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05.04.2019

5 Synthesizer, die jeder braucht

Welche Synthesizer sollte man einfach haben?

Tolle Synthesizer für jedes Portemonnaie

Was wäre wenn ... ? Was wäre, wenn man sich für eine Handvoll Synthesizer entscheiden müsste, um sie auf eine einsame Insel mitzunehmen? Es ist schon klar, dass die Meinungen hier auseinandergehen, schließlich hat jeder seine Vorlieben und je nachdem, welche Musik man macht, eignen sich ganz unterschiedliche Instrumente. Es gibt aber immer wieder Synthesizer, die aus dem Massenangebot durch Besonderheiten und Eigenständigkeit hervorstechen, weil sie innovativ und einfach gut sind. Und oft sind sie auch nicht teuer, müssen sie auch nicht, denn der Markt bietet heutzutage preisgünstige Synths, die jeder für sich als Speziallösung für ein besonderes Einsatzgebiet sehen kann.

In dieser Liste tauchen keine teuren, oder seltenen Synth-Legenden auf, aber wer bereits einen Minimoog, einen Prophet-5, einen Oberheim Matrix-12, oder gar einen Waldorf Wave und einen ARP 2600 besitzt, kann sich glücklich schätzen. Diese Liste zeigt eher die Synthesizer, die sich durch Individualität im Markt behauptet haben, schon deswegen, weil man mit ihnen eine Menge anstellen kann und sie für sich gesehen durch tolle Features glänzen. Der Fokus liegt also auf bezahlbaren Synths, die sich durch interessante Ideen und einen guten Sound auszeichnen, und nach denen man nicht monatelang im Internet suchen muss, um sie schließlich zu Mondpreisen zu ergattern.

Hier sind meine fünf Favoriten, ausdrücklich in keiner bestimmten Reihen- oder Rangfolge gelistet.

Korg Minilogue XD

Korg hat in nicht unerheblichem Maße dazu beigetragen, dass wir heute ganz selbstverständlich wieder analoge Synthesizer kaufen können, und die Preisen, dieum Welten unter den Gebrauchtpreisen für Vintage-Instrumente liegen. Den Visionen von Entwickler Tatsuya Takahashi haben wir unter anderem den Monotron, den Monotribe und die Volca-Serie zu verdanken. Mittlerweile hat Takahashi die Firma verlassen, aber nicht, ohne vorher mit dem Minilogue noch ein Ausrufezeichen zu setzen, der sich schnell zum Kassenschlager entwickelte. Der vierstimmig polyphone Analogsynthesizer deckt ein breites Klangspektrum ab und lässt sich mit verschiedenen Voice Modes sehr vielseitig einsetzen.

Die konsequente Weiterentwicklung des Minilogue in Form des Minilogue XD vereint das bewährte Konzept des Minilouge mit den Features des Hybrid-Flaggschiffes Korg Prologue . Highlights sind hier die mögliche Integration neuer User-Oszillatoren durch das freie Korg ‚Sound Development Kit (kurz: SDK), die digitalen Effekte und der ‚aufgebohrte‘ polyphone Step-Sequenzer, der Reglerbewegungen aufzeichnen kann (Motion Sequencing). Der Minilogue XD ist ein preiswertes, portables Hybrid-Monster, dem Live-Keyboarder und Studio-Bastler wohl kaum widerstehen werden können.

Korg Minilogue XD Sound Demo (no talking)

Novation Bass Station II

Die Novation Bass Station II gehört mit zu den beliebtesten, günstigen Analogsynthesizern, die in den letzten Jahren erschienenen sind, und das zu Recht. Der monophone Synth bietet klanglich ein äußerst vielseitiges Soundspektrum und kann weit mehr als nur ‚Bass‘ – wie der Name zunächst vermuten lässt. Jedoch sind drückende Basslines, erzeugt durch zwei fette, analoge Oszillatoren und einem Suboszillator die Paradedisziplin der Bass Station II.

Doch die Klangerzeugung kann mit Sync, Rauschgenerator, verschiedenen Filtertypen, zwei schnellen Hüllkurven, zwei LFOs und Besonderheiten wie Filter FM die ganze Palette an monophonen Sounds hervorbringen, angefangen bei filigranen Melodie-Sounds über aggressive Distortion Leads bis hin zu erstaunlich druckvollen Drums. Aber, es geht noch weiter: Mit dem integrierten Sequencer / Arpeggiator sind auch blubbernde Sequenzen kein Problem. Obwohl die Bass Station II nun schon bald ein paar Jahre auf dem Markt ist, ist es nach wie vor schwierig, einen besseren und vielseitigeren monophonen Analog-Synthesizer für günstiges Geld zu erhalten.

Novation Bass Station II Sound Demo (no talking)

Arturia Minibrute 2

Seit dem Erscheinen des ersten MiniBrute ist der durch Software bekannt gewordene französische Hersteller Arturia zu einer festen Größe im Bereich analoger Synthesizer geworden. Die Neuauflage des MiniBrute, der Minibrute 2 folgt dem Oszillatorkonzept, bietet das Steiner-Parker-Filter und liefert den „Brute Factor“, den schon seinen Vorgänger so berühmt gemacht hat. Im Gegensatz zur ersten Auflage ist der Minibrute 2 aber semi-modular konzipiert und verfügt über umfangreiche Patchfelder.

So lassen sich verschiedenste Modulationen realisieren und der Synthesizer kann obendrein auch in ein Modularsystem integriert werden. Mit dem MiniBrute 2 hat Arturia es geschafft, den umkämpften Synthesizermarkt zu beleben und vor allem verstanden, was sich viele Musiker wünschen: Einen modernen, analogen Synthesizer, der den Einstieg in die Eurorack-Welt vereinfacht, weiterhin mit einer klassischen Tastatur ausgerüstet ist und einen kraftvollen, eigenständigen Analogsound bietet.

Arturia Minibrute 2 Sound Demo (no talking)

Behringer Model D

Wer auf den klassischen Moog-Sound nicht verzichten möchte, sollte sich einmal den von Behringer neu aufgelegten ‚Model D‘ ansehen und vor allem anhören. Der solide gebaute Desktop-Synth, der dem Konzept des legendären Minimoog Model D folgt, bietet drei Oszillatoren mit jeweils fünf Fußlagen und ist auch in seinem Angebot an Wellenformen nicht geizig, zumal die Filtersektion so klingt, wie sie soll. Behringer gab ‚seinem‘ Model D einige zusätzliche und überaus praktische Features mit, die das Original nicht bietet.

So ist das Filter zwischen Tief- und Hochpass umschaltbar und es gibt an verschiedenen Stellen der Klangerzeugung die Möglichkeit, über Patchpunkte in den Signalfluss einzugreifen. Dadurch wird das Behringer Model D auch für Besitzer eines Modularsystems interessant, in das sich der Synthesizer auf Wunsch direkt einbauen lässt. Klanglich braucht sich der moderne Klassiker absolut nicht zu verstecken und für den geforderten Preis erhält man den klassischen Moog-Sound, so wie er sein soll.

Behringer Model D Sound Demo (no talking)

IK Multimedia UNO Synth

Neben Arturia ist auch der mit Software bekannt gewordene italienische Hersteller IK Multimedia aktiv in die Synthesizer-Entwicklung gegangen und bietet mit dem UNO Synth einen kleinen aber feinen monophonen analogen Desktop-Synthesizer zu einem wirklich günstigen Preis. Ausgerüstet mit einer kapazitiven 2-Oktaven-Tastatur bietet der kleine Analoge auch einen integrierten Step-Sequenzer und eine vollständige MIDI-Implementation. Obwohl die Modulationsmöglichkeiten am Gerät selbst recht überschaubar sind, ist der UNO Synth zu einem erstaunlich breiten Spektrum an Klängen fähig, dessen Grundzüge als kraftvoll und durchsetzungsfähig bezeichnet werden können, flankiert von einem recht musikalischen Resonanzverhalten.

Der Klang wird nicht dünner, wenn man sie rein dreht. Es wirkt so, als addiere sich die Resonanz zum Sound dazu. Damit kann man den UNO Synth schon ordentlich zwitschern lassen. So gehören druckvolle Bässe, Lead- und Chord-Sounds … und einiges mehr zum klanglichen Repertoire des kleinen Italieners. Die Kommunikation mit der Außenwelt erfolgt wahlweise über eine DIN-MIDI-Buchse (Micro-Klinke auf 5-Pol DIN-Buchse) oder via USB-MIDI (Mini-USB-Buchse). Damit keine Sound-Idee verloren geht, bietet der UNO Synth 100 Speicherplätze von denen 80 überschreibbar sind sowie einen automatisierbaren Step-Sequenzer und eine Reihe an Effekten.

IK Multimedia UNO Synth Sound Demo (no talking)

Vielleicht hast du selbst noch einen Synthie, der auf dieser Liste fehlt, und den du auf jeden Fall auf eine einsame Insel mitnehmen würdest! Schreib doch einfach, welcher das ist.

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