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25.06.2021

5 Synthesizer, die jeder braucht

Top Synthesizer, die richtig Spaß machen und bezahlbar sind

Synthesizer, die sind so cool sind, um sie einfach haben zu wollen

Was wäre wenn … man sich für fünf Synthesizer entscheiden müsste, um mit ihnen seinen Wohlfühlbereich zu definieren? Wohlfühlen kann man sich auf verschiedenste Weisen, auch mit einem Synthesizer. Man kann einfach mit und auf ihm spielen, man kann ihn wegen seiner besonderen Eigenschaften mit in eine Produktion einbinden, man verwendet ihn, um seinen Aufbau zu lernen und um sich ein Bild von der gebotenen Technologie zu machen, man verbindet ihn mit einem anderen Synthesizer, um weitere Klangmöglichkeiten zu erhalten, und, und, und … Der Möglichkeiten gibt es gerade in diesem Bereich viele, und jeder, den man fragt, hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (s)eine eigene Meinung zu diesem Thema. Na, schon eine grobe Idee, für welche Synthesizer du dich entscheiden würdest?

Sei dir sicher, auch uns fällt eine solche Wahl nicht leicht. Hier muss man schon mal nachdenken und sich über seine eigenen Vorlieben klarwerden. Eine grobe Idee, was in die nähere Wahl fallen würde, bildet sich eigentlich bei jedem, der mal ein paar Minuten in sich geht. Und hier drängen sich in der Regel auch neue, brandheiße Produkte in die Gedanken, die dazu inspirieren auch mal etwas Anderes auszuprobieren.

Eines sollte man vorweg erwähnen: Heutzutage sind gute Synthesizer auch für relativ wenig Geld zu haben. Wer meint, in diesem Bereich in unbezahlbaren Regionen schwelgen zu müssen, der irrt. Gerade heute definieren viele Hersteller mit Preisen bereits unter 1.000 € neue Produktsegmente, in denen sich tolle Lösungen für jedes Einsatzgebiet finden lassen, und das ohne große Belastung des Portemonnaies. Es kann preislich also durchaus überschaubar bleiben, wenn man eigenständige und innovative Produkte für die eigenen Zwecke sucht. Die einzige Hürde ist der Markt selbst: Das aktuelle Marktangebot ist so vielschichtig geworden, dass es schier unmöglich scheint, eine Wahl zu treffen, mit der man sich erst einmal begnügen müsste. Was soll man nehmen? Sicherlich macht es Sinn, das eine oder andere Teil einmal selbst zu testen, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen, oder sich im Internet Produktvideos und Tutorials anzusehen, die das Selbstausprobieren wegen Zeitmangels ersetzen. Schwierig wird es auf jeden Fall, sollte man keine eigene Vorstellung haben.

Wir haben und zu diesem Thema ein paar Gedanken gemacht und sind zu dem Schluss gekommen keine superteuren, oder seltenen Synthesizer-Legenden auf den Plan zu bringen. Wer bereits einen Minimoog, einen Jupiter-8, einen Matrix-12, einen Axxe, oder sogar einen Prophet-5 und einen Micromoog besitzt, der kann sich wirklich glücklich schätzen, wenngleich der Markt heutzutage auch Repliken berühmter Synthesizer-Klassiker hergibt, die durchaus günstig sind. Unsere Übersicht zeigt euch eher die Synthesizer, die sich durch Individualität im Markt behauptet haben, schon deswegen, weil man mit ihnen eine Menge anstellen kann und sie für sich gesehen durch besondere Features glänzen. Auch haben wir darauf ein Auge geworfen, dass die Instrumente bezahlbar sind und sich durch interessante Ideen und einen guten Sound auszeichnen.

Hier zeigen wir euch unsere fünf Favoriten, die euch zur Inspiration dienen sollen.

(Die Auflistung der Produkte erfolgt in alphabetischer Ordnung und ist keine Rangfolge)

Behringer MonoPoly

Der Behringer MonoPoly ist der moderne Nachbau des legendären Korg Mono/Poly, einem Analog-Synthesizer aus 1981,  der mit vier VCOs ausgestattet, vierstimmig paraphon oder im vierfach Unison-Modus monophon gespielt werden konnten, was ihn für fette Bässe und knallige Leadsounds geradezu prädestinierte. In seinem Basisaufbau erscheint der Behringer MonoPoly wie das Original, mit einem 24 dB-Filter VCF- und VCA-Hüllkurven und zwei LFOs plus einer Effekt-Sektion mit Crossmodulation nebst einem Arpeggiator. Auch an die im Original befindliche Chord Memory-Funktion wurde gedacht. Es gibt aber noch ein paar zusätzliche Features, welche der Moderne geschuldet sind, die der ursprüngliche Korg Mono/Poly nicht bot: Dazu gehören u.a. 5-Pol Din MIDI In/Out/Thru, ein USB-B Port und ganz wichtig: eine Auto-Tune Funktion, welche die vier Oszillatoren des analogen Synthesizers stets optimal stimmt.

Behringer RD-9

Die RD-9 ist noch ein Drummachine-Klassiker den Behringer in die Neuzeit bringt. Die berühmte Roland TR-909 als Vorbild, ist auch die RD-9 hybrid aufgebaut und so verwendet der Nachbau analoge und digitale Tonerzeugungen, um Hi-Hats, Crash- und Ride-Becken mittels Samples wiederzugeben. Natürlich hat Behringer die RD-9 modernisiert und den klassischen Aufbau um drei neue Regler erweitert, mit denen die Kick-Drum per Pitch und Pitch Depth bearbeitbar wird und selbst die Hihats lassen sich jetzt stimmen. Zusätzlich lässt sich die RD-9 in zwei Modi betreiben: Authentic und Advanced, wodurch die Drummachine zum einen mit den Möglichkeiten der Moderne, aber auch ohne diese Features betrieben werden kann, was Puristen sicherlich schätzen werden. Neu sind in der RD-9 auch der Wave Designer und ein Dualmode Analog Filter sowie eine Auto-Scroll-Funktion. Letztere bietet bei der Verwendung des 64 Step Drum-Sequenzer vielseitige Möglichkeiten. Die originale TR-909 hat mit ihrem Sound die Klangästhetik von House und Techno maßgeblich und nachhaltig beeinflusst und wurde in unzähligen Titeln verwendet. Wer auf diesen Sound steht, kommt an der RD-9 nicht vorbei, zumal der Preis stimmt. 

IK Multimedia Uno Synth Pro Desktop

IK Multimedia hat mit dem kleinen UNO Synth Pro Desktop einen analogen Synthesizer am Start, der amtlich klingt und sich obendrein leicht transportieren lässt. Den kleinen Synthesizer gibt es auch in technisch identischer Ausführung als UNO Synth Pro in einem größeren Gehäuse und normalgroßer Tastatur. Was den kleinen Synth so besonders macht, sind drei paraphon spielbare analoge Oszillatoren mit mit stufenlosem Waveshaping, Pulsweitenmodulation, Sync, Oszillator-FM und Ringmodulation. Auch ein Noise-Generator fehlt nicht. Auf der Filter-Seite bietet der UNO Synth Pro Desktop einen 2-Pol-Multimode-Filter auf OTA-Basis und ein 2-/ 4-Pol-Tiefpassfilter von SSI, welche sich seriell oder parallel verschalten lassen. Ergänzt wird das Ganze durch zwei ADSR-Hüllkurven sowie zwei LFOs nebst Modulationsmatrix mit 16 Slots, wodurch sich viel Spielraum für die Klanggestaltung ergibt, welche ihren Feinschliff durch eine integrierte Effektsektion mit vier Effektblöcken erhält. Für die Klanganimation sorgen sich ein 64 Step-Sequenzer und ein Arpeggiator. Schön ist die Möglichkeit, den UNO Synth Pro Desktop mit einem Eurorack betrieben zu können, denn der Synth bietet jeweils zwei CV/Gate Ein- und Ausgänge. Mittels USB- und MIDI-Anschlüsse kommuniziert der über 32 kapazitive Touchplates spielbare Synthesizer mit einer DAW.

Korg Opsix

Wie vieles im Bereich der Synthesizer aus vergangenen Tagen ist auch die FM-Synthese eine wiederentdeckte Tonerzeugung, die sich großer Beliebtheit erfreut. Diese zeigt sich sechs-operatorig in Gestalt des kompakten Korg Opsix, in einer weiterentwickelten Variante, um nicht nur die die typischen Sounds der 1980er Jahre, sondern auch moderne, zeitgemäße und abgefahrene Sounds zu erzeugen. In der Umsetzung baut Korg auf einen neu entwickelten Operatoren-Mixer, der einen sofortigen Zugriff auf wichtige Parameter bietet sowie auf mehrfarbige LEDs, die dynamisch zeigen, ob Operatoren als Carrier, oder als Modulatoren arbeiten und wie einzelne Bedienelemente belegt sind. Zusätzlich bietet die Tonerzeugung fünf Operatoren-Modi mit FM, Ring Modulation, Filter, Filter FM und Wave Folder, womit Wellenformen mit unterschiedlichen Obertonstrukturen verwendet werden, die aus 40 verschiedenen Algorithmen resultieren. Für die Klangformung steht ein Multi-Mode-Filter mit elf Filtertypen bereit, mit dem sich Sounds auch subtraktiv formen lassen. Für die Klangveredelung sorgen eine integrierte Effektsektion, die drei Effekt-Instanzen mit 30 Effekt Typen liefert. Viele weitere Möglichkeiten bieten der interne Arpeggiator sowie ein polyphoner Step-Sequencer mit Motion Sequencing für bis zu sechs unterschiedliche Klangparameter. Gespielt wird der Synthesizer über eine 37-tasten-Klaviatur mit normalgroßen Tasten.

Sonicware LIVEN 8bit Warps

Der Sonicware LIVEN 8bit Warps zeigt sich im Formfaktor der Korg Volca-Serie und ist ein 8-Bit-Wave-Memory-Synthesizer im Desktop-Format von Yu Endo, der auch schon den Sonicware ELZ_1 Synthesizer entwickelte. Der digitale LIVEN 8Bit Warps bietet mit Warp, Attack, Morph und FM vier verschiedene Engines die Wellenformen mithilfe verschiedener Funktionen wie Warp Crossfade, Morph, FM und mehr bearbeiten können. Diese durchlaufen dann eine Filtersektion (LPF / HPF / BBF) und lassen sich mittels verschiedener Effekte wie Chorus, Flanger, Delay, Hall & Plate Reverb final bearbeiten. Eigene Sounds lassen sich in verschiedenen Modi (Poly, Mono, Legato, Unisono oder Arp) und auf 128 interne User-Speicher verteilen. Ein 64-Step-Sequenzer mit 128 Patterns, die sich verketten und mit einem Looper im Sequenzer verwenden lassen sorgen für die passende Klanganimation. Im Reigen der fünf Synthesizer dieses Artikels ist der Sonicware LIVEN 8bit Warps der einzige Synth, der klassische Retro-Game-Sounds erzeugt, die sich in vielen musikalischen Genres verwenden lassen. Preislich gesehen ist der Kleine durchaus erschwinglich, weshalb er in ‚unserem‘ Set-Up nicht fehlen sollte.

Sonicware LIVEN 8bit Warps auf thomann.de

Zum Schluss

Vielleicht gibt es ja noch einen Synth, der auf dieser Liste fehlt, und den du auf jeden Fall gerne sehen möchtest! Schreib doch einfach, welcher das ist.

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