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Test: DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special – Dem Dumble-Sound auf der Spur?

Mit dem DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special verspricht der chilenische Pedalschmied, den Sound des sagenumwobenen Dumble-Amps in ein kompaktes Pedalformat gebannt zu haben. Im Gegensatz zu gängigen D-Style-Pedalen wie z. B. dem Warm Audio Warmdrive oder dem J. Rockett The Dude hat der Dumblifier tatsächlich eine ganze Schippe mehr zu bieten: Zwei schaltbare Kanäle, eine flexible Speaker-Simulation, ein Reverb und umfangreiche Konnektivität zeugen von einem sehr durchdachten und aufwändigen Design.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • überzeugende Clean- und Overdrive-Sounds
  • durchdachte und flexible Einstellmöglichkeiten
  • umfangreiche Konnektivität
  • robuste Bauweise
Contra
  • hoher Preis

DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special? Der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special ist ein zweikanaliger, analoger Preamp/Overdrive mit Speaker-Simulation und Reverb.
  • Das legendäre Vorbild des DSM & Humboldt Dumblifier: Als Vorlage diente der legendäre Dumble Overdrive Special, der z. B. von Robben Ford oder Larry Carlton eingesetzt wurde.
  • Die wichtigsten Features: Das Pedal liefert zwei per Fuß schaltbare Kanäle, eine flexible Speaker-Simulation, einen Reverb und umfangreiche Konnektivität. Neben Reglern für Presence, Master, Ratio, Drive und Volume verfügt der Dumblifier über einen Dreiband-EQ und schaltbare Features wie Mid-Boost, Bright-Switch und ein umschaltbares Jazz-/Rock-Tone-Stack.
  • Funktioniert der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special auch vor einem cleanen Amp? Der Dumblifier kann dank seiner asymmetrischen Ausgänge und der deaktivierbaren Speaker-Simulation auch problemlos als D-Style-Overdrive vor einem Amp eingesetzt werden.
  • Was sagt der Test? Der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special überzeugt als kompakter analoger D-Style-Preamp mit perligen, direkt ansprechenden Clean-Sounds und dynamischem Overdrive mit cremiger Sättigung und singendem Sustain. Neben seinen klanglichen Qualitäten punktet das Pedal mit äußerst umfangreichen Anschlussmöglichkeiten und vielseitigen Regeloptionen.

Design und Bedienung des DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special

Der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special ist in einem robusten Metallgehäuse mit seitlichen Holzpaneelen untergebracht und präsentiert sich im charakteristischen Pultdesign. Mit kompakten Maßen von 135 × 115 × 65 mm (L × B × H) passt das Pedal problemlos in jedes Gigbag. Auf der Oberseite befinden sich drei Fußschalter, acht Potis und acht Schalter, auf die ich später näher eingehen werde. Rechts sitzen der Input sowie ein schaltbarer Input-Boost. Links stehen ein Aux-In, ein Kopfhörerausgang sowie zwei Klinkenausgänge und zwei Schalter zur getrennten Aktivierung der Speaker-Simulation für beide Ausgänge zur Verfügung.

An der Front ist ein Dreiwegschalter für den Reverb-Typ und ein Regler für dessen Mix untergebracht. Dazu gesellt sich der Regler für die Kopfhörerlautstärke sowie ein Switch, um das Aux-Signal wahlweise auf die Ausgänge zu legen oder nur über den Kopfhörerausgang abzuhören. Die Stirnseite bietet darüber hinaus zwei XLR-DI-Outs mit Ground-Lift, einen FX-Loop mit Stereo-Return sowie den Netzteilanschluss. Der Betrieb erfolgt mit 9 bis 12 V bei einer Stromaufnahme von 150 mA.

DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special: Enorme Klangformung und starke Flexibilität

Schon beim ersten Blick wird die enorme Funktionsvielfalt des Pedals deutlich, sowohl hinsichtlich der Bedienung als auch der Konnektivität. Der Dumblifier verfügt über die beiden Kanäle Clean und Overdrive. Der Overdrive-Kanal bietet Ratio- und Drive-Regler, während der Clean-Kanal auf einen Volume-Regler beschränkt ist, der jedoch auch auf den Overdrive-Kanal wirkt. Beide Kanäle teilen sich einen Dreiband-EQ sowie Presence- und Master-Volume-Poti.

Zur weiteren Klangformung stehen jeweils ein Mid-Boost-, ein Bright- und ein Jazz/Rock-Wahlschalter zur Verfügung. Die drei Fußschalter schalten Bypass, Kanalwahl sowie Reverb oder wahlweise einen Boost. Eine integrierte Speaker-Simulation erlaubt die getrennte Auswahl von drei Speaker-Modellen und drei Boxengrößen (1 × 12“, 2 × 12“ und 4 × 12“) für den linken und rechten Output.

Fotostrecke: 6 Bilder Der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special hat den legendären Dumble Overdrive Special zum Vorbild.
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So klingt der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special in der Praxis

Für die Soundfiles stöpsle ich das Pedal zunächst direkt in mein Audio-Interface, eine RME Fireface UFX. Anschließend parke ich den Dumblifier vor meinem 73er Fender-Bassman-Topteil und gehe von dort in die Impulse-Response eines 4×12″ Celestion PreRola Greenbacks. Die verwendeten Gitarren werden jeweils angegeben.

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DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special: Organische Clean-Sounds mit effektiver Klangregelung

Clean angespielt präsentiert sich der Dumblifier mit einem organischen, perligen Ton, der sich in nahezu jeder Stilistik zu Hause fühlt. Durch die analoge Bauweise reagiert er sehr direkt und vermittelt ein ausgesprochen angenehmes Spielgefühl. Die Klangregelung arbeitet effektiv, und dank der zusätzlichen Switches lässt sich eine große Bandbreite an Sounds abrufen. Der Mid-Boost rückt den Ton deutlich nach vorne und hilft dabei, cleane Lines wirkungsvoll anzudicken. Besonders im Clean-Bereich erweist sich auch das Umschalten des Tone-Stacks von Rock auf Jazz als sehr nützlich. Im Jazz-Setting wird der Sound etwas dunkler, Gain-ärmer und eignet sich – wie der Name bereits vermuten lässt – hervorragend für warme, jazzige Klangfarben und volle Akkordtexturen. Auch wenn ich analogen Speaker-Simulationen im Vergleich zu IR-basierten Lösungen gelegentlich skeptisch gegenüberstehe, zeigt DSM & Humboldt hier sehr überzeugend, was mit einer durchdachten Filterschaltung möglich ist. 

Die drei Cab-Typen bieten in Kombination mit den drei Lautsprecherbestückungen eine große Flexibilität und müssen den Vergleich mit digitalen Lösungen kaum scheuen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, für die linke und rechte Seite unterschiedliche Cab-Simulationen auszuwählen und den Klang im Panorama breiter aufzufächern. Ebenfalls sehr gelungen sind die drei zur Verfügung stehenden Reverb-Typen. Room und Plate decken die Standards souverän ab, während sich das mittlere Ether-Setting hervorragend für große Ambient-Räume eignet.

Audio Samples
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Clean – Mid Setting – Stratocaster Clean – Jazz – Les Paul Clean – Reverb Check – Les Paul

Wie klingt der Overdrive-Kanal des DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special?

Auch wenn ich persönlich noch nie einen echten Dumble-Amp unter den Fingern hatte und den Sound nur von Aufnahmen oder Dumble-Style-Pedalen kenne, muss ich klar sagen: Die klangliche Grundtendenz wird hier ausgesprochen überzeugend getroffen. Der Dumblifier reagiert extrem anschlagsdynamisch und liefert in Low-Gain-Settings einen hervorragenden Break-up. Bei höheren Zerrgraden entsteht eine schmatzige und cremige Textur, die ich als überaus inspirierend empfinde.

Gerade für Einsteiger in die Dumble-Welt ist es wichtig zu wissen, dass Master, Ratio, Drive und Volume durch das Gain-Stacking stark miteinander interagieren. Dadurch eröffnet der Dumblifier einen großen Spielraum für unterschiedliche Zerr-Charaktere. Zusätzlich hilft der dreistufige Input-Boost an der rechten Gehäuseseite dabei, das Pedal gezielt auf die gewünschte Stilrichtung abzustimmen. Klar, der Dumblifier ist kein Heavy-Rock- oder Metal-Pedal. Dafür deckt er Cleansounds, Blues, Fusion sowie Classic- bis AOR-Rock mit einer ganz eigenen Note und viel Ausdrucksstärke ab. Der zuschaltbare Preamp-Boost, kurz PAB, umgeht den Tone-Stack und hebt den Eingangspegel um 9 dB an. Je nach übriger Einstellung fällt der Boost-Effekt unterschiedlich stark aus und ist am deutlichsten im Jazz-Setting bemerkbar.

Audio Samples
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Overdrive – Low Gain – Stratocaster Overdrive – Mid Gain – Les Paul Overdrive – Mid Boost Check – Stratocaster Overdrive – Bright Switch Check – Stratocaster Overdrive – High Gain Lead – Stratocaster Overdrive – Boost Check – Stratocaster Overdrive – Cab Speaker Check – Les Paul Overdrive – Cab Size Check – Les Paul

DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special: D-Style-Overdrive vor einem cleanen Amp

Selbstverständlich macht der Dumblifier auch vor einem clean eingestellten Amp eine tolle Figur – quasi als D-Style-Overdrive. Im Falle meines Fender Bassmans bietet der Clean-Kanal des Dumblifiers zwar keinen allzu großen Mehrwert, der Zerrcharakter des Overdrive-Channels harmoniert dafür jedoch ganz hervorragend mit dem Amp.

Audio Samples
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In Amp – Clean – Les Paul In Amp – Overdrive – Low Gain – Les Paul In Amp – Overdrive – Mid Gain – Les Paul
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Fazit

Der DSM & Humboldt Dumblifier Overdrive Special ist weit mehr als nur ein weiteres D-Style-Pedal. Vielmehr präsentiert er sich als vollwertiger analoger Preamp mit enormer Flexibilität, beeindruckender Konnektivität und einem ausgesprochen inspirierenden Sound – und das auf kleinstem Raum. Clean liefert er perlige, organische Töne mit direkter Ansprache, während der Overdrive-Kanal mit dynamischem Break-up, cremiger Sättigung und singendem Sustain überzeugt. 

Die effektive Klangregelung, das schaltbare Tone-Stack, der Mid-Boost sowie der dreistufige Input-Boost machen den Dumblifier äußerst vielseitig und erlauben eine feine Abstimmung auf unterschiedliche Gitarren, Amps und Stilrichtungen. 

Auch die Speaker-Simulation überrascht trotz rein analoger Bauweise positiv und steht dem Grundsound des Pedals sehr gut zu Gesicht. Mit seinen XLR-DI-Ausgängen, asymmetrischen Ausgängen und deaktivierbarer Speaker-Simulation ist der Dumblifier direkt am Interface, am FOH oder vor dem Amp bestens aufgehoben. Zwar ist der Preis von knapp 600 Euro sicherlich selbstbewusst, relativiert sich jedoch etwas angesichts der umfangreichen Ausstattung. DSM & Humboldt liefert hier ein durchdachtes, hochwertiges und astrein klingendes Pedal für Freunde des Dumble-Sounds.

Artikelbild
Dumblifier Overdrive Special
Für 599,00€ bei
  • Hersteller: DSM & Humboldt
  • Name: Dumblifier Overdrive Special
  • Typ: zweikanaliger analoger Preamp/Overdrive mit Speaker-Simulation und Reverb
  • Herstellungsland: Chile
  • Regler: Presence, Master, Ratio, Drive, Volume, Bass, Mid, Treble, Front: HP Level, Reverb
  • Schalter: 3 × Fußschalter, 2 × Speaker-Cabinet und -Size, Bright, Mid-Boost, Jazz-/Rock-Voicing, GND-Lift, Front: Aux-Out, Reverb-Type, rechte Seite: Input-Boost, linke Seite: 2 × Cab-Sim-Bypass
  • Anschlüsse: Input, 2 × Output, Send, Stereo-Return (je 6,3-mm-Klinke), 2 × DI-Output (XLR), Phones-Out, Aux-In (je Miniklinke), Netzteileingang (9 bis 12 V)
  • Batteriebetrieb: nein
  • Stromaufnahme: 150 mA
  • Abmessungen: 135 × 115 × 65 mm (L × B × H)
  • Gewicht: 528 g
  • Ladenpreis: 599,00 Euro (Juni 2026)

Herstellerseite: https://www.dsmhumboldt.com/

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