Gitarre Hersteller_Electro-Harmonix
Test
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01.07.2018

Praxis

Die Effekte des Superego+

Als erstes möchte ich mir einen Eindruck von der Klangqualität der Effekte verschaffen und schalte das Pedal dafür in den Live-Effects-Mode. Was ich hier beim ersten Durchschalten zu hören bekomme, gefällt mir recht gut. Auch wenn die Effekte klanglich nicht absolut "High End" sind, lassen sie sich durch die Bank gut abstimmen und wirken im Charakter authentisch und damit absolut praxistauglich. Beim Aktivieren mach sich ein gewisses Rauschen bemerkbar. Außerdem reagieren die Effekte teilweise mit einem leichten Pegelsprung nach oben. Auf eine Tap-Tempo-Steuerung der Delays muss der Anwender verzichten, was bei dem reichen Funktionsumfang und dem eigentlichen Fokus dieses recht kompakten Pedals in meinen Augen aber nicht weiter tragisch ist. Über ein zusätzlich angeschlossenes Expressionpedal können die Parameter übrigens dennoch per Fußbefehl gesteuert werden, was übrigens auch für andere Parameter der Synth-Engine gilt. Mehr dazu später.

In den folgenden Beispielen bekommt ihr einen Eindruck von den verschiedenen Effekten des Superego+.

Die Synth-Modi im Detail

Nun wollen wir aber auch hören, was dabei herauskommt, wenn man den Synth-Sound des Superego+ mit den Effekten koppelt. Wie schon in der Detailbeschreibung erwähnt, stehen dafür verschiedene Modi zur Verfügung, die je nach Ziel und Anwendung absolut nützlich sind und eine Menge kreatives Potential beherbergen. Das gilt übrigens auch für die sonstige Steuerung der Synth-Engine, bei der es lohnt, sich etwas Zeit zu nehmen, um verschiedene klangliche Möglichkeiten auszuloten. Aufgrund der vielen Optionen kann ich im heutigen Praxischeck natürlich nur einen ersten Eindruck vermitteln, was sich mit dem Superego+ anstellen lässt.

Ich starte im Moment-Mode, bei dem sich einzelne Töne oder Akkorde "einfrieren" lassen, solange der Fußschalter gehalten wird. Im folgenden Audiobeispiel habe ich diesen Modus mit einem Flanger-Tremolo gekoppelt und anschließend über die Akkordfläche ein wenig improvisiert.

Wie sich zeigt, können die einzelnen Effekte, abgesehen vom Live-Modus, nur auf die Synth-Sounds gelegt werden. Im vorliegenden Moment-Mode hätte ich mir dennoch gewünscht, die Effekte auch für das "sonstige" Gitarrensignal parat zu haben. Trotz Multieffekt-Option sollte man also für diesen Fall noch weitere Pedale einplanen.

Der Sustain-Mode lässt sich ganz unterschiedlich nutzen. So können hier je nach Einstellung des Layer-Potis, ähnlich wie beim Sustainpedal eines Pianos, mehrere Töne gehalten und übereinander geschichtet werden. Interessant finde ich auch, den Synth-Sound offensiv mit einem der Effekte zu belegen und dann bei einzelnen Akkordläufen einzublenden. Auch hierzu sollen natürlich ein paar Beispiele nicht fehlen. Im zweiten Beispiel bekommt ihr dabei auch einen Eindruck, wie der Synth-Sound ohne zusätzliche Effekte wirkt.

Im Auto-Mode spricht das Pedal je nach Anschlagstärke und Voreinstellung automatisch an, was problemlos funktioniert. Im ersten Audiobeispiel habe ich das Dry Signal zudem komplett aus dem Signalweg genommen.

Mit einer gewissen Latenz muss man in der Ansprache des Synths leben. Ansonsten setzt das Pedal aber auch Akkorde recht souverän um. Die Kombination aus SynthSignal mit all seinen Optionen und der Effektsektion lädt auch hier zu kreativen Spielereien ein.

Sehr spannend finde ich den Latch-Mode, bei dem über nur einen Fußbefehl immer wieder neues Material eingefroren werden kann. In Kombination mit einem Tremolo-Effekt können hier beispielsweise Sounds entstehen, die in Richtung Minimal Music gehen.

Aber hört selbst.

Die Steuerung per Expression Pedal

Das Superego+ bietet die Möglichkeit, einzelne oder mehrere Parameter gleichzeitig per Expression Pedal zu steuern. Dafür bringt man dem Gerät zunächst bei, auf welche Funktionen per Expression-Pedal zugegriffen werden soll. Hat man ein interessantes Setting entdeckt (was unter Umständen ein paar Anläufe braucht), lässt sich auch dieses Feature kreativ einbinden.

In den ersten der beiden abschließenden Audiobeispiele bestimme ich die Geschwindigkeit des modulierten Delays per Expression-Pedal. Im letzten Beispiel habe ich den Auto-Mode in Kombination mit einem Tremolo-Effekt so programmiert, dass ich mit dem Expression-Pedal die Layer-Funktion steuern kann.

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