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Feature
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12.05.2009

Human League: Being Boiled und das Roland System 100!

Video Special mit Martyn Ware

Computer? Drum Machine? Multitrack? Tonnen von Effekten? Fehlanzeige! Zwei monophone Synths - das war's! Human Leagues erste Alben Ende der 70er waren trotzdem wegweisend für die aufkommende Elektronikmusik.

 

Mit "Being Boiled" schufen sie trotz übersichtlicher Produktionsmittel einen Klassiker. Gründungsmitglied Martyn Ware nahm sich die Zeit, uns den zum Einsatz gekommenen Modulsynthesizer Roland System 100 zu zeigen - und auch über den Rest des Equipments zu sprechen. Ist weniger manchmal eben doch mehr?


Welcome to the Retro-lution!

Martyn Ware hat als Gründungsmitglied der Elektronikband Human League und später Heaven 17 sowie als Produzent von Künstlern wie Terence Trent D'Arby und vielen anderen die rasante Entwicklung der Musiktechnologie von "Schrankwänden" bis hin zum virtuellen Nichts mitvollzogen – für uns reiste er zurück an den Anfang und zeigte uns sein Roland System 100 Modulsystem, inklusive "Being Boiled" Reinkarnation ...


Weniger ist mehr: Frisch aufgekocht!

Being Re-Boiled: Im Clip holt Martyn die originalen alten Patch-Sheets hervor - die Sänger Phil Oakey all die Jahre aufbewahrt hatte - und bringt Being Boiled wieder zum Leben ... denn Presets auf Knopfdruck gab es damals nicht. Es hieß Kabel stecken, ohne Ende Knöpfe einstellen – und das hielt man auf Patch Sheets fest. Man bekommt eine ganz neue Wertschätzung für Presets. So einen Sound manuell genau einzustellen dauert und dauert und dauert ... und dann ist so ein altes System natürlich auch nicht ohne Tücken. Doch seht selbst ... frisch aufgekocht!


System 100 Überblick

System 100 im Vollausbau ... Hier seht Ihr die Mutter aller Workstations in Aktion - sogar Lautsprecher sind an Bord. Damalige "Referenzklasse", versteht sich, und ein feiner Quellenmischer mit echtem Federhall. Und ein kleiner Sequenzer. Wirklich klein. Doch seht selbst ... Schon nach wenigen Sekunden fühlt man sich die Anfangszeit der Elektronik zurückversetzt und versteht auch, warum viele Bands so klangen, wie sie klangen! Obwohl das System 100 nicht so berühmt ist wie ein Prophet 5 beispielsweise, hat es eine entscheidende Rolle für den Klang von Bands wie Human League gespielt!


Da war doch noch was: der Korg 700!

Ohne den Korg 700 hätte Being Boiled nicht "diesen" Sound in der Basslinie gehabt. Die charakteristischen Sounds der Human League Frühphase kamen auch von diesem Klassiker. Ein weitgehend unbekannter kleiner Monosynth, der aufgrund seiner zwei Oszillatoren sehr warm und fett klingt. Den wollen wir natürlich nicht totschweigen ... deswegen gibt es hier noch eine kleine Bonus-Demo dazu. :-)


Zurück in die Gegenwart: Nochmal Kochen!

Hier erläutert Martyn eingangs nochmal die alten Sounds anhand des Originaltracks und verrät ein paar weniger offensichtliche Secrets des Sounddesigns. 30 Jahre später hat er den Track jetzt neu produziert - komplett digital und auf seinem Rechner mit Logic. Er zeigt die Komponenten und spricht über die Inspiration, den Song neu aufzunehmen. Natürlich konnte er nicht ganz ohne die alten Maschinen - der Korg 700s ist wieder dabei. In dieser neuen Produktion treffen sich übrigens auch Heaven 17 und Human League: denn Glen von Heaven 17 hat die Neuaufnahme gesungen!


Nächste Stunde: Geschichte! Wie ging es los?

War das alles geplant? Wie kam es zu Human League, einer der einflussreichsten Bands im Crossover Bereich zwischen Elektronik und Pop? Und was hat Martyn gemacht, nachdem er Human League verließ? Na klar: Heaven 17, ebenfalls eine Band, die Pop und Elektronik clever verband und gleich mit "Penthouse and Pavement" ein ebenfalls richtungsweisendes Album ablieferte. Wie kam es zu dem Split? Martyn redet Tacheles ...


Wo wir dabei sind: Was kam dann?

Was hat Martyn noch gemacht? Er wird natürlich mit Human League und Heaven 17 in Verbindung gebracht - aber viele wissen nicht, dass er auch für die Produktion von Erfolgstiteln für Tina Turner, Terence Trent D'Arby und Erasure verantwortlich war - um nur einige zu nennen. Mit Vince Clark verbindet ihn auch heute noch eine enge Freundschaft und eine Firma namens ILLUSTRIOUS.


Wie hat sich Musikproduktion verändert?

Presets, Sparen, Tempo: Martyn spricht über den Unterschied zwischen Produktionen damals und heute –  natürlich ist nicht alles "schwarz" zu sehen, aber er vermisst die Möglichkeiten, die Produzenten von "Big Budget" Produktionen in den 80ern hatten. Die Kreativität junger Musiker beeindruckt ihn – und er hofft, dass sie ihren Weg machen werden in der unübersichtlichen Onlinewelt, der sich Musiker heutzutage gegenüber sehen.


Wie geht es weiter mit dem Music-Biz?

Karriereziel Musiklehrer? Heutztage gibt es mehr Ausbildungsmöglichkeiten für Musikproduktionen als jemals zuvor – aber längst nicht mehr so viele Jobs. Was sieht Martyn als Weg für die neue Generation – abseits von X-Factor (der englischen Version von Deutschland sucht den Superstar)?


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