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08.03.2018

Kaufberater Bass-Verstärker

Welchen Bass-Amp soll ich kaufen?

Hintergrundwissen und Tipps zum Kauf eines Bassverstärkers

Es ist soweit, ein neuer Verstärker (engl. Amplifier, kurz Amp) muss her. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Ein anderer Sound wird gewünscht, mehr Ausstattung, mehr Leistung, einfach mal Bock auf was Neues - oder es ist sogar der erste Amp überhaupt, den man sich zulegen möchte! Falls man sich schon sicher ist, was es sein soll, kann man sich glücklich schätzen!

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Welche Bassmodelle gibt es eigentlich? Worauf muss ich beim Kauf eines Basses achten? Hier findet ihr die Antworten!

Vielleicht hat man sich beim Thema "Verstärkerkauf" sogar schon auf eine bestimmte Marke festgelegt und/oder das Budget setzt enge Grenzen, so dass die Auswahl limitiert ist. Ist man sich hingegen noch unschlüssig, welcher Amp zum auserkorenen Kandidaten avanciert, wird es hingegen kompliziert. Die Wahl des richtigen Instruments ist dagegen fast einfach, denn E-Bässe haben sich seit ihrer Erfindung eigentlich gar nicht so sehr verändert. Die grundlegende Funktion der Tonentstehung ist über die Jahrzehnte die gleiche geblieben. Bei Verstärkern verhält es sich dagegen ganz anders. Mittlerweile gibt es verschiedene Arten, wie wir unseren Bass laut machen können: Vollröhre, Transistor, Hybrid- und Digital-Amps sind hierbei die wohl wichtigsten Schlagworte. Sie folgen zwar einer chronologischen Entwicklung, stehen aber alle immer noch gleichberechtigt am Markt nebeneinander. Und genau das macht die Sache nicht einfacher!

Dazu gibt es im Vergleich zum Bass noch viel mehr Variablen, was zu Fragen führt wie:

  • "Wie viel Leistung brauche ich?"
  • "Was für eine Ausstattung benötige ich?"
  • "Röhre, Transistor oder Digital?"
  • "Welcher Equalizer macht für mich Sinn: 3-Band, 4-Band, Semi-Parametrisch, Parametrisch?"
  • "Brauche ich integrierte Stimmgeräte oder Effekte?"
  • "Wie groß ist mein Budget?"
  • "Und überhaupt: Welchen Sound möchte ich eigentlich?"

Zur Beantwortung solcher und anderer Fragen soll dieser Artikel behilflich sein. Wir werfen dabei einen kurzen Blick auf die verschiedenen Technologien und das aktuelle Angebot des Marktes. Das Wichtigste zuerst: Der Verstärker ist im Grunde gar nicht so wichtig, wie man vielleicht denkt ...

Der wichtigste Anteil unseres Sounds ist fest an unserem Körper angewachsen: unser Kopf und unsere Hände! Sie sind nämlich die wichtigsten Elemente in der Soundkette - und das mit Abstand! Im Kopf entsteht zunächst unsere Vorstellung von Sound, welche unsere Hände dann am Instrument umsetzen. Der Verstärker kann lediglich laut machen, was wir in ihn hineingeben. Erzeugst du z.B. mit deiner Anschlagshand keinen Attack, kann es der Amp auch nicht herbeizaubern. Genauso verhält es sich umgekehrt: Lieferst du dem Amp schon ein gutes Signal, hat er es auch einfach, dieses laut zu machen!

Ein eindrucksvolles Beispiel dazu möchte ich kurz erzählen. Wir alle kennen Marcus Miller und lieben seinen Sound, der unumstritten grandios ist. Ich habe Herrn Miller bereits mehrfach live mit verschiedenen Verstärkermarken gesehen und gehört. Auch auf einer Messe habe ich ihn einmal von Stand zu Stand "gestalked". Ja, die Pointe deutet sich bereits an: Er klang mit jedem Instrument (er wählte natürlich immer einen Jazz Bass bzw. ein entsprechendes Derivat) über jeden Amp mit jeder Box schlicht nach "Marcus Miller", und das ab dem ersten Ton! Man hat ihn tatsächlich sofort mit geschlossenen Augen am Sound erkannt.

In vielen Interviews erzählt Miller immer wieder, wie er seinen Sound entwickelte. Dies passierte zu der Zeit, als er quasi "am Fließband" Studiosessions in New York spielte. Damals gab es aufgrund der angespannten Zeitpläne nicht den Luxus eines mikrofonierten Amps mit Box, folglich wurde der Bass direkt ins Pult gestöpselt. Dies brachte Marcus Miller in die Verlegenheit, dass er schon ohne Verstärker grandios klingen musste. Sein Sound und Markenzeichen entstand also ganz ohne Amp. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass der Schlüssel zum eigenen Ton nicht immer im Equipment liegt. Darüber lohnt es sich durchaus mal nachzudenken!

Das zweitwichtigste Element ist das Instrument. Ein Precision Bass, ein Jazz Bass oder ein Stingray besitzen ihren ganz eigenen Charakter, welchen man immer heraushören wird. Kein Amp kann einen Precision wie einen Stingray klingen lassen, oder umgekehrt. Verstärker können lediglich den Grundsound einfärben und idealerweise die mit deiner Hand, Spielweise und deinem Instrument vorgegebene Richtung unterstützen. Mancher Amp arbeitet da mit dir, mancher unter Umständen gegen dich. Der klangliche Eigencharakter des Amps ist daher stets ein ganz entscheidender Grund für den Kauf! (Mit einem Equalizer lässt sich dann im Einzelfall natürlich trotzdem noch eine Menge an- bzw. einstellen.)

Verschiedene Technologien

Wir kümmern uns heute "nur" um sogenannte Topteile, also die reine Verstärkereinheit, die in der Regel oben auf den Boxen platziert wird. Im Englischen heißt das "On Top", wodurch der Name "Topteil" zustande kommt. Zu Combos und Boxen kommen wir in separaten Artikeln.

Der große Vorteil eines Topteils ist sicher die klangliche Flexibilität. Ich bin nicht wie beim Combo an einen bestimmten Lautsprecher gebunden, sondern kann je nach Bedarf unterschiedliche Boxen betreiben oder sogar miteinander kombinieren. Falls schon Boxen vorhanden sind (z.B. im Proberaum oder bei einem Gig mit zur Verfügung gestellter Backline) oder gar nicht benötigt werden (z.B. im Studio...), lässt sich das Topteil auch bequem einzeln mitnehmen.

Verstärker bestehen aus zwei grundlegenden Komponenten: dem Vorverstärker (engl. Preamp) und der Endstufe (engl. Power Amp). Der Preamp nimmt das Eingangssignal auf, verstärkt es und bietet die Möglichkeit, dieses mit dem Equalizer klanglich zu formen. Die Endstufe macht dieses klangliche Ergebnis entsprechend laut, kann aber ebenfalls klanglichen Einfluss haben, wie wir noch sehen werden.

Ganz grob eingeteilt gibt es drei verschiedene Technologien, die heute am Markt gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Endstufe. Jede davon hat ihre Vor- und Nachteile und ist für eine bestimmte Situation genau der richtige Amp. Es gibt also kein wirkliches "besser" oder "schlechter", sondern nur "anders". Ich will euch hier nicht mit technischem Fach-Chinesisch über die unterschiedlichen Bauweisen von Endstufen langweilen, sondern darauf eingehen, was sie in der Praxis für uns bedeuten. Los geht's!

Vollröhren-Amps

Historisch gesehen sind sie die ersten in der Ahnenreihe. Erste ernstzunehmende Kandidaten für Bass gab es ab ca. Mitte der 50er-Jahre (Fender Bassman, Ampeg B-15 ...) Das Interessante: Klanglich gelten sie immer noch als die Krönung der Schöpfung! Hier basieren sowohl Vor- wie auch Endstufe auf der Röhrentechnologie, die eine ungeschlagene Dynamik und Souveränität im Ton liefert.

Auch ihre Kraft ist immer noch beeindruckend: Selbst 100 Watt Vollröhre sind unglaublich laut! Allerdings besitzen Röhrentops auch den größten Eigencharakter, färben den Ton also relativ stark - und das wollen sie auch. Wer also einen cleanen Amp sucht, der das Spiel völlig neutral übertragen soll, ist mit einem Vollröhren-Amp eher weniger gut beraten.

Auch sind diese Verstärker mit Abstand die schwersten und teuersten unter den drei Technologien. Röhren-Endstufen brauchen großzügig dimensionierte Ein- und Ausgangstransformatoren. Und diese bringen ein sehr stattliches Gewicht mit sich! So hat man es bei einem Vollröhren-Amp schnell mit 25 bis 40 kg Gewicht zu tun. Aufgrund der starken Abwärme benötigen sie darüber hinaus auch genügend Belüftung und sind deshalb häufig sehr groß und sperrig.

Transistor-Amps

Nachdem Vollröhren-Amps die 60er- und 70er-Jahre dominierten, hielten in den 80er-Jahren Transistor-Amps (und Hybrid-Amps; s. u.) Einzug in die Basswelt. Sowohl Vorstufe als auch Endstufe basieren hier auf Transistortechnologie. Derartige Amps besitzen zumeist einen cleaneren Klang als Vollröhren-Amps, färben den Ton also nicht so stark. Mancher Hersteller wirbt sogar extra mit der extrem neutralen, unverfälschten Wiedergabe des Basssignals.

Zudem wiegen diese Verstärker deutlich weniger. Amps mit genügend Leistung und entsprechendem Trafo bringen in der Regel zwischen 8 und 15 kg auf die Waage. Das ist schon ein beträchtlicher Unterschied zu den 44 kg eines alten Ampeg SVT-Topteils. Die meisten dieser Transistor-Amps verfügen übrigens über ein 19-Zoll-Rackformat und nehmen zwei bis drei Höheneinheiten ein.

Digital-Amps

Seit knapp 20 Jahren haben Digital-Amps Einzug in die Basswelt gehalten und mittlerweile hat jeder Hersteller eines oder mehrere Modelle davon im Portfolio. Tatsächlich gibt es sie aber schon seit den 70ern, allerdings fristeten sie bis zu ihrem Durchbruch ein ziemliches Nischendasein.

Ein großer Vorteil: Durch die gänzlich andere Technologie der digitalen Endstufen und/oder Schaltnetzteile entfallen die großen und schweren Teile, wie Transformatoren oder Ringkern-Trafos. Da digitale Endstufen durch ihren hohen Wirkungsgrad kaum Abwärme produzieren, braucht es auch keine großen Kühlkörper usw. Daher lässt sich in diesem Segment enorm Gewicht sparen! Und: Auch die Größe reduziert sich drastisch; viele solcher Amps passen bequem ins Gigbag und wiegen kaum mehr als 2 kg.

Hybrid-Amps

Dies heißt nichts anderes, als dass zwei verschiedene Technologien zusammenfließen. In der Regel ist damit eine Röhrenvorstufe und eine Transistor- oder Digital-Endstufe gemeint. Auf diese Weise kann man die angenehme Färbung der Röhre mit einer deutlich in Gewicht und Größe reduzierten Endstufe kombinieren. "Best of both worlds" sozusagen!

Wie viel Leistung brauche ich?

Hier muss wieder mal der viel strapazierte Vergleich mit dem Auto herhalten. Leistung kann man im Grunde nicht genug haben, und Hubraum lässt sich nur durch Hubraum ersetzen. Ähnlich wie beim Auto agiert ein Verstärker umso souveräner, je mehr Leistungsreserven vorhanden sind. Diese nennt man "Headroom". Je mehr Headroom mir zur Verfügung steht, desto dynamischer und luftiger ist der Ton meines Amps, da zu jeder Zeit Reserven vorhanden sind, um eventuelle Pegelspitzen zu meistern.

Auch die tiefen Frequenzen (vor allem B-Saite beim Fünfsaiter) werden generell besser abgebildet, da diese deutlich mehr Leistung benötigen, um verstärkt zu werden. Der Headroom prägt also entsprechend auch ganz entscheidend den Sound des Amps. Agiert ein Amp stets an seinem Leistungs-Limit, wird der Sound vor allem im Tiefbass-Bereich entsprechend komprimiert und flach wirken, da kein Spielraum für Dynamik bleibt. Zudem ist es für den Verstärker nicht gesund, ständig im roten Bereich zu operieren (auch hier s. Auto-Vergleich).

Allerdings ist Leistung nicht gleich Leistung und Watt nicht gleich Watt. Es gibt unterschiedliche Messverfahren, und Hersteller nutzen dies auch durchaus gerne, um ihre Angaben etwas zu beschönigen, ähnlich den Herstellerangaben beim Spritverbrauch von Autos. Auch unterscheiden sich die verschiedenen Endstufentechnologien untereinander. Astronomische Angaben wie 1000 Watt bei Digital-Amps sind keine Seltenheit, während Röhren-Amps zumeist irgendwo im Bereich zwischen 100 und 300 Watt liegen. Wer jedoch schon einmal vorsichtig am Master-Regler eines Ampeg SVT mit 300 Watt Vollröhre gedreht hat, der weiß, was die Stunde geschlagen hat! Darum heißt es auch hier wieder: Den Amp am besten in dem Kontext testen, in welchem er zum Einsatz kommt! Auf diese Weise merkt man schnell, ob die Leistung des Wunschkandidaten ausreicht und noch genügend Headroom vorhanden ist.

Welche Ausstattung brauche ich?

Neben dem bisher Besprochenen ist sicherlich der Equalizer das zentrale Element eines Verstärkers. Er ist das Werkzeug, um den Klang fein abzustimmen oder komplett zu verbiegen. Am üblichsten sind 3-Band- (Bass, Mitten, Höhen) oder 4-Band-Equalizer (Bass, Low Mid, High Mid, Höhen).

Hier kann man werksseitig festgelegte Frequenzen entweder anheben oder absenken. Noch spezifischer lässt sich mit einem parametrischen Equalizer in den Klang eingreifen. Mit ihm kann man die Frequenzen, die man bearbeiten möchte, innerhalb eines bestimmten Spektrums selbst anwählen. Meist findet man dies bei den Mittenbändern. Diese Form von Equalizer ist zwar etwas komplexer in der Bedienung, aber ein äußerst nützliches Tool, besonders für Instrumente wie Akustik- oder Kontrabass, bei denen man häufig mit Rückkopplungen zu kämpfen hat, die man mit einem normalen Equalizer mitunter nicht in den Griff bekommt. Mit einer Parametrik lässt sich jedoch gezielt die problematische Frequenz wählen und absenken.

Heutzutage selten geworden sind grafische Equalizer, bei denen sich festgelegte Frequenzen per Schieberegler absenken oder anheben lassen. Dieses Verfahren gibt eine schöne optische Rückmeldung von dem, was man da so tut - verführt aber auch gerne dazu, eher mit den Augen als mit den Ohren zu arbeiten.

Zur Nutzung eines Equalizers ist es sinnvoll, sich der eigentlichen Bedeutung des Wortes bewusst zu sein. Und diese ist "Entzerrer" - er soll also in erster Linie Störendes aus dem Klang entfernen. Je besser das Paket aus dem Sound deiner Hände und Instrument, desto weniger Equalizer wird nötig sein, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Das zweite wichtige Ausstattungsmerkmal eines Verstärkers ist die Art und Anzahl der Anschlüsse. Hier sollte man auch im Vorfeld genau analysieren, was man so braucht. Ein Input für das Instrument und einen Anschluss für die Box besitzen natürlich alle Amps, ab da gibt es jedoch zum teil enorme Unterschiede.

Wo früher ein Effektweg mit Send/Return-Buchsen Standard war, fällt dieser heute oft aufgrund der geringen Größe von Digital-Amps ersatzlos weg. Dafür verfügen diese häufig über die Möglichkeit, eine externe Soundquelle, wie Handy, Tablet etc. anzuschließen. Das geht auch häufig einher mit einem Kopfhörer-Eingang - beides macht das Üben zu Hause sehr komfortabel.

Puristische Röhren- wie auch die meisten Transistor-Amps bieten diese Möglichkeiten nicht.

Ein sehr wichtiger Aspekt ist der D.I.-Ausgang. Mit ihm kann man den Sound der Preamp-Sektion direkt in ein Mischpult oder in ein Audio-Interface leiten. Beim D.I. Out trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Von aufwendigen trafosymmetrierten D.I. Outs mit High-End-Ausgangsübertragern bis hin zu günstigen Optokoppler ist alles vertreten, natürlich mit entsprechend unterschiedlichen Ergebnis. Wer seinen Amp häufig per D.I. Out abnimmt, der sollte auch unbedingt einmal dessen Klangqualität vor dem Kauf testen.

Und sonst noch?

Einige Amps bieten noch zusätzliche Ausstattung, wie Stimmgerät oder integrierte Effekte. Diese Aspekte lassen wir aber mal beiseite, da sie sicher eine untergeordnete Rolle bei der Kaufentscheidung spielen.

Allgemeine Tipps für den Gang ins Musikgeschäft:

Natürlich liegt das eigentliche Herz eines Verstärkers unter der Haube, lässt sich also nicht einsehen und auch nur mit entsprechend Fachwissen beurteilen. Allerdings gibt es auch etliche äußere Merkmale, die ein Indikator für die Qualität des Amps und die Philosophie des Herstellers sein können. Da wären zum Beispiel die Potentiometer. Dreht man diese, sollten sie einen gewissen Widerstand bieten, nicht zu leichtgängig sein und sich nicht gleich bewegen, wenn man sie auch nur anhustet. Wackeln darf schon gleich gar nichts.

Als nächstes wären da die Buchsen der Anschlussperipherie. Sind diese aus Metall und nicht aus Plastik, ist das ein weiteres gutes Zeichen. Das Gehäuse an sich sollte einen robusten und hochwertigen Eindruck machen, und die Kanten des verwendeten Metalls sauber entgratet sein.

Auch mit den Ohren lässt sich hier schon einiges prüfen. Die meisten Amps verfügen über Lüfter, um die Abwärme aus dem Gehäuse zu leiten. Im Idealfall sollten diese ihren Dienst relativ geräuschlos erledigen bzw. erst bei entsprechender Hitzeentwicklung hörbar werden. Dies erreicht man mit hochwertigen und/oder temperaturgesteuerten Lüftern. Manche Hersteller verwenden auch mehrere Lüfter, die dann bei geringerer Drehzahl laufen und so entsprechend leiser sind.

Und auch die Nebengeräusche, die der Verstärker ansonsten von sich gibt, sind ein guter Indikator. Hier sollte man jeden einzelnen Regler bei eingeschalteten Amp mal aufdrehen, ohne zu spielen, und dabei hören, was aus den Boxen tönt. Ist ein Grundrauschen zu hören? Was passiert, wenn man die Lautstärke erhöht? Was passiert, wenn man am Equalizer dreht? Ist auch bei Extremeinstellungen relativ wenig zu hören, lässt das schon mal auf eine hohe Bauteilgüte und gute Qualität der Schaltungen schließen.

Dies alles sind keine knallharten Beweise für die Qualität des Verstärkers, geben aber in der Regel schon ein paar wichtige Hinweise, wohin die Reise geht.

Fazit

Der wichtigste Schritt zur Entscheidungsfindung ist - richtig, das Hören! Und zwar nicht nur im Musikladen, sondern am besten auch im Bandkontext. Hier offenbaren sich am ehesten die wahren Qualitäten eines Topteils - oder eben auch nicht.

Die erste und wichtigste Frage beim Kauf sollte sein: "Passen Sound, Leistung und Ausstattung zu mir bzw. zu meinem persönlichen Stil, zu meinem Instrument(en), meiner Musik und meiner Band?" Der Amp sollte dich und dein Spiel zu jeder Zeit bestmöglich unterstützen! Ein Sound, mit dem man sich wohl fühlt, hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf die eigene Performance.

Pragmatische Gründe, wie Gewicht, Größe und Transportabilität kommen danach als nächstes. Spielt man nur drei Gigs im Jahr, so ist der Transport wohl lange nicht so entscheidend, als wenn man drei Gigs pro Wochenende zu überstehen hat. Lässt man seinen Amp eher im Proberaum stehen, oder schleppt man ihn jedes Mal wieder mit heim? Hier sollte man im Vorfeld unbedingt seine persönliche Situation genau analysieren, um den Kauf nicht mittelfristig zu bereuen!

Röhren-Amps liefern einen großen Sound und eine beeindruckende Dynamik und Projektion des Tons über weite Strecken. Dies bezahlt man aber in der Regel mit Gewicht, Größe - und viel Geld. Digital-Amps kosten aufgrund der günstigen Technologie deutlich weniger, sind leichter und kleiner. Die Welt der Digital-Endstufen und Schaltnetzteile ist zwar inzwischen schon weit fortgeschritten - aber noch besitzen sie klangliche Nachteile gegenüber der analogen Technik. Ihnen wird gerne ein etwas steriler Ton und fehlende Dynamik vorgeworfen, gerade im Grenzbereich. Da befinden wir uns aber schon in der Welt der subjektiven Empfindung und des persönlichen Geschmacks. Außerdem: Wer weiß, was die Zukunft bringt? Auf jeden Fall schreitet die Technik auf diesem Gebiet permanent in Sieben-Meilen-Stiefeln voran.

Letztlich muss man abwägen, wie viel Sound man zugunsten des leichteren Transports opfern möchte und ob dies überhaupt ein Opfer darstellt. Der Einsatzzweck spielt nämlich ebenfalls eine große Rolle. Die eventuellen klanglichen Nachteile der digitalen Welt kommen erst bei größeren Lautstärken wirklich zum Tragen. Benötigt man diese nicht (Wohnzimmerkonzerte, akustische Besetzungen, Besetzungen ohne Drums, ...) oder spielt man viele Gigs eh ohne Box nur über den D.I. Out, sind Digital-Amps durchaus eine kluge Wahl.

Kaufempfehlungen:

Abschließend findet ihr eine nach den vier Kategorien unterteilte und preislich gestaffelte Auswahl von Amps. Diese spiegelt natürlich nur einen Teil des derzeitigen Angebots auf dem Markt wider, dient aber schon mal gut als grobe Orientierung. Ich habe aus jeder Kategorie einige Vertreter herausgesucht, die verschiedene Marken und Philosophien repräsentieren. Viele der aufgeführten Amps haben kleine und/oder größere Brüder, sind also mit mehr oder weniger Leistung und zu dementsprechend niedrigeren oder höheren Preis erhältlich. Ich habe aber bewusst in jeder Kategorie nur einen Kandidat pro Marke aufgeführt, da die klangliche Ausrichtung und Ausstattung meist die gleiche bleibt.

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