Bass String Gauges: Die richtige Saitenstärke

Die Saiten an unserem Bass sind der Punkt, an denen wir mit unserem Instrument in Kontakt treten. Durch sie interagieren wir mit dem Bass und bekommen von diesem Rückmeldung. Basssaiten sind darüber hinaus entscheidend für Dynamik, Artikulationen und zahlreiche andere Aspekte unseres Spiels. Neben den grundlegenden Eigenschaften wie Flatwound, Roundwound oder dem Material (meist Stainless Steel oder Nickel Plate Steel) spielt vor allem die Saitenstärke (Gauge) eine immens wichtige Rolle. Die Saitenstärke nimmt Einfluss auf Haptik, Schwingungseigenschaften, Sound, Bespielbarkeit, mögliche Nebengeräusche und vieles mehr. Daher nehmen wir heute sechs verschiedene Stärken der gleichen Saiten unter die Lupe und untersuchen, was bei jedem Schritt passiert!

Bass String Gauges - Die richtige Saitenstärke
Wir vergleichen sechs verschiedene Stärken von Basssaiten: Welche Saitenstärke ist die richtige für dich?
Inhalte
  1. Versuchskaninchen: Ernie Ball Slinky Bass Strings
  2. Neue Saitenstärken erfordern oft ein neues Bass-Setup
  3. Welche Aspekte verändern sich durch die Wahl der Saitenstärke?
  4. Ernie Ball Extra Extra Slinky: 40-60-70-95
  5. Ernie Ball Hyper Slinky: 40-60-80-100
  6. Ernie Ball Super Slinky: 45-65-80-100
  7. Ernie Ball Hybrid Slinky: 45-65-85-105
  8. Ernie Ball Regular Slinky: 50-70-85-105
  9. Ernie Ball Power Slinky: 55-75-90-110
  10. Vergleich Saitenstärken: Soundbeispiele im Video
  11. Vergleich Saitenstärken: Fazit

Versuchskaninchen: Ernie Ball Slinky Bass Strings

Als ideale Kandidaten haben wir die Ernie Ball Slinky Saiten erkoren. Sie sind so eine Art Industriestandard – schon seit Jahrzehnten auf dem Markt und eine enorm populäre Marke unter Bassisten. Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nicht schon Erfahrungswerte mit den Ernie Ball Slinkys besitzt.

Zudem gibt die Slinkys in verschiedenen kleinen Abstufungen. Diese sind wie folgt:

  • ExtraExtra Slinky: 40-60-70-95
  • Hyper Slinky: 40-60-80-100
  • Super Slinky: 45-65-80-100
  • Hybrid Slinky: 45-65-85-105
  • Regular: 50-70-85-105
  • Power Slinky: 55-75-90-110

Wie sich an den Zahlen gut ablesen lässt, nimmt die Stärke nicht allgemein von Satz zu Satz zu, sondern (bis auf die Power Slinky) nur die zwei höheren oder die zwei tieferen Saiten. Auf diese Weise lässt sich folglich für uns sehr gut erkennen, was sich von Schritt zu Schritt ändert.

Neue Saitenstärken erfordern oft ein neues Bass-Setup

Wechselt man auf eine andere Saitenstärke, so zieht dies unweigerlich ein neues Setup des Basses nach sich. Je dicker die Saiten, desto höher ist nämlich der Saitenzug und somit die Belastung für den Hals. Dies gilt natürlich umgekehrt für die andere Richtung. Nach dem Aufziehen des neuen Satzes empfiehlt es sich daher, eine Weile zu warten. Auf diese Weise kann sich das Instrument auf die neuen Bedingungen einstellen.

Anschließend sollte man folgende Punkte an seinem Instrument überprüfen:

Die Wahl der richtigen Saitenstärke
Die Basssaiten in diesen bunten Tütchen bringen nicht selten ein unterschiedliches Spielgefühl und unterschiedliches Obertonverhalten mit sich.

Welche Aspekte verändern sich durch die Wahl der Saitenstärke?

Die Wahl der Saiten und ihrer Stärke ist natürlich im hohen Maße subjektiv und der persönliche Geschmack steht hier immer an erster Stelle. Aber es gibt auch zahlreiche objektive Aspekte. Manche Stärken eignen sich einfach besser für bestimmte Genres oder Spieltechniken. Zudem kann man damit sein Instrument – genauso wie mit der Wahl der Marke und des Materials – klanglich in eine bestimmte Richtung tunen.

Unter folgenden Gesichtspunkten werden wir die einzelnen Saiten-Sätze kategorisieren:

Als Testbass dient uns ein Jazz Bass mit den zwei typischen Singlecoil-Pickups. Seinen Sound kennt sicherlich jeder, entweder aus eigener Erfahrung oder von unzähligen Aufnahmen. Los geht es mit den dünnsten Saiten im Angebot:

Ernie Ball Extra Extra Slinky: 40-60-70-95

  • Sound: Klar, definiert, straff, kaum voluminöses Low End
  • Haptik: Locker, springen sofort an, Ton ist schnell da, braucht Gewöhnung bezüglich Timing
  • Bespielbarkeit: sehr leicht, Artikulationen sehr einfach, Slap-Technik oder ähnliches sehr einfach, gefühlt 20% schneller
  • Nebengeräusche: leicht erhöht, aber nicht dramatisch
Ernie Ball Extra Extra Slinky
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Ernie Ball 2835 Extra Slinky
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Ernie Ball Hyper Slinky: 40-60-80-100

  • Sound: Klar, definiert, straff, etwas solideres Low End, insgesamt runder
  • Haptik: Locker, springen sofort an, Ton ist schnell da, E- und A-Saite etwas mehr Spielenergie nötig, fühlen sich etwas unausgewogen an (Verhältnis G- und D-Saite zu A- und E-Saite)
  • Bespielbarkeit: leicht, Artikulationen einfach, aber merklich schwerer auf E-Saite
  • Nebengeräusche: auf G-Saite etwas, sonst keine Erhöhung feststellbar
Ernie Ball Hyper Slinky
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Ernie Ball 2841 Hyper Slinky Bass
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Ernie Ball Super Slinky: 45-65-80-100

  • Sound: Straff, etwas solideres Low End, rund
  • Haptik: wirken wieder ausgewogener im Verhältnis hohe zu tiefe Saiten, Ton besitzt „normale“ Einschwing-Phase, spürbar mehr Saitenzug
  • Bespielbarkeit: mittel, Artikulationen gut umsetzbar, aber mit merklich mehr Energieaufwand
  • Nebengeräusche: keine Erhöhung feststellbar
Ernie Ball Super Slinky
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Ernie Ball 2834 Super Slinky
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Ernie Ball Hybrid Slinky: 45-65-85-105

  • Sound: Straff, solides Low End, rund
  • Haptik: Ton „normale“ Einschwing-Phase, gefühlter Sprung bzgl. Saitenzug
  • Bespielbarkeit: merklich mehr Energieaufwand nötig
  • Nebengeräusche: keine Erhöhung feststellbar
Ernie Ball Hybrid Slinky
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Ernie Ball 2833 Hybrid Slinky
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Ernie Ball Regular Slinky: 50-70-85-105

  • Sound: Straff, solides Low End, rund
  • Haptik: Ton „normale“ Einschwing-Phase, gefühlter Sprung in Saitenzug
  • Bespielbarkeit: bei „normalem“ Spiel kaum Unterschied zu Hybrids feststellbar, allerdings bei Slap etc. spürbar mehr Aufwand
  • Nebengeräusche: keine Erhöhung feststellbar
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Ernie Ball Power Slinky: 55-75-90-110

  • Sound: Fett, mächtiges Low End, aber weniger transparent
  • Haptik: hoher Saitenzug, für Standard-Tuning fast zu viel, besser für Drop-Tunings geeignet
  • Bespielbarkeit: mit deutlich mehr Aufwand verbunden, Techniken wie Slap und Artikulationen ziemlich anstrengend
  • Nebengeräusche: keine feststellbar
Ernie Ball Power Slinky
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22.02.2023
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Vergleich Saitenstärken: Soundbeispiele im Video

In diesem Video vergleichen wir die verschiedenen Stärken anhand von jeweils vier Soundbeispielen. Jedes davon steht für eine bestimmte Herausforderung, sei es Sound oder Bespielbarkeit.

  • Fingerstyle – Groove über nahezu zwei Oktaven, großes Frequenzspektrum
  • Slap – Attack, Obertöne, Bespielbarkeit
  • Pick und Hammer-On und Pull-Off, Bespielbarkeit, Artikulationen
  • Drop – Low End

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Vergleich Saitenstärken: Fazit

Gewisse Erkenntnisse waren bei unserem Test natürlich vorhersehbar: Je stärker die Saiten, desto fetter ist auch der zu erzielende Sound. Gleichzeitig muss man hier aber auch mehr Energie investieren, um die dicken Drähte in Schwingung zu versetzen.

Dann gab es jedoch auch gewisse Punkte, die mich wirklich überrascht haben. Gerade die dünnsten und dicksten Stärken nahmen zum Beispiel einen spürbaren Einfluss auf mein Timing. Ich spiele für gewöhnlich 0.45-105er-Saitenstärken und bin diese natürlich seit vielen Jahren gewohnt. Deutlich dünnere Saiten springen wesentlich leichter an – der Ton ist entsprechend auch schneller da. Daran musste ich mich erst eine Weile gewöhnen, um nicht zu früh im Timing zu sein. Umgekehrt gilt das natürlich auch für die dickeren Saiten – hier musste ich zum Teil richtig “arbeiten”!

Bemerkenswert war auch, dass ich manchmal von einem zum nächsten Satz kaum einen Unterschied feststellen konnte. Und an andere Stelle wiederum hatte ich das Gefühl, dass ein regelrechter Quantensprung in Sachen Saitenzug, Haptik und Bespielbarkeit stattfindet.

Dies kann auch mit der Art und Weise zu tun haben, wie das Instrument auf die unterschiedlichen Kräfte verschiedener Saitensets reagiert. Erwartet hätte ich hier allerdings eigentlich eine eher lineare Veränderung und keine sprunghafte. Es lohnt sich also durchaus, einmal zu erforschen, welche Saite am besten zum Spieler, aber auch zum verwendeten Instrument passt!

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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