Anzeige
ANZEIGE

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – The Beatles: “Come Together”

Unglaublich, aber wahr: “Abbey Road”, jenes legendäre letzte Meisterwerk der Beatles, wird dieses Jahr 50 Jahre alt! Da die Musik der vier Pilzköpfe aus Liverpool derart zeitlos und allgegenwärtig ist, kommt einem diese Tatsache irgendwie fast surreal vor. Anlässlich des Jubiläums erschien vor wenigen Wochen eine neu gemischte und gemasterte Version in diversen Ausführungen. Auch ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und holte mir die Vinyl-Ausgabe. Und ich muss gestehen: Es ist nach wie vor ein erhebendes Gefühl, das berühmteste Cover der Welt in Großformat in den Händen zu halten.!

The Beatles: "Come Together" - Bass-Workshop
Inhalte
  1. “Come Together” – Tonmaterial
  2. “Come Together” – Rhythmik
  3. “Come Together” – Bass-Sound
  4. “Come Together” – Klangbeispiele und Noten/TABs

An den skurrilen Verschwörungstheorien dazu möchte ich mich ganz sicher nicht beteiligen, sondern eher auf die wundervolle Musik blicken. Neben dem berühmten langen Medley, dem vielsagenden Titel “The End”, Hits wie “Here Comes The Sun”, dem lustigen Hidden Track “Her Majesty”, der pompösen Ballade “I Want You” etc. starten die Beatles auf “Abbey Road” mit dem Jahrhundert-Song “Come Together”. Dieser stammt aus der Feder von John Lennon und enthält nach wie vor eines der bekanntesten Riffs der Beatles. Sir Paul McCartney schuf für den Song ein ikonisches Bassriff, welches ebenso cool wie spannend ist!

“Come Together” – Tonmaterial

“Come Together” klingt allgemein im positiven Sinne “dreckig” und funky. Dies ist unter anderem das Resultat aus den zugrundeliegenden Akkorden und der Bassline. Paul McCartney ist per se als sehr melodisch spielender Bassist bekannt – “Come Together” bildet da keine Ausnahme. Das weltbekannte Riff basiert auf einem D-Moll-Arpeggio, das Paul über einen Ambitus von mehr als einer Oktave verteilt.

>>Hast du Nachholbedarf im Bereich Musiktheorie? Dann klicke hier und lerne die wichtigsten AKkorde kennen!<<<

Er startet mit dem tiefen D, dann folgt die Quinte A und darauf die um eine Oktave erhöhte Terz. Zum Schluss löst er wieder auf den oktavierten Grundton auf. Die Töne eines Akkordes so auf dem Griffbrett zu verteilen, ist schon eine geniale Idee – der eigentliche Witz ist aber, dass die harmonische Basis gar kein D-Moll-Akkord ist, sondern ein D7#9 – also ein Dominantseptakkord auf D mit erhöhter None! Im Einzelnen sind dies die Töne D (Grundton), F# (Terz), A (Quinte), C (Septime) und F (#9).

Was sich in der Theorie eher nach Jazz anhört, ist tatsächlich ein im Blues, Rock und Funk sehr verbreiteter Akkord. Da dieser sowohl die Dur-Terz (F#) wie auch die aus dem Blues stammende Blue Note (#9; entspricht der Moll-Terz) enthält, entsteht eine typische dreckige Reibung bzw. Färbung.

Obwohl es sich hier streng genommen um einen Dur-Akkord handelt, wird als authentisches Tonmaterial für Basslines oder Soli sehr gerne die Moll-Pentatonik gewählt – so auch von Paul McCartney. Hinzu kommen zwei Slides, einer aufwärts in die Quinte, und einer auf der Zählzeit 4 vom Grundton abwärts. Auch diese tragen erheblich zum angesprochen dreckigen Feel bei.

“Come Together” – Rhythmik

Die Rhythmik der Bassline von “Come Together” ist sehr einfach – hier gibt es wenig Klärungsbedarf. Interessant ist jedoch die Interaktion mit Ringo Starrs Drumbeat: Während des wiederkehrenden Riffs spielen beide eine Art Frage-Antwort-Spiel miteinander.

Paul besetzt dabei hauptsächlich die ersten beiden Zählzeiten, darauf folgt Ringos legendäres Fill mit den Toms als Antwort. Im Vers bleibt Paul bei seinem Riff, während Ringo auf einen ganz simplen Beat mit Bassdrum und Toms wechselt. Auf diese Weise macht er im Vergleich zum Main-Riff Platz für John Lennons Vocals. Im Chorus gibt es dann straighte Achtel, um noch einmal für ordentlich Schub zu sorgen.

Eine Kleinigkeit gibt es darüber hinaus noch zu erwähnen: Ab und zu ändert Paul die Artikulation der ersten beiden Achtelnoten und spielt die erste kurz (staccato) statt lang (legato). Dies scheint aber eher dem Zufallsprinzip zu folgen.

“Come Together” – Bass-Sound

Zur Zeit der Aufnahme von “Come Together” benutze Paul McCartney neben seinem Höfner 500/1 einen Rickenbacker sowie einen Fender Jazz Bass. Mehrere Quellen sagen, dass es sich bei dem Bass auf “Come Together” um den Rickenbacker handelt, den McCartney (wie meistens) mit dem Plektrum gespielt hat. An Basssaiten favorisierte Paul Flatwounds, benutzte in dieser Periode aber auch gelegentlich Black Nylons ‑ ich persönlich würde auf letztere tippen.

>>Klicke hier für unseren großen Vergleichstest von Flatwound-Saiten für E-Bass!<<<

Aufgenommen wurde die Platte hauptsächlich im “Abbey Road Studio”.Dieses hatte kurz vorher eine brandneue EMI 12345 Achtspurkonsole erhalten, welche zum ersten Mal auf Transitor- und nicht auf Röhrenbasis arbeitete. Dies verlieh der Platte einen ganz anderen neuen Sound und viel mehr Möglichkeiten, was die Anzahl der Spuren und der Platzierung der Instrumente und Vocals im Stereobild angeht.

Auch auf Pauls Basssound hatte diese neue Technologie deutlichen Einfluss, denn der Klang wirkt im Vergleich zu den Vorgängeralben klarer und präsenter. In dieser Zeit spielte Paul den Bass meistens direkt ins Pult – ich denke, das ist auch hier der Fall!

>>Live und im Studio unerlässlich: eine DI-Box für E-Bass. Hier geht es zu unserem großen Testmarathon!<<<

Leider besitze ich keinen Rickenbacker mit Flats oder Black Nylons, so musste mein Preci für die Soundbeispiele herhalten.

 

Aufhören? No, thanks! Auch mit 80 Jahren ist Paul McCartney nach wie vor live und im Studio aktiv! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=u97_inloBmY)
Aufhören? No, thanks! Auch mit 80 Jahren ist Paul McCartney nach wie vor live und im Studio aktiv! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=u97_inloBmY)

“Come Together” – Klangbeispiele und Noten/TABs

Hier findet ihr die von mir eingespielten Soundbeispiele und die Noten als PDF-File.

Audio Samples
0:00
“Come Together” – Main Riff – WAV “Come Together” – Vers, Chorus, Riff – WAV

Bis zum nächsten Mal und viel Spaß mit “Come Together”!
Thomas Meinlschmidt

Hot or Not
?
TEASER_ComeTogether Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Thomas Meinlschmidt

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Alannah Myles: „Black Velvet“
Workshop

Die Bassline zu "Black Velvet" von Alannah Myles erfreut sich im Bassunterricht und auf Workshops nach wie vor häufiger Nachfragen. Wir stellen sie euch vor!

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Alannah Myles: „Black Velvet“ Artikelbild

1989 überrollte die kanadische Sängerin und Schauspielerin Alannah Myles den Globus mit ihrem Mega-Hit "Black Velvet". Die satte Mischung aus erdigem Bluesrock, Folk und Pop, gepaart mit Alannahs beeindruckender Rockröhre, katapultierte den Song in die vordersten Plätze der Charts. Selbst heute vergeht wohl kaum ein Tag, an dem man den Track nicht irgendwo im Radio hören kann. Leider konnte Alannah Myles an diesen Erfolg danach nie mehr wirklich anschließen und wurde zudem in zwei Unfälle (ein Autounfall sowie ein Sturz vom Reitpferd) verwickelt, deren Nachwirkungen sie bis heute gesundheitlich stark beeinträchtigen. "Black Velvet" eroberte aber 1989 nicht nur die Charts, sondern auch die Herzen der Bassisten/innen im Sturm: selten zuvor war eine Bassline in einem Radio-Hit derart dominant und vordergründig zu hören. So ist "Black Velvet" bis heute ein Bassklassiker geblieben - zahlreiche Anfragen dazu im Unterricht oder bei Workshops zeigen, dass dies auch noch lange so bleiben wird. Und das, obwohl "Black Velvet" der einzige Song auf dem Album ist, der nicht von einem echten Bassisten eingespielt wurde - was der Faszination allerdings glücklicherweise keinen Abbruch tut!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Kinga Glyk: "Let's Play Some Funky Groove"
Workshop

Erlerne die Bassline von Kinga Glyks YouTube-Jam zu "Let's Play Some Funky Groove" in diesem Bass-Workshop!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Kinga Glyk: "Let's Play Some Funky Groove" Artikelbild

Die polnische Bassistin Kinga Glyk erobert seit einiger Zeit die Welt im Sturm. Mit zarten 25 Jahren hat sie bereits fünf Alben unter ihrem Namen veröffentlicht und mehrere internationale Tourneen absolviert. Ihre Mischung aus Jazz, Blues, Funk und Pop sowie ihr beeindruckendes instrumentales Können begeistern nicht nur Bassisten:innen, sondern berühren scheinbar jedes Musik liebende Herz auf dem Planeten. Auch in den sozialen Medien ist Kinga sehr aktiv und beschert uns immer wieder kleine Videos mit bassistischen Leckerbissen. Das berühmteste davon ist ihr wunderschönes Cover von Jeff Berlins „Tears In Heaven“-Version (im Original natürlich von Eric Clapton). In unserem heutigen Beispiel „Let’s Play Some Funky Groove“, dem Intro zu gleichnamigen Opener ihrer Soloplatte „Feelings“, vereint sie einen coolen Fingerstyle-Groove mit der ein oder anderen virtuosen Einlage.

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Paul Young / Pino Palladino: "I'm Gonna Tear Your Playhouse Down"
Workshop

Paul Youngs "I'm Gonna Tear Your Playhouse Down" veredelte Basslegende Pino Palladino mit seinem bundlosen Music Man Stingray. In diesem Bass-Workshop erlernst du die zeitlose Bassline!

Die besten Bass Riffs in Noten und TABs - Paul Young / Pino Palladino: "I'm Gonna Tear Your Playhouse Down" Artikelbild

Spätestens mit seinem zweiten Album „The Secret Of Association“ aus dem Jahr 1985 etablierte sich der britische Sänger Paul Young endgültig als Superstar dieses Jahrzehnts. Wie schon auf seiner ersten Scheibe „No Parlez“ (1983) veredelte abermals Basslegende Pino Palladino Paul Youngs Songs mit seinen geschmackvollen Basslines. Pino war zu dieser Zeit noch relativ neu in der Szene und sein musikalischer Fingerabdruck auf diesen Platten und Songs wie „Come Back And Stay“, „Wherever I Lay My Hat“ etc. trug erheblich zu seiner erfolgreichen Sideman-Karriere bei. Sein damaliger Signature-Sound, den er mithilfe eines bundlosen Music Man Stingrays erzeugte, wurde zu einem festen Bestandteil der Charts der 1980er-Jahre. Auf „The Secret Of Association“ befindet sich unter anderem „I’m Gonna Tear Your Playhouse Down“, welches sich aufgrund seiner prominenten mit Octaver gespielten Bassline zu einem echten Bassklassiker entwickelt hat.

Die besten Bass Riffs in Noten & TABs - Porcupine Tree: "Sound Of Muzak"
Workshop

Es muss ja nicht immer 4/4 sein: In diesem Bass-Workshop erlernst du die Bassline zum Song "Sound Of Muzak" der britischen Progressive-Rockband Porcupine Tree.

Die besten Bass Riffs in Noten & TABs - Porcupine Tree: "Sound Of Muzak" Artikelbild

Im Juni 2022 meldeten sich die Progressive-Rock-Ikonen Porcupine Tree um Mastermind Steven Wilson endlich nach über 13 Jahren Pause mit dem Album „Closure / Continuation“ zurück! Leider gehört der langjährige Bassist Colin Edwin nicht mehr zum aktuellen Lineup. Das alles soll uns jedoch nicht davon abhalten, den britischen Prog-Rockern mit einem Workshop zu ihrem wohl bekanntesten (da sicher auch eingängigsten) Songs Tribut zu zollen. „Sound Of Muzak“ erschien bereits im Jahr 2002 auf dem fulminanten Album „In Absentia“. Mit Hinsicht auf Melodik, Harmonik, Arrangement und Länge zeigen Porcupine Tree hier keinerlei Berührungsängste mit der Popmusik. Kein Wunder, ist doch Steven Wilson ein bekennender Fan von ABBA und den Beatles. Dennoch bleiben die Prog-Wurzeln in „Sound Of Muzak“ klar erkennbar: So haben wir es hier beispielsweise mit einem nicht alltäglichen 7/4-Takt zu tun. Allerdings in wohl dosierter Weise, sodass „Sound Of Muzak“ die ideale Einstiegsdroge für angehende Prog-Rocker sein kann.

Bonedo YouTube
  • Boss Katana 110 Bass - Sound Demo (no talking)
  • Harley Benton Kahuna CLU-Bass Ukulele FL - Sound Demo (no talking)
  • Cort Elrick NJS5 - Sound Demo (no talking)