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29.09.2020

Die besten Drummachines in 2020

Ausgesuchte digitale und analoge Desktop-Drumcomputer

Elektronische Top-Drummer mit Potenzial

Als Mitte der 1970er Jahre die ersten Drumcomputer auf dem Markt erschienen, hatte man für sie einen völlig anderen Nutzen vorgesehen. Auch verbaut in Heimorgeln dienten die Urahnen der heutigen Drummachines dazu, einen Schlagzeuger zu ersetzen und verhalfen dem heimischen Orgelspieler zu einem elektronischen Drummer, den man gerne zur Unterstützung von Darbietungen in den eigenen vier Wänden und auf der Bühne einsetzte. Komplett analog aufgebaut boten sie in dafür typischem Klangverhalten Standard-Tanzrhythmen, wie Bossa Nova, Cha Cha, Marsch, Samba, Mambo, manche auch Lambada, und waren somit brauchbare Weggefährten, konnte man doch ohne den echten Schlagzeuger spielen. Mit ihm war’s dennoch schöner, aber auch aufwendiger.

Wer sich heute noch von dem Klang der klassischen Heimorgel inkl. Rhythmus-Maschine überzeugen möchte, der sollte unbedingt mal nach Mambo Kurt Ausschau halten: Seine Musik ist gewissermaßen eine hochstilisierte Version dieser Klangästhetik. Schon kurz darauf, also gegen Ende der 1970er Jahre, verließ die Drummachine ihren vorgesehenen Weg und entwickelte sich zum Wegbereiter für völlig neue Musikstile: Die Popmusik der 1980er Jahre wäre ohne den Sound der zahlreichen Drummachines undenkbar. Egal ob Kraftwerk, Prince, Madonna oder Whitney Houston - sie wurden alle durch den Sound der Drummachines beeinflusst. Heute erfahren Drummachines eine Art Renaissance, denn unzählige Hersteller bieten mit ihren elektronischen Drumcomputern neue, aber auch alte Konzepte. Wir haben die interessantesten Drummachines für euch gesammelt und stellen sie hier vor! 

Quick Facts: Drummachine

Was ist eine Drummachine?

Eine Drummachine (oder auch Drumcomputer genannt) ist ein elektronisches Gerät, das speziell rhythmische Klänge über eine elektronische Klangerzeugung generiert. Die Klangerzeugung wurde zunächst analog wie bei einem Synthesizer realisiert und typischerweise mittels subtraktiver Synthese erzeugt. Spätere Drummachines setzen auch eine digitale Klangerzeugung mit Samples ein. Im Gegensatz zu einem Synthesizer verfügen Drummachines häufig über Taster, denen gleich mehrere Sounds, wie z. B. Bassdrum und Hihat, zugewiesen werden können. Über einen Step-Sequenzer inkl. Lauflichtprogrammierung werden diese dann programmiert. In Fällen modernerer Ausführungen verfügen Drummachines auch über MIDI- oder CV/Gate-Schnittstellen. Darüber hinaus sind auch Einzelausgänge für die verschiedenen Signale ein Ausstattungsmerkmal vieler Drummachines. Die wohl bekannteste Drummachine, die noch heute viele Nachahmer findet, ist die berühmte Roland TR-808.

Wofür verwendet man eine Drummachine, und worin bestehen ihre Vorzüge?

Der ursprüngliche Zweck einer Drummachine war das Abspielen vorprogrammierter Rhythmen, wie man sie z. B. aus vielen Heimorgeln kennt. Für Alleinunterhalter oder auch zum Üben boten die Drummachines einen einfachen Ersatz für den fehlenden Schlagzeuger: Bekannte Drumcomputer waren z. B. die Modelle der „Rhythm Ace“-Serie des Unternehmens Ace Tone. In den späten 1970er Jahren kamen dann weitere Drumcomputer auf den Markt, mit denen man selber Rhythmen und Patterns programmieren konnte. Spätestens hier verschob sich der Einsatzzweck: Bands wie Kraftwerk nutzten die Drummachine auf eine völlig neue Weise und setzten sie in neuen Genres ein. Im Gegensatz zu modernen Drum-Synthesizern wie dem Nord Drum 3P oder Controllern wie z. B. dem Novation Launchpad X Viele Künstler aus der Popmusik haben die Drummachine in ihren Songs verwendet, und damit den Sound einer ganzen Epoche revolutioniert. Berühmte Beispiele für die Verwendung von Drummachines in der Popmusik sind z. B. Marvin Gaye „Sexual Healing“ und Whitney Houston „I Wanna Dance With Somebody“.

 

Roland TR-08

Beginnen wir mit einem Urenkel, der berühmten Roland TR-808. Die TR-08 aus gleichem Hause ist eine Emulation der TR-808 und stammt aus dem Sortiment der Roland-Boutique-Serie. Boutique bedeutet hier übrigens, dass die TR-08 sehr klein und kompakt ist - mit der Größe der echten TR-808 hat unser Kandidat jedenfalls zunächst keine Gemeinsamkeit. Neben dem Namen ähneln Optik und Layout der TR-08 unsere Drummachine-Legende umso mehr: Bedienung und Sound lassen die Herzen echter Vintage-Freunde höher schlagen. Und das, obwohl die TR-08 eben keine analoge Klangerzeugung besitzt: das scheint dem Charakter keinen Abbruch zu tun. Umso erfreulicher, dass die TR-08 wirklich sehr authentisch klingt und dabei so schön kompakt ist. Ein weiteres schönes weiteres Feature sind die eingebauten Lautsprecher und eine Möglichkeit, die TR-08 mit Batterien zu betreiben.

Anschlussseitig ist die TR-08 - wie auch alle anderen Boutique-Synthesizer - mit Miniklinken, MIDI-Anschlüssen und einer USB-Mini-Buchse ausgestattet. Dabei scheint die Liebe zum Original so groß zu sein, dass Roland mittlerweile jedes Jahr den 808 Day, nämlich zum Geburtstag der TR-808, feiert. Der Sound des TR-08 lässt sich übrigens als modern und knackig bezeichnen - überhaupt lädt die Struktur zum sofortigen Spielen und Experimentieren ein. Zwar ist die Größe der Taster und Regler zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber das hat aus meiner Sicht einen ganz besonderen Reiz: man kann die TR-08 schließlich leicht transportieren und auch unterwegs per Batteriebetrieb drauf loslegen! Nebenbei bemerkt bietet Roland mit der TR-8S auch eine neue Version der Drummachine an, die über viele Erweiterungen in puncto Patterns verfügt und darüber hinaus auch Samples abspielen kann.

Roland TR-08 Test      Produktseite auf Thomann.de
Roland TR-08S Test      Produktseite auf Thomann.de

Behringer RD-8

Es gibt wohl kaum einen Vintage-Synth, den Behringer noch nicht nachgebaut hat oder innerhalb kurzer Zeit auf den Markt bringt. So ist es auch in puncto Drummachines: neben Roland hat Behringer ebenfalls einen TR-808-Klon vorgestellt. Die Behringer RD-8 funktioniert dabei, und das sollte man hier unbedingt erwähnen, vollkommen analog. Im Gegensatz zum Roland TR-08 bietet Behringer also eine analoge Klangerzeugung und könnte es damit sogar schaffen, dem Original besonders nahe zu kommen. Die Größe und auch die Aufmachung sprechen jedenfalls sehr dafür: die RD-8 ist nur etwas kleiner als die originale TR-808 Drummachine und macht einen sehr schönen Eindruck.

Übrigens hat Behringer auch schon eine weitere Drummachine angekündigt: mit der RD-6 soll demnächst auch ein Klon der bekannten Roland TR-606 erscheinen. Klanglich gesehen ist die RD-8 alles andere als unscheinbar: fett, analog und rund klingt das, was aus dieser Kiste kommt. Dabei sind ein paar Volume-Verhältnisse nicht ganz so ausgeglichen wie bei der TR-808, aber das ist für einen derart günstigen Preis an dieser Stelle in Ordnung. Anschlussseitig bietet die RD-8 auch alles, was man benötigt: MIDI, USB sowie diverse Klinkenausgänge wie Main Out, 11 Einzelausgänge und 3 x Trigger Out. Das macht Laune!

Behringer RD-8 Test      Produktseite auf Thomann.de

Behringer RD-6

Die Behringer RD-6 ist - wie schon die RD-8 aus dem Hause Behringer – der Nachbau eines berühmten Drumcomputers von Roland. Hier hat sich Behringer die kleine Schwester der Roland TR-808 vorgenommen, die TR-606 Drumatix, die 1981 in den Markt kam. Genau wie die 808 erreichte auch die 606 über die Zeit einen besonderen Status bei Musikern auf der ganzen Welt. Auf dem Gebrauchtmarkt nur mit höheren Summen zu bezahlen, bietet Behringer die 606-Kopie RD-6 nun zu einem Schnäppchenpreis, der für jedermann zu bezahlbar ist. Im Aufbau analog, bietet sie sogar noch ein bisschen mehr als die berühmte Vorlage: Behringer spendiert der ‚kleinen‘ RD-6 noch einen Clap zu den sonst, wie im Original vorhandenen Sounds und ergänzt die Erweiterung noch durch einen zuschaltbaren Distortion-Effekt, der dem Sound noch zusätzlichen Drive verleiht.

Auch lassen sich die Sounds über sechs Einzelausgänge und einen Mix-Out zum Mischpult ausgeben, um weitere Möglichkeiten in der Klangbearbeitung zu haben. Neben zwei Trigger-Ausgängen, Sync In/Out, bietet die RD-6 auch einen Kopfhörerausgang, USB-MIDI und MIDI In/Out via 5-Pol DIN-Buchsen. Die RD-6 klingt so wie sie soll und steht in zehn unterschiedlichen Farbausführungen zur Wahl.

Behringer RD-6 Test      Behringer RD-6 LM (Grün Transparent)*
     Behringer RD-6 AM Smiley Edition (Gelb)*
     Behringer RD-6 BB (Blau Transparent)*
     Behringer RD-6 BK (Schwarz)*
     Behringer RD-6 BU (Blau)*
     Behringer RD-6 GP (Lila Transparent)*
     Behringer RD-6 TG (Orange Transparent)*
     Behringer RD-6 SB (Rot Transparent)*
     Behringer RD-6 SR (Silber)*
     Behringer RD-6 RD (Rot)*

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Elektron Analog Rytm MkII

Bei der Elektron Analog Rytm MKII handelt es sich um eine besonders vielseitige Drummachine. Als direkter Nachfolger der Analog Rytm Drummachine verfügt die Analog Rytm mkII eine analog/digitale Engine, die neben der analogen Klangerzeugung auch samplen kann. Zum Klang-Arsenal gehören u.a. acht Drum Voices, die jeweils mit wählbaren analogen Soundgeneratoren gespielt werden. Dazu kommt eine Sample-Funktion, mit der man auch live Samples erstellen kann. Ein analoges Multimode-Filter sowie ein Overdrive-Schaltkreis ermöglichen starke klangliche Eingriffe.

Daneben verfügt die Analog Rytm mkII auch über Effektabteilung und kann damit deutlich mehr als eine klassische Drummachine: sie richtet sich an Performer, die auf der Bühne stehen und zu jeder Zeit in das klangliche Geschehen eingreifen wollen. Neben dem umfangreichen Step-Sequencer verfügt die Analog Rytm mkII auch 9 Pads und zeigt sich dabei als vielseitiges Instrument für den Live-Betrieb. Wer etwas mer benötigt als eine klassische Drummachine, der sollte sich die Elektron Analog Rytm mkII unbedingt ansehen.

Elektron Analog Rytm Test      Produktseite auf Thomann.de

MFB Tanzbär 2

Manfred Fricke ist der Gründer von MFB und damit seit etwa 40 Jahren eine Institution auf dem Synthesizermarkt. Mit diversen analogen „Klangkisten“ wie z. B. dem MFB Synth Pro oder dem MFB 301 widmet er sich vorrangig der analogen Klangerzeugung. Die Vintage Drummachine MFB-501 aus den 1980er Jahren hat es dabei sogar in unser Vintage-Synth-Special geschafft.  Mit einem Facelift und eine deutlich umfangreicheren Ausstattung sind Drummachines bei MFB heute sogar aktueller denn je: Der MFB Tanzbär 2 ist der derzeit aktuelle Drumcomputer aus der Berliner Manufaktur.

Mit einem typisch-analogen Sound folgt der Tanzbär 2 ganz der puristischen MFB-Linie: druckvoll und fett trifft es am besten. Dabei kommt zu der Drummachine auch ein monophoner Bass-Synthesizer hinzu, der den Tanzbär 2 klanglich noch erweitert. Und damit nicht genug: der Tanzbär 2 ermöglicht auch das Laden von Samples, die dann durch das analoge Filter geschickt werden können. Die Bedienung des Tanzbär 2 ist dabei recht komplex und es lohnt sich das Handbuch gut zu studieren. Optisch ist das blaue Gehäuse mit den Seitenteilen aus Holz kaum zu übersehen, und mit vielen Potis bietet der Tanzbär jede Menge Zugriff auf diverse Klangparameter. Zur Unterstützung dient ein kleines Display. Zusammenfassend gesagt: der Tanzbär 2 hat es faustdick hinter den Ohren!

MFB Tanzbär 2 Test      Produktseite auf thomann.de

Arturia DrumBrute

Nachdem Arturia vorrangig durch hochwertige Software-Emulationen bekannter Vintage-Synthesizer bekannt wurde, tummelt sich das französische Unternehmen nun seit geraumer Zeit auch im Hardware-Bereich. Mit der Arturia DrumBrute kommt eine interessante Drummachine ins Rennen, welche nicht nur über eine ansprechende Optik verfügt, sondern über 17 hochwertige Drumsounds verfügt. Irgendwo zwischen modern und Vintage lässt sich das Design der Drumbrute ansiedeln, und auch im Klang lässt sich dieses Motto wiederfinden. Arturia bietet jedenfalls eine hochwertige Verarbeitung und einen umfangreichen Sequenzer an. Auch auf Einzelausgänge muss man nicht verzichten - das sind gute Voraussetzungen für eine Drummachine.

In puncto Sound lässt es sich in etwa so beschreiben: die DrumBrute ist keine TR-808-Kopie, sondern verfügt über einen sehr eigenständigen Sound. Dabei ist es natürlich eine Geschmacksfrage, was einem besser gefällt. Die einzelnen Sounds unterscheiden sich teilweise stark von den bekannten 808-Sounds, sind aber keinesfalls schlechter. Je nach Musikstil kann man hier deutlich profitieren, denn bei Arturia ist ggf. etwas mehr Punch, Attack, Lo-Fi oder auch EDM drin. Ein analoges Filter rundet den Sound der Drumbrute ab. Wer es genau wissen möchte - hier ist unser Testbericht der Arturia DrumBrute. Übrigens bietet Arturia mit der DrumBrute Impact noch eine abgespecktere und günstigere Drummachine an - für etwas weniger Geld bietet die DrumBrute Impact einen vergleichbaren Sound!

Arturia DrumBrute Test      Produktseite auf thomann.de

Cyclone Analogic TT-606 Drum Drone

Gleich neben der TR-808 gehört auch die Roland TR-606 zu den bekanntesten Drummachines überhaupt. Dass es sich bei der Cyclones Analogic TT-606 Drum Drone also um einen Klon eben dieser handelt, ist unschwer am Namen zu erkennen. 38 Jahre nach dem Erscheinen der TR-606 hat sich nun der französische Hersteller Cyclone Analogic darum bemüht, den legendären Klang der TR-606 nachzubilden. In einem recht kompakten silbernen Plastik-Gehäuse inklusive Schutzdeckel und Tasche kommt die TT-606 Drum Drone daher und erinnert alleine aufgrund seines Bedienfelds an das Original aus den 80er Jahren: kennt man dieses, dann findet man sich auch beim TT-606 Drum Drone zurecht. Die Lautstärkeregler für die einzelnen Kanäle, Drehschalter für die Soundauswahl sowie die 16 Tasten für den Step-Sequenzers sind auf der Oberseite angeordnet.

Tatsächlich verfügt die TT-606 Drum Drone auch über zwei Sounds, die das Original nicht besaß: Rimshot und Clap. Anschlussseitig gibt es hier neben zwei Ausgängen Amp/Phones auch getrennte Ausgänge für die einzelnen Sounds sowie einen MIDI In/Out. „21st century transistor technology“ lautet das Motto des TT-606 Drum Drone wenn es um die Klangerzeugung geht. Tatsächlich klingt dieses nicht minder rund, besitzt aber, anders als man es von den Original Drummachines aus den 80er Jahren kennt, einen ganz eigenen Charakter. Das hat durchaus seine Reize: der recht saubere Klang empfiehlt sich beispielsweise für Elektro-Ästhetik und hat eine ganz eigene Färbung. Durch die beiden zusätzlichen Sounds und weitere Tweak-Möglichkeiten mittels Tone-Regler ist diese Drummachine außerdem um ein paar Features angereichert worden, die es beim Original nicht gab. Im Spielbetrieb lässt sich die TT-606 Drum Drone sehr einfach und intuitiv zu bedienen. Fill-Ins, zum Tempo gesyncte LFOs und weitere Performance-Funktionen runden das Angebot ab.

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Korg Volca Drum

Beats bauen mit angesagten Sounds, so könnte das Motto der Korg Volca Drum lauten. Wer die Volca-Serie kennt, der weiß, was man hier erwarten darf: Auspacken und sofort spielen. Die kleinen Klangerzeuger aus der Volca-Serie sind seit einigen Jahren nicht mehr aus dem Marktangebot wegzudenken. Dabei ist es völlig egal, ob man sie als Spielzeug oder festen Bestandteil seines Arbeitsumfelds versteht: Volca ist eben genau beides. Mit ihrem günstigen Straßenpreis gehört die Volca Drum sicherlich zu den preiswertesten Vertretern unter den Drummachines und kommt mit gerade einmal sechs Sounds mit je zwei Layern aus, die per Analog Modeling Synthese erzeugt werden. 

Volca Drum bietet einen internen Step-Sequenzer mit Pattern-Chain und Accent-Funktion und setzt mit der Motion-Sequenz-Funktion zur Aufnahme von Reglerbewegungen noch weitere Klangmöglichkeiten frei. Klanglich grenzt sich Volca Drum eindeutig von Volca Beats ab, dessen Klangerzeugung weitgehend analog arbeitet, sodass sich beide Teile in einem Set sehr gut ergänzen. Flexibel gestaltet sich das Volca Drum Effektangebot, das mit Slice, Jump, Bitcrush und dem Resonator Feature eine echte Spielwiese bietet und der interne Sequenzer zeigt sich ausgefuchster als bei manch einem Full-Size Gerät, was gerade in Verbindung mit dem Motion-Recording ein echter Spaßbringer ist.

Korg Volca Drum Test      Produktseite auf thomann.de

Jomox Alpha Base

„Made In Germany“: Mit der Jomox Alpha Base stellt der Berliner Entwickler Jürgen Michaels eine umfangreiche Drummachine vor, die keine Wünsche offenlässt. Dabei ist er auf diesem Gebiet ein echter Experte, gab es doch schon vor der Alpha Base die XBase 999 und Xbase 888. In der Alpha Base befinden sich jedenfalls elf Instrumente, zu denen eine analoge Kick, eine MBrane-Stimme und einen mehrstimmigen 4-Operator FM-Synthesizer gehören. Weitere acht Sample-Instrumente, von denen sechs mit analogen VCA-Hüllkurven und analogen Multimode-Filtern ausgestattet sind. So können die Rhythmen auch mit zusätzlichen Melodien bzw. Bassounds angereichert werden. Mit MBrane ist übrigens ein spezieller Synthesizer gemeint, der das Verhalten von schwingenden Membranen, sprich Trommeln u. ä. emuliert. 

Über ein üppiges Bedienfeld, bestehend aus Potis, Tastern und Drehencodern, wird die Alpha Base bedient. Dabei können alle erdenklichen Details wie Pitch, Decay etc. Genau justiert werden. Neben der Klangerzeugung verfügt die Drummachine auch über einen Delay- und Reverb-Effekt. Klanglich gesehen bietet die Alpha Base jedenfalls einen puren und sehr eigenständigen Analog-Sound, der über die zahlreichen Klinkenausgänge dazu einlädt, weiter verarbeitet zu werden. Das Gehäuse ist vorbildlich verarbeitet, was bei dem recht stattlichen Preis auch nicht anders zu erwarten ist. Die Bedienung ist hier etwas umfangreicher, was dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch tut.

Jomox Alpha Base Test      Produktseite auf thomann.de

IK Multimedia UNO Drum

Mit der UNO Drum haben die italienischen Entwickler von IK Multimedia eine vielversprechende Drummachine vorgestellt, die das beste aus digitaler und analoger Klangerzeugung verbindet. Neben dem zuvor erschienenen UNO Synth legt IK Multimedia nach: neben 12 PCM-Stimmen verfügt die UNO Drum über sechs analoge Drumsound-Generatoren, zu denen Kick 1/2, Snare, Closed/Open Hihat und Clap gehören. Außerdem gehören 54 feste Sample-Klänge zum Inventar der kleinen, kompakten Drummachine. Drumkits und Patterns können dabei in bis zu 100 Speicherplätzen abgespeichert werden.

Dazu gesellen sich diverse analoge Verzerrungs- und Kompressionseffekte sowie Performance-Effekte (Stutter, Roll und Random). Neben dem 64-Step.Sequenzer bietet die UNO Drum auch 12 Pads mit jeweils zwei Velocity-Zonen. Die UNO Drum ist im Gegensatz zu der weit verbreiteten Vintage-Optik sehr modern und überstrahlt mit ihrem weißen Gehäuse alle anderen Kandidaten. Wenn es um die Performance geht, dann überzeugt sie mit einem schönen Charakter. Alleine durch die handliche Größe bietet sie einen schönen Kontrast gegenüber allen größeren Drummachines. In der Anwendung lassen sich allerdings ein paar Schwachstellen auffinden, welche vor allem mit der Stromversorgung zu tun hatten. Wer eine kleine, moderne Drummachine sucht, der sollte sich die UNO Drum unbedingt anschauen!

IK Multimedia UNO Synth Test      Produktseite auf thomann.de

Unser Exot: Korg KR-55 Pro

Mit der Korg KR-55 Pro zeigen wir euch einen wahren Exoten unter den Drummachines. Tatsächlich darf man hier keine Ähnlichkeit zu den typischen TR-808-Klonen erwarten. Vielmehr hat Korg hier erneut eine Vintage-Drummachine als der eigenen Vergangenheit wiederbelebt und ihr einen zeitgenössischen Klang eingehaucht. Die KR-55 geht namentlich jedenfalls auf die berühmte Korg Rhythm 55 zurück, welche ihrerzeit zum Inventar von Depeche Mode und Jean-Michel Jarre. Wer sich an Jarres Klassiker „Equinoxe“ erinnert - das ist die Rhythm 55 gewesen. Die KR-55 Pro hingegen ist so etwas wie das moderne Gegenstück dazu, aber trotzdem völlig anders konzipiert.

Unter ihrem schicken Vintage-Gehäuse befindet sich eine Klangerzeugung, welche Drum- und Percussion-Stilistiken miteinander vereint. Dabei liegt das Augenmerk auf den bereits fertigen Rhythmen, die ähnlich wie bei Arrangerkeyboards neben zwei Variationen auch über Fill-Ins und Endings verfügen. Interessant ist, dass es sich bei den Rhythmen um Audio-Aufnahmen von live gespielten echten Drums handelt, also keine programmierten Grooves! So gesehen schließt sich hier der Kreis, denn damit kommt die KR-55 in ihrem Einsatzzweck zur ursprünglichen Verwendung einer Drummachine zurück: Als rhythmische Unterstützung, wenn man eine Begleitung benötigt. Neben diversen Rhythmen können hier auch eigene Performances aufgezeichnet werden - natürlich ist auch eine Steuerung über Fußschalter möglich.

Korg KR-55 Pro Test      Produktseite auf thomann.de

Kaufberater und Testmarathon Drummachines

Unser Kaufberater und Testmarathon Drummachines bietet euch wertvolle Tipps und Hilfen, die bei der Anschaffung einer Drummachine eine nützliche Unterstützung sind. Gleichzeitig erhaltet ihr einen Überblick, welche Drummachines im Test am besten abschneiden.

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