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16.06.2020

5 Synthesizer, die jeder braucht

Welche Synthesizer sollte man einfach haben?

Top Synthesizer für jeden Geldbeutel aus allen Bereichen

Wer sich für nur fünf Synthesizer entscheiden müsste, um mit ihnen Zeit auf einer einsamen Insel zu verbringen, ist zunächst sicherlich ratlos auf welche Teile die Entscheidung fallen soll. Hier hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch jeder, der mit dieser Frage konfrontiert würde eine eigene Meinung. Klar, es geht hier um eigene Vorlieben, die sich alleine schon durch den Einsatzzweck in der Musik, die man selbst gerne macht, ergeben. Eine grobe Idee, was in die nähere Wahl fallen würde, bildet sich eigentlich bei jedem, der mal ein paar Minuten darüber nachdenkt. In den Vordergrund drängen sich natürlich auch neue, brandheiße Produkte, die dazu inspirieren auch mal etwas Anderes auszuprobieren.

Eines vorweg:  Preislich müssen sich diese Synthesizer auch nicht in unbezahlbaren Regionen befinden, denn gerade heute definieren Hersteller mit Preisen bereits unter 1.000 € neue Produktsegmente, in denen sich tolle Lösungen für jedes Einsatzgebiet finden lassen, und das ohne große Kontobelastung. Es kann preislich also durchaus überschaubar bleiben, wenn man eigenständige und innovative Produkte für die eigenen Zwecke einsetzen möchte.

Die einzige Hürde ist der Markt selbst: Das aktuelle Marktangebot ist so vielschichtig, dass es schier unmöglich scheint, eine Wahl zu treffen, mit der man sich erst einmal begnügen müsste. Was soll man nehmen? Sicherlich macht es Sinn, das eine oder andere Teil einmal selbst zu testen, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen, oder sich im Internet Produktvideos reinzuziehen, die das Selbstausprobieren wegen Zeitmangels ersetzen. Schwierig wird es auf jeden Fall, sollte man keine eigene Vorstellung haben.

Wir haben und zu diesem Thema ein paar Gedanken gemacht und sind zu dem Schluss gekommen keine teuren, oder seltenen Synthesizer-Legenden auf den Plan zu bringen. Wer bereits einen Minimoog, einen Jupiter-8, einen Matrix-12, einen Axxe, oder sogar einen Prophet-5 und einen Micromoog besitzt, der kann sich wirklich glücklich schätzen, wenngleich der Markt heutzutage auch Nachbauten berühmter Synthesizer-Klassiker hergibt, die durchaus günstig sind.

Unsere Übersicht zeigt euch eher die Synthesizer, die sich durch Individualität im Markt behauptet haben, schon deswegen, weil man mit ihnen eine Menge anstellen kann und sie für sich gesehen durch besondere Features glänzen. Auch haben wir darauf ein Auge geworfen, dass die Instrumente bezahlbar sind und sich durch interessante Ideen und einen guten Sound auszeichnen.

Hier zeigen wir euch unsere fünf Favoriten, die euch zur Inspiration dienen sollen in alphabetischer Reihenfolge.

Behringer Cat

Der Behringer Cat Synthesizer ist – wie könnte es anders sein -  der Nachbau eines Klassikers aus dem Hause Behringer. Bedacht wurde in diesem Fall der in 1976 von ‚Octave‘ hergestellte Cat Synthesizer, der eigentlich im Arp Odyssey sein größtes Vorbild sah. Herausgekommen ist dennoch ein Synth mit eigenständigem Charakter, der in einiger Hinsicht dem Odyssey noch überlegen war. Rein äußerlich ist der Behringer Cat schon wegen der fehlenden Tastatur ein Desktop-Synthesizer, der aufgrund seines Aufbaus auch als Komponente im Eurorack verwendet werden kann. Dazu wurde dem Synth ein kleines Patchbay implementiert, was die Verkabelung mit zusätzlichem Modular-Equipment gestattet. Ansonsten wurde die Bedienoberfläche nahezu 1:1 vom Vorbild übernommen, wobei die einzelnen Sektionen dem Gehäuse angepasst wurden und stellenweise anders angeordnet sind. Im Bereich der Tonerzeugung einfach aufgebaut, bietet der zwei-oszillatorige Cat neben paraphonen Eigenschaften, viele Modulationsmöglichkeiten und einen eigenständigen Klang, der sich nicht verstecken muss. Aufgrund der guten Verarbeitung und des günstigen Preises, dürfte der Behringer Cat bald viele neue Zuhause finden.

Erica Synths Bassline DB-01

Was wäre ein cooles Arrangement wohl ohne einen passenden Bass Sound? Und genau da setzt Erica Synths an und lotet mit der Bassline DB-01 die Grenzen des Genres „Bass-Synthesizer mit Sequenzer an Bord“ neu aus, um Freunde brachialer elektronischer Musik glücklich zu machen. Wer den Begriff Bassline hört denkt zunächst an die klassische Roland TB-303, die ihrem Ruf als beste Acid-Machine seit Jahrzehnten alle Ehre macht. Weit gefehlt im Hinblick auf die DB-01 von Erica Synths, die einen ganz anderen Ansatz fährt. Äußerlich recht kompakt gestaltet, ahnt man noch nicht, wieviel großes in der kleinen schwarzen Kiste steckt. Alleine der Sequenzer ist mit allen Wassern gewaschen und bietet vor allem mit seinen Step-Funktionen, Modulation und vor allem dem Pitch Envelope höchst impulsive Akzente, die Teils wirklich bösartig klingen. Und genau da spielt die mit analoger Tonerzeugung ausgestattete DB-01 Bassline ihren Trumpf aus. Sie ist anders als die Anderen und inspiriert neue Wege zu gehen. Zusätzlich mit einem Arpeggiator ausgerüstet, gibt die DB-01 alle erzeugten Noten-Events per CV/Gate- und MIDI-Out an die angeschlossene Peripherie weiter. Alles in allem ist die Erica Synths DB-01 eine sehr inspirierende Maschine für extraordinäre Bass-Loops mit eigenständigem Sound.

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Korg Wavestate

Mit der Wavestate portiert Korg die berühmte Wavestation aus den frühen 1990er-Jahren in die Gegenwart, aber nicht ohne viel Neues zu integrieren. Schon damals war die ursprüngliche Wavestation ein weiterentwickeltes Konzept des legendären Prophet VS von Sequential Circuits was von Dave Smith, John Bowen, Chris Meyer und einer Reihe anderer vorangetrieben wurde. Neben einem hochentwickelten Wave Sequencing bot die damalige Wavestation auch Vector Synthese, ein Feature, was zu dieser Zeit unglaubliche Möglichkeiten bot, und das nicht nur damals. Mit der Wavestate belebt Korg den Sound nun per Wave Sequencing 2.0, was eine Reihe weitere zeitgemäßer Funktionen in den 37 tastigen Digital-Synthesizer bringt. Neben vielschichtigen Klangaufbereitungs-  und Modulationsmöglichkeiten bietet die Tonerzeugung eine 64-stimmige Polyphonie (Stereo-Stimmen) mit 12 unterschiedlichen Filtermodelle (darunter auch MS-20 und Polysix), welche Sounds in unterschiedlichstem Couleur erscheinen lassen. Ein idealer Einsatzzweck der Wavestate sind sphärische Elektronik- und Filmmusiksounds, aber auch live zeigt sie sich im Bereich der Lounge-Musik als mobiler Partner, bei dem sich alle Sounds fließend wechseln lassen (Smooth Sound Transition). Somit ist die Wavetstate gut ausgerüstet den Sound der Zeit in einem neuen Gewand eindrucksvoll in Szene zu setzen. Die Korg Wavestate ist zweifellos einer der verlockendsten Neuerscheinungen des Jahres 2020 zu einem günstigen Preis.

Modal Electronics Argon8

Beim Argon8 von Modal Electronics handelt es sich um einen digitalen Synthesizer der seine Sounds per Wavetable-Synthese erzeugt, eine Syntheseform, die überwiegend von damaligen PPG und Waldorf-Produkten her bekannt ist. Per Wavetables erzeugte Sounds zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität aus, was ein Grund ist, sich für diese Art der Tonerzeugung im Trend moderner Musik zu entscheiden. Neben der Renaissance analoger Synthesizer finden feiern somit auch digitale Synths ein sicheres Comeback. Das britische Unternehmen Modal Electronics ist bereits in 2015 mit einem Prestige-Instrument, dem Modal 002 in Erscheinung getreten und schickt auch mit den Mini-Synthesizern CRAFTsynth v2.0 und Skulpt kostengünstige Performance-Instrumente ins Rennen. Stabil aufgebaut bietet der Argon8 zwei Wavetable-Oszillatoren (total 32 Oszillatoren, vier pro Stimme), die mit 120 einzelnen Wellensätzen zum Leben erweckt werden. Dabei lassen sich die einzelnen Wellensätze jeweils bei beiden Oszillatoren per „Wavetable Modifiers“ auf 32 Arten verformen, was eine enorme Flexibilität im Bereich des Sound Designs zulässt. Klanglich zeigt sich der Argon8 auch sehr eigenständig, was schon ein Grund ist ihn im Studio oder auf der Bühne einzusetzen. Intuitiv bedienbar ist der Argon8 auch für die geeignet, die nicht so tief in der Materie stecken, zumal eine hauseigene Editor-Software sämtliche Programmiervorgänge sinnvoll unterstützt. Der Argon8 ist in drei Ausführungen erhältlich: Als Argon8 mit 37 Tasten, Argon8X mit 61 Tasten und als Desktop-Version Argon8M.

 

Moog Subsequent 25

Der Moog Subsequent 25 zählt zu den echten Synthesizer-Klassikern, von denen man immer einen haben sollte, denn er bietet eine Klangkultur mit Historie, die moderne Features clever integriert und das volle Programm all der Sounds bereithält, die unter den Begriff ‚must-have‘ fallen. Der Subsequent fällt technisch unter die Vertreter der subtraktiven Synthesizer und bietet zwei Oszillatoren, Sub-Oszillator sowie Noise. Dazu kommen jeweils eine Hüllkurve für Filter und Amp sowie das klassische Moog Ladder-Filter, das für seinen besonderen Sound berühmt ist. Hier wurde das Gain-Staging neu ausgelegt, das neben der harmonischen Sättigung auch die analoge Kompression verstärkt, was zu einem dichteren Tiefbass-Verhalten führt. Dazu gesellen sich Parafonie im Duo-Mode und eine neu abgestimmte Multidrive-Schaltung, die den Growl eines Moog Sub Phatty deutlich übertreffen. Das Schöne ist, dass sich im Subsequent 25 kreativ erstellte Sounds in 16 Presets à vier Bänke abspeichern lassen. Dazu kommt ein übersichtlich gestalteter Editor und Librarian, der auf allen Rechnerplattformen und in sämtlichen Plug-In Varianten läuft und eine komplette MIDI-Integration. So ausgestattet ist der Moog Subsequent 25 eine echte Fundgrube für Sounds, die schon in der Vergangenheit für Furore sorgten und auch heute aus aktueller Musik nicht wegzudenken sind.

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Vielleicht hast du selbst noch einen Synthie, der auf dieser Liste fehlt, und den du auf jeden Fall auf eine einsame Insel mitnehmen würdest! Schreib doch einfach, welcher das ist.

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