichtern.

Los geht's!

Ultimate AX-48pro

Der Ultimate AX-48pro kann angeblich bis 113 kg belastet werden. Doch wie schaut es mit dem Komfort aus?

K&M Spider Pro

Der König & Meyer »Spider Pro« bietet ein innovatives Fußdesign und eine hohe Tragfähigkeit. Wie bewährt sich das Konzept in der Praxis?

K&M Spider

Der König & Meyer »Spider« ist die etwas ältere und preiswertere Variante des Säulenständers »Spider Pro«. Lohnt sich das Sparen?

K&M 18868 Laptopablage

Als Zubehör für die Keyboardständer »Spider Pro« und »Baby Spider Pro« bietet König & Meyer die Laptopablage 18868 an. Wir haben sie ausprobiert.

Adam Hall SKS-22 XB

Unter den Säulenständern ist der Adam Hall SKS-22 XB einer der günstigsten Vertreter. Kann er auch in der Praxis überzeugen?

Millenium KS-3000

Es geht noch günstiger: Der Millenium KS-3000 unterbietet alle anderen getesteten Säulenständer deutlich im Preis. Aber hält er auch etwas aus?

K&M 18990 "Rick"

Das Modell 18990 »Rick« von König & Meyer ist ein Doppelstreben-X-Ständer mit einem optionalen Aufsatz für ein 2. Keyboard. Was sagt der Praxistest?

Millenium KS-2010

Der Millenium KS-2010 ist ein Doppelstreben-X-Ständer zu einem sehr günstigen Preis, der eine hohe Tragfähigkeit verspricht.

Jaspers KSV-2B

Der Jaspers KSV-2B ist ein doppelstöckiger X-Ständer aus Aluminium mit zusätzlichen seitlichen Stützen. Das lässt auf eine hohe Stabilität bei geringem Gew…

K&M 18810 "Omega"

Der König & Meyer 18810 »Omega« ist ein Tisch-Ständer aus Stahl. Das deutet auf eine hohe Stabilität hin. Wir haben ihn ausprobiert.

K&M 18880

Der Keyboardtisch König & Meyer 18880 ist äußerst leicht, doch umpusten können sollte man ihn nicht können. Wir haben die Backen gebläht!

Jaspers 2D-120 B

Der Jaspers 2D-120 B mutet an wie ein Gestell für eine Hollywoodschaukel. Von den Vor- und Nachteilen des Exoten erzählt dieser Testbericht.

K&M 19742 Tablet PC Stativhalter

Der Tablet PC Stativhalter 19742 von König & Meyer will eine elegante und professionelle Lösung liefern, um flache Mobilrechner sicher und optisch eleg…

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