Bass
Test
7
19.03.2018

Praxis

Das Thema "Spielkomfort eines Basses" beginnt für mich immer beim Gewicht des Instrumentes! Hier kann der neue Sire in der Erle-Ausführung direkt punkten: Er bringt exakt 4 kg auf die Waage, was ich persönlich für einen Viersaiter als ideal empfinde. Die Verteilung der 4 kg ist beim P7 allerdings nicht ganz so perfekt, sodass man sich naturgemäß mit einer leichten Kopflastigkeit arrangieren muss. Ein breiter und rutschfester Gurt kann den Bass aber in der Balance halten und das leichte Ungleichgewicht etwas relativieren.

Wie im Details-Kapitel bereits erwähnt, stattet die Firma Sire ihren Preci mit einem schlanken Hals aus, der wirklich gut in der Hand liegt und kinderleicht zu spielen ist. Jazz-Bass-Freunde werden sich hier sofort wohlfühlen und Bassneulingen wird der Einstieg in die Preci-Welt durch den flinken Hals leichter gemacht. Obwohl es sich beim P7 um einen traditionell konstruierten Bass handelt, der nicht den Spielkomfort eines modernen Instrumentes bieten kann, hat man bei Sire aus ergonomischer Sicht also alles richtig gemacht: der P7 ist nicht zu schwer, hängt relativ komfortabel am Gurt, und der schlanke Hals lässt sich bis zum letzten Bund leicht spielen.

Soundmäßig zeichnen sich Bässe mit einem P/J-Setup durch eine enorme Flexibilität aus, weil sie die traditionellen Klänge der beiden Fender-Ikonen Precision Bass und Jazz Bass liefern können - "best of both worlds" sozusagen. Von meinem Testkandidaten darf man in Sachen Klangvielfalt also einiges erwarten! Ich kann jetzt schon verraten, dass der neue Sire-Spross hier nicht enttäuscht.

Im ersten Audiobeispiel hören wir uns den Precision-Sound des P7 an - ich habe für die Aufnahme also den Balanceregler komplett auf den Halstonabnehmer gedreht und spiele den Bass zunächst passiv - der Preamp bleibt also für den Anfang außen vor!

Der Hals-Pickup des Sire P7 liefert einen knackigen Precision-Sound mit soliden Bässen und transparenten Höhen. Das Klangbild ist insgesamt sehr detailreich und ebenmäßig, mit der Tonblende lässt sich der eher moderne Sound des P7 aber durchaus auch abmildern und in eine Vintage-mäßigere Richtung trimmen. Den warmen Tiefmitten-Punch eines echten (Vintage-)Preci vermag der P7 allerdings nicht zu liefern.

Bei der folgenden Aufnahme steht der Balance-Regler des P7 in der Mittelstellung. Wir hören also ein 50:50-Verhältnis der beiden Tonabnehmer - immer noch im passiven Betrieb ohne EQ:

Der Stegtonabnehmer bringt deutlich mehr Hochmitten und Höhen ins Spiel und sorgt zusammen mit dem Spiltcoil-Pickup für einen überaus durchsetzungsstarken Allroundsound mit viel überzeugendem Charakter.

Der nächste Clip führt uns in die Jazz-Bass-Welt und zeigt den Singlecoil-Pickup an der Steg-Position im Solomodus. Um den normalen Fundament-Verlust in dieser Einstellung etwas zu kompensieren, habe ich mit dem Equalizer die tiefen Mitten leicht geboostet. Eine Höhenabsenkung mit der Tonblende rundet den Sound gleichzeitig ab.

Das ist wirklich ein klasse Sound für Jaco-Fans und Fusion-Bassisten! Wie schon beim Test des Marcus Miller V7 vor einigen Jahren bin ich auch diesmal wieder begeistert von der erstklassigen Klangqualität und der hohen Flexibilität der Elektronik, welche Sire in ihren preisgünstigen Bässen verbaut.

Mit dem breiten Spektrum der semi-parametrischen Mittensektion des Equalizers findet man schnell die passende Frequenz, um den Charakter des Sounds zu verstärken. Und auch die anderen Bänder arbeiten sehr effektiv und liefern auch bei heftigem Einsatz immer noch musikalische Ergebnisse. Ebenfalls erfreulich: der Marcus-Heritage-Preamp erzeugt außerdem kaum Nebengeräusche!

Für die letzten beiden Audiobeispielen habe ich den Sire Marcus Miller P7 weiterhin im aktiven Betrieb gespielt: Für den Slapsound wurden die Bässe und die Höhen geboostet und die Hochmitten gleichzeitig leicht abgesenkt, und der Fingerstyle-Sound wird durch einen dezenten Mittenschub mit zusätzlicher Durchsetzungskraft versorgt.

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