Hersteller_Korg
Test
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02.03.2010

Erster Eindruck
Nur Insider erkennen vielleicht an der silbernen Farbe, dass das Korg Pa50 bereits einige Jahre auf dem Buckel haben muss, denn es gab eine Zeit, Mitte der 90er, in der Korg die einheitliche grau-schwarze Masse der Tasteninstrumente mit einem frischen Silber revolutionierte (man gedenke beispielsweise der Korg Trinity Serie).

Aber das Pa50 sieht, gerade aus dem Karton befreit, heute immer noch erstaunlich frisch aus, dabei geht die Produktion ins siebte Jahr. Eine Tatsache, die heute für ein Elektronikprodukt längst nicht mehr selbstverständlich ist. Die durchdachte Architektur der Bedienoberfläche mit ihren angenehm zu drückenden Tastern und das übersichtliche, riesige Display haben eine zeitlose Funktionalität und Qualität, die auch in noch einigen Jahren ihre Wertigkeit haben dürfte.

An einigen Randstellen allerdings zeigt die aus einem Guss gefertigte, silbern lackierte Plastikoberfläche, die wie eine riesige Haube über die Technik gestülpt ist, kleinere Formfehler. Sie verraten, dass ich nicht die Premiumklasse Korgs vor mir stehen habe, sondern ein Einsteigergerät, das inzwischen in China gefertigt wird. Aber alles in allem ist das Pa50 ein gut verarbeitetes und mit 11,5 kg immer noch leichtes Keyboard.

Anschlüsse
Die Anschlüsse des Korg Pa50 sind zwar für ein Homekeyboard ausreichend, jedoch markieren Geräte dieser Preisklasse heute bereits die Schallgrenze für die Anwesenheit eines USB-Anschlusses. Diese Schnittstelle ist inzwischen zum Standard geworden, die neben den obligatorischen MIDI-Anschlüssen für die Kommunikation zum Computer sorgt und eigentlich nicht fehlen darf. Ein MIDI-Trio ist hier zwar an Bord, auf USB muss man aber leider verzichten. In puncto Audio verfügt das Pa50 über einen Kopfhörerausgang, zwei Mono-Outputs (Stereo Rechts-Links) und zwei Mono-Inputs, allesamt auf der Rückseite zu finden. Die Eingänge stehen zur Einbindung externer Klangquellen bereit, beispielsweise für ein weiteres Tasteninstrument oder ein CD- oder MP3-Player. Ein solches Eingangssignal wird automatisch an die Lautsprecher, an die Stereoausgänge und an den Kopfhörerausgang geroutet. Darüber hinaus verfügt das Instrument noch über zwei Controllerbuchsen: Eine dient zum Anschluss eines Sustainpedals und die andere ist einem weiteren Controllerpedal zuweisbar.

Lautsprecher
Die meisten Lautsprecher, die in Tasteninstrumenten verbaut werden, geben sich kaum eine Blöße, denn sie gehören zum wichtigsten Merkmal eines Keyboards überhaupt. Sie sollen bereits im Laden den Kunden beeindrucken, bevor dieser überhaupt das Instrument näher kennengelernt hat. So auch beim Korg Pa50. Der Sound der Lautsprecher ist richtig gut. Er vermittelt dem Musikanten ein breites Frequenzspektrum mit sehr gutem räumlichen Klang, und dies in allen Lautstärkestufen. Die 2 x 15 Watt sorgen in Verbindung mit den Bassreflexboxen für ausreichend „Bums“, um bereits kleinere Veranstaltungen ohne zusätzliche Verstärkeranlagen bestreiten zu können.

Die kleinen Aussparungen an der Rückseite verraten die Bassreflex-Bauweise, die man besonders bemerkt, wenn das Instrument dicht vor einer Wand steht.

Sounds
Aber was wären gute Lautsprecher ohne gute Sounds. Die Entwickler bei Korg haben seinerzeit sehr gute Arbeit geleistet, da die 660 Klänge und 32 Drumkits, 128 User-Programmspeicher und die 64 User-Drumkits (Programme und Drumkits editierbar) bis heute nicht viel an ihrer Popularität verloren haben. Es sind allesamt solide und gut ausgesuchte Sounds, die alle für den Alleinunterhalter wichtigen Styles abdecken. So findet man in Entertainer-Instrumenten immer wieder Klänge, die es so bei Synthesizern selten gibt und die die Arbeit mit den Arrangern reizvoll machen.  Vor allem sind es Bläsersounds, bei denen mehr Wert auf das Sampeln verschiedener Artikulationen gelegt wurde, um den Sound realistischer zu gestalten.

Natürlich gibt es anno 2010 ausgefeiltere und vor allem modernere Sounds. So können beispielsweise die Pianoklänge, hört man sie isoliert im Programm-Modus, nicht darüber hinwegtäuschen, dass es heute authentischeres Klangmaterial gibt. Der Pianoklang erinnert mich stark an Korg's Klassiker Workstation M1, die den Sound der frühen 90er Jahre prägte.

Aber im Programm-Modus musiziert man als Alleinunterhalter selten und im Style-Modus, also mit der gesamten Begleitautomatik, verrichten die Sounds sehr gute Dienste. Dort kommen auch die 89 verschiedenen, voll editierbaren Effekte zum Einsatz. Für die Qualität der Effekte gilt das Gleiche wie für die Sounds. Im Gesamtbild eines Styles fügen sie sich geschickt ein und werten den Klang hörbar auf, immer im Hinblick auf den Alleinunterhalter oder Schlagerinterpreten, der bekanntermaßen gerne eine Prise mehr Effekt gebrauchen kann.

An dieser Stelle möchte ich dem geneigten Leser die Mitschnitte aus meiner Alleinunterhalter-Session ans Herz legen, zu der es im Rahmen dieses Tests unweigerlich kommen musste. Die klanglichen Möglichkeiten des Pa50 SD werden hier sehr gut veranschaulicht. Und ich muss sagen: es hat Spaß gemacht!

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