Warwick-Basssaiten – der große Direktvergleich

Seit Anfang der 1980er-Jahre ist der Name „Warwick“ ein Synonym für deutsche Bassbaukunst. Im Laufe der Jahre baute die Company mit Sitz im sächsischen Markneukirchen ihr basslastiges Produktportfolio beständig weiter aus. Warwick-Basssaiten gibt es inzwischen bereits seit Jahrzehnten, und bis heute werden die Strings noch immer weiterentwickelt und für die Bedürfnisse moderner Bassleute optimiert. Heutzutage gibt es drei Serien, welche klar voneinander getrennt sind und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Für diesen Artikel haben wir alle derzeit erhältlichen Warwick-Basssaiten in Sachen Bespielbarkeit, Haptik und Sound miteinander verglichen.

Warwick Bass Strings
Saitentest: Wir haben das breite Angebot an Warwick-Basssaiten verglichen!

Welche Warwick-Basssaiten gibt es?

  • Red Label: Warwicks günstigste Saiten-Serie gibt es in Ausführungen in Nickel Plated Steel sowie in Stainless Steel. Der 4-Saiter-Satz ist bereits für unter 10,- Euro zu haben, was in meinen Augen schon eine echte Ansage ist! Wie ihre größeren Brüder besitzen die Warwick Red Labels bereits eine Tapered B-Saite.
  • Black Label: Warwick Black Label-Saiten bilden schon seit Jahrzehnten das Herz des Saiten-Portfolios der Sachsen. Auch sie gibt es in den Ausführungen Nickel Plated Steel und Stainless Steel inklusive Tapered B-Saite bei den 5-Saiter-Sätzen.
  • EMP: Dieses Kürzel steht für „Enhanced Molecular Protection“ und bedeutet, dass die Saiten mit einer hauchdünnen Beschichtung überzogen sind, um ihre Lebensdauer deutlich zu verlängern. Als Basis dienen hier die Warwick Black Label-Saiten. Natürlich ist auch bei den 5-Saiter-Sätzen die Tapered B-Saite obligatorisch.
Alle getesteten Warwick-Basssaiten auf einen Blick

Was ist eine Taper Wound B-Saite?

Bei einer Taper Wound Saite verjüngt sich die Wicklung ein paar Zentimeter vor dem Ballend, welches in die Brücke eingehängt wird. Die Saite liegt dadurch mit weniger Masse auf dem Kontaktpunkt mit der Brücke auf und es kommt zu weniger Eigendämpfung, d. h. die Saite bremst sich nicht selbst mit ihrer vergleichsweise großen Auflagefläche nach dem Anschlagen wieder aus. Das Resultat: Ein verbessertes Schwingungsverhalten und ein definiertes Low End mit maximalem Sustain.

Tapered B String Bass
Tapered B-String: Auf diesem Bild ist die sich in Richtung Bridge verjüngende B-Saite gut zu erkennen. Die anderen Saiten besitzen dieses Feature nicht. (Bild: Lars Lehmann)

Warwick Red Label Nickel

  • Saitenspannung: Etwas straffer
  • Haptik: relativ glatte Oberfläche, wenig „Rutschgeräusche“ bei Lagenwechsel
  • Sound: Gute B-Saite, wirken insgesamt ausgewogen, im Vergleich zu Black Label aber etwas weniger definiert und druckvoll
Warwick Bass Strings
Fotostrecke: 6 Bilder Warwick Red Label String Roundwound Nickel Plated Steel
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Warwick 46300 ML Red Label
Warwick 46300 ML Red Label
Kundenbewertung:
(141)

Warwick Red Label Stainless Steel

  • Saitenspannung: Etwas weicher
  • Haptik: etwas rauer als Nickel, leicht mehr „Rutschgeräusche“ bei Lagenwechsel
  • Sound: Gute B-Saite, etwas mehr Höhen und Low End, im Vergleich zu Black aber etwas weniger definiert und druckvoll
Warwick Bass Strings
Fotostrecke: 6 Bilder Warwick Red Label String Roundwound Stainless Steel
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Warwick 42301 M Red Label .045-.135
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Kundenbewertung:
(366)

Warwick Black Label Nickel

Dieser Saitentyp war leider zur Zeit des Tests auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar!

Warwick Black Label Stainless Steel

  • Saitenspannung: angenehm weich
  • Haptik: vergleichsweise raue Oberfläche, etwas mehr Rutschgeräusche bei den Lagenwechseln
  • Sound: ausgewogen mit starken Höhen und Bässen
Warwick Bass Strings
Fotostrecke: 7 Bilder Warwick Black Label Roundwound Stainless Steel
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Warwick 40301M Black Label
Warwick 40301M Black Label
Kundenbewertung:
(134)

Warwick EMP Stainless Steel

  • Saitenspannung: angenehm weich
  • Haptik: vergleichsweise raue Oberfläche, die sich durch Beschichtung jedoch relativ glatt anfühlt und wenig Rutschgeräusche bei Lagenwechseln produziert. Die Beschichtung ist auch nach längerem Spielen nicht spürbar
  • Sound: starke Bässe, vereinzelte Töne besitzen einen minimal anderen Charakter, durch die Beschichtung klingen die Strings minimal „bedeckter“ in den Höhen als die Warwick Black Label Stainless Steel
Warwick Bass Strings
Fotostrecke: 5 Bilder Warwick EMP Coated Stainless Steel
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Warwick EMP Coated Bass String Medium
Warwick EMP Coated Bass String Medium
Kundenbewertung:
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Warwick EMP Nickel

  • Saitenspannung: für Nickel-Saiten relativ weich
  • Haptik: relativ glatte Oberfläche, wenig „Rutschgeräusche“ bei Lagenwechsel, Beschichtung auch nach längerem Spielen nicht spürbar
  • Sound: ausgewogen mit Tendenz zu tiefen Mitten, in den Höhen aufgrund der Beschichtung minimal „bedeckter“ als die unbeschichteten Saiten
Warwick Bass Strings
Fotostrecke: 6 Bilder Warwick EMP Coated Nickel
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Warwick EMP 38301 M 5B
Warwick EMP 38301 M 5B
Kundenbewertung:
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Videovergleich: Wie klingen Bass-Saiten von Warwick?

Auf geht’s zum großen Vergleichstest: In diesem Video könnt ihr sämtliche Warwick-Saiten im direkten Vergleich hören.

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Fazit Warwick-Basssaiten

Zunächst mal ein generelles Lob: Was mir am Warwick-Saitenangebot wirklich gut gefällt, ist die klare Trennung der drei Serien. Bei manch anderem Hersteller kann man schnell mal den Überblick verlieren, worin denn nun die Unterschiede zwischen den zahlreichen Saiten-Sorten bestehen.

Die Warwick Red Label-Saiten bieten bereits eine ganze Menge „Saite“ gemessen an ihrem sehr moderaten Preis. Sie lassen sich ausgezeichnet spielen und zeigten in der Haptik tatsächlich nur marginale Unterschiede zu den größeren Brüdern. Der Sound ist absolut solide, auch wenn natürlich das letzte Quäntchen Definition und Offenheit „nach oben“ fehlt. Dennoch besitzen die Warwick Red Label-Saiten meiner Meinung nach ein ganz hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Warwick Black Label-Saiten sind professionelle Saiten, die absolut hohen Ansprüchen gerecht werden: Ihre Stärken liegen im ausgewogenen Sound, dem satten Punch und der guten Definition sowie ihrer angenehmen Bespielbarkeit und relativ geringen Saitenspannung. Dafür legt man aber auch gleich ungefähr das Dreifache dessen auf den Tisch, was für die Red Labels anfällt. Dafür erhält man aber auch einen in meinen Augen sehr deutlichen Mehrwert.

Die Warwick EMP-Saiten basieren auf den Black Labels – sämtlichen Attribute gelten hier also gleichermaßen. Wie bei jeder beschichteten Saite fehlt im direkten Vergleich das letzte Quäntchen an Höhen, auf die man als Bassist jedoch im Alltag meistens absolut problemlos verzichten kann. Dafür erhält man aber eine deutlich verlängerte Lebensdauer – die EMPs bleiben einfach über einen langen Zeitraum super konstant im Sound, da sich hier keinerlei Schmutz, Feuchtigkeit (Handschweiß etc.) zwischen den Saitenwicklungen absetzen kann. Die hauchdünne Beschichtung ist darüber hinaus kaum zu spüren und wurde bei mir auch bei längerem Spielen nicht glitschig.

Unterm Strich bleibt zu sagen, dass der deutsche Hersteller Warwick nicht nur im Bereich der Instrumente, Bassverstärkung und des Zubehörs, sondern auch beim Thema “Basssaiten” für absolut jeden Geschmack und jedes Portemonnaie ein passendes Angebot bereithält. Unbedingt ausprobieren!

Natürlich wäre da noch das Ding mit der Lebensdauer: Da es den zeitlichen Aufwand bei Weitem übersteigen würde, jeden Saitensatz über mehrere Wochen oder gar Monate zu spielen, können wir hierzu im Rahmen unseres Vergleichstests kaum eine Aussage machen. Solltet ihr jedoch über persönliche Erfahrungen mit bestimmten Saitensätzen verfügen, schreibt sie uns gerne in die Kommentare – wir freuen uns über eure Ausführungen!

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