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08.01.2021

Die 10 besten Bass-Synthesizer

Welche Synthesizer erzeugen die fettesten Bässe?

Die besten Bass-Synthesizer im Überblick

Synthesizer-Bässe sind trendy, haben sie doch bereits Jahrzehnte zuvor in Rock, Pop und Mainstream-Musik bewiesen, dass sie ein überaus flexibles Medium für den Bereich des Tief-Frequenzspektrums sind: Synthesizer-Bässe sind zeitlos und bieten einen großen Gestaltungsbereich. Wer Musik produziert, stellt sich die Frage: Welcher Synthesizer liefert eigentlich die fettesten Bässe? Schließlich ist der Bass in vielen Genres der elektronischen Musik neben den Drums eines der wichtigsten musikalischen Elemente. Drücken muss es, und zwar kräftig! Welcher Synthesizer aber ist der richtige, der Bässe so bringt, wie man sie sich vorstellt?

Die Auswahl an Synthesizern ist enorm, und man sollte eines wissen: Den einen, perfekten Bass-Synthesizer gibt es nicht. Jeder Synthesizer im Marktangebot hat seine besonderen Eigenschaften und das beginnt bereits in deren Aufbau: Der eine ist digital, der andere analog, was keinesfalls zu bedeuten hat, dass die eine oder andere Machart zu besseren oder schlechteren Bässen führt. Hier kommt jetzt auch der eigene Geschmack ins Spiel, der bereits in seinen Wurzeln vorgibt, was es denn klanglich werden soll. Oft fallen wichtige Entscheidungen gerade nach vorangegangener Inspiration leichter, wenn man sich in ein bestimmtes Thema versteift hat. Welcher Synthesizer für dich der beste Bass-Synthesizer ist, hängt neben deinem persönlichen Geschmack auch von dem Genre ab in dem er eingesetzt wird, und natürlich von deiner Arbeitsweise.

Unsere Liste soll deiner Orientierung dienen und dir einen soliden Startpunkt für deine Suche bieten: Hier haben wir die Synthesizer zusammengestellt, die wichtige Eigenschaften vereinen: Sie produzieren Bässe, die jede Tanzfläche zum Kochen bringen und bieten unterschiedliche Tonerzeugungs-Konzepte.

Hier sind unsere Tipps für die besten Bass-Synthesizer im Markt.

Quick Facts: Bass-Synthesizer

Was ist ein Bass-Synthesizer?

Ein Synthesizer kann als Bass-Synthesizer eingesetzt werden, wenn er Eigenschaften bietet, die das Erzeugen von Frequenzen im Tief-Frequenzspektrum ermöglichen. Zu diesen Eigenschaften gehören Oszillatoren, die im Bassbereich gut und kraftvoll klingen. In vielen Fällen unterstützt ein zusätzlicher Sub-Oszillator. Auch die Filter mancher Synthesizer klingen in den tiefen Frequenzbereichen besonders kraftvoll und sind beim Erzeugen von Bass-Sounds äußerst hilfreich. Zudem sind viele Synths, die als Bass-Synthesizer eingesetzt werden, technisch eher einfach aufgebaut. Das bringt geradlinige, schnörkellose Sounds hervor, die sich sehr gut als Bässe eignen und im Mix druckvoll klingen, ohne zu matschen.

Eine genaue Definition des Begriffs ‚Bass-Synthesizer‘ gibt es nicht. Dennoch existieren Exemplare, wie der Moog Taurus aus den 1970er Jahren, der über eine 13-Tasten-Pedaltastatur mit den Füßen gespielt wurde und von einer Reihe von Pop-, Rock- und Blues-Rock-Bands eingesetzt wurde.

Im Prinzip kann fast jeder Synthesizer Bass-Sounds erzeugen. Andersherum lassen sich auch allen Synthesizern, die von den Herstellern oder Nutzern als ‚Bass-Synthesizer‘ bezeichnet werden, andere Klänge als nur Bässe entlocken. Beispielsweise eignet sich die berühmte Roland TB-303 „Bass Line“ auch bestens für Sequenzen in höheren Frequenzbereichen. Und die Novation Bass Station II erzeugt nicht nur exzellente Bässe, sondern auch alle anderen Formen monophoner Klänge wie Leads, Sequenzen und sogar Drums.

Wichtige Bass-Synthesizer der Geschichte

Da beinahe jeder Synthesizer auch für Bass-Sounds eingesetzt werden kann, gibt es im Vergleich zur Gesamtzahl der jemals erschienenen Synthesizer nur wenige, die ausdrücklich als Bass-Synthesizer konzipiert sind. So hat die Synthesizer-Geschichte einige Ikonen hervorgebracht, die die tiefen Töne besonders gut beherrschten und die zum Teil bis heute Legendenstatus haben.

Moog Taurus (1975)

Im Jahr 1975 brachte Moog den Taurus I heraus. Es handelte sich um einen Synthesizer in Form eines Orgel-Basspedals, eine „Tastatur“, die mit den Füßen gespielt wird. Gedacht war der Taurus I als Bass-Instrument innerhalb eines größeren Synthesizer-Ensembles namens „Constellation“, das in der ursprünglich geplanten Form nie realisiert wurde. Die Klangerzeugung des Taurus I war mit zwei Oszillatoren, einem Filter und einer Hüllkurve einfach aufgebaut. Später erschien der Taurus II, dessen Klangerzeugung mit der des Moog Rogue identisch ist. Daher ist der Rogue noch heute sehr gefragt, wenn es ein Vintage-Synthesizer für fette Bässe sein soll. 

2009 brachte Moog den Taurus 3 heraus, eine moderne Neuauflage des Taurus I. Er blieb aber eine Rarität – wohl vor allem wegen der Fußbedienung, die ihn im wahrsten Sinne des Wortes doch etwas unhandlich machte. Im Jahr 2012 stellte Moog schließlich den kleinen Desktop-Synthesizer Minitaur vor, dessen Klangerzeugung sich an den historischen Taurus-Modellen orientiert. Er wird bis heute gebaut, klingt hervorragend und hat es daher auch in unsere Auswahl geschafft.

Korg SB-100 Synthe-Bass (1975)

Im gleichen Jahr erschienen wie der Moog Taurus I, brachte der „Synthe-Bass“ des damals noch in den Anfängen steckenden Herstellers Korg statt der Fußtastatur ein kleines 2-Oktaven-Keyboard mit. Die analoge Klangerzeugung war noch simpler als beim Moog: Ein Oszillator, eine rudimentäre AD-Hüllkurve und ein Filter. Dafür war der SB-100 aber auch extrem transportabel und war direkt in sein Flightcase eingebaut. Er blieb dennoch eine Randnotiz der Synthesizer-Geschichte.

 

Roland TB-303 Bass Line (1982)

Der berühmteste Synthesizer, der das Wort „Bass“ im Namen trägt, ist sicherlich die Roland TB-303 Bassline aus dem Jahr 1983. Ursprünglich war der kleine graue Analogsynth als Ergänzung zu der zeitgleich erschienenen TR-606 Drummachine gedacht, als Teil eines automatischen Begleitsystems zum Üben. Das Konzept floppte, was der TB-303 aber im Nachhinein nicht schadete. Im Gegenteil: Einige Jahre später entdeckten House- und Acid-Produzenten die Maschine und verhalfen ihr zu einem Kultstatus, der bis heute ungebrochen ist. Dabei schadete es auch nicht, dass die TB-303 im Vergleich zu vielen anderen Synthesizern in den tiefen Frequenzbereichen – nüchtern betrachtet – eher dünn klingt. Sie ist einfach Kult, hauptsächlich wegen ihrer Eigenschaft, einzigartige und unerwartete Sequenzen hervor zu bringen, und wegen ihres unwiderstehlichen, rau und ungezügelt zwitschernden Filters. Bis ins Unermessliche steigende Gebrauchtmarktpreise waren und sind die Folge; kaum ein „Normalsterblicher“ Musiker ohne stattliches Erbe kann sich heute noch eine originale 303 in funktionsfähigem Zustand leisten.

Deshalb wurde die TB-303 schon bald kopiert. Ohne Zweifel ist sie der meistimitierte Synthesizer der Geschichte, noch vor dem Minimoog. Schon in den Techno-verliebten 1990er Jahren gab es einige analoge Rack-Synthesizer wie den Syntecno TeeBee und den MAM MB-33, die die Klangerzeugung nachahmten. Letzterer wurde vor einigen Jahren als Desktop-Synthesizer MAM MB-33 Retro neu aufgelegt. Später kamen diverse „303-Klone“ hinzu, die neben der Klangerzeugung auch einen Sequenzer an Bord haben, der den eigenwilligen 303-Sequenzer mehr oder weniger originalgetreu nachahmt. Hier gehören der Open-Source-Synth Adafruit x0xb0x, der Cyclone Analogic TT-303 Bass Bot V2, sowie Rolands eigene Varianten TB-3 und TB-03 zu den bekanntesten Vertretern.

Novation Bass Station (1993)

Mitten in den tiefen 1990ern überraschte der damals junge Hersteller Novation mit einem analogen, monophonen Bass-Synthesizer. Im dunklen Digital-Zeitalter kam das fast einer Sensation gleich. Angesichts der sich damals auf dem Höhepunkt befindlichen Techno-Welle kam die Novation Bass Station I genau zur richtigen Zeit. Mit zwei DCOs inkl. PWM, einem bissigen Filter, zwei Envelopes und einem LFO lieferte sie sehr druckvolle Synth-Bässe. Es waren Synthesizer wie dieser, die bei vielen Produzenten und Keyboardern der damaligen Zeit wieder die Lust auf analoge Sounds und viele Regler zum Schrauben weckten – eine glückliche Wendung, die die Synthesizer-Geschichte bis heute prägt. 20 Jahre später brachte Novation 2013 die Bass Station II auf den Markt. Sie vereint die Merkmale der ersten Version mit vielen Neuerungen. Die Bass Station II klingt hervorragend, wird immer noch hergestellt, kostet nicht viel und darf daher auch in unserer Bestenliste nicht fehlen.

Sollte ein Bass-Synthesizer analog oder digital sein?

Fette Bässe lassen sich sowohl mit analogen als auch mit digitalen Synthesizern erzeugen. Die Frage, ob analog oder digital besser ist, kann man nicht pauschal beantworten. Jeder hat dazu eine eigene Meinung, und das ist auch gut so! Klanglich gibt es aber natürlich gewisse Unterschiede, und deshalb steht zunächst einmal die Frage im Raum, in welchem Musikstil das Instrument eingesetzt werden soll. Bei Synthesizer-Bass-Sounds denken viele zuerst instinktiv an fette, analoge Bässe im Moog-Stil. Und in vielen Stilen der elektronischen Musik, von Synth Pop über Hip Hop bis Deep House, sind solche Bässe auch bis heute sehr gefragt. Aber auch digitale Synthesizer-Bässe sind sehr populär, z. B. in allen Stilen, die mit den Elementen der 1980er Jahre spielen sowie in den Elektro- und EDM-Bereichen.

In diesen Genres setzen Produzenten gerne Synthesizer und Plug-ins ein, deren Klangerzeugung auf FM-Synthese oder Wavetables basieren. Die klangliche Bandbreite ist enorm, und letztlich ist natürlich erlaubt, was gefällt. Unter dem Strich kann man vielleicht festhalten: Analoge Bässe rufen oft Assoziationen, wie warm, saftig, rund, fett und breit hervor, während digitale Bässe gerne mit Adjektiven wie drahtig, aggressiv, kantig oder schneidend beschrieben werden. Allerdings sind die Übergänge fließend und man sollte sich von solchen Attributen nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Gerade heute gilt: Analog und digital können beide hervorragend klingen und ihre jeweiligen Stärken ausspielen. Das Ohr und der persönliche Geschmack entscheiden.

Was macht einen guten Bass-Synthesizer aus?

Die gute Nachricht ist: Für druckvolle, wirkungsvolle Bässe ist in der Regel keine besonders komplexe Klangerzeugung notwendig. Oft wirken Bass-Sounds in der Musik sogar überzeugender und entfalten ihre Kraft besser, wenn sie klanglich eher einfach gehalten sind. Komplexe Modulationen kommen bei Bass-Sounds kaum zur Geltung und können den Klang sogar verwässern. Daher können Bass-Synthesizer technisch einfach aufgebaut sein und trotzdem toll klingen. Das wiederum führt dazu, dass sich auch viele Synthesizer im unteren Preissegment hervorragend für Bass-Aufgaben eignen. Den Geldbeutel freut’s!

Ein analoger Bass-Synthesizer sollte einen oder zwei Oszillatoren mit druckvollen Grundschwingungsformen haben. Besonders wichtig für fette Bässe ist die Pulsschwingung (Rechteck), die sich idealerweise modulieren lassen sollte (PWM / Pulsbreitenmodulation). Auch die Dreieckschwingung ist für Bass-Aufgaben wichtig, da sie sich sehr gut dafür eignet, Bässen ein solides Fundament zu geben. Mehr als zwei Hauptoszillatoren sind in der Regel für Bässe nicht nötig, oftmals reicht einer (siehe oben – einfacher ist oft besser!). Allerdings kann ein Sub-Oszillator sehr nützlich sein! Funktionen wie Oszillator-Sync und Ringmodulation kommen bei klassischen Synth-Bässen eher selten zum Einsatz, können das Klangspektrum aber in Richtung drahtig und metallisch erweitern, wenn es etwas heftiger zur Sache gehen soll.

Beim Filter empfiehlt sich ein Tiefpassfilter mit 24dB/Okt. Flankensteilheit. Häufig ist aber der Sound des jeweiligen Filters entscheidender als die Flankensteilheit – auch mit weniger steilen Tiefpassfiltern kann man sehr fette Bässe erzeugen.  Da man für die meisten Bass-Sounds keine komplexen Modulationen benötigt, können die Hüllkurven und LFOs recht einfach ausgestattet sein. Optimal sind zwei ADSR-Hüllkurven für Lautstärke und Filter, aber es gibt auch viele berühmte Bass-Synthesizer, deren Hüllkurven sehr viel simpler aufgebaut sind. Das beste Beispiel dafür ist die TB-303 mit einer einzigen Hüllkurve, bei der zudem nur ein Parameter (Decay) regelbar ist. Ein LFO für Filter und/oder Pulsbreitenmodulation reicht in der Regel aus, es sei denn, man ist auf der Suche nach abgedrehten FM- und Wobble-Bässen für Dubstep und ähnliche Stile.

Bass-Synthesizer: Monophon oder polyphon?

Synthesizer, die speziell für Bass-Sounds entwickelt werden, sind in aller Regel monophon, können also nur eine Note zeitgleich erzeugen. Das reicht für Bässe aus, da es musikalisch nicht sinnvoll ist und obendrein fürchterlich klingt, wenn in einem so tiefen Frequenzbereich zwei Noten gleichzeitig klingen. Ein monophoner Sound bietet außerdem die Möglichkeit, die Bassline durch geschickte Verwendung von Portamento (Glide) und Legato lebendiger und interessanter zu gestalten. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass man auf einem polyphonen Synthesizer keine Bässe spielen kann! Allerdings sollte man den betreffenden Sound bzw. das Programm auf monophon einstellen, sofern der Synthesizer das erlaubt. Dadurch wird verhindert, dass es Klangmatsch gibt, wenn man aus Versehen zwei oder mehr Tasten gleichzeitig trifft. Bei den Presets der meisten Synthesizer ist das für Bass-Sounds oft schon voreingestellt.

Polyphone Synthesizer bieten oft eine Funktion, die für fette Bass-Sounds – richtig angewendet – nützlich sein kann: Den Unison-Modus. Dabei werden die Oszillatoren aller verfügbaren Stimmen zusammengeschaltet, was bei analogen Synthesizern einen fetteren Sound ergibt. Stellt man beispielsweise einen achtstimmig polyphonen Synthesizer auf Unison-Betrieb, kann er nur noch monophon gespielt werden, das aber achtmal übereinander. Gerade bei VCO-basierten Analog-Synthesizern, deren Oszillatoren leichte Stimmungsschwankungen aufweisen, kann das Ergebnis dann sehr fett sein. Aber Vorsicht: Mit dem Unison-Modus kann man sich gerade bei Bässen auch Probleme schaffen. Unison-Sounds eignen sich vor allem für tiefe, wabernde Bässe mit langen Noten. Für Punchy Bass Lines sind sie oft eher weniger geeignet, weil die Überlagerung mehrerer Oszillatoren zu Frequenzauslöschungen führen kann. Wenn das passiert, klingen mitunter nicht alle Noten gleich kraftvoll. Wenn jede Note gleichmäßig kräftig und druckvoll klingen soll, stellt man den Unison-Modus besser aus.

Benötigt ein Bass-Synthesizer einen Sequenzer?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Es kommt ganz darauf an, wie du arbeitest und welche Musik du machst. Wenn du elektronische Musik mit Drummachines, Samplern und Sequenzern und/oder einer Loop-basierten DAW wie Ableton Live produzierst, gefällt dir die Arbeitsweise mit einem Step-Sequenzer wahrscheinlich besser, als das Einspielen von Basslines per Tastatur. Dann sollte also auch dein Bass-Synthesizer idealerweise einen Sequenzer besitzen, sodass du deine Bass-Patterns direkt darin programmieren kannst. Synthesizer ohne Sequenzer kannst du mit einem externen Sequenzer wie dem Beatstep Pro, dem Keystep, oder dem Keystep Pro von Arturia, oder dem Korg SQ-1 bzw. dem Korg SQ-64 ansteuern. Kommst du eher vom Keyboard oder Klavier, spielst gerne auf einer Tastatur und nimmst deine Songs in linearen DAWs wie Logic oder Cubase auf?

Oder brauchst du einen Synthesizer, um darauf Basslines live auf der Bühne zu spielen? Dann kannst du wahrscheinlich auf einen eingebauten Sequenzer verzichten und solltest eher auf eine gute Tastatur und viele Möglichkeiten zum Schrauben an Sounds Wert legen. Bei manchen Synthesizern, allen voran der Roland TB-303, trägt der integrierte Sequenzer stark zum Charakter des Instruments bei. Die eigenwillige Programmierung des 303-Sequenzers führt immer wieder zu Ergebnissen, die man vielleicht nicht geplant hatte, die aber musikalisch sehr inspirierend sein können. Generell entstehen bei der Arbeitsweise mit Step-Sequenzern andere Ideen als beim Spielen auf einer Tastatur, weshalb man auch mal über den Tellerrand blicken und seine Komfortzone verlassen sollte – das gilt übrigens in beide Richtungen.

Tipps zur Wahl eines Bass-Synthesizers

Wie finde ich einen passenden Bass-Synthesizer?

Welcher Bass-Synthesizer für deine Zwecke der Beste ist, findest du am besten durch Ausprobieren heraus. Nur du kannst entscheiden, ob dir der Sound, die Funktionen und die Bedienung eines Synthesizers zusagen und deinen Ansprüchen genügen. Deshalb ist es am besten, mehrere Synthesizer im Laden oder bei Synthesizer-Events wie der Superbooth auszuprobieren und zu vergleichen. Wenn du dir vorher die folgenden Fragen stellst, kannst du die Auswahl aber schon erheblich eingrenzen:

  • In welchen Genres bist du musikalisch unterwegs, wie sollen die Bass-Sounds klingen?
  • Soll der Synthesizer neben Bässen auch andere Klänge erzeugen?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit Tastatur?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit integriertem Sequenzer?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit Speicherplätzen?
  • Wie wird der Synthesizer angesteuert? (MIDI, USB-MIDI, CV/Gate)

Tipps zum Testen und Checken:

  • Verlasse dich bei deinem Urteil nicht nur auf Presets! Klar, wir alle starten beim Antesten eines neuen Synthesizers zuerst das „Preset-Jogging“, und du kannst dabei auch viel über den Synthesizer erfahren. Allerdings lernst du nur diejenigen klanglichen Facetten kennen, die die Programmierer der Presets verwendet haben. Baue also beim Ausprobieren möglichst auch ein paar eigene Sounds. Dadurch lernst du den Synthesizer viel besser kennen und bekommst auch ein Gefühl dafür, ob dir die Bedienung zusagt und ob er klanglich zu deinen Vorstellungen passt.
  • Hat der Synthesizer alle Funktionen, die du für Bass-Sounds brauchst? Für klassische Analog-Bässe bist du mit 1 - 2 Oszillatoren, ggf. einem Sub-Oszillator, Filter, 1 - 2 Hüllkurven und einem LFO gut ausgestattet. Wenn es klanglich brachialer und aggressiver zugehen soll, achte auf Funktionen wie Sync, Ringmodulator, Oszillator- und Filter-FM sowie möglicherweise einen Distortion- oder Overdrive-Effekt.
  • Wie sieht es bei den Anschlüssen aus? Lässt sich der Synthesizer nahtlos in dein Setup integrieren? Wirst du ihn über MIDI, USB-MIDI oder CV/Gate ansteuern? 
  • Wenn der Synthesizer einen integrierten Sequenzer besitzt: Sagen dir die Funktionen und die Bedienung zu? Kannst du deine musikalischen Vorstellungen damit schnell umsetzen? Bietet der Sequenzer die nötigen Möglichkeiten zur Synchronisation mit deinen anderen Geräten?
  • Wenn der Synthesizer eine Tastatur besitzt: Wie ist das Spielgefühl? Ist es eine Tastatur mit normal breiten Tasten oder Minitasten? Wenn Letzteres: Kommst du damit zurecht? Gerade für live gespielte Bass-Sounds sollte die Tastatur knackig abgestimmt und nicht schwammig sein, damit man auch sehr kurze Noten rhythmisch präzise spielen kann.
  • Und natürlich, wie bei allen Instrumenten: Wie ist die Verarbeitungsqualität? Fühlen sich das Gehäuse, die Regler und die Anschlussbuchsen solide an?

Welche sind die besten Bass-Synthesizer?

Um euch einen Überblick über empfehlenswerte Bass-Synthesizer zu geben, haben wir unsere aktuellen Tipps in drei Kategorien eingeteilt:

  • Bass-Synthesizer mit Tastatur
  • Bass-Synthesizer mit Sequenzer
  • Desktop-Bass-Synthesizer

Was man wissen sollte: Beinahe alle Synthesizer eignen sich auch für Bässe, weshalb diese Tipps als Anhaltspunkte zum Ausprobieren gemeint sind. Wir haben uns auf Instrumente konzentriert, die relativ erschwinglich sind und mit denen ihr euer Setup ohne allzu großen finanziellen Aufwand um fette Bässe bereichern könnt. Nach oben ist die Skala natürlich offen.

Dass man mit einem Minimoog Model D, einem Sub 37 oder einem MFB Dominion 1 ebenfalls hervorragende Bässe hinbekommt, muss man wohl nicht extra erwähnen, und deshalb stehen Instrumente dieser Klasse hier auch außer Konkurrenz. In dieser Liste geht es um vergleichsweise günstige Synthesizer, die kein allzu großes Loch in euren Geldbeutel reißen und trotzdem toll klingen.

Moog Sub Sequent 25

Der Moog Subsequent 25 ist nicht nur ein optisch aufgewerteter Nachfolger des beliebten ‚Bass-Profis‘ Moog Sub Phatty, auch technisch hat sich in der Weiterentwicklung einiges getan: Durch einen neu ausgelegten Gain-Staging im  Ladder-Filter wird die harmonische Sättigung und analoge Kompression verstärkt, was zu einem dichteren Tiefbass-Verhalten führt, wodurch der Subsequent noch ein Pfund zulegt. Ergänzt wird die Ausstattung durch Parafonie im Duo-Mode und eine neu abgestimmte Multidrive-Schaltung, die noch mehr Bassanteil bietet, als es der Moog Sub Phatty bereits geboten hat. In Ergänzung zeigt sich der Subsequent 25 mit kompletter MIDI-Integration, die opulente Steuerungsmöglichkeiten bietet, welche durch eine gelungene Editor/Librarian-Software weiterhin unterstrichen wird. Der Moog Subsequent ist eine echte Empfehlung für alle, die auf klassische Moog Synth-Bass Sounds stehen.

 

Korg Opsix

Wer kennt sie nicht, die sehr prägnanten Bass-Sounds, die aus digitaler FM-Synthese resultieren. Gerade die 1980er Jahre waren die Zeit, in welcher der heute klassische Yamaha DX7 mit seiner sechs operatorigen FM-Synthese die Musikwelt in Atem hielt. Auch der Korg Opsix ist mit klassischer FM-Synthese und sechs Operatoren ausgestattet, welche durch grundlegende Weiterentwicklungen nun moderne und zeitgemäße Sounds zu erzeugen. Daran nicht unbeteiligt ist Korgs neuer Operatoren-Mixer und zahlreiche unterstützende Bedienelemente, die mit der Funktionsanzeige des zentralen OLED-Displays korrespondieren. Was den Opsix so besonders macht sind fünf Operatoren-Modi mit FM, Ring Modulation, Filter, Filter FM und Wave Folder und das Angebot von Wellenformen mit unterschiedlichen Obertonstrukturen und 40 verschiedenen Algorithmen. Die ursprüngliche FM-Tonerzeugung des Yamaha DX7 bot nur Sinuswellen. Zusätzlich lassen sich per Multi-Mode-Filter mit elf Filtertypen Sounds auch subtraktiv formen. Weiterhin bietet Opsix ein virtuelles Patch-Bay, eine umfängliuche Effektsektion, einen Arpeggiator sowie einen polyphonen Step-Sequencer mit Motion Sequencing für bis zu sechs unterschiedliche Klangparameter.

Behringer Monopoly

Korg brachte im Jahr 1981 mit dem Mono/Poly einen mit vier VCOs ausgestatteten Analogsynthesizer der vierstimmig paraphon oder im 4-fach Unison-Modus monophon gespielt werden konnte. Der Unison-Modus war somit geradezu ein Garant für superfette Bässe und Leadsounds mit enormen Druck. Im Einsatz als vierstimmiger Synthesizer konnte man ihn zwischen vielen anderen Synthesizer heraushören, denn sein Sound bot eine große Eigenständigkeit. Behringer präsentiert im Jahr 2020 einen Nachbau des Klassiskers, den Behringer MonoPoly. In der Namensgebung fehlt der "/" im Typenlogo, ansonsten zeigt sich der in die Gegenwart gebrachte MonoPoly in seinem Grundaufbau wie das Original mit ergänzender zeitangepasster Ausstattung. So bietet der Behringer MonoPoly ein 24 dB Filter, VCF- und VCA-Hüllkurven sowie zwei LFOs, eine Effekt-Sektion mit Crossmodulation und den klassischen Arpeggiator nebst Chord Memory-Funktion. Ergänzt wurde der moderne MonoPoly durch eine Auto-Tune Funktion, die dafür sorgt, dass die vier Oszillatoren des analogen Synthesizers stets optimal gestimmt sind. 

Novation Bass Station II

Bereits in ihrer Ur-Version, der Bass Station aus dem Jahr 1993 überzeugte der monophone Analogsynthesizer durch seinen fetten Sound. Im Jahr 2013 bringt Novation dann die Neuauflage in Gestalt der Bass Station II, die seitdem ein echter Dauerbrenner ist. Ausgestattet mit zwei Oszillatoren, einem Sub-Oszillator, zwei verschiedenen Filter-Charakteristiken, je zwei Envelopes und LFOs sowie Filter FM und Distortion, zeigt sich der Synthesizer in seinem Aufbau klassisch. Ergänzt durch einen Arpeggiator nebst Step-Sequenzer lädt die Bass Station II geradezu ein mit ihr zu arbeiten. Ein weiterer Pluspunkt ist der recht günstige Preis. Lobenswert ist die von Novation betriebene Modellpflege, mit welcher die Bass Station II durch Firmware-Updates in ihrem Funktionsumfang erheblich erweitert wurde, zuletzt durch den bemerkenswerten „Aphex-Twin-Mode“. Die Bass Station II zeigt sich trotz ihrer Jahre die sie im Markt ist als ein Evergreen, dass man bedenkenlos näher in Augenschein nehmen kann.

Die besten Bass-Synthesizer mit Step-Sequenzer

Modal Electronis Cobalt8M

Neben den Tastaturausführungen Cobalt8 und Cobalt 8X, die sich nur durch deren Tastaturgrößen (37 und 61 Tasten) unterscheiden, hat Modal Electronics mit dem Cobalt8M auch eine Desktopvariante im Angebot. Alle drei Synthesizer-Varianten sind acht-stimmig spielbar und mit einer digitalen virtuell analogen Tonerzeugung ausgestattet. Die VA-Synthese bietet zwei unabhängige Oszillatorgruppen, unterschiedlichste Algorithmen wie Sync, Ringmodulation, Wellenform-Morphing, usw., einen vier-poligen morphbaren Ladder-Filter mit Cutoff-, Res- (Resonanz) und Morph-Reglern, zusätzlich einen Step-Sequenzer sowie einen Arpeggiator und eine umfassende Effekperipherie mit drei unabhängigen DSP-Effekten. Das Schöne ist, dass der digitale Synthesizer schön analog klingt und ein großes Spektrum an Klängen mit vielseitigen Modulationsmöglichkeiten erzeugt, wodurch sich alle Ausführungen der Cobalt8-Serie bestens für die Erzeugung von tieffrequenten Sounds eignen.

Erica Synths Bassline DB-01

Blickt man Jahrzehnte zurück kommt man unweigerlich mit der berühmten Roland TB-303 in Berührung, die etliche Musik-Genres durch ihren prägnanten Sound entstehen ließ und geformt hat. Schaut man sich jetzt die Erica Synths Bassline DB-01 an, denkt man sofort an eine weitere Version der TB-303, deren klassisches Konzept in mannigfaltigen Ausführungen bis in die heutige Zeit kopiert und weiterentwickelt wurde. Dieser Gedanke kann allerdings sofort zerschlagen werden, denn Erica Synths aus Lettland hat mit der DB-01 ein eigenes Konzept für einen Bass Line Synth entwickelt, das in der Basis auf deren modularen Bassline-Modul besteht, um welches ein monophoner Desktop-Synthesizer herumgebaut, und durch um eine Vielzahl an performance-orientierten Features ergänzt wurde. So bietet die DB-01 zusätzlich zu den drei Wellenformen des Hauptoszillators noch einen Sub-Oszillator und einen Noise-Generator, ergänzt durch Frequenzmodulation, einen synchronisierbaren LFO für FM sowie VCF und eine fein einstellbare Sättigung. Dadurch allein klingt die DB-01 bereits sehr eigenständig um nicht zu sagen brachial, denn dafür ist Erica Synths bekannt.

Polyend Tracker

Polyend Tracker ist konzeptionell eine Stand-alone 8-Spur Tracker/Sampling-Workstation, die in ihrem Aufbau klassische Tracker-Workflows mit modernen Soundtechnologien vereint. Was Tracker so klassisch macht ist der Step-Sequencer, den man aus Commodore C-64 und Amiga 500 Rechnern vergangener Jahre her kennt, und welcher per manueller Eingabe von Parametern programmiert wird. Diese wird in Tracker über das große verbaute Display visualisiert. Technisch gesehen ist Tracker Sampler, Wavetable- und Granular-Synthesizer in einem, wodurch klanglich bereits einiges zu erwarten ist. In seiner Funktionsweise lassen sich mit dem kompakten Tracker Sounds und Samples live in einem musikalischen Kontext in allen Einzelheiten bearbeiten, was in klanglich sehr flexibel macht. Für den Live-Einsatz bietet Tracker zudem Sequencer-Step-Effekte wie Roll, Chance, Random, Reverse, Microtuning, Microtiming, Cutoff, Panning, Glide, Sample Position, Sample Slice, Reverb Send, und einiges mehr. So ausgestattet zeigt sich der Polyend Tracker als eine universelle Tracker/Sampling-Workstation, die man gleichermaßen für Produktionen und live gleichermaßen einsetzen kann, und die sich fantastisch für das Erzeugen von Bass-Sounds eignet.

Die besten Desktop-Bass-Synthesizer

Waldorf Iridium

Waldorf, bekannt für deren Software-Synthesizer und u. a. für den hybriden Flaggschiff-Synthesizer Quantum hat mit dem von Axel Hartmann designten Iridium nun einen Desktop-Synthesizer am Start, der die komplette Ausstattung des mit fünf Syntheseformen bestückten hybriden Quantum-Synthesizers jetzt in digitaler Form in einem Desktop-Gehäuse nebst einigen neuen Features bietet. Somit wurden die analogen Filter des Quantum durch digitale Filter ersetzt und selbst die Polyphonie hat Waldorf von acht Stimmen auf 16 Stimmen erweitert. Und auch preislich hat sich mit Iridium einiges getan, denn der umfangreich ausgestattete Deskop-Synth ist um einiges günstiger als der große mit Tastatur ausgestattete Bruder Quantum. Klanglich wird von beiden Synthesizern einiges geboten, was bereits durch die unterschiedlichen Synthesen garantiert ist. Neben Leads, Flächen und ausgefallenen Texturen erzeugen beide Synthesizer auch ausgefallene Bass-Sounds, die sich in unterschiedlichsten Produktionen hören lassen können.

ASM Hydrasynth Desktop

Ashun Sound Machines (ASM) bietet den Hydrasynth in zwei Varianten: Einmal in einer Tastaturausführung mit 49 Tasten und in Desktop-Bauweise. Beide Synthesizer bedienen sich eines digitalen Aufbaus und verwenden eine flexible Wave-Morphing-Technologie, die ASM als Advanced-Wavetable-Synthesis bezeichnet. Acht-stimmig spielbar, greifen drei Oszillatoren auf insgesamt 219 unterschiedliche Wellenformen zurück. Mittels WaveScan-Parametern lassen sich innerhalb verschiedener Wavetables unterschiedliche Positionen anfahren, was klanglich gesehen ein riesiges Spektrum erlaubt. Dazu gesellen sich zwei Filter, die parallel oder seriell geschaltet werden können, fünf LFOs und eine Modulationsmatrix für recht komplexe Klangveränderungen. Der Hydrasynth Desktop-Synthesizer ist ein Muss, wenn man ausgefallene Sounds gleich welchen Genres man sucht.

Behringer Model D

Klassische Moog-Sounds bezahlbar macht Behringer mit dem Behringer Model D, einem Nachbau des berühmten Moog Minimoog Model D. War der originale Model D noch mit Tastatur ausgestattet, verzichtet Behringer auf diese und verbaut die gesamte analoge Technik in einem kompakten Desktop-Gehäuse, wodurch der Behringer Model D auch mit einem Euroracksystem kompatibel arbeiten kann. Den modernen Alten sollte man aufgrund des günstigen Preises nicht unterschätzen. Der Desktop-Synthesizer bietet authentischen Sound und Features, die das Original nicht hatte, wie ein zwischen Tief- und Hochpass umschaltbares Filter und Patchpunkte, um an verschiedenen Stellen der Tonerzeugung in den Signalfluss eingreifen zu können. Neben vielen anderen Sounds, bietet auch der Behringer Model D die berühmten Bass-Sounds für die der Minimoog Model D so geschätzt wird.

Schlusswort

Die Liste unserer Top 10 Bass-Synthesizer soll dir einen Eindruck vermitteln, welche unterschiedlichen Konzepte der Synthesizer-Markt bietet und welche Synthesizer man getrost als Bass-Synthesizer einsetzen kann. Klar ist auch, dass diese Auswahl subjektiv ist, denn die Geschmäcker sind so unterschiedlich. Und nicht nur die, auch die verschiedenen Anwendungsbereiche unterscheiden sich deutlich. Auch ist diese Liste hier noch lange nicht zu Ende, denn der Markt bietet noch wesentlich mehr Synthesizer in allen Preisbereichen, die alle tolle Bässe erzeugen können und ganz verschiedene klangliche Möglichkeiten bieten. Daher steht am Ende, wie so oft, die Empfehlung, möglichst viele Instrumente selbst auszuprobieren. Schließlich geht es darum, dass du einen Synthesizer findest, der perfekt zu deinem ganz persönlichen Geschmack, deinem Anwendungsbereich und deiner Arbeitsweise passt. Da kann eine solche Liste natürlich nur ein Anhaltspunkt sein. Fest steht aber: Die präsentierten Synthesizer haben sich bewährt, wenn es um fette und eigenständige Bässe geht. 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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