John Petrucci zählt zu den einflussreichsten Gitarristen des Progressive Metal und hat mit Dream Theater Maßstäbe in Sachen Virtuosität, Präzision und komplexem Songwriting gesetzt. Sein unverwechselbarer Gitarrenstil verbindet rasante Alternate-Picking-Läufe, ausgefeilte Riffs, ungewöhnliche Akkord-Voicings und anspruchsvolle Solotechniken. In unserem John-Petrucci-Gitarren-Workshop nehmen wir seine wichtigsten Spieltechniken unter die Lupe und analysieren anhand bekannter Dream-Theater-Songs seine musikalischen Trademarks.

- John Petrucci und Dream Theater: Gitarrenvirtuosität gegen den Grunge-Trend
- Johns Vorbilder und sein unverwechselbarer Gitarrenstil
- John Petruccis Equipment: Gitarren, Amps und Effekte im Überblick
- John Petruccis Gitarrensound nachbauen
- John Petruccis Rhythmusspiel: Powerchords, ungerade Takte und komplexe Riffs
- John Petruccis Solospiel: Die wichtigsten Techniken und Stilmittel
John Petrucci und Dream Theater: Gitarrenvirtuosität gegen den Grunge-Trend
Als Nirvana 1991 das legendäre Album „Nevermind“ veröffentlichte, wurde damit zweifelsohne eine neue musikalische Ära eingeläutet. Gleichzeitig ging eine stilistisch eher zweischneidige Dekade zu Ende. Die 80er standen gitarristisch für den Zenit des Hard Rock und Heavy Metal sowie die virtuose Beherrschung der Gitarre, geprägt von Größen wie Eddie Van Halen, Steve Vai, Joe Satriani oder Yngwie Malmsteen.
Allerdings brachte diese Zeit auch einige geschmacklich fragwürdige Entwicklungen mit sich. Die Grunge-Bewegung räumte mit vielen dieser Auswüchse auf und rückte wieder stärker das Songwriting und eine unverfälschte Rockattitüde in den Mittelpunkt. Posing, Virtuosität und nicht selten sogar Gitarrensoli schienen plötzlich out. Inmitten dieser stilistischen Umwälzung gab es jedoch weiterhin Bands, die gegen den Strom schwammen und die Fahne filigraner Gitarrenarbeit hochhielten. Eine davon war Dream Theater mit dem Ausnahmegitarristen John Petrucci. Das 1989 erschienene Debütalbum „When Dream and Day Unite“ fand noch relativ wenig Beachtung, doch spätestens mit dem Zweitwerk „Images and Words“ (1992) wurden Kritiker und insbesondere Instrumentalisten auf die Band aufmerksam.
Musikalisch steht Dream Theater in der Tradition der Art- und Progressive-Rock-Bands der 70er-Jahre wie Yes, Rush, Marillion oder King Crimson – allerdings gepaart mit einer gehörigen Portion Metallica, Slayer und anderen Metalbands der 80er-Jahre. Typische Prog-Elemente wie ausgedehnte, epische Kompositionen mit Spielzeiten von acht bis fünfzehn Minuten treffen dabei auf vertrackte Instrumentalparts, rhythmische Verschiebungen, metrische Modulationen, ungerade Taktarten wie 5/4 oder 7/8 sowie rasante Unisonolinien. Dabei gelingt es der Band, technische Virtuosität mit ausgefeiltem Songwriting zu verbinden und trotz aller Komplexität die Rockattitüde nicht aus den Augen zu verlieren.
Johns Vorbilder und sein unverwechselbarer Gitarrenstil
Neben den oben erwähnten Einflüssen zählt John zwar auch Steve Vai und Allan Holdsworth zu seinen Vorbildern, aber die beiden einflussreichsten Gitarristen und seine Hauptidole sind unzweifelhaft Al Di Meola und Steve Morse. Das verwundert nicht, denn neben den beiden letztgenannten gehört auch Petrucci zu den Spielern, die eine unglaubliche Alternate-Picking-Technik auf ihrer Habenseite verbuchen können. Zwar beherrscht er auch alle anderen Spielweisen wie Tapping, Sweeping, Legatotechniken usw. in exzellenter Weise, aber seine Trademark ist wohl tatsächlich sein unglaublich präzises Picken. Aber auch sein Rhythmusspiel mit intensiver Akkordarbeit und prägnanten Riffs zeigt sehr viele Facetten.
John Petruccis Equipment: Gitarren, Amps und Effekte im Überblick
John Petruccis Equipment entwickelte sich im Laufe seiner Karriere stetig weiter, wobei er seinen klanglichen Grundprinzipien weitgehend treu blieb. Spielte er in den Anfangsjahren noch Ibanez-Gitarren wie die JPM 100, wechselte er um die Jahrtausendwende zu Ernie Ball Music Man. Dort entstanden zahlreiche Signature-Modelle, darunter die JPX und JPXI sowie die mittlerweile fest etablierte Majesty-Serie. Die Gitarren sind in unterschiedlichen Ausführungen mit sechs, sieben oder sogar acht Saiten erhältlich und verfügen über DiMarzio-Signature-Humbucker. Bei den aktuellen Majesty-Modellen sind das beispielsweise Dreamcatcher- und Rainmaker-Modelle. Hinzu kommen ein speziell entwickeltes Music-Man-Tremolosystem und Piezo-Tonabnehmer für akustische Sounds.
Auch bei den Verstärkern bleibt Petrucci seiner langjährigen Vorliebe für Mesa/Boogie treu. Während in den Anfangsjahren unter anderem der Triaxis-Preamp, später Rectifier-Modelle und der Mark V zum Einsatz kamen, bildet mittlerweile der eigens für ihn entwickelte Mesa/Boogie JP-2C das Herzstück seines Sounds. Daneben greift Petrucci gelegentlich auf klassische Mark-IIC+-Amps zurück. Bei den Lautsprecherboxen setzt er weiterhin auf Mesa/Boogie-4×12-Cabinets.
Sein Effektarsenal hat sich ebenfalls verändert. Neben verschiedenen Overdrive-, Chorus- und Modulationspedalen kommen unter anderem das Dunlop JP95 Signature Wah, das TC Electronic Dreamscape und der Fractal Audio Axe-Fx III zum Einsatz.
John Petruccis Gitarrensound nachbauen
Diese Equipment-Batterie müsst ihr euch selbstverständlich nicht komplett zulegen, um Petruccis Sound näherzukommen. Eine Gitarre mit zwei Humbuckern und ein amerikanischer High-Gain-Amp bilden eine solide Grundlage. Für seine charakteristischen Cleansounds sind Chorus- oder andere Modulationseffekte hilfreich. Entscheidend bleiben allerdings Petruccis präzise Anschlagtechnik, seine dynamische Kontrolle und seine ausgefeilte Spielweise.
John Petruccis Rhythmusspiel: Powerchords, ungerade Takte und komplexe Riffs
Vorab gibt es die kompletten Noten dieses Workshops zum Download als PDF:
Die Riffs und Akkorde von „Pull Me Under“
Werfen wir zuerst einen Blick auf einige seiner Rhythmus- und Begleitelemente. Im folgenden Beispiel sehen wir das Riff von “Pull me Under” vom Album “Images and Words”. Prinzipiell haben wir es mit Powerchords zu tun, die sowohl per Quint- wie auch per Quartgriff erzeugt werden. Spielen wir diese Quarte auf der tiefen E- und A-Saite, und der Bassist legt auf einem 5-Saiter den Grundton eine Oktave tiefer, wirken diese Quartgriffe sehr mächtig, fast so, als würde man auf einer 7-saitigen Gitarre spielen:
Neben den Standard-Powerchords benutzt Petrucci auch sehr gerne sus2- oder add9-Akkorde, die übrigens zu den wenigen mehrstimmigen gehören, die auch verzerrt nicht schwammig, sondern sehr definiert klingen – erneut ein Beispiel aus “Pull Me Under”.
Das Singlenote-Riff von “A Nightmare to Remember”
Auch Singlenote-Riffs findet man sehr häufig in Dream-Theater-Kompositionen, wie hier aus “A Nightmare to Remember”. Im Original ist die Gitarre zwei Ganztöne tiefer gestimmt (also auf C). Ich habe es der Einfachheit halber für euch im Standard-E-Tuning belassen.
Das Singlenote-Riff von “Night Terror”
Auf dem 2025 erschienenen Album „Parasomnia“ eröffnet „Night Terror“ mit einem Intro, das offene Saiten geschickt einbindet, bevor ein rasantes Single-Note-Riff folgt. Diesem liegt die Tonleiter E-Phrygisch-Dominant zugrunde. Sie verwendet dieselben Töne wie A-Harmonisch-Moll, beginnt allerdings ab dem fünften Ton E, wodurch sich ihr charakteristischer orientalischer Klang ergibt.
Odd-Meters bei „Erotomania“ und “On the Backs of Angels”
Ungerade Taktarten gehören zum Standardelement fast jeder Progressiv-Rockband, und das sind vornehmlich 5/4- oder 7/4-Takte (bzw. 5/8 oder 7/8). Sehr häufig setzt Dream Theater auch verschiedene Taktarten zusammen (z. B. 4/4 + 4/4 + 5/4 + 4/4 etc.). Hier ein Beispiel im 5/4-Takt: “Erotomania” vom dritten Album “Awake”.
Oder das Main-Riff von „On The Backs Of Angels“ – auch hier Singlenotes, gepaart mit Powerchords:
John Petruccis Cleansound: Offene Akkorde bei „On the Backs of Angels“ und “Another Day”
Cleane Gitarren und mystisch klingende Akkorde sind auch ein ganz wesentlicher Bestandteil vieler Progrocker. Sehr interessante Akkorde lassen sich durch den Einsatz von offenen Saiten kreieren – auch hier ein Beispiel vom Dream Theater Neulingswerk “A Dramatic Turn of Events”, das Intropicking von “On the Backs of Angels”. Auch dieses Beispiel ist eine zusammengesetzte Taktform im Schema 4+4+3 und dann 4+4+4+3 Vierteltakte in wiederkehrender Reihenfolge.
Um diese Akustikgitarrenwand zu fabrizieren, müsst ihr wie John Petrucci einiges overdubben, denn ihr hört hier insgesamt sechs Gitarrenspuren. Gemäß Petruccis eigenen Angaben habe ich eine cleane E-Gitarre ohne Effekte und eine cleane E-Gitarre mit Phaser hart links/rechts gepannt, dazu kommt eine gedoppelte Steelstring und außerdem eine gedoppelte Steelstring mit Nashvilletuning (beim Nashvilletuning werden die tiefsten vier Saiten eine Oktave höher gestimmt. Dazu müsst ihr natürlich andere Saiten aufziehen – rein technisch habt ihr dann eine zwölfsaitige Gitarre, bei der jeweils die tiefen gedoppelten Saiten fehlen).
Ein anderes Beispiel für sehr schöne, poppig klingende Akkorde ist das Intro von “Another Day” vom Album “Images and Words”. Führt euch den Sound zu Gemüte, der entsteht, wenn man bei jedem Akkord die B-Saite offen mitklingen lässt:

Open String Voicings: Tipps für kreative Akkorde
Übrigens hat John einen Tipp parat, wenn es um das Erkunden von “Open String Voicings” geht: Nehmt einen vertrauten Griff oder ein Akkordbild und schiebt es horizontal Bund für Bund über das Griffbrett, wobei ihr eine oder zwei Saiten offen klingen lasst. Dadurch entsteht zwar nicht auf jedem Bund ein sinnvolles Voicing, aber der eine oder andere Akkord wird bestimmt sehr interessant sein. Ich habe euch das am Beispiel eines F-Dur Barré-Akkordes mit offener B- und E-Saite hier demonstriert. Aber wie gesagt: Nehmt irgendeinen Griff oder eine x-beliebige Tonkombination und lasst sie wandern:

John Petruccis Solospiel: Die wichtigsten Techniken und Stilmittel
Widmen wir uns nun Petruccis Solospiel. Im Gegensatz zu “Bauch”-Gitarristen wie Van Halen oder Steve Lukather spielt Petrucci relativ klar strukturiert und organisiert. Das macht seine Soli zwar beileibe nicht unbedingt leichter nachspielbar, aber es lässt sich doch klarer die Denkweise in seinem Spiel erkennen und die einzelnen Stilelemente rausfiltern. Und genau hiervon möchte ich euch ein paar vorstellen – ohne den Anspruch zu haben, diesen Ausnahmegitarristen auf diese Tricks reduzieren zu wollen.
Alternate Picking: Schnelle Läufe und präziser Anschlag
Alternate Picking ist wohl seine Paradedisziplin, und den meisten Gitarristen ist wohl angesichts der Präzision und des Flusses in seinen ultraschnell gepickten Läufen schon des Öfteren die Kinnlade heruntergefallen. An diesem Stilelement lässt sich ganz eindeutig der Einfluss von Steve Morse heraushören und ich empfehle jedem, der John Petrucci verstehen will, auch ein Ohr auf die alten “Dixie Dregs”-Platten mit Morse an der Gitarre zu werfen. Ähnlich wie bei Morse kommen oft zwei Elemente zum Tragen: Zum einen finden wir sehr häufig chromatische Durchgangsnoten oder komplett chromatische Läufe, zum anderen werden diese Läufe mit dem Halstonabnehmer gespielt, was einen sehr definierten, hohlen, aber obertonreichen Sound erzeugt.
Chromatische Durchgänge bei “Under a Glass Moon“ und “Trial of Tears”
Das folgende Beispiel stammt aus dem Solo von “Under a Glass Moon“/“Images and Words”. Hier lässt sich sehr schön erkennen, dass dem Picking-Lauf eine Durtonleiter in “three note per string”-Spielweise zugrunde liegt, in diesem Fall F# mixolydisch. Auf jeder Saite wird nun der Ganztonschritt in der Durskala-Note chromatisch aufgefüllt. Haben wir die Fingerkombination Ganzton-Ganzton, so ist es jeweils der zweite Ganztonschritt, der chromatisch durchläuft, sodass wir bei vier Noten pro Saite landen.
Hier seht ihr ein komplettes C-Dur- (ionisch) Pattern mit chromatischen Passing-Tones:

Das folgende Beispiel ist aus dem zweiten “Akt” des Stückes “Trial of Tears”, “Deep in Heaven”, von dem Album „Falling into Infinity“. Sehr interessant übrigens auch die Rhythmisierung – obwohl wir vier Noten pro Saite haben, wählt Petrucci eine Sextolenrhythmik, wodurch ein Verschiebungseffekt entsteht, den man bei der Geschwindigkeit allerdings kaum wahrnimmt.
Chromatik und Pentatonik
Chromatik funktioniert auch bei der Pentatonik, wie hier am Beispiel von ” You not me”/“Falling into infinity”:

Auch hier erst der Fingersatz mit, dann ohne chromatische Auffüllungen am Beispiel der A-Pentatonik bzw. A-Bluesscale (die Bluenote ist ja bereits eine chromatische Passing-Note).

Wenn ihr den größtmöglichen Nutzen aus diesem Workshop ziehen wollt, empfehle ich euch, die Prinzipien der letzten Beispiele auf alle Pattern eurer Tonleiter zu übertragen – nur so können die Stilelemente Teil eures Spiels werden und ihr emanzipiert euch vom “Lick-Abdrücken”.
Skalensequenzen im Petrucci-Stil
Natürlich finden sich auch Skalen bzw. Skalensequenzen ohne Chromatik – hier ein Auszug aus dem Solo “Scarred” vom Album “Awake”:

Sehr schön erkennt man die achttönige Folge, die dieser Tonleiter zugrunde liegt und skalenabwärts sequenziert wird. Ein Skalenrun begegnet uns auch auf “Another Day”, zu finden auf “Images and Words”: Warum nicht einfach mal die Tonleiter bergauf spielen?

Repeating Patterns: So erzeugt John Petrucci Spannung in seinen Soli
Repeating-Pattern eignen sich immer hervorragend, um Spannung und Intensität aufzubauen. Hier ein Beispiel aus dem Solo von “Pull me under”/“Images and words”. Basis sind zwei Dreiklang-Arpeggios, nämlich C#m und A-Dur:

Auf dem Album “Awake” finden wir in “Scarred” ein eher skalenmäßig angelegtes Repeating-Pattern:
Ein ähnliches skalares Pattern findet im Solo von “Caught in a web”/“Awake” Anwendung:
Horizontale Gitarrenläufe über das Griffbrett
Ein weiteres Stilelement habe ich “horizontale Motive” genannt – damit meine ich ein Pattern oder Motiv, das sich auf zwei oder drei Saiten befindet und horizontal das Griffbrett hinauf- oder hinabbewegt wird. Sehr modern klingen Quinten, wie hier in “Another day”/“Images and Words”.

Auf dem gleichen Album im Solo von “Under a glass moon” treffen wir erneut ein Quintpattern an:

Oder eine horizontale Skalensequenz wie in “Scarred”/Awake.

Sweep Picking: Arpeggios und schnelle Gitarrenläufe
Klar, Arpeggios dürfen natürlich nicht fehlen – manchmal kombiniert mit der Sweeppicking-Technik, manchmal gepickt. Sehr schön klingen Dur-Arpeggios mit hinzugefügter Quarte (Dur add4) bei „Scarred“/“Awake”. In diesem Fall ein Dadd4, der im Song über einen Em-Akkord gespielt wird. Ihr hört richtig: Man muss nicht immer das Arpeggio über den gleichnamigen Akkord spielen. Auch wenn Dadd4 über ein D in der Begleitung gut klingt, so klingen gerade Add4-Arpeggios sehr gut, die einen Ganzton unter dem Begleitakkord gespielt werden (Formel bei Mollakkorden: Dur-Add4-Arpeggio auf der kleinen Septime).

Oder auch Dominantseptarpeggios mit hinzugefügter Quarte (7add4), wie hier aus “Deep in Heaven” vom Album „Falling into Infinity“ (übrigens kommt ein ähnliches Lick auch im “Scarred”-Solo vor, wie wir noch sehen werden).

Hier zeigt uns Petrucci ein C#m7-Arpeggio mit einem anschließenden Legato und Tapping-Run. Das Besondere ist zum einen die etwas unorthodoxe Umkehrung des Vierklangarpeggios, die etwas Stretching erfordert, aber auch der Legatolauf, bei dem vier Finger eingesetzt werden müssen. Hier das Beispiel aus „Under a glass moon“:
Auch pentatonische Sweeps mit Pull-off wie hier in “Another Day”/„Images and Words gehören zum Repertoire:

John Petruccis Solospiel: Vom einzelnen Lick zum kompletten Solo
So viel zu den wichtigsten Elementen in Petruccis Solospiel. Ich bin mir darüber bewusst, dass selbstverständlich auch Tapping, String-Skipping und Legatoläufe in rauen Mengen Bestandteil seines Solospiels sind, aber um den Rahmen des Workshops nicht zu sprengen, musste ich mich auf einige Trademark-Bausteine beschränken. Allerdings möchte ich euch noch ein paar seiner Soli vorstellen, in denen ihr bestimmt das eine oder andere Stilelement wiederfindet, was ich hier nicht behandeln konnte.
Das Gitarrensolo von „Pull Me Under“
Beginnen wir mit einem Solo, das vielleicht noch einen Hauch leichter nachzuspielen ist, als so ziemlich alle anderen Petrucci-Soli, nämlich von “Pull Me Under”, dem Opener der Platte “Images and Words”. Sehr schön sind hier sein motivischer Aufbau und die Solostruktur zu erkennen – ein klassischer 8-Takter mit ABAC-Aufbau: In den ersten beiden Takten wird ein Motiv vorgestellt, gefolgt von einem Abwärtslauf der Tonleiter G-lydisch (also D-Dur über einen G-Akkord). Anschließend wird das Anfangsmotiv eine Oktave nach oben transponiert wiederholt und der Abschluss wird durch das euch bereits vorgestellte Repeating-Pattern über C#m und A-Dur mit einer abschließenden Sequenz aus der G-Dur-Tonleiter und der E-Harmonisch-Moll-Tonleiter gebildet:
Das Gitarrensolo von „Scarred“
Ein weiteres Solo, das sehr viele Stilmittel aus Petruccis Spiel beinhaltet, habe ich euch bereits in Auszügen vorgestellt, nämlich “Scarred” vom Album “Awake”. Hier seht und hört ihr das komplette Solo:
Es folgt das Playback in einem gemäßigten Tempo:
In diesem Sinne alles Gute und viel Erfolg!
Haiko

























Evoneos sagt:
#1 - 09.07.2013 um 20:44 Uhr
Respekt, da hast Du Dir sehr viel Mühe gegeben, einiges an Mut bewiesen (JP spielt man nicht so einfach nach) und dabei ein sehr gelungenes Ergebnis abgeliefert.
Ich denke, wer diesen Workshop hier sauber durchspielen möchte, hat jetzt ein paar Tage Beschäftigung :-).Alleine die Denkanstöße und Aufsplittung einiger Techniken fande ich sehr hilfreich.Genau so muß das sein!Dank Dir ... Evo
Adi sagt:
#2 - 11.07.2013 um 01:27 Uhr
Ich versteh zwar quasi nur Bahnhof - ABER das ist ein geiler play-alike!!! Gratulation!
Layo sagt:
#3 - 15.07.2013 um 15:20 Uhr
Ich habe zwar ein paar DT-Songbooks, aber so zusammengefasst ist es super praktisch und auch sehr motivierend. Vielen Dank für die tolle Arbeit
Chris sagt:
#4 - 21.07.2013 um 14:09 Uhr
Und das Beste ist: "Rock Discipline" gibt's inzwischen auch auf DVD ;-)
Patrick sagt:
#5 - 25.09.2024 um 20:19 Uhr
schöne Zusammenfassung. Werde das in nächster Zeit mal durcharbeiten... MAN KANN DIE GESAMTDATEI NICHT RUNTERLADEN... auch einige andere am Anfang nicht. Fehlermeldung in allen Browsern, die ich probiert habe....