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Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Marcus Miller: “Pluck”

Marcus Miller zählt seit Ende der 1970er-Jahre zu den ganz Großen – und das nicht nur unter Bassisten! Nach unzähligen Alben, auf denen er als Sideman auftrat, forcierte er ab 1993 mit seinem Soloalbum „The Sun Don’t Lie“ seine Solokarriere. Bekannt ist Marcus Miller vor allem für seinen gnadenlosen Groove, den er gerne im Zusammenspiel mit seiner beeindruckenden Slaptechnik zum Besten gibt, sowie für seinen einzigartigen hochgezüchteten Jazz-Bass-Sound. Wenn man Millers Musik verfolgt, so kann man feststellen, dass er sich bis heute beständig weiterentwickelt und immer wieder neue Facetten in sein Spiel integriert. Auf seiner Scheibe „M2“ war z. B. zum ersten Mal die Double-Thumbing-Technik bei ihm zu hören. Typisch Marcus Miller nutzt er diese jedoch nicht, um damit Kunstücke aufzuführen, sondern bettet seine erstaunlichen Skills perfekt in einen musikalischen Gesamtkontext ein. Ein schönes Beispiel dafür ist unser heutiges Bassriff: Der Song „Pluck“ stammt vom 2007 erschienen Album „Free“ und ist im Prinzip ein viertaktiger Loop in einem moderaten Tempo. Wer also schon immer mal in diese Technik hineinschnuppern wollte, findet mit „Pluck“ ganz sicher den richtigen Einstieg.

Bass-Workshop: "Pluck" (Marcus Miller)
Inhalte
  1. „Pluck“ – Originalvideo
  2. Rhythmik und Spieltechnik
  3. Tonmaterial
  4. Der Basssound von „Pluck“
  5. „Pluck“ – Noten, TABs & Video

„Pluck“ – Originalvideo

Wie immer gibt es an dieser Stelle zuerst das Video zum Song:

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Rhythmik und Spieltechnik

Marcus Miller nutzt in „Pluck“ die Double-Thumb-Technik, bei welcher der Daumen ähnlich eines Plektrum eingesetzt wird, um einen konstanten Fluss aus Sechzehnteln zu erzeugen. Diese besitzen mitunter Tonhöhen, manchmal sind sie aber auch nur rein perkussiver Natur. Das Konzept ähnelt sehr dem typischen Funk-Gitarrenspiel, bei dem mit der Schlaghand ein konstantes Anschlagsmuster erzeugt wird – egal, ob man Töne oder anschlägt oder nicht. So steht denn auch das „D“ (Down) in der Notation für den Downstroke („Down“, also Daumenschlag nach unten) des Daumens, das „U“ für den Upstroke („Up“, Daumenschlag nach oben).

Auf den Zählzeiten „3+“ und der „4“ finden wir so genannte „Crosshammer“. Hier wird ein Ton auf einer anderen Saite mittels eines Hammer-Ons angeschlagen, die Anschlagshand ist also nicht involviert. Darüber hinaus gibt es eigentlich keine großen Auffälligkeiten – melodisch bleibt sogar alles in einer Lage. Daher ist dieser Groove übrigens auch ein geradezu perfekter Einstieg ins Thema „Double Thumbing“!

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Tonmaterial

Insgesamt enthält des Bassriff von „Pluck“ nur die drei Töne D, F und C. Diese könnten der Grundton, die Terz und die Septime eines D-Moll7-Akkords sein und gleichzeitig Teile der D-Moll-Pentatonik, welche auch über D7 oder D7#9 bestens funktioniert. Die restlichen „Töne“ sind Dead Notes und daher auch kein Tonmaterial, welches man eindeutig zuordnen kann. Auch hier hilft die Einfachheit dabei, uns voll und ganz auf die Spieltechnik zu konzentrieren!

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Der Basssound von „Pluck“

Tja, was soll man zu Marcus Millers Sound noch groß schreiben? Er ist schlicht und einfach die Blaupause für den perfekten Slapsound und somit ein Ideal, welchem Heerscharen von Bassist:innen weltweit nacheifern. Natürlich sind für diesen fetten Sound aber auch nicht zuletzt die Hände des Meisters verantwortlich. Ich habe Marcus Miller bereits häufiger in Konzerten oder Workshops live gesehen und er hat – egal mit welchem Bass und Verstärker – stets nach „Marcus Miller“ geklungen. Allerdings gibt es natürlich auch einige Konstanten, wie z. B. einen Jazz Bass im 70’s Style – entweder Originale von Fender selbst, oder entsprechende Nachbauten von der südkoreanischen Firma Sire, die unter dem Namen „Marcus Miller“ bekanntlich äußerst erfolgreich Jazz-Bass-Klone und andere Modelle vermarktet.

Der Meister mit einem Sire Marcus Miller V7-Bass
Der Meister mit einem Sire Marcus Miller V7-Bass

Typische 70er-Jazz-Bässe bzw. deren Nachbauten besitzen in der Regel einen Eschekorpus mit Ahornhals und Ahorngriffbrett. Diese Kombi bietet sattes Attack und knallige Höhen – ideal für die Slaptechnik! Dazu sitzt der Bridgepickup im Vergleich zum 60’s-Style Jazz Bass ein Stück näher an der Brücke, was das angesprochenen Klangbild zusätzlich unterstützt. Nicht zu vergessen: Die aktive Elektronik, die hilft, die wichtigen Frequenzen zusätzlich zu unterstützen!

Ansonsten ist der Basssound typischerweise ziemlich clean – ich tippe hier eher auf einen hochwertigen Preamp und Kompressor als auf einen mikrofonierten Amp. Ein leichter Boost der Bässe und Höhen und ein milder Cut (nicht zu viel!) im Bereich von ca. 700-800 Hz am Equalizer helfen euch beim Nachbauen, klanglich in die gewünschte Richtung zu kommen.

Verschiedene Sire Marcus Miller V7-Bässe im Direktvergleich!
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Vergleichstest: Sire Marcus Miller V7-Bässe

Surftipps: Sire Marcus Miller-Bassmodelle auf thomann.de

Nachfolgend findet ihr hier einige interessante Angebote von Sire Marcus Miller-Bässen in Form von Affiliate-Links zum Musikhaus Thomann, mit denen ihr dem Sound des Meisters durchaus nahekommen könnt. (Ihr könnt euer persönliches Sire-Bassmodell aber selbstverständlich auch woanders kaufen!)

„Pluck“ – Noten, TABs & Video

Last but not least findet ihr hier die Transkription und ein Bass-Workshop-Video, in dem ich die „Marcus-Miller-Konposition „Pluck“ sowohl langsam als auch schnell spiele:

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Viel Spaß und bis zum nächsten Mal,

euer Thomas Meinlschmidt

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von Thomas Meinlschmidt

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