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02.04.2021

Kaufberater und Testmarathon Synthesizer mit Tastatur

Synthesizer kaufen leicht gemacht

Alle Infos und Testberichte zu Synthesizern mit Tastatur

Schon lange gibt es sie, die Musikinstrumente, die auf nicht mechanische Weise Töne erzeugen, die man so von herkömmlichen Instrumenten nicht kennt. Hier werden nicht mittels eigener koordinierter Kraft durch Finger, Füße oder Mund einer mechanischen Konstruktion Töne entlockt, das Antriebsaggregat ist der elektrische Strom, der diese spezielle Art von Musikinstrumenten antreibt: den Synthesizer.

Aufgrund seiner speziellen Konstruktion, die sich an den Erkenntnissen der Tonformung der menschlichen Anatomie orientiert, ist der Synthesizer eine Art ‚Baukasten‘, der sich aus klanggebenden und klangformenden Komponenten zusammensetzt und so Töne auf elektronische Weise erzeugt. Der Hintergrund des Synthesizers und seiner Entstehung basiert auf der Idee Klänge zu erzeugen, die man so in der Natur noch nicht gehört hat, mit dem Bestreben, sie musikalisch einsetzen zu können. So sind im Laufe der Zeit unterschiedlichste Konstruktionen entstanden, die aufgrund der technischen Evolution zunächst schrankgroße Geräte schuf, später durch technischen Fortschritt und die Entwicklung von Mikro-Chips handliche und transportable Instrumente möglich machte, deren Entwicklungsende noch immer nicht abgeschlossen ist.

Durch unterschiedliche Arten der Tonerzeugung bieten Synthesizer ein schier unerschöpfliches Reservoir an Klängen, was immer neue Konstruktionen und Synthesen auf den Plan ruft und das Interesse an der künstlichen Tonerzeugung nicht enden lässt. Durch immer neue Ideen und die Suche nach neuen Sounds unter Berücksichtigung musikalischer Trends sowie technischer Möglichkeiten ist der Synthesizer das zeitloseste Musikinstrument aller Zeiten und gleichzeitig eines der interessantesten überhaupt.

Quick Facts: Synthesizer

Was versteht man unter einem Synthesizer?

Der Begriff Synthesizer beschreibt ein besonderes Musikinstrument, das durch unterschiedliche Klangsynthesen Klänge auf elektronischem Wege erzeugt. Das unterscheidet ihn von akustischen Instrumenten. Unter Klangsynthese versteht man die Art und Weise, wie der Synthesizer Töne erzeugt, was bereits zeigt, dass es Synthesizer in unterschiedlichen Bauarten gibt, die jede für sich Besonderheiten und einen charakteristischen Sound birgt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen analogen und digitalen Synthesizern und der hybriden Mischform, die sich analoger und digitaler Baugruppen bedient. Synthesizer sind in modularer Bauweise, im Desktop-Format sowie in der Ausführung mit Tastatur erhältlich.

Welche elektronische Basis liegt Synthesizern zugrunde?

Betrachtet man das heutige Marktangebot, unterscheidet man zwischen drei unterschiedlichen Macharten von Synthesizern, welche jede für sich ihre Besonderheiten haben. Diese zeigen sich in ihrem elektronischen Aufbau, der sich auf folgende Bauarten herunterbrechen lässt:

  • Analog
  • Digital
  • Hybrid (= analog und digital)

Welche Bauarten von Synthesizern gibt es?

Aus den drei elektronischen Bauarten resultieren unterschiedliche Macharten, die marktorientiert auf spezielle Anwendungserfordernisse spezialisiert sind:

Während modulare Synthesizer heutzutage speziell im Eurorack-Format ihre Renaissance erleben und vorwiegend analog aufgebaut sind, repräsentieren Desktop-Synthesizer die platzsparende Variante aller möglichen Tonerzeugungs-Versionen in einem kompakten und tastaturlosen Gehäuse, das sich bequem auf den Arbeitstisch zu Hause oder im Studio stellen lässt. Viele Desktop-Synthesizer benötigen für ihren Einsatz allerdings eine Tastatur, die man in Form eines USB/MIDI Keyboard Controllers oder eines Synthesizers mit Tastatur erhält.

Synthesizer mit Tastaturen sind die klassischen Konstrukte, die sich völlig autark spielen lassen und mit denen man auch andere MIDI-konforme Gerätschaften ansteuern kann. Synthesizer mit Tastaturen bedienen sich aller Varianten des elektronischen Aufbaus und sind in analoger, digitaler und hybrider Bauweise erhältlich. In diesen Ausführungen zeigen sie sich noch in unterschiedlichen Tastaturgrößen und Ausführungen (ungewichtet, leicht gewichtet und gewichtet mit Hammermechanik) sowie in zwei Konzepten: Als reiner Synthesizer mit einer einzigen Art der Tonerzeugung und einem dafür besonderen Feld der Klangspezialisierung und als Synthesizer Workstation mit unterschiedlichen Arten der Tonerzeugung für einen sehr vielseitigen und universellen Einsatz.

Wie viele Stimmen lassen sich mit Synthesizern gleichzeitig spielen?

Speziell die Gattung der reinen Synthesizer mit nur einer Form der Klangsynthese bietet eine Auswahl hinsichtlich der möglichen Nutzung: Einige von ihnen sind nur monophon (einstimmig), andere dagegen poly- bzw. paraphon (mehrstimmig) spielbar. Synthesizer-Workstations bieten in der Regel eine üppige Polyphonie, die schon durch ihren Aufbau notwendig ist. Gerade der Aspekt der möglichen Polyphonie begrenzt oder erweitert das Einsatzgebiet eines Synthesizers enorm, wodurch monophone Synthesizer ihren besonderen Einsatz als Bass-Synthesizer für prägnante Lead-Sounds oder im Bereich experimenteller Musik finden. Mehrstimmig spielbare Synthesizer bieten ein flexibleres musikalisches Einsatzfeld, da sie akkordisch gespielt werden können. Der Markt bietet auf diese Weise für jeden Anwendungszweck den passenden Synthesizer.

Welche Tonerzeugungen/Synthesen bieten Synthesizer?

Die besonderen klanglichen Eigenschaften eines Synthesizers beruhen auf der Art und Weise, welche Synthesen bei der Klangerzeugung verwendet werden. Hierbei unterscheidet man zwischen den folgenden Formen:

Subtraktive Synthese

Bei der subtraktiven Synthese wird eine von einem Oszillator erzeugte Wellenform durch ein Filter in ihrem Obertongehalt reduziert, was den Grundgedanken der subtraktiven Synthese beschreibt. Danach durchläuft die bearbeitete Wellenform Hüllkurven, die a) die den Lautstärkeverlauf, b) den Wirkungsgrad des Filters im zeitlichen Verlauf regeln. Dabei kann auch ein LFO zum Einsatz kommen, der das entstehende Audiosignal moduliert. Mit subtraktiver Synthese waren bereits die klassischen analogen Synthesizer ausgestattet. Diese Synthese wird auch heute noch bei vielen modernen analogen, digitalen und hybriden Synthesizern eingesetzt.

Additive Synthese

Bei der additiven Synthese wird ein Klang durch Mischen und hinzufügen (addieren) einzelner elementarer Sinus-Wellenformen erzeugt, die in unterschiedlichen Intervallen und Oktavlagen (Harmonische) gemischt ein neues Klangbild entstehen lassen. Entwickelt wurde die additive Synthese vom französischen Mathematiker Fourier, wonach die additive Synthese auch Fouriersynthese benannt wird. Aufgrund ihres analytischen Verfahrens lassen sich mit ihr sehr präzise Klangcharakteristika erzeugen, im direkten Gegensatz zur subtraktiven Synthese. Die Hammond-Orgel zählt übrigens zu den ersten additiven ‚Synthesizern‘ überhaupt.

FM-Synthese

In ihrer Grundstruktur arbeitet die FM-Synthese wie die additive Synthese, bietet aber wesentlich mehr Möglichkeiten. Das berühmteste Beispiel für einen FM-Synthesizer ist der legendäre Yamaha DX7, der im Jahr 1983 vorgestellt völlig neue Klänge bot, als die analogen Vorläufer mit subtraktiver Synthese. Digital aufgebaut brachte der DX7 den neuen Sound der FM-Synthese ungebremst mithilfe von Operatoren und Modulatoren in die Musikwelt.

Wavetable-Synthese & Wave Sequencing

Die Wavetable-Synthese basiert auf einer digitalen Tonerzeugung, bei der unterschiedliche in einem Wave-Table (Tabelle) platzierte Wellenformen nacheinander durchlaufen werden. Dieses Arbeitsprinzip verspricht in sich lebendig klingende Wellenformen, schon deswegen, weil der Wellenformdurchlauf überblendend wie auch hart gestaltet werden kann. Einer der berühmtesten Synthesizer mit Wavetable-Synthese ist in 1979 vorgestellte PPG Wave 2 von Wolfgang Palm. Das Wave Sequencing ist eine weiter entwickelte Variante der Wavetable-Synthese, die im ersten Schritt für den legendären Sequential Circuits Prophet VS Pate stand. Nach dem Konkurs von Sequential Circuits in 1987 entwickelte Korg zusammen mit den ehemaligen Entwicklern des Prophet VS die Korg Wavestation, die eine nächste Evolutionsstufe der ursprünglichen Wavetable Synthese präsentiert. Wave Sequencing beschreibt im Wesentlichen eine frei programmierbare Abfolge unterschiedlicher PCM-Wellenformen, die in Schleife abgespielt und per MIDI-Controller moduliert werden können, was neue Möglichkeiten in der Gestaltung rhythmischer und fließender Sounds schafft.

 

Physical Modeling Synthese / Virtuelle Synthese

Unter Physical Modeling versteht man eine sehr spezielle Synthese, die mithilfe mathematischer Modelle arbeitet, um bestimmte/besondere physikalische Eigenschaften in Echtzeit zu erzeugen. Physical Modeling wird je nach Ziel dazu verwendet, den Klang natürlicher Instrumente zu emulieren, ganz neue Klangbilder zu erzeugen, aber auch die Schaltung berühmter analoger Synthesizer-Vorbilder digital abzubilden, um deren Sounds und besondere Eigenschaften mit modernen Mitteln neu abzubilden. Somit verwenden z. B. ‚Virtuell-analoge‘ Synthesizer wie der Modal Electronics Cobalt8 ein auf deren besonderes Klangziel hin gestaltetes Physical Modeling (virtuelle Synthese), um den Sound der Vergangenheit mit vielen weiteren Möglichkeiten digital in die Gegenwart zu bringen oder um neue Klänge zu generieren.

Granular Synthese

Der Begriff Granular Synthese beschreibt eine spezielle Form der Verarbeitung von digital aufgezeichnetem Audiomaterial (Sampels) und wird vorwiegend in Hard- und Software-Synthesizern verwendet, deren Basis auf digitaler Sampling-Klangerzeugung liegt. Beim ‚Granulieren‘ werden Samples in deren kleinste Bestandteile zerlegt, die dann neu zusammengebaut und mit technischer Finesse weiter manipuliert werden können, was aus einem ursprünglichen Sound einen völlig neuen werden lässt. Dabei entstehen Klangtexturen, die gerade in den Bereichen der Film- und sphärischen Musik einen hohen Beliebtheitsgrad haben. Bisher findet Granular Synthese in der Regel in Software-basierten Synthesizern statt, ist aber auch mittlerweile bei Hardware-Synthesizern wie dem Waldtorf Quantum im Einsatz.

Worüber sollte man sich vor dem Kauf eines Synthesizers Gedanken machen?

Steht der Kauf eines Synthesizers an, ist man mit unterschiedlichen Konzepten und Tastaturgrößen konfrontiert. Bereits an dieser Stelle sollte man darüber nachdenken, was man eigentlich benötigt. Daraus resultieren die folgenden Fragen, nach denen man den Bereich seines Wunsch-Synthesizers bereits im Vorfeld grob ausloten kann:

  • Möchte ich einstimmig oder mehrstimmig spielen? (Polyphonie)
  • Welchen Tastaturumfang benötige ich?
  • In welche Richtung soll es klanglich gehen? (Synthese):
  • Suche ich einen analogen, digitalen oder einen hybriden Synthesizer?
  • Synthesizer oder Synthesizer-Workstation?
  • Wie viel Budget steht mir zur Verfügung?

Ist die Basisauswahl getroffen, kommt man nicht daran vorbei, die Instrumente selbst einmal bei einem Händler anzuspielen, um sich vom Sound, der Spielbarkeit und der Bedienung einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Um euch die Wahl zu erleichtern, findet ihr auf der nächsten Seite eine Übersicht aller Bonedo-Testberichte zu Synthesizern mit Tastatur, aufgeteilt in die Instrumenten-Typen analog, digital und hybrid.

Wir aktualisieren diesen Testmarathon laufend. Viel Spaß beim Entdecken und Vergleichen!

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