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10.12.2019

DAW-Basics: Die 5 wichtigsten Grundfunktionen

5 grundlegende Funktionen für die 5 wichtigsten DAWs

Ableton Live, Apple Logic Pro, Steinberg Cubase, FL Studio und Bitwig einfach erklärt

Das erste Mal eine Musiksoftware  zu bedienen, ist in der Regel nicht leicht. Denn dafür muss man verstehen, wie die Software aufgebaut ist, welche die Grundfunktionen sind und wie man so zu seinem ersten Stück kommt, Schritt für Schritt, vom Einstellen des Tempos bis hin zum Mixdown.

In diesem Artikel betrachten wir DAWs und zeigen, mit welchen Funktionen der Einstieg in die Welt von Musiksoftware gelingt. Wenn du dich für digitale Musikproduktion interessierst und dir womöglich auch schon eine DAW ausgesucht hast, aber nicht genau weißt, wie du am besten anfängst, helfen wir dir in diesem Artikel weiter. Wir zeigen dir bei den wichtigsten DAWs, welche Knöpfe du drücken musst, was diese bewirken und wo sie in der Software zu finden sind. 

Was ist eine DAW?

DAW steht für Digital Audio Workstation und bezeichnet eine Musiksoftware. Digital beschreibt die Tatsache, dass die Software auf einem Computer betrieben wird und dafür alle zu verarbeitenden Signale zuerst in deren digitale Form umgewandelt werden müssen. Diese Aufgabe übernimmt die Soundkarte des Computers. Audio bezieht sich nicht nur auf herkömmliche Audiosignale, sondern auch auf MIDI-Quellen beziehungsweise auf jede auditive Quelle. "Workstation" stammt aus der Welt der Hardware-Synthesizer und bezieht sich wiederum auf die mannigfaltigen Bearbeitungsmöglichkeiten, die moderne DAWs bieten.

Die wichtigsten Grundfunktionen einer DAW

Start | Stopp | Loop 

Alle in diesem Artikel vorkommenden DAWs sind timeline-basiert. Das bedeutet, dass die Software die programmierte Musik von links nach rechts liest und wiedergibt, ganz genau so, wie auch Notenschrift gelesen und wiedergegeben wird. Der Cursor zeigt dabei die genaue Leseposition an. Ableton Live bietet darüber hinaus als einzige DAW eine alternative Form der Darstellung. Neben der timeline-basierten Darstellung ist auch die für den Live-Einsatz ausgelegte Session-Ansicht mit deren Clips möglich.

Die Symbole für Start, Stopp, Recording und Spulen dürfte jeder kennen. In der DAW finden sich Dreieck, Quadrat, Kreis und Pfeil im sogenannten Transportfenster. Start und Stopp lassen sich meist mit der Leertaste aktivieren.

Wird ein Loop gesetzt und aktiviert, verlässt der Cursor nie den markierten Bereich und wiederholt diesen immer wieder. Das ist sehr praktisch, wenn man zum Beispiel einen Hip-Hop-Beat baut oder an einer bestimmten Sektion eines Songs arbeiten möchte.

Takt und Tempo einstellen | Tap Tempo

Wer ein Instrument gelernt hat, ist mit den musikalischen Begriffen Takt und Tempo vertraut. Die Taktangabe bezeichnet, welcher Notenwert gezählt wird und wie viele dieser Schläge in einem Takt vorkommen. In der Popmusik findet man fast ausschließlich den 4/4-Takt. Dabei wird die Viertelnote als Grundschlag genutzt und man zählt in jedem Takt bis vier.

Das Tempo beschreibt die Geschwindigkeit, mit der gezählt wird. Aus der elektronischen Musik kennt man auch den Begriff bpm – Beats per Minute, also wie viele Schläge innerhalb einer Minute vorkommen. Bei 60 bpm liegt zwischen zwei Schlägen genau eine Sekunde. Bei 120 bpm vergeht genau eine halbe Sekunde zwischen zwei Schlägen.

Gerade für Einsteiger ist das Konzept eines Tempos in der Musik aber oft zu abstrakt, deshalb tun sich Anfänger oft schwer mit dem Finden und Einstellen eines Tempos. Mit der Tap-Tempo-Funktion kann man der DAW einfach ein Tempo vorgeben. Dabei wird über die Maus ein bestimmtes Tempo „vorgeklickt“ und die DAW ermittelt daraus einen konkreten Tempowert. 

Spuren erstellen – Audio und MIDI

Die verschiedenen Spuren stehen für die einzelnen Instrumente. Dabei gibt es zwei Arten von Spuren: Audio und MIDI. Die Audiospur wird für Aufnahmen genutzt. Will man also zum Beispiel eine Akustikgitarre aufnehmen, muss eine Audiospur erstellt werden. Die Aufnahme erfolgt dann auf dieser Spur und wird im Anschluss als Wellenform angezeigt. Man kann aber auch bereits vorhandene Aufnahmen, zum Beispiel von akustischen Drums, auf mehrere Audiospuren importieren. Damit die Instrumente später einzeln bearbeitet werden können, bekommt jedes Instrument eine eigene Spur.

Eine MIDI-Spur enthält anders als die Audiospur kein konkretes Instrument oder eine Aufnahme. MIDI ist eine Programmiersprache, über die Keyboards und Computer mit einander kommunizieren können. Bei MIDI wird aber nicht der Klang selbst gespeichert, sondern nur die Informationen, wann welcher Ton wie lange und wie fest gespielt wurde. Spielt man also über einen MIDI-Controller einen MIDI-Part ein, kann man die Informationen auch mit einem anderen Instrument verbinden, denn es werden schließlich nur die Informationen, nicht aber die Aufnahme an sich, gespeichert. Außerdem kann man unter anderem auch Tonhöhe und Dauer der einzelnen Noten nachträglich ändern, das geht bei einer Audiospur nicht.

Effekte auf Spuren legen

Hat man alle Spuren angelegt und alle Instrumente eingespielt oder importiert, müssen diese bearbeitet werden, damit sie zusammen besser klingen. Dafür kann man Effekte direkt auf die jeweiligen Spuren legen, in so einem Fall spricht man von Insert-Effekten. Vom EQ über Verzerrung bis hin zum Hall gibt es viele Effekte, mit denen sich ein Signal formen lässt. 

Mixdown erstellen

Ganz zum Schluss kommt dann noch der Mixdown. Dabei werden alle Spuren und Effekte in eine Audiodatei ausgespielt, was auch als bouncen bezeichnet wird. In der Regel kann man sich dabei zwischen verschiedenen Formaten entscheiden.

Ableton Live

Bei Ableton Live findest du das Transportfenster mit Start, Stop und Loop am oberen Rand des GUIs. Außerdem lässt sich über die Leertaste der Tastatur die Wiedergabe ebenfalls starten und stoppen.

Takt und Tempo lassen sich an der linken oberen Ecke einstellen. In beiden Fällen muss der einzustellende Wert angeklickt und gehalten werden. Anschließend lässt sich der Wert dann mit einer Mausbewegung nach oben vergrößern und mit einer Bewegung nach unten verkleinern. Ein rhythmisches Klicken auf das Wort „Tap“ ermittelt direkt das ausgeführte Tempo.

Neue Audio- und MIDI-Spuren können über das Menü „Erzeugen“ erstellt werden. Alternativ können ein Instrument oder eine Audiodatei auch einfach per Drag-and-Drop vom Datei-Browser in das Arrangement gezogen werden. Ebenfalls über Drag-and-Drop werden Effekte auf Spuren gelegt. 

Einen Mixdown erstellt man in Ableton über „Datei – Audio/Video exportieren“. Im entsprechenden Menü legt man unter anderem die Anzahl der Takte sowie den Dateityp fest.

Logic Pro

In Logic Pro befindet sich das Transportfenster mit allen entsprechenden Funktionen ebenfalls am oberen Rand des GUIs. Zusätzlich startet und stoppt die Leertaste die Wiedergabe.

Takt und Tempo können direkt im Display daneben eingestellt werden. Auch Logic verfügt über eine Tap-Tempo-Funktion. Diese muss allerdings erst über das Tastaturbefehle-Menü einer individuellen Taste zugewiesen werden.

Spuren jeglicher Art werden über das Spur-Menü erstellt, so auch MIDI-Spuren, die in Logic allerdings „Spur für Software-Instrument“ heißen. Bestehende Audiodateien können über „Ablage – Importieren – Audiodatei“ in das Arrangement importiert werden.

Effekte werden direkt im Inspektor-Fenster der ausgewählten Spur hinzugefügt. Ein Klick auf einen freien Slot öffnet das entsprechende Menü.

Ein Mixdown des fertigen Tracks erreicht man über „Ablage – Bouncen – Projekt oder Abschnitt“. Im sich öffnenden Menü lassen sich wieder die verschiedensten Mixdown-Parameter festlegen.

Pro Tools

Auch in Pro Tools gibt es ein Transportfenster, es befindet sich ebenfalls am oberen Rand des GUIs. Das Display mit den Werten für den Takt und das Tempo befindet sich links davon. Dort können die Werte bequem eingestellt werden. Die Loop-Funktion ist in Pro Tools allerdings ein bisschen versteckt. Dafür wird ein Bereich in der Timeline markiert, anschließend klickt man mit der rechten Maustaste auf den Start-Button und wählt Loop.

Für die Tap-Tempo-Funktion muss der eingestellte Wert im Display einmal mit der linken Maustaste angeklickt werden, dann kann das Tempo einfach über die Taste T vorgegeben werden.

Spuren werden bei Pro Tools über das Spur-Menü erstellt. Soll ein virtuelles Instrument geladen werden, muss dafür eine Instrumentenspur erstellt werden. Dateien jeglichen Formats gelangen über „Datei – Importieren“ in das Arrangement.

Das Platzieren von Effekten ist bei Pro Tools einfach. Dazu muss im Spurbedienelement der jeweiligen Spur einfach ein freier Slot angeklickt werden. Dadurch öffnet sich das entsprechende Menü.

Einen Mixdown erstellt man, in dem man zuerst in der Timeline den entsprechenden Bereich auswählt. Anschließend geht’s in das „Datei – Exportieren – Audio-Mix“-Menü. Dort können wieder verschiedene Einstellungen vorgenommen werden.

Cubase

Das Transportfenster in Cubase beherbergt neben Start, Stop und Loop auch wieder die Werte für das Tempo und den Takt. Die Leertaste startet und stoppt die Wiedergabe. Die Tempo-Tap-Funktion allerdings muss erst über „Projekt – Tempo errechnen – Tempo vorgeben“ aktiviert werden.

Spuren werden über das Menü „Projekt – Spur hinzufügen“ erstellt. Für ein virtuelles Instrument muss die Spur-Art „Instrument“ ausgewählt werden. Audiodateien können über „Datei – Importieren – Audiodatei“ in das Arrangement importiert werden.

Effekte können einer Spur im Inspector, am linken Rand des GUIs, unter Audio-Insert-Effekte hinzugefügt werden. Zum Mixdown-Menü gelangt man über „Datei – Exportieren – Audio-Mixdown“. Dort stehen Einstellungen zum Bereich des Mixdowns und zum Dateityp zur Verfügung.

Studio One

Bei Studio One findet man das Transportfenster mit Start, Stop und Loop am unteren Rand des GUI. Die Leertaste startet und stoppt außerdem die Wiedergabe. Das Tempo kann über das Mausrad oder über die Tastatur im Transportfenster eingestellt werden. Die Tap-Tempo-Funktion wird ausgelöst, indem man einfach auf das Wort Tempo klickt.

Spuren können in Studio One über das Spur-Menü erstellt werden. Allerdings geht das auch schneller über Drag-and-Drop. Instrumente oder Audiodateien können so bequem aus dem Browser in das Arrangement gezogen werden. Dabei wird automatisch eine neue Spur erstellt. Auf dem gleichen Wege gelangen dann auch die Effekte auf bestimmte Spuren – einfach per Drag-and-Drop.

Einen Mixdown erstellt man in Studio One über „Song – Mix exportieren“. Dort sind viele Einstellungen zu Mixdown-Bereich, Dateityp und Verhalten nach dem Mixdown wählbar.

FL Studio

In FL Studio befindet sich das Transportfenster am oberen Rand des GUI. Einen Button für Loop gibt es nicht, dafür klickt man beim PC einfach bei gedrückter STRG-Taste (CTRL- oder CMD-Taste beim MAC) mit der linken Maus in die Timeline und zieht den gewünschten Loop auf. Klickt man erneut mit gedrückter STRG-Taste in den Loop, wird er wieder deaktiviert. Die Leertaste beginnt und beendet die Wiedergabe zusätzlich.

Das Tempo kann im Display rechts neben dem Transportfenster eingestellt werden. Eine andere Taktart muss über „Options – Project general settings“ eingestellt werden. Numerator bestimmt die Anzahl der Schläge pro Takt, Denimonator bestimmt den Notenwert der Schläge. Für die Tap-Tempo-Funktion klickt man mit der rechten Maustaste auf das Tempo-Display und wählt dann Tap Tempo. Dadurch öffnet sich der Tempo Tapper.

Audiodateien können einfach per Drag-and-Drop aus dem Browser importiert werden. Für eine Instrumentenspur sucht man sich im Add-Menü einen Synthesizer aus. Anschließend muss in dessen GUI unter Track noch die korrespondierende Track-Nummer des Arrangement-Fensters eingestellt werden. Effekte werden im Mixer einfach auf die entsprechende Spur geladen. 

In FL Studio erstellt man einen Mixdown über das „File – Export – Wave File“-Menü. Im anschließenden Dialog findet man zahlreiche Einstellungen.

Bitwig

Bei Bitwig findet man das Transportfenster in der linken oberen Ecke, rechts daneben das Display mit den Werten für Tempo, Takt und Loop. Die Leertaste startet und stoppt die Wiedergabe.

Spuren werden über den Add-Button erstellt. Außerdem kann man Instrumente und Audiodateien direkt aus dem Browser per Drag-and-Drop importieren. Genauso gelangen auch die verschiedenen Effekte auf die Audio- oder Instrumentspuren. 

Einen Mixdown erstellt man in Bitwig über „File – Export Audio“. Das sich öffnende Fenster bietet die üblichen Wahlmöglichkeiten bei Loop-Bereich und Dateiformat.

Schlusswort

Jetzt kennst du die wichtigsten Grundfunktionen einer DAW und wo du diese in der jeweiligen Software findest. Falls du noch einen Schritt weitergehen möchtest, kannst du dir unsere ausführlicheren Workshops für Ableton, Logic, Pro Tools, Cubase, Studio One und FL Studio anschauen. Darin findest du noch viele weitere Tipps und Tricks zu den jeweiligen DAWs. Viel Erfolg beim Umsetzen deiner musikalischen Ideen!

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