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James Blake und die neue Streaming-Plattform „Vault”

Während Spotify sich weiterhin gegen jegliche Diskussion um ein faires Vergütungsmodell sperrt und die verheerende finanzielle Situation für kleinere Acts mit seinem neuen „Loud & Clear”-Report zu überdecken versucht, werden neue Streamingplattformen wie AC55ID oder Vault gelauncht. Letztere tritt mit James Blake als Galionsfigur auf.

James Blake und die neue Streaming-Plattform „Vault”
Shutterstock, Christian Bertrand

James Blakes Kritik an Spotify und TikTok

Der britische Musiker James Blake hat im letzten Monat auf seinem Instagram-Account öffentlich und lautstark Kritik am Vergütungsmodell von Spotify und TikTok geübt. Selbst bei Streaming-Einnahmen für eine Million Streams (3.000 US-Dollar) bleibe nach Abzug der Label- und Managementanteile sowie aller Steuern nicht mehr viel für den oder die Künstler*in übrig. Die Vergütung von TikTok sei so schlecht, dass sich selbst der Musikkonzern-Gigant Universal Music genötigt sah, seinen kompletten Musikkatalog mit sieben Millionen Titeln von der Plattform zu entfernen. Für Künstler*innen sei das nicht nachhaltig. Neue Wege müssen her. So weit, so wahr, so richtig.

Neue Streamingplattform Vault ist Blakes Lösung

Mitte März verkündet Blake, er habe die Lösung: Ende März wird die Plattform Vault gelauncht, auf der es neue Titel von James Blake geben wird – noch vor der regulären Veröffentlichung. Aufgebaut über ein Subscription-Modell wie Patreon oder Bandcamp setzt die neue Plattform auf die direkte Fanansprache. Ab fünf US-Dollar im Monat können Fans ihre Lieblingskünstler*innen direkt unterstützen und den Beitrag nach oben frei wählen. „Blake nennt die Plattform eine Grundlage, auf der er seine eigene unveröffentlichte Musik frei und ohne Absprache mit anderen Parteien wie Labels veröffentlichen kann.”, schreibt DJ LAB.
Blake sagt aber auch, dass Vault kein Ersatz für die großen Streamingplattformen sein kann. Das wäre für die Nutzer:innen schlicht zu teuer. Aber Vault könne „als Alternative und direkter Draht zur eigenen Fanbase zum Baustein oder sogar als Fundament für ein halbwegs geregeltes Einkommen werden”, so DJ LAB weiter. So weit, so gut, so richtig?

Ehrliches Künstler*innensprachrohr oder nur lauwarmer Messias?

Tatsächlich bleibt die Frage, ob diese neue Plattform überhaupt nötig ist, wenn es bereits etablierte Plattformen gibt, die nach demselben Modell arbeiten. Spannend wird es, wenn man in die Tiefe recherchiert, wie es die Groove getan hat.

Hinter Vault steckt die Firma Out The Mud Ventures, Inc, die bereits 2021 gegründet wurde und deren bekannteste Plattform der NFT-Marktplatz Sound.xyz. „James Blake bewirbt also keineswegs ein gut gemeintes Projekt, das endlich für mehr Fairness sorgen will, sondern nur das neueste Produkt eines millionenschweren Unternehmens”, so Kristoffer Cornils von der Groove. Der NFT-Hype sei vorbei und Out The Mud umgeschwenkt auf das nächste Trend-Thema: Superfans, die bereit sind, für ihre Stars viel Geld auszugeben. „Superfans sind die nächste Goldmine einer Musikindustrie, der es besser geht denn je und der es nach eigenem Ermessen noch viel besser gehen könnte.”, schreibt Cornils. Das hat auch Lucian Grainge, Chef der Universal Music Group (UMG) erkannt, der den Fokus der Firma, bei der auch Blake unter Vertrag ist, auf diese Superfans als weitere Einnahmequelle legen will. Bekanntlich ist immer Luft nach oben mit dem Geldverdienen. Macht Blake also mit UMG gemeinsame Sache? Vielleicht. Denn wie könnte Blake Titel vorab und ohne Zustimmung seines Labels veröffentlichen?

Geht es hier überhaupt noch um faires Streaming?

Oder geht es um den nächsten heißen Scheiß beim Thema Geldverdienen der Musikindustrie? Laut Groove beteiligt sich auch die Warner Music Group bereits an Plattformen, ähnlich wie Vault, die „einigen wenigen Menschen sehr viele Moneten abknöpfen sollen.” Ob Vault nun eine coole neue Option im sich wandelnden Streamingmarkt ist oder nicht, entscheidet selbst. Ich hätte gerne Antworten, auf die oben beschriebenen Zusammenhänge und Verstrickungen mit der Idustrie. James Blake, bitte klären sie mich auf.

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Black Flies sagt:

#1 - 23.04.2024 um 06:25 Uhr

0

bei Künst*Innen bin ich raus. Schade, dass Ihr keinen Wert auf Lesbarkeit Eurer Artikel legt

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