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29.07.2020

Die 10 besten Bass-Synthesizer

Welche Synthesizer erzeugen die besten Bässe?

Die besten Bass-Synthesizer im Überblick

Synthesizer-Bässe sind trendy, haben sie doch bereits Jahrzehnte zuvor in Rock, Pop und Mainstream-Musik bewiesen, dass sie ein überaus flexibles Medium für den Bereich des Tief-Frequenzspektrums sind: Synthesizer-Bässe sind zeitlos und bieten einen großen Gestaltungsbereich. Wer Musik produziert, stellt sich die Frage: Welcher Synthesizer liefert eigentlich die fettesten Bässe? Schließlich ist der Bass in vielen Genres der elektronischen Musik neben den Drums eines der wichtigsten musikalischen Elemente. Drücken muss es, und zwar kräftig! Welcher Synthesizer aber ist der richtige, der Bässe so bringt, wie man sie sich vorstellt?

Die Auswahl an Synthesizern ist enorm, und man sollte eines wissen: Den einen, perfekten Bass-Synthesizer gibt es nicht. Jeder Synthesizer im Marktangebot hat seine besonderen Eigenschaften und das beginnt bereits in deren Aufbau: Der eine ist digital, der andere analog, was keinesfalls zu bedeuten hat, dass die eine oder andere Machart zu besseren oder schlechteren Bässen führt. Hier kommt jetzt auch der eigene Geschmack ins Spiel, der bereits in seinen Wurzeln vorgibt, was es denn klanglich werden soll. Oft fallen wichtige Entscheidungen gerade nach vorangegangener Inspiration leichter, wenn man sich in einem bestimmten Thema festgebissen hat. Welcher Synthesizer für dich der beste Bass-Synthesizer ist, hängt neben deinem persönlichen Geschmack auch von dem Genre ab in dem er eingesetzt wird, und natürlich von deiner Arbeitsweise.

Unsere Liste soll dir einen guten Startpunkt für die Suche bieten: Hier haben wir die Synthesizer zusammengestellt, die zwei Eigenschaften vereinen: Sie produzieren Bässe, die jede Tanzfläche zum Kochen bringen, und sind obendrein bezahlbar.

Hier sind unsere Tipps für die besten Bass-Synthesizer im Markt.

Quick Facts: Bass-Synthesizer

Was ist ein Bass-Synthesizer?

Ein Synthesizer kann als Bass-Synthesizer eingesetzt werden, wenn er Eigenschaften bietet, die das Erzeugen von Frequenzen im Tief-Frequenzspektrum ermöglichen. Zu diesen Eigenschaften gehören Oszillatoren, die im Bassbereich gut und kraftvoll klingen. In vielen Fällen unterstützt ein zusätzlicher Sub-Oszillator. Auch die Filter mancher Synthesizer klingen in den tiefen Frequenzbereichen besonders kraftvoll und sind beim Erzeugen von Bass-Sounds äußerst hilfreich. Zudem sind viele Synths, die als Bass-Synthesizer eingesetzt werden, technisch eher einfach aufgebaut. Das bringt geradlinige, schnörkellose Sounds hervor, die sich sehr gut als Bässe eignen und im Mix druckvoll klingen, ohne zu matschen.

Eine genaue Definition des Begriffs ‚Bass-Synthesizer‘ gibt es nicht. Dennoch existieren Exemplare, wie der Moog Taurus aus den 1970er Jahren, der über eine 13-Tasten-Pedaltastatur mit den Füßen gespielt wurde und von einer Reihe von Pop-, Rock- und Blues-Rock-Bands eingesetzt wurde.

Im Prinzip kann fast jeder Synthesizer Bass-Sounds erzeugen. Andersherum lassen sich auch allen Synthesizern, die von den Herstellern oder Nutzern als ‚Bass-Synthesizer‘ bezeichnet werden, andere Klänge als nur Bässe entlocken. Beispielsweise eignet sich die berühmte Roland TB-303 „Bass Line“ auch bestens für Sequenzen in höheren Frequenzbereichen. Und die Novation Bass Station II erzeugt nicht nur exzellente Bässe, sondern auch alle anderen Formen monophoner Klänge wie Leads, Sequenzen und sogar Drums.

Wichtige Bass-Synthesizer der Geschichte

Da beinahe jeder Synthesizer auch für Bass-Sounds eingesetzt werden kann, gibt es im Vergleich zur Gesamtzahl der jemals erschienenen Synthesizer nur wenige, die ausdrücklich als Bass-Synthesizer konzipiert sind. So hat die Synthesizer-Geschichte einige Ikonen hervorgebracht, die die tiefen Töne besonders gut beherrschten und die zum Teil bis heute Legendenstatus haben.

Moog Taurus (1975)

Im Jahr 1975 brachte Moog den Taurus I heraus. Es handelte sich um einen Synthesizer in Form eines Orgel-Basspedals, eine „Tastatur“, die mit den Füßen gespielt wird. Gedacht war der Taurus I als Bass-Instrument innerhalb eines größeren Synthesizer-Ensembles namens „Constellation“, das in der ursprünglich geplanten Form nie realisiert wurde. Die Klangerzeugung des Taurus I war mit zwei Oszillatoren, einem Filter und einer Hüllkurve einfach aufgebaut. Später erschien der Taurus II, dessen Klangerzeugung mit der des Moog Rogue identisch ist. Daher ist der Rogue noch heute sehr gefragt, wenn es ein Vintage-Synthesizer für fette Bässe sein soll. 

2009 brachte Moog den Taurus 3 heraus, eine moderne Neuauflage des Taurus I. Er blieb aber eine Rarität – wohl vor allem wegen der Fußbedienung, die ihn im wahrsten Sinne des Wortes doch etwas unhandlich machte. Im Jahr 2012 stellte Moog schließlich den kleinen Desktop-Synthesizer Minitaur vor, dessen Klangerzeugung sich an den historischen Taurus-Modellen orientiert. Er wird bis heute gebaut, klingt hervorragend und hat es daher auch in unsere Auswahl geschafft.

Korg SB-100 Synthe-Bass (1975)

Im gleichen Jahr erschienen wie der Moog Taurus I, brachte der „Synthe-Bass“ des damals noch in den Anfängen steckenden Herstellers Korg statt der Fußtastatur ein kleines 2-Oktaven-Keyboard mit. Die analoge Klangerzeugung war noch simpler als beim Moog: Ein Oszillator, eine rudimentäre AD-Hüllkurve und ein Filter. Dafür war der SB-100 aber auch extrem transportabel und war direkt in sein Flightcase eingebaut. Er blieb dennoch eine Randnotiz der Synthesizer-Geschichte.

 

Roland TB-303 Bass Line (1982)

Der berühmteste Synthesizer, der das Wort „Bass“ im Namen trägt, ist sicherlich die Roland TB-303 Bassline aus dem Jahr 1983. Ursprünglich war der kleine graue Analogsynth als Ergänzung zu der zeitgleich erschienenen TR-606 Drummachine gedacht, als Teil eines automatischen Begleitsystems zum Üben. Das Konzept floppte, was der TB-303 aber im Nachhinein nicht schadete. Im Gegenteil: Einige Jahre später entdeckten House- und Acid-Produzenten die Maschine und verhalfen ihr zu einem Kultstatus, der bis heute ungebrochen ist. Dabei schadete es auch nicht, dass die TB-303 im Vergleich zu vielen anderen Synthesizern in den tiefen Frequenzbereichen – nüchtern betrachtet – eher dünn klingt. Sie ist einfach Kult, hauptsächlich wegen ihrer Eigenschaft, einzigartige und unerwartete Sequenzen hervor zu bringen, und wegen ihres unwiderstehlichen, rau und ungezügelt zwitschernden Filters. Bis ins Unermessliche steigende Gebrauchtmarktpreise waren und sind die Folge; kaum ein „Normalsterblicher“ Musiker ohne stattliches Erbe kann sich heute noch eine originale 303 in funktionsfähigem Zustand leisten.

Deshalb wurde die TB-303 schon bald kopiert. Ohne Zweifel ist sie der meistimitierte Synthesizer der Geschichte, noch vor dem Minimoog. Schon in den Techno-verliebten 1990er Jahren gab es einige analoge Rack-Synthesizer wie den Syntecno TeeBee und den MAM MB-33, die die Klangerzeugung nachahmten. Letzterer wurde vor einigen Jahren als Desktop-Synthesizer MAM MB-33 Retro neu aufgelegt. Später kamen diverse „303-Klone“ hinzu, die neben der Klangerzeugung auch einen Sequenzer an Bord haben, der den eigenwilligen 303-Sequenzer mehr oder weniger originalgetreu nachahmt. Hier gehören der Open-Source-Synth Adafruit x0xb0x, der Cyclone Analogic TT-303 Bass Bot V2, sowie Rolands eigene Varianten TB-3 und TB-03 zu den bekanntesten Vertretern.

Novation Bass Station (1993)

Mitten in den tiefen 1990ern überraschte der damals junge Hersteller Novation mit einem analogen, monophonen Bass-Synthesizer. Im dunklen Digital-Zeitalter kam das fast einer Sensation gleich. Angesichts der sich damals auf dem Höhepunkt befindlichen Techno-Welle kam die Novation Bass Station I genau zur richtigen Zeit. Mit zwei DCOs inkl. PWM, einem bissigen Filter, zwei Envelopes und einem LFO lieferte sie sehr druckvolle Synth-Bässe. Es waren Synthesizer wie dieser, die bei vielen Produzenten und Keyboardern der damaligen Zeit wieder die Lust auf analoge Sounds und viele Regler zum Schrauben weckten – eine glückliche Wendung, die die Synthesizer-Geschichte bis heute prägt. 20 Jahre später brachte Novation 2013 die Bass Station II auf den Markt. Sie vereint die Merkmale der ersten Version mit vielen Neuerungen. Die Bass Station II klingt hervorragend, wird immer noch hergestellt, kostet nicht viel und darf daher auch in unserer Bestenliste nicht fehlen.

Sollte ein Bass-Synthesizer analog oder digital sein?

Fette Bässe lassen sich sowohl mit analogen als auch mit digitalen Synthesizern erzeugen. Die Frage, ob analog oder digital besser ist, kann man nicht pauschal beantworten. Jeder hat dazu eine eigene Meinung, und das ist auch gut so! Klanglich gibt es aber natürlich gewisse Unterschiede, und deshalb steht zunächst einmal die Frage im Raum, in welchem Musikstil das Instrument eingesetzt werden soll. Bei Synthesizer-Bass-Sounds denken viele zuerst instinktiv an fette, analoge Bässe im Moog-Stil. Und in vielen Stilen der elektronischen Musik, von Synth Pop über Hip Hop bis Deep House, sind solche Bässe auch bis heute sehr gefragt. Aber auch digitale Synthesizer-Bässe sind sehr populär, z. B. in allen Stilen, die mit den Elementen der 1980er Jahre spielen sowie in den Elektro- und EDM-Bereichen.

In diesen Genres setzen Produzenten gerne Synthesizer und Plug-ins ein, deren Klangerzeugung auf FM-Synthese oder Wavetables basieren. Die klangliche Bandbreite ist enorm, und letztlich ist natürlich erlaubt, was gefällt. Unter dem Strich kann man vielleicht festhalten: Analoge Bässe rufen oft Assoziationen, wie warm, saftig, rund, fett und breit hervor, während digitale Bässe gerne mit Adjektiven wie drahtig, aggressiv, kantig oder schneidend beschrieben werden. Allerdings sind die Übergänge fließend und man sollte sich von solchen Attributen nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Gerade heute gilt: Analog und digital können beide hervorragend klingen und ihre jeweiligen Stärken ausspielen. Das Ohr und der persönliche Geschmack entscheiden.

Was macht einen guten Bass-Synthesizer aus?

Die gute Nachricht ist: Für druckvolle, wirkungsvolle Bässe ist in der Regel keine besonders komplexe Klangerzeugung notwendig. Oft wirken Bass-Sounds in der Musik sogar überzeugender und entfalten ihre Kraft besser, wenn sie klanglich eher einfach gehalten sind. Komplexe Modulationen kommen bei Bass-Sounds kaum zur Geltung und können den Klang sogar verwässern. Daher können Bass-Synthesizer technisch einfach aufgebaut sein und trotzdem toll klingen. Das wiederum führt dazu, dass sich auch viele Synthesizer im unteren Preissegment hervorragend für Bass-Aufgaben eignen. Den Geldbeutel freut’s!

Ein analoger Bass-Synthesizer sollte einen oder zwei Oszillatoren mit druckvollen Grundschwingungsformen haben. Besonders wichtig für fette Bässe ist die Pulsschwingung (Rechteck), die sich idealerweise modulieren lassen sollte (PWM / Pulsbreitenmodulation). Auch die Dreieckschwingung ist für Bass-Aufgaben wichtig, da sie sich sehr gut dafür eignet, Bässen ein solides Fundament zu geben. Mehr als zwei Hauptoszillatoren sind in der Regel für Bässe nicht nötig, oftmals reicht einer (siehe oben – einfacher ist oft besser!). Allerdings kann ein Sub-Oszillator sehr nützlich sein! Funktionen wie Oszillator-Sync und Ringmodulation kommen bei klassischen Synth-Bässen eher selten zum Einsatz, können das Klangspektrum aber in Richtung drahtig und metallisch erweitern, wenn es etwas heftiger zur Sache gehen soll.

Beim Filter empfiehlt sich ein Tiefpassfilter mit 24dB/Okt. Flankensteilheit. Häufig ist aber der Sound des jeweiligen Filters entscheidender als die Flankensteilheit – auch mit weniger steilen Tiefpassfiltern kann man sehr fette Bässe erzeugen.  Da man für die meisten Bass-Sounds keine komplexen Modulationen benötigt, können die Hüllkurven und LFOs recht einfach ausgestattet sein. Optimal sind zwei ADSR-Hüllkurven für Lautstärke und Filter, aber es gibt auch viele berühmte Bass-Synthesizer, deren Hüllkurven sehr viel simpler aufgebaut sind. Das beste Beispiel dafür ist die TB-303 mit einer einzigen Hüllkurve, bei der zudem nur ein Parameter (Decay) regelbar ist. Ein LFO für Filter und/oder Pulsbreitenmodulation reicht in der Regel aus, es sei denn, man ist auf der Suche nach abgedrehten FM- und Wobble-Bässen für Dubstep und ähnliche Stile.

Bass-Synthesizer: Monophon oder polyphon?

Synthesizer, die speziell für Bass-Sounds entwickelt werden, sind in aller Regel monophon, können also nur eine Note zeitgleich erzeugen. Das reicht für Bässe aus, da es musikalisch nicht sinnvoll ist und obendrein fürchterlich klingt, wenn in einem so tiefen Frequenzbereich zwei Noten gleichzeitig klingen. Ein monophoner Sound bietet außerdem die Möglichkeit, die Bassline durch geschickte Verwendung von Portamento (Glide) und Legato lebendiger und interessanter zu gestalten. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass man auf einem polyphonen Synthesizer keine Bässe spielen kann! Allerdings sollte man den betreffenden Sound bzw. das Programm auf monophon einstellen, sofern der Synthesizer das erlaubt. Dadurch wird verhindert, dass es Klangmatsch gibt, wenn man aus Versehen zwei oder mehr Tasten gleichzeitig trifft. Bei den Presets der meisten Synthesizer ist das für Bass-Sounds oft schon voreingestellt.

Polyphone Synthesizer bieten oft eine Funktion, die für fette Bass-Sounds – richtig angewendet – nützlich sein kann: Den Unison-Modus. Dabei werden die Oszillatoren aller verfügbaren Stimmen zusammengeschaltet, was bei analogen Synthesizern einen fetteren Sound ergibt. Stellt man beispielsweise einen achtstimmig polyphonen Synthesizer auf Unison-Betrieb, kann er nur noch monophon gespielt werden, das aber achtmal übereinander. Gerade bei VCO-basierten Analog-Synthesizern, deren Oszillatoren leichte Stimmungsschwankungen aufweisen, kann das Ergebnis dann sehr fett sein. Aber Vorsicht: Mit dem Unison-Modus kann man sich gerade bei Bässen auch Probleme schaffen. Unison-Sounds eignen sich vor allem für tiefe, wabernde Bässe mit langen Noten. Für Punchy Bass Lines sind sie oft eher weniger geeignet, weil die Überlagerung mehrerer Oszillatoren zu Frequenzauslöschungen führen kann. Wenn das passiert, klingen mitunter nicht alle Noten gleich kraftvoll. Wenn jede Note gleichmäßig kräftig und druckvoll klingen soll, stellt man den Unison-Modus besser aus.

Braucht ein Bass-Synthesizer einen Sequenzer?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Es kommt ganz darauf an, wie du arbeitest und welche Musik du machst. Wenn du elektronische Musik mit Drummachines, Samplern und Sequenzern und/oder einer Loop-basierten DAW wie Ableton Live produzierst, gefällt dir die Arbeitsweise mit einem Step-Sequenzer wahrscheinlich besser, als das Einspielen von Basslines per Tastatur. Dann sollte also auch dein Bass-Synthesizer idealerweise einen Sequenzer besitzen, sodass du deine Bass-Patterns direkt darin programmieren kannst. Synthesizer ohne Sequenzer kannst du mit einem externen Sequenzer wie dem Beatstep Pro, dem Keystep, oder dem Keystep Pro von Arturia, oder dem Korg SQ-1 ansteuern. Kommst du eher vom Keyboard oder Klavier, spielst gerne auf einer Tastatur und nimmst deine Songs in linearen DAWs wie Logic oder Cubase auf?

Oder brauchst du einen Synthesizer, um darauf Basslines live auf der Bühne zu spielen? Dann kannst du wahrscheinlich auf einen eingebauten Sequenzer verzichten und solltest eher auf eine gute Tastatur und viele Möglichkeiten zum Schrauben an Sounds Wert legen. Bei manchen Synthesizern, allen voran der Roland TB-303, trägt der integrierte Sequenzer stark zum Charakter des Instruments bei. Die eigenwillige Programmierung des 303-Sequenzers führt immer wieder zu Ergebnissen, die man vielleicht nicht geplant hatte, die aber musikalisch sehr inspirierend sein können. Generell entstehen bei der Arbeitsweise mit Step-Sequenzern andere Ideen als beim Spielen auf einer Tastatur, weshalb man auch mal über den Tellerrand blicken und seine Komfortzone verlassen sollte – das gilt übrigens in beide Richtungen.

Tipps zur Wahl eines Bass-Synthesizers

Wie finde ich einen passenden Bass-Synthesizer?

Welcher Bass-Synthesizer für deine Zwecke der Beste ist, findest du am besten durch Ausprobieren heraus. Nur du kannst entscheiden, ob dir der Sound, die Funktionen und die Bedienung eines Synthesizers zusagen und deinen Ansprüchen genügen. Deshalb ist es am besten, mehrere Synthesizer im Laden oder bei Synthesizer-Events wie der Superbooth auszuprobieren und zu vergleichen. Wenn du dir vorher die folgenden Fragen stellst, kannst du die Auswahl aber schon erheblich eingrenzen:

  • In welchen Genres bist du musikalisch unterwegs, wie sollen die Bass-Sounds klingen?
  • Soll der Synthesizer neben Bässen auch andere Klänge erzeugen?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit Tastatur?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit integriertem Sequenzer?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit Speicherplätzen?
  • Wie wird der Synthesizer angesteuert? (MIDI, USB-MIDI, CV/Gate)

Tipps zum Testen und Checken:

  • Verlasse dich bei deinem Urteil nicht nur auf Presets! Klar, wir alle starten beim Antesten eines neuen Synthesizers zuerst das „Preset-Jogging“, und du kannst dabei auch viel über den Synthesizer erfahren. Allerdings lernst du nur diejenigen klanglichen Facetten kennen, die die Programmierer der Presets verwendet haben. Baue also beim Ausprobieren möglichst auch ein paar eigene Sounds. Dadurch lernst du den Synthesizer viel besser kennen und bekommst auch ein Gefühl dafür, ob dir die Bedienung zusagt und ob er klanglich zu deinen Vorstellungen passt.
  • Hat der Synthesizer alle Funktionen, die du für Bass-Sounds brauchst? Für klassische Analog-Bässe bist du mit 1 - 2 Oszillatoren, ggf. einem Sub-Oszillator, Filter, 1 - 2 Hüllkurven und einem LFO gut ausgestattet. Wenn es klanglich brachialer und aggressiver zugehen soll, achte auf Funktionen wie Sync, Ringmodulator, Oszillator- und Filter-FM sowie möglicherweise einen Distortion- oder Overdrive-Effekt.
  • Wie sieht es bei den Anschlüssen aus? Lässt sich der Synthesizer nahtlos in dein Setup integrieren? Wirst du ihn über MIDI, USB-MIDI oder CV/Gate ansteuern? 
  • Wenn der Synthesizer einen integrierten Sequenzer besitzt: Sagen dir die Funktionen und die Bedienung zu? Kannst du deine musikalischen Vorstellungen damit schnell umsetzen? Bietet der Sequenzer die nötigen Möglichkeiten zur Synchronisation mit deinen anderen Geräten?
  • Wenn der Synthesizer eine Tastatur besitzt: Wie ist das Spielgefühl? Ist es eine Tastatur mit normal breiten Tasten oder Minitasten? Wenn Letzteres: Kommst du damit zurecht? Gerade für live gespielte Bass-Sounds sollte die Tastatur knackig abgestimmt und nicht schwammig sein, damit man auch sehr kurze Noten rhythmisch präzise spielen kann.
  • Und natürlich, wie bei allen Instrumenten: Wie ist die Verarbeitungsqualität? Fühlen sich das Gehäuse, die Regler und die Anschlussbuchsen solide an?

Welche sind die besten Bass-Synthesizer?

Um euch einen Überblick über empfehlenswerte Bass-Synthesizer zu geben, haben wir unsere aktuellen Tipps in drei Kategorien eingeteilt:

  • Bass-Synthesizer mit Tastatur
  • Bass-Synthesizer mit Sequenzer
  • Desktop-Bass-Synthesizer

Was man wissen sollte: Beinahe alle Synthesizer eignen sich auch für Bässe, weshalb diese Tipps als Anhaltspunkte zum Ausprobieren gemeint sind. Wir haben uns auf Instrumente konzentriert, die relativ erschwinglich sind und mit denen ihr euer Setup ohne allzu großen finanziellen Aufwand um fette Bässe bereichern könnt. Nach oben ist die Skala natürlich offen.

Dass man mit einem Minimoog Model D, einem Sub 37 oder einem MFB Dominion 1 ebenfalls hervorragende Bässe hinbekommt, muss man wohl nicht extra erwähnen, und deshalb stehen Instrumente dieser Klasse hier auch außer Konkurrenz. In dieser Liste geht es um vergleichsweise günstige Synthesizer, die kein allzu großes Loch in euren Geldbeutel reißen und trotzdem toll klingen.

Moog Sub Sequent 25

Mit dem Moog Subsequent 25 offeriert der US-amerikanische Hersteller einen nicht nur optisch aufgewerteten Nachfolger des beliebten Bass-Könners Moog Sub Phatty. Auch technisch hat sich einiges getan:  Mit einem neu ausgelegten Gain-Staging im  Ladder-Filter wird die harmonische Sättigung und analoge Kompression verstärkt, was zu einem dichteren Tiefbass-Verhalten führt. Hinzu kommen Parafonie im Duo-Mode und eine neu abgestimmte Multidrive-Schaltung, die noch mehr Wumms bietet, als es der Moog Sub Phatty bereits konnte. Eine komplette MIDI-Integration bietet opulente Steuerungsmöglichkeiten, die durch eine toll gestaltete Editor/Librarian-Software noch unterstrichen wird. Ein echter Tipp für die, die fette Bass-Sounds lieben.

 

Moog Subsequent 25    Produktseite auf thomann.de

Korg Minilogue XD

Der Korg Minilogue XD ist ein sehr universell nutzbarer Synthesizer und vereint die Vorzüge des des großen Prologue in einem kompakten Gehäuse. Neben der analogen Tonerzeugung bietet der Minilogue XD, wie der Prologue auch eine digitale Multi-Engine, die mit einer Vielzahl an Third-Party Plug-ins (z. B. von Sinevibes) für immer neue Anwendungen bestückt werden kann. Ob ausgefallene Oszillatoren, Effekte, Filter, etc., die Multi-Engine bietet ein universelles Einsatzspektrum für viele Einsatzgebiete. Das unterscheidet den kleinen Minilogue XD von anderen Konzepten. Das Klangspektrum des 'XD' ist ebenso vielseitig: Von warmen Pads über fette Bässe, bis hin zu knackigen Lead Voices wird alles geboten. Zusätzlich zur Klangerzeugung bietet der Minilogue XD auch eine hochwertige Digitaleffekt-Einheit, die mit drei gleichzeitig einsetzbaren Effekttypen (Modulation, Reverb und Delay) das nötige Ambiente in die Sounds bringt. Über User-Effect-Slots lassen sich zudem selbst erstellte Effektprogramme laden. Für die Animation der Sounds sorgt ein integrierter polyphoner 16 Step Sequenzer inkl. Motion Sequenzer, mit dem selbst komplexe Modulationen aufgezeichnet werden können.

Korg Minilogue    Produktseite auf thomann.de

Novation Bass Station II

Die Novation Bass Station II ist ein echter Dauerbrenner. Es gibt sie schon seit 2013, eine halbe Ewigkeit in Synthesizer-Jahren. Dabei hat sie nie an Charme verloren. Mit zwei Oszillatoren, einem Sub-Oszillator, zwei verschiedenen Filter-Charakteristiken, je zwei Envelopes und LFOs sowie Filter FM und Distortion, ist sie für ihre Größe und ihren Preis ein erstaunlich potenter Analogsynthesizer. Arpeggiator und Step-Sequenzer runden das Gesamtpaket ab. Übrigens betreibt Novation eine sehr gute Produktpflege: Für die Bass Station II gab es mehrere Firmware-Updates, die den Funktionsumfang des Synths zum Teil erheblich erweitert haben, zuletzt um den bemerkenswerten „Aphex-Twin-Mode“. Obwohl sie schon einige Jahre auf dem Buckel hat, darf die Bass Station II in dieser Liste nicht fehlen. 

Novation Bass Station II    Produktseite auf thomann.de

Arturia MiniBrute 2

Der Arturia MiniBrute 2 bietet alles, was schon den Vorgänger zu einem tollen Synthesizer machte: Einen klanglich äußerst vielseitigen Oszillator mit vielen Waveshaping-Optionen, das markante Steiner-Parker-Filter und den „Brute Factor“, eine Art Filter Overdrive. Bei der Neuauflage kam ein zweiter Oszillator hinzu, zudem bietet der „neue“ MiniBrute extrem vielseitige Modulationen durch das semi-modulare Patchfeld. Auch mit Modularsystemen spielt er daher perfekt zusammen. Ebenfalls an Bord ist ein Step-Sequenzer. Was der MiniBrute 2 nach wie vor nicht bietet, sind Speicherplätze. Dafür ist er durch und durch analog, klingt toll und hat klanglich einiges mehr zu bieten als sein Vorgänger. Tastaturmuffel können alternativ zum MiniBrute 2S greifen, der statt der Tasten einen integrierten Sequenzer mit mehr Funktionen bietet.

Arturia Minibrute 2 Produktseite auf thomann.de
Arturia Minibrute 2S    Produktseite auf thomann.de

Dreadbox Typhon

Dem kleinen Dreadbox Typhon Desktop-Syntesizer sieht man seine Power äußerlich nicht an. Unter seiner Haube steckt ein ausgewachsener monophoner und analoger Synthesizer, ergänz durch einen Seuenzer und digitalen Effekten des renommierten Herstellers  Sinevibes, die u. a. eine Reihe von DSP-Plug-Ins entwickelt hat, welche in allen ‚logue‘-kompatiblen Synthesizern von Korg, wie PrologueMinilogue XD und NTS-1 verwendet werden können. Eigen ist das von Dreadbox auf nur wenige Bedienelemente reduzierte User-Interface, was nicht einschränkt, sondern eher inspiriert. Der Sound des kleinen Desktop-Synthesizers ist modern und druckvoll, was sich nicht nur in den Bässen zeigt. Dreadbox hat mit dem Typhon einen Synthesizer geschaffen, der intuitiv zu bedienen ist und vielseitig einsetzbar ist. Den muss man sich auf jeden Fall einmal anhören. 

Dreadbox Typhon    Produktseite auf thomann.de

Modal Electronics Argon8M

Der Modal Electronics Argon8M ist das Desktop-Modul des Argon8 Synthesizers, der mit digitaler Wavetable-Synthese ausgerüstet einen sehr eigenständigen Sound liefert, bedingt schon durch die Art der Tonerzeugung. Das alleine schon macht den Synthesizer interessant, lässt sich per Wavetables doch Leben in die Sounds bringen, wodurch Bass-Sounds völlig neu definiert werden können. Der leicht bedienbare Synthesizer ermöglicht so auch Neulingen echten Schraubspaß, der mithilfe der kostenlosen ModalApp unterstützt wird. Wer auf klangliche Individualität Wert legt und, der sollte sich das Argon8M Modul einmal genau ansehen.

Modal Electronics Argon8M    Produktseite auf thomann.de

Erica Synths Bassline DB-01

Die Erica Synths Bassline DB-01 scheint auf den ersten Blick eine weitere Version einer TB-303 zu sein, deren klassisches Konzept in allen Varianten bis in die heutige Zeit kopiert wurde, warum wohl … Dem aber ist nicht so. Mit der DB-01 hat Erica Synths einen Desktop-Mono-Synth um deren modulares Bassline-Modul gebaut und das Ganze noch performance-orientiert erweitert. Die Klangerzeugung selbst bietet zusätzlich zu den drei Wellenformen des Hauptoszillators noch einen Sub-Oszillator und einen Noise-Generator, dazu Frequenzmodulation, einen synchronisierbaren LFO für FM und VCF sowie eine fein dosierbare Sättigungsstufe. Das sollte eigentlich schon reichen. Die Erica Synths Bassline DB-01 bietet völlig eigenständiges Klangpotential und zusammen mit dem wirklich gelungenen Sequenzer entstehen Klänge, die man sonst nur einem ausgewachsenen Modularsystem zutrauen würde. Und noch ein wichtiger Punkt: Wer Erica Synths kennt, der weiß, dass das Haus für seine mitunter ruppigen und brachialen Klänge bekannt ist. Die Bassline DB-01 ist schon eine Überlegung wert.

Erica Synths Bassline DB-01    Produktseite auf thomann.de

Twisted Electrons MEGAfm 

Wie der Name bereits sagt, ist der Twisted Electrons MEGAfm ein Desktop-Synthesizer, mit 4-operatoriger FM-Tonerzeugung auf Basis zweier klassischer FM-Chips des Typs YM2612, aus dem Hause Yamaha, die bereits Ende der 1980er Jahre vom Spielkonsolen-Giganten „Sega“ in die bekannten Megadrive-Konsolen verbaut worden sind. Der MEGAfm ist zudem mit einer Bedienoberfläche ausgestattet, welche haptische Kontrolle über viele Parameter bietet, die zum Erstellen von Sounds geboten werden. Daneben bietet der Synthesizer zusätzliche Funktionen, wie Sequenzer/Arpeggiator und eine echte Plug-In Steuerung. Wer es rauer mag ist mit dem MEGAfm bestens bedient, denn die beiden verwendeten YM2612-Chips und die zum Einsatz kommende Digital/Analog-Klangwandlung per 9-Bit DAC sind quasi dafür geboren. Auch der MEGAfm von Twisted Electrons kommt 'tief runter' und und präsentiert sich mit völlig eigenständigen Bass-Sounds.

Twisted Electrons MEGAfm       Produktseite auf thomann.de

Die besten Desktop-Bass-Synthesizer

Unsere Empfehlungen: Bass-Synthesizer mit Tischgehäuse

Moog Minitaur

Der Moog Minitaur mag klein und unscheinbar sein, aber dank seiner Taurus-Gene stecken in ihm super-fette Analogbässe. Obwohl er schon einige Jahre auf dem Markt ist, kann dem Minitaur in Sachen Druck kaum ein anderer Synth das Wasser reichen. Seine Klangerzeugung ist schnörkellos. Der Minitaur hat zwei VCOs mit Sägezahn- und Pulsschwingungen, die seit dem Firmware-Update 2.2 auch Sync beherrschen. Dazu gibt es das resonanzfähige Taurus-Filter, zwei Envelopes und einen LFO. Mit einer umfangreichen MIDI-Implementation lässt sich der Minitaur problemlos in alle Studios integrieren. Kürzlich erschien mit dem Moog Sirin eine limitierte Neuauflage, die auch für Lead-Sounds ausgelegt ist. Da der Sirin aber stark limitiert ist, hält in dieser Liste sein älterer Bruder Minitaur die Taurus-Fahne hoch.

Behringer Cat

Der Behringer Cat Synthesizer ist ein Nachbau des legendären Octave Cat Synths aus den 1980er Jahren, der sich schon damals am Sound der berühmten ARP-Synthesizer orientierte. In seinem Aufbau erinnert alleine die Bedienoberfläche schon an das Original, wobei Behringer dem Nachbau noch eine Patchbay spendiert hat. Technisch bietet der Cat zwei VCOs mit unterschiedlichen Wellenformen, wobei VCO 1 noch über eine Sub-Oktave verfügt. Des Weiteren gibt es noch ein 24dB Tiefpass-Filter mit Resonanz, zwei Hüllkurven und einen LFO für das Formen von Klängen mithilfe der beiden syncbaren VCOs. Paraphon spielbar bietet der Cat Synthesizer einen druckvollen Sound, dessen mittiger Charakter einen sofort in die 1970er Jahre versetzt. Schnelle Hüllkurven erledigen dann den Rest, wodurch der Synthesizer auch prägnante Bass-Sounds auf die Beine stellt.

Behringer Cat    Produktseite auf thomann.de

Schlusswort

Die Liste mit unseren Top 10 Bass-Synthesizern soll dir eine Idee vermitteln, welche unterschiedlichen Konzepte der Synthesizer-Markt bietet und welche Synthesizer man getrost als Bass-Synthesizer einsetzen kann. Klar ist auch, dass diese Auswahl subjektiv ist, denn die Geschmäcker sind so unterschiedlich. Und nicht nur die, auch die verschiedenen Anwendungsbereiche unterscheiden sich deutlich. Auch ist diese Liste hier noch lange nicht zu Ende, denn es gibt noch wesentlich mehr Synthesizer in allen Preisbereichen, die alle tolle Bässe erzeugen können und ganz verschiedene klangliche Möglichkeiten bieten. Daher steht am Ende, wie so oft, die Empfehlung, möglichst viele Instrumente selbst auszuprobieren. Schließlich geht es darum, dass du einen Synthesizer findest, der perfekt zu deinem ganz persönlichen Geschmack und deiner Arbeitsweise passt. Da kann eine solche Liste natürlich nur ein Anhaltspunkt sein. Fest steht aber: Die präsentierten Synthesizer haben sich bewährt, wenn es um fette und eigenständige Bässe geht. 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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