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Die besten Wireless-Systeme und Funkmikrofone unter 450 Euro (2022)

Funkmikrofone, egal ob Lavaliermikrofone oder Handmikros, sind nicht mehr aus dem Fernseh-, Show-, bzw. Veranstaltungsgeschäft wegzudenken. Seit der Neuvergabe der freien Sendefrequenzen für Funkstrecken sind etliche Modelle neu auf den Markt gekommen, die uns umfassende Lösungen auf den eng gesetzten Bändern bieten. Die gute Nachricht: Es wird auch im Budget-Bereich nicht mit Features gegeizt und auch hier können mehrere Systeme parallel auf den freien Frequenzen gefahren werden. Wir haben etlichen Modellen in unserem Testmarathon Funkstreckensysteme auf den Zahn gefühltund stellen euch unsere Auswahl an preiswerten und guten Funkstrecken unter 450 Euro vor.

Einsteiger_Drahtlossysteme_unter300

Inhalte

  1. Grundsätzliches
  2. the t.bone TWS One A Vocal
  3. Sennheiser XSW 2-835 E-Band
  4. the t.bone free solo HT 863 MHz
  5. AKG Perception Wireless 45 Vocal Set
  6. the t.bone free solo Twin HT 590
  7. LD Systems U518 HHD
  8. AKG DMS 100 Vocal Set P5
  9. David gegen Goliath

Grundsätzliches

Eine Funkstrecke besteht immer aus einem Sender und einem Empfänger. Beim Empfänger wird in True und Non Diversity unterschieden, also, ob eine oder zwei Antennen inklusive Empfangseinheiten an dem Gerät verbaut worden sind. Ein Mikrochip misst die jeweiligen Feldstärken der eingehenden Signale und leitet das stärkste Signal weiter. Das Ziel: Drop-outs oder Interferenzstörungen zu eliminieren. Zwei Antennen bieten also die größtmögliche Übertragungssicherheit, die doppelte Technik kostet allerdings auch mehr Kohle. Die meisten Systeme arbeiten darüber hinaus mit einem Pilotton, der zur weiteren Stabilität der Sendestrecke dient und in dem rudimentäre Telemetrie-Daten übermittelt werden. 
Bei den Sendern gibt es die Möglichkeit, Handmikrofone oder Taschensender einzusetzen. An einem Bodypack können entweder ein Headset, ein Lavaliermikrofon oder ein Instrument angeschlossen werden. Viele Systeme verfügen über einen Kanalwahlschalter, sodass mehrere Geräte parallel genutzt werden können. Bewegungsfreiheit für die ganze Band und das alles für um die 300 Euro klingt gut.

the t.bone TWS One A Vocal

Der erste Kandidat ist gleich der günstigste und ein hervorragendes Tool für den Einstieg. Für schlappe 55 Euro bekommt Ihr ein überraschend gut klingendes Set. Manche der günstigen Mikros neigen dazu, Greifgeräusche allzu leicht mit zu übertragen. Hier hält sich das in Grenzen und die Sendeleistung reicht locker für einen Bewegungsradius von 6 Metern auf der Bühne. Gerade für kleine Bühnen am Anfang der Karriere braucht es auch nicht mehr. Mit zwei AA-Batterien gefüttert, hält der Sender circa 8 Stunden durch. Die maximale Reichweite ist mit 50 Metern angegeben. Das lässt sich sehen! Thomann bietet die Geräte in vier unterschiedlichen Frequenzbändern an, wobei jeweils zwei Frequenzbänder parallel betrieben werden können. Zwar bietet das Bundle Technik auf einfachem Niveau, aber dafür ist ein abschraubbarer Mikrofon-Gitterkorb und ein praktischer Transportkoffer inklusive. Hier geht´s zum Test.

Sennheiser XSW 2-835 E-Band

Eine weitere Empfehlung in unserer Reihe ist das Drahtlossystem Sennheiser XSW 2. Diese Funkstrecke wird in der sogenannten LTE-Mittenlücke und dem EU-Band betrieben und ist damit in der Praxis kostenlos und anmeldefrei. Im Mikrofon des Drahtlossystems ist Sennheisers beliebte dynamische E835-Kapsel mit Nierencharakteristik verbaut. Etliche professionelle Features machen diese Funkstrecke zu einem begehrten Kandidaten. Dazu zählt ihr robustes Metall-Chassis, das sich mit einem zusätzlich erhältlichen Rack-Kit (Produktlink Thomann) auch in 19″-Racks einbauen lässt.
Die beiden BNC-Antennen des Sennheiser XSW unterstützen sein True Diversity-Feature, das stets für beste Übertragungsqualität sorgt. Und damit die Funkstrecke bei schwachem Signal nicht aufrauscht, ist ein vom Empfänger aus regelbarer Squelch integriert. Für die Professionalität dieses Sets stehen nicht zuletzt auch die Anzahl seiner 8 Frequenzbänke und 12 Kanäle. Trotz dieser Features ist das Set aber nicht nur gut im Preis, sondern auch einfach zu bedienen. So stöbert es zum Beispiel bei Bedarf freie Frequenzen automatisch auf Knopfdruck auf. Und die Synchronisation von Handsender und stationärem Empfänger geschieht ebenfalls auf Knopfdruck. Noch mehr Details über das Set erfahrt ihr hier. 

the t.bone free solo HT 863 MHz

Die Thomann-Serie „t.bone“ hat zwar auch in der günstigen Preiskategorie schon True Diversity Systeme, aber hier nun eines der „Spitzenmodelle“ für etwas weniger als 200 Euro. Geliefert wird der Free Solo HT in einem stabilen, ausgepolsterten, Kunststoffkoffer, in dem alle Komponenten geschützt, übersichtlich und griffbereit parat liegen. 16 mögliche Betriebskanäle erlauben den Aufbau eines umfangreichen Funknetzwerkes und die zwei AA-Mignonbatterien im Handsender reichen für 8 Stunden Dauerbenutzung.
Spezielles Augenmerk liegt hier auf dem einregelbaren „Squelch“, ein Noise Gate, dass bei HF-Störungen aktiviert werden kann. Bei einer zu starken Einstellung des Threshold könnte das Audiosignal beeinträchtigt werden, Fingerspitzengefühl ist gefragt! Ankreiden mag man, dass die Greifgeräusche am Handsender etwas zu laut geraten können, dafür ist allerdings der Klang des mitgelieferten Mikros schon ganz schön amtlich! Ein gutes Gesangsmikrofon, dessen Nierencharakteristik genügend Feedback-Freiheit gibt, um den Bühnenmonitor ordentlich auszufahren.

Fotostrecke: 5 Bilder the t.bone free solo HT 863 MHz
Fotostrecke

AKG Perception Wireless 45 Vocal Set

Das Perception Wireless 45 von AKG bringt für unter 160 Euro den True-Diversity-Betrieb gleich mit, auch wenn man es nicht sieht. Die Antennen sind intern verbaut, was der schnittigen Optik noch ein Quantum mehr Aufgeräumtheit beschert. An den acht möglichen Kanälen sind bis zu fünf Frequenzen des freien Bandes sauber empfangbar, was den Betrieb mit fünf parallelen Geräten ermöglicht. Optional bietet AKG zur Funkstrecke passende Erweiterungen an, beispielsweise Headset, Lavaliermikrofon und Taschensender. Das hier mitgelieferte Mikrofon ist auf Gesangs- und Stimmperformance optimiert und benötigt nur eine Mignonzelle, deren Lebensdauer gut 8 Stunden beträgt. Eine Sendeleistung von 10 mW ermöglicht einen maximalen Aktionsradius von 30 Metern, da geht schon einiges. Der On/Off/Mute-Schalter macht zwar ein leichtes Geräusch bei Betätigung und wie bei vielen Mikros der unteren Preisklasse sind auch hier Tastgeräusche vernehmbar. Trotzdem hat das Gerät ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist für Einsteiger bereits der halbe Schritt in die professionelle Welt.

the t.bone free solo Twin HT 590

Wer einfach mehr braucht, dem bietet t.bone das free solo Twin HT Set an mit zwei dynamischen Handsendern und zwei Empfangseinheiten im 19-Zoll-Gehäuse für knapp 350 Euro. Hier sind gleich acht Frequenzgruppen mit je acht Kanälen vorprogrammiert. Neuerungen zum oben erwähnten t.bone free solo HT Gerät sind eine Schaltbare Sendeleistung zwischen 5, 10 oder 20 mW und der regelbare AF Ausgang.
Die Synchronisation läuft über Infrarot, True Diversity ist ein Muss und bei voller Sendeleitung reicht eine Batterieladung für über acht Stunden Sendung. Sender und Empfänger weisen Metallgehäuse auf und der Klang der Nierenkapsel ist absolut Bühnentauglich. Schwierig gestaltet sich das Muten der Mikros und leider sind keine Mikrofonklemmen im Lieferumfang enthalten. Doch das Preis Leistungsverhältnis spricht einfach für sich.

LD Systems U518 HHD

Brillanter Klang, wechselbarer Mikrofonkopf, leuchtstarke Displays, automatische Frequenzsuche, True Diversity, schaltbarer Squelch und Pilotton zu einem Kampfpreis von nicht einmal 300 Euro UVP. Das anmeldefreie Band zwischen 1785 – 1800 MHz ist hier zu 96 Kanälen in 8 Gruppen à 12 Kanälen gebündelt.
Die Sendeleistung kann zwischen 2, 10 und 30 mW je nach Größe der Bühne oder Räumlichkeit geschaltet werden. Über zehn Stunden Sendezeit sind auf alle Fälle garantiert. Die übertragene Audiofrequenz liegt zwischen 60 Hz – 16 kHz, optimal für die Übertragung von Stimme. Der satinierte Griff des Mikros ist zwar ein Design-Gimmick, jedoch anfällig für Schmutz und Kratzer. Ansonsten gibt es kaum etwas zu bemängeln und das beweist, dass LD Systems ein seriöser Partner für Musiker ist.

Xvive U3 Microphone Wireless System

Am Ende ein kleines Schmankerl für alle die, die ihr Lieblingsmikrofon um nichts in der Welt eintauschen möchten. Xvive stellt mit dem U3 eine Sendestrecke her, an der ihr euer bislang kabelgebundenes Gesangsmikrofon einfach nur aufstecken müsst und schon seit auch ihr drahtlos. Das System ist ein echtes Plug-and-Play Paket mit sechs anwählbaren Kanälen, die sich kinderleicht zwischen Sender und Empfänger koppeln lassen. Steckt den Empfänger einfach ins Mischpult und schon kann es losgehen.
Für die kleinen Bausteine erhalten wir im lizenzfreien 2,4-GHz-ISM-Band eine Funkstrecke mit mehr als fünf Stunden Sendebetrieb in einem Umkreis von 27 Metern und sogar ein paar Meter oben drauf. Der Betrieb ist zwischen Mikrofon und Line schaltbar, so dass wir nebenbei auch PA-Systeme drahtlos fahren könnten. Mit einer leichten Rauschfahne im Mikrofonmodus müssen wir rechnen und leider lassen sich die Akkus nicht ohne weiteres austauschen. Dafür arbeitet das digitale System mit einer Latenz von unter 5 ms und kostet gerade mal 199 Euro. Ein universelles Tool für mehr als nur ein Mikrofon oder eine Anwendung. Als In-Ear-Monitoring-System hingegen möchte sich das Xvive U4 empfehlen.

AKG DMS 100 Vocal Set P5

AKG bietet mit dem DMS 100 Vocal Set ein digitales Funksystem aus Mikrofon mit Handsender und stationärem Empfänger. Sänger und Sprecher können mit dem Vocal Set weltweit ohne Anmeldung und Gebühren im 2,4 GHz-Bereich arbeiten. Und das mit einer Reichweite von bis zu 30 m und bis zu 12 Stunden lang. Bis zu vier dieser Funkstrecken können parallel betrieben werden. Das Mikrofon greift mit seiner Supernierencharakteristik kaum Schall von seitlich auf und ist deshalb gut für kleine Bühnen und laute Umgebungen geeignet.
Die Bedienung des Sets ist dank Plug’n’Play kinderleicht. Auch eine automatische Suche nach freien Frequenzen ist mit an Bord. Noch dazu ist die Audioqualität der Funkstrecke durch die unkomprimierte digitale Übertragung mit 24 Bit/48 kHz für diese Preisklasse hoch. Für die Qualität spricht auch, dass das Audiosignal vom Empfänger per XLR-Anschluss ausgegeben wird. Mit seiner 256 Bit AES-Verschlüsselung, einem Dynamikumfang von 116 dB(A) und einem Signal-Rausch-Abstand von über 90 dB(A) ist das Funkset für seinen aufgerufenen schmalen Kaufpreis erstaunlich gut ausgestattet. Sogar ein Rack-Kit ist optional erhältlich (Produktlink Thomann). Wer lieber mit einem Lavalier-Mikrofon arbeitet, findet das Set auch in einer Version mit Taschensender. Zum AKG DMS 100 Vocal Set P5 Test.

Fotostrecke: 4 Bilder the t.bone free solo Twin HT 590
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David gegen Goliath

Die oben genannten Systeme sind ebenso mit Lavalierpacks für Headsets, Ear-Buddies oder Instrumenteneingang erhältlich. Es lohnt sich natürlich, auch mal ein Blick und speziell zwei Ohren auch auf die etwas kostenintensiveren Modelle zu werfen, die ihr auch in unserem Testmarathon findet.
Eins ist jedoch Gewiss: Die Großen müssen sich mit den kleinen Messen und wir haben hier einige Davids, die den Goliaths ordentlich Konkurrenz bieten. Viel Spaß beim Aussuchen. Falls Ihr noch eine alte Funke euer Eigen nennt oder günstig eine auf einer Auktion geschossen habt, dann checkt mal, ob sie wegen der Digitalen Dividende auch noch anmeldefrei betrieben werden kann, so sie es den soll.

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von Axel Erbstösser

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