Als Ibanez seine neue Mode-Serie auf der NAMM 2026 präsentierte, war in der Basswelt plötzlich ordentlich was los: Kaum fiel der Startschuss, standen gefühlt alle wichtigen Bass-YouTuber und -Influencer mit fertig produzierten Videos in den Startlöchern – entsprechend hoch war die Aufmerksamkeit rund um die neue Reihe. Das überrascht allerdings kaum, denn Ibanez scheint das Projekt ausgesprochen ernst zu nehmen: Hinter den Kulissen soll angeblich rund zehn Jahre an der Serie entwickelt worden sein. Die Mission: Kein weiterer Retro-Jazz-Bass, sondern eine moderne Neuinterpretation des Klassikers für Bassleute, die traditionelle Sounds mögen, bei Spielkomfort und Ausstattung aber lieber im Jahr 2026 statt 1966 unterwegs sind. Zum Test eingeladen haben wir uns den Ibanez MDM1305 – also den Fünfsaiter der mittleren Ausstattungsstufe. Ob die neue Mode-Serie tatsächlich die Brücke zwischen klassischem Jazz Bass und modernen Anforderungen schlagen kann, schauen wir uns genauer an.

- überzeugende Jazz-Bass-Sound von „klassisch“ bis „modern“
- sehr hoher Spielkomfort und gelungene Ergonomie
- extrem flexibler Preamp mit 6 wählbaren Mittenfrequenzen
- Tonblende im aktiven Betrieb
- Tadellose Verarbeitung
- sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Was ist die Ibanez MDM-Serie?
Die MDM-Serie gliedert sich in drei Modellgruppen zu insgesamt acht Varianten. Dazu gesellt sich zu guter Letzt außerdem noch ein japanisches High-End-Modell unter dem Namen „Mode Visions“, das allerdings preislich wesentlich höher angesiedelt ist. Die regulären MDM-Bässe stammen aus indonesischer Fertigung.
Den Einstieg bilden die MDM1000-, MDM1005- und MDM1006-Modelle als Vier-, Fünf- und Sechssaiter mit Erlekorpus und deckenden Finishes. Darüber positioniert Ibanez die MDM1300- und MDM1305-Versionen. Die Spitze markieren schließlich die MDM1600-, MDM1605- und MDM1606-Modelle. Alle Instrumente besitzen die neu entwickelten brummfreien Delta-S-Pickups, ein Sonictech-S-Preamp mit Hexa-Mid-System, 24 Stainless-Steel Bünde, leichte Aero-Mechaniken und eine moderne Korpusform, die auf maximalen Spielkomfort ausgelegt wurde.

Welche Hölzer kommen beim Ibanez MDM1305-NAB zum Einsatz?
Die 1300er-Modelle erinnern innerhalb der neuen Mode-Serie optisch wohl noch am stärksten an einen klassischen Jazz Bass. Das liegt vor allem an der vergleichsweise traditionellen Optik, denn sowohl der Vier- als auch der Fünfsaiter sind ausschließlich im transparenten „Natural Amber Burst“-Finish erhältlich, bei dem die Maserung des Eschekorpus schön zur Geltung kommt.
Gleichzeitig unterscheiden sich die 1300er aber auch hinsichtlich der Konstruktion von den übrigen Mode-Bässen: Nur diese Varianten kombinieren einen Eschekorpus mit einem Griffbrett aus geröstetem Ahorn. Die Grundform orientiert sich zwar klar am Jazz Bass, wurde von Ibanez aber konsequent in Richtung moderner Ergonomie weiterentwickelt: Das untere Korpushorn ist extrem weit ausgeschnitten, damit selbst der 24. Bund problemlos erreichbar bleibt, und auch der Hals-Korpus-Übergang fällt ungewöhnlich flach und stark verrundet aus. Zusammen mit den großzügigen Arm- und Bauchkonturen ergibt sich insgesamt ein ausgesprochen komfortabler und ergonomisch geformter Korpus. In Sachen Spielkomfort gehört Ibanez bekanntlich ohnehin seit Jahren zu den Spezialisten – und genau das merkt man den neuen Mode-Bässen sofort an!
Der Hals des Ibanez MDM1305-NAB besteht aus geröstetem Ahorn und wurde mit vier Schrauben am Korpus befestigt. Auch das Griffbrett wird aus geröstetem Ahorn gefertigt und trägt 24 Edelstahlbünde sowie schlichte schwarze Dot-Inlays zur Orientierung. Für dunkle Bühnen hat Ibanez ebenfalls mitgedacht: An der Griffbrettflanke sitzen fluoreszierende Side-Dots, die im Dunkeln leuchten und sich in meiner Praxis tatsächlich immer wieder als ziemlich hilfreich erweisen.
Die Halskrümmung wird beim MDM1305 komfortabel über ein Einstellrad am Griffbrettende justiert – es ist also kein lästiges Hantieren mit irgendwelchen Spezial-Inbusschlüsseln erforderlich. Ein kleiner Metallstab zum Verstellen des Trussrod-Wheels gehört selbstverständlich zum Lieferumfang.
Das Design neuer Kopfplatten ist bekanntlich immer ein heikles Thema und sorgt regelmäßig für Diskussionen. Beim MDM1305 fällt der Headstock deutlich klassischer aus als bei vielen anderen Ibanez-Bässen, besitzt aber trotzdem genug Eigenständigkeit, um nicht beliebig zu wirken. Mir persönlich gefällt die Form jedenfalls ziemlich gut und sie passt hervorragend zum Gesamtkonzept der Mode-Serie. Ganz neu ist das Design übrigens nicht: Eine ähnliche Linienführung kennt man bereits von den AZ-Gitarren der Japaner.
Mit welcher Hardware wird der Ibanez MDM1305-NAB ausgestattet?
Damit sind wir schon beim Thema Hardware angelangt. Die Stimmmechaniken wurden von Ibanez selbst entwickelt und hören auf den Namen „AeroLight“ – der Name ist dabei durchaus Programm, denn die Mechaniken fallen tatsächlich extrem leicht aus, um Kopflastigkeit möglichst effektiv zu vermeiden.
Von der Konstruktion erinnern die Tuner an die populären Hipshot Ultralites, die Flügel der Ibanez-Mechaniken wirken allerdings etwas filigraner. Beim ersten Kontakt machen die Tuner deshalb einen leicht fragilen Eindruck, was sich in der Praxis allerdings nicht bestätigt. Die AeroLights laufen angenehm geschmeidig, arbeiten präzise und halten die Stimmung absolut zuverlässig – es gibt also keinerlei Anlass für Kritik!
Während am Headstock außerdem ein runder Saitenniederhalter für die D- und G-Saite sitzt, finden wir am gegenüber liegenden Korpus die hauseigene MR5S Mono-Rail-Brücke – also einzelne Brückenelemente, die für eine möglichst saubere Schwingungsentkopplung der Saiten sorgen sollen.
Die Segmente bieten Einstellmöglichkeiten für Saitenlage und Intonation, außerdem lässt sich hier auch der Saitenabstand minimal variieren. Ab Werk kommt der MDM1305 mit einem String-Spacing von 18 mm. Sehr praktisch: Die Ball-Ends der Saiten werden einfach von hinten in die einzelnen Elemente eingehängt, was den Saitenwechsel angenehm unkompliziert macht.
Welche Pickups besitzt der Ibanez MDM1305-NAB?
Für den verstärkten Sound sind beim Ibanez MDM1305-NAB zwei sogenannte „Delta-S5J-Pickups“ aus eigener Entwicklung zuständig, die im klassischen 60’s-Spacing mit 10 cm Abstand zueinander montiert wurden. Die Pickups sehen aus wie klassische Singlecoils und sollen laut Ibanez auch klanglich in diese Richtung gehen.
Tatsächlich handelt es sich aber um ein brummfreies Humcancelling-Design – das lästige Nebengeräusch-Thema klassischer Jazz-Bass-Pickups erledigt sich damit! Damit nicht genug: Ein weiteres schönes Detail der Delta-S5J-Pickups sind die abgedunkelten Polepieces, die hervorragend zur komplett schwarzen Hardware-Ausstattung des MDM1305 passen.
Wie ist die Elektronik des Ibanez MDM1305-NAB aufgebaut?
Die Aktiv-Elektronik des MDM1305 fällt ziemlich üppig aus, was man beim Blick auf das vollgepackte Reglerfeld bereits erahnen kann. Neben Volume-, Balance- und einer passiven Tonblende, die praktischerweise auch im Aktivbetrieb funktioniert, gibt es drei kleinere Regler für den aktiven Dreiband-EQ mit Bässen, Mitten und Höhen. Dazu kommt ein Dreiwegeschalter, mit dem sich zwischen Tiefmitten, Mitten und Hochmitten umschalten lässt.
Damit ist allerdings noch nicht Schluss: Auf der Rückseite sitzt im Elektronikfachdeckel ein zusätzlicher Mini-Schalter, mit dem sämtliche Mittenfrequenzen noch einmal nach unten verschoben werden können. Insgesamt stehen dadurch sechs verschiedene Frequenzen zur Verfügung: 350 Hz, 600 Hz und 1 kHz in der oberen sowie 250 Hz, 450 Hz und 850 Hz in der unteren Schalterstellung. Ibanez nennt das Ganze passenderweise „Hexa-Mid-System“ – und auf dem Papier wirkt die Lösung tatsächlich extrem flexibel. Wie sinnvoll das Konzept in der Praxis funktioniert, schauen wir uns später noch genauer an.
Der Preamp wird von einer einzelnen 9-Volt-Batterie versorgt, die auf der Rückseite in einem separaten Fach mit praktischem Klappdeckel sitzt. Der Bass lässt sich bei Bedarf aber auch komplett passiv betreiben – dann natürlich ohne den aktiven EQ. Für den Wechsel in den Passivmodus zieht man einfach am Push/Pull-Tonpoti.
Was umfasst der Lieferumfang des Ibanez MDM1305-NAB?
Ausgeliefert wird der MDM1305-NAB in einer Gigbag aus dem Hause Ibanez, in der auch ein kleines Tütchen mit Einstellwerkzeug liegt: Ein Inbusschlüssel für die Brücke und der bereits erwähnte Metallstab für das Trussrod-Wheel sind also direkt mit dabei. Außerdem legt Ibanez eine sogenannte Ramp aus schwarzem Holz bei, die bei Bedarf zwischen die Pickups montiert werden kann. Dadurch fühlt sich der Abstand zu den Saiten vom Hals- bis zum Steg-Pickup gleichmäßig an, was einige Spieltechniken durchaus angenehmer machen kann.
Die Gigbag selbst bietet mit ihren zwei Fronttaschen ordentlich Platz für Zubehör, ist insgesamt aber eher dünn gepolstert und schützt den Bass daher nur mäßig. Was für den persönlichen Transport zur Probe oder zum Gig völlig klargeht, sollte im harten Musikeralltag (Tourbus, Flugreisen etc.) durch etwas Stabileres ersetzt werden.














