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15 Millionen Klicks: Computergenerierter Rap-Song geht viral

Ein Lied das künstliche Intelligenz verwendet hat, um die Stimmen von Drake und The Weeknd zu imitieren, ist viral gegangen. Das große Potenzial von computergenerierter Musik könnte die Industrie revolutionieren.

© Screenshot von Youtube-Video

Die Qualität von Deepfakes hat in den letzten Jahren noch einmal einen großen Sprung nach vorne gemacht. Im Internet werden immer häufiger täuschend echt wirkende Bild-, Audio- oder auch Videoaufnahmen veröffentlicht. Auf den ersten und oft sogar auf den zweiten Blick erscheinen sie vollkommen real. Die durch künstliche Intelligenz erzeugten Inhalte täuschen dabei sogar erfahrene Experten. Dieser Fall handelt von einem KI-Song mit den geklonten Stimmen von zwei der aktuell erfolgreichsten Musiker der Welt. Die beiden Künstler wussten von dem Lied bis nach der Veröffentlichung nichts.

Dabei geht es um den Titel ‘Heart On My Sleeve’, der auf Social Media hohe Wellen schlug. Auf TikTok hat der Song über 15 Millionen Aufrufe erhalten. Auch auf Twitter oder Youtube wurde das Lied mehrfach hochgeladen und hat sich rasant verbreitet. Der Song entstand durch die computergestützte Imitation der Stimmen von den kanadischen Musikern ‘Drake’ und ‘The Weeknd’. Eine KI hat dafür die bisher veröffentlichten Songs der beiden analysiert und eine Imitator-Stimme erzeugt. Für den Song wurde dann noch ein typischer “Drake-Beat” hinzugefügt.

Der Song beginnt mit einem Klavierintro im Stile des US-Produzenten Young Metro, der in einen wummenden Bass übergeht, während KI-Drake rappt. Der Imitator-Weeknd antwortet mit einer Strophe, in der er “behauptet”, dass Gomez ihn vor ihrer Trennung im Jahr 2017 betrogen hat. Der Song ist 2:14 Minuten lang und passt damit gut in das Zeitalter der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne.

Wer steckt hinter dem Song?

Der Urherber hinter ‘Heart On My Sleeve’ ist ein Nutzer namens “ghostwriter”, der den Song auf TikTok veröffentlicht hat. Allerdings hat der User seine Identität noch nicht öffentlich gemacht. Mittlerweile gibt es allerdings einige Indizien wer hinter der Aktion stecken könnte. Auf Twitter hat der Nutzer “Mitchell Cohen” seine Recherchen zu dem Fall veröffentlicht. Er ist Mitarbeiter der US-Firma AppSumo, die unter anderem Software und E-Learning-Tools online vertreibt. “Ich denke, es ist alles ein genialer Marketing-Gag… Nicht von Drake, sondern von einem SaaS-Startup [Software as a Service-Startup].”

Auf Twitter schreibt Cohen, dass in der Videobeschreibung vom originalen Video die Aufforderung steht, den Link in der TikTok-Biografie zu folgen. Der Link führt dann zu dem Profil “ghostwriter” auf der Plattform Laylo. Das Unternehmen Laylo verbindet laut eigener Beschreibung Kunstschaffende zielsicher mit deren Fangemeinde. Der CEO von Laylo, Alec Ellin, ist laut seinem Twitter-Feed selber Drake-Fan und hat zwei Tage vor der Veröffentlichung etwas über KI-Hip Hop Musik gepostet. Laut Cohen sind das starke Hinweise darauf, dass Laylo mit dieser Aktion einfach Aufmerksamkeit für die eigene Plattform schaffen wollte. Das Unternehmen kommentierte Cohens Recherchen dann auch noch mit einem Geist-Emoji.

Drake ist nicht glücklich über KI-Song

Drake hat kürzlich seinen Unmut darüber geäußert, dass seine Stimme geklont wurde. Drakes Beschwerde kam, nachdem die Universal Music Group Streaming-Dienste wie Spotify und Apple Music angeschrieben und gebeten hatte, Unternehmen mit künstlicher Intelligenz am Zugriff auf ihre Bibliotheken zu hindern. Es wird vermutet, dass diese Unternehmen die Musik von den großen Streamingplattformen zum “Trainieren” ihrer Software verwendet haben.

Die Person hinter ‘Heart On My Sleeve’ hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Drake und The Weeknd nicht an der Entstehung des Liedes beteiligt waren. Das sollte sie vor einer Klage wegen “passing off” schützen, bei der sie davon profitieren, dass sie dem Publikum vorgaukeln, es handele sich um ein Original.

KI-Experte spricht von “Napster Moment”

Die KI-generierten Songs berühmter Musiker, die täuschend echt klingen, stellen eine Bedrohung für das Musikgeschäft dar. Schließlich kann damit jeder technikaffine Mensch Fake-Lieder von großen Stars erstellen und vertreiben. Die Musikschaffende werden mit Sicherheit verstärkt dagegen ankämpfen, dass Songs unter ihrem Namen veröffentlicht werden. Aktuell fehlt es allerdings an rechtlicher Klarheit, etwa beim Urheberrecht.

Die UMG (Universal Music Group) hat in einer Erklärung gegenüber Billboard betont, dass Streaming-Plattformen eine “legale und ethische Verantwortung haben, um sicherzustellen, dass Musiker nicht durch ihre Dienste geschädigt werden”. Die Betreiber der Plattformen müssen sich entscheiden, ob sie sich auf die Seite der Musikschaffenden oder der Deep Fakes stellen möchten.

Roberto Nickson, ein Experte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, hat einen Vergleich zur Musikindustrie gezogen und von einem möglichen “Napster-Moment” gesprochen. In den frühen 2000er Jahren war Napster eine beliebte kostenlose Plattform zum Austausch von Musik, die jedoch aufgrund des Drucks der Musikindustrie eingeschränkt und letztendlich verboten wurde.

Mittlerweile wurde der Song auf TikTok, Spotify, Apple Music und mehrfach auf Youtube gelöscht. Allerdings gibt es bereits einige Re-Uploads. Hier ist die vollständige Version auf Youtube.

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