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Test: Mythos Pedals Argo Octave Fuzz – klassisches Octave-Fuzz neu gedacht

Das Mythos Pedals Argo Octave Fuzz präsentiert sich als eine moderne Interpretation des klassischen Octave-Fuzz-Ansatzes, ausgestattet mit Blend- und Boost-Funktion und damit deutlich flexibler als viele traditionelle Vertreter dieser Gattung. Mythos Pedals ist eine Boutique-Schmiede aus Nashville, die sich in den letzten Jahren einen festen Platz in der Welt der klassischen Drive- und Fuzz-Pedale erarbeitet hat. Im Fokus stehen dabei klassische und optimierte Pedale mit viel Liebe zum klanglichen Detail, und durchweg ohne Feature-Overkill.

Mythos Pedals Argo Octave Fuzz bonedo Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • eigenständiger, charakterstarker Octave-Fuzz-Sound
  • hervorragende Blend-Funktion für mehr Anschlag, Definition und Dynamik
  • hochwertig klingender musikalischer Booster integriert
  • gute Durchsetzungsfähigkeit im Bandkontext trotz Fuzz-Charakter
Contra
  • keine Möglichkeit, die Octave-Funktion zu deaktivieren

Mythos Pedals Argo Octave Fuzz – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Funktionen hat das Pedal? Das Argo Octave Fuzz kombiniert klassischen Octave-Fuzz-Charakter mit einem Booster und einer stufenlosen Blend-Regelung.
  • Eignet sich das Mythos Pedals Argo Octave Fuzz fürs Pedalboard? Grundsätzlich ja. Da es sich hier um einen klassischen Fuzz-Effekt handelt, empfiehlt sich eine Platzierung direkt nach der Gitarre ohne vorgeschalteten Buffer.
  • Eignet sich das Pedal fürs Gainstaging? Gainstaging ist fast schon ein Muss, denn vor einem angezerrten Amp klingt das Pedal umso lebendiger, wobei das Argo Octave Fuzz tunlichst an erster Stelle sitzen muss.
  • Was sagt der Test? Das Pedal eignet sich besonders für alle, denen bei fuzzigen Sounds die Transienten und die Präzision fehlen, denn diese lassen sich beim Argo Octave Fuzz mit dem Blendregler zurückholen. Das Ergebnis sind lebendige, rotzige Sounds mit singendem Sustain.

Konzept und Aufbau des Argo Octave Fuzz

Das Argo Octave Fuzz kombiniert drei Eigenschaften bzw. Features in einem Gehäuse. Im Zentrum steht ein klassischer Octave-Fuzz-Sound. Ergänzt wird die Schaltung durch einen nachgeschalteten Booster, der auch unabhängig vom Fuzz sehr musikalisch arbeitet. Mit dem Blendregler lässt sich das verzerrte Octave-Fuzz-Signal stufenlos mit dem Cleansignal mischen, sodass man sich einen Teil der Transienten, die Fuzz-Pedale naturgemäß abschwächen, zurückholen kann. Ideal für alle, die mehr Kontrolle in ihren Fuzz-Sound bringen wollen. 

Trotz der gebotenen Soundmöglichkeiten kommt das Pedal mit nur drei Reglern aus. Das Ausgangssignal lässt sich mit dem Volume-Regler steuern. Fuzz regelt die Intensität des Octave Fuzz, während der Blendregler das Fuzz- und Cleansignal stufenlos mischt. Die Ein- und Ausgänge sitzen ebenso wie die Netzteilbuchse an der Stirnseite des Pedals. Ein Fußschalter samt Status-LED rundet das Bild ab. Dazu sorgt ein Buffer im Bypass im ausgeschalteten Zustand für ein stabiles Ausgangssignal.

Fotostrecke: 4 Bilder Das Mythos Pedals Argo Octave Fuzz kombiniert ein klassisches Octave-Fuzz mit Blend-Funktion und integriertem Booster.
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Der Sound des Argo Octave Fuzz ist vom Verstärker abhängig.

Der Amp spielt bei diesem Pedal eine entscheidende Rolle, was aber in der Natur der Sache liegt. Komplett clean eingestellte Verstärker liefern in Kombination mit Fuzz-Pedalen selten den gewünschten klassischen Sound. Letztere funktionieren deutlich besser mit leicht gesättigten Amps im Stil von Vox AC30, Marshall, Orange oder vergleichbaren Setups. Auch digital über Modeler oder Loadbox-Setups lässt sich dieser Arbeitsbereich gut reproduzieren. Ich habe meinen alten Wegbegleiter, einen Marshall JMP, an den Start gebracht und leicht in die Sättigung gefahren. Über eine Suhr Reactive Load IR geht das Signal direkt ins UAD Apollo Audio-Interface. Die verwendete Gitarre ist eine alte Stratocaster mit Kloppmann-Pickups. Hier der pure Sound ohne Pedal:

Audio Samples
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Referenz ohne Pedal

Der Booster klingt richtig gut und bringt den Marshall langsam, aber sicher in Blackmoore-Gefilde. Im Falle meines unfrisierten Amps haben zwar alle Einstellungen gut geklungen, aber je nach Hersteller und Modell kann man mit sehr hohen Einstellungen auch die Vorstufe unangenehm überbraten.

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Vier Booster-Einstellungen: 10 Uhr – 12 Uhr – 14 Uhr – 17 Uhr

Das Argo Octave Fuzz ist ein Single-Note-Spezialist

Kommen wir zu den eigentlichen Fuzz-Sounds des Argo Octave Fuzz. Da sich die Octave-Funktion nicht deaktivieren lässt, arbeitet das Pedal naturgemäß am besten mit Single-Notes. Besonders ab dem 12. Bund entfaltet sich der typische, leicht flötenartige Charakter, der stark an klassische Octave-Fuzz-Schaltungen erinnert. Im ersten Soundbeispiel steht der Fuzz-Regler auf 9 Uhr, wobei der Fuzz-Sound nicht absäuft, wie das bei vielen klassischen Pedalen der Fall ist. Im ersten Soundfile steht der Mixregler auf 100 Prozent Fuzz und im zweiten dann auf etwa 60 Prozent Fuzzanteil und 40 Prozent Cleansignal.

Audio Samples
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Fuzz 9 Uhr – Mix 100 % Fuzz Fuzz 9 Uhr – Mix 60 % Fuzz / 40 % Cleansignal

Der Sweetspot liegt für meinen Geschmack in der mittleren Fuzz-Einstellung. Hier klingt das Pedal am ausgewogensten mit einer schönen Definition im Anschlag. Die 60/40-Mischung ist eine perfekte Ausgangsbasis.

Auch wenn das Pedal am besten mit Single-Notes arbeitet, mag ich es, Quarten und Quinten zu spielen. Sie erzeugen diese wilden Intermodulationen, die fast wie ein analoger Synth oder Ringmodulator wirken.

Audio Samples
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Fuzz 12 Uhr – Mix 100 % Fuzz Fuzz 12 Uhr – Mix 60 % Fuzz / 40 % Cleansignal

Bei maximaler Fuzz-Intensität wird der Sound deutlich dichter und breiter, bleibt jedoch einigermaßen transparent. Am Ende der Soundfiles habe ich ein paar E-Moll-Pentatonik-Licks am 12. Bund gespielt und den Volume-Regler immer weiter zurückgedreht, wobei der flötenartige Sound immer besser zum Vorschein kommt, je weiter ich das Poti zugedreht habe.

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Fuzz Max – Mix 100 % Fuzz Fuzz Max – Mix 60 % Fuzz / 40 % Cleansignal
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Fazit

Das Mythos Pedals Argo Octave Fuzz kombiniert ein klassisches Octave-Fuzz mit Blend-Funktion und integriertem Booster und erweitert damit das typische Konzept deutlich in Richtung Praxisnutzen. Was die Qualität sowohl der Octave-Fuzz- als auch der Boost-Sektion angeht, gehört das Pedal für mich zu den besten seiner Art. Die Blend-Funktion ist der Knaller und wertet das Pedal noch einmal deutlich auf. Sie bringt bei Bedarf Anschlagsdynamik und Definition zurück ins Signal, ohne den Grundcharakter zu verwässern. Gerade bei klassischen Germanium-Fuzz-Sounds ist das ein echter Vorteil, denn dank der zurückgewonnenen Transienten setzt sich der Sound auch in dichteren Arrangements deutlich besser durch. Abgesehen von der Tatsache, dass die Octave-Funktion nicht abschaltbar ist, alle Daumen hoch.

Artikelbild
Argo Octave Fuzz
Für 199,00€ bei
  • Hersteller: Mythos Pedals
  • Bezeichnung: Argo Octave Fuzz
  • Typ: Fuzz/Octaver-Pedal mit integrierter Boost-Funktion
  • Herkunft: USA
  • Regler: Volume, Blend, Fuzz
  • Fußschalter: Effekt Bypass
  • LED: Effekt an
  • Bypass: gepuffert
  • Anschlüsse: In, Out, Netzteilbuchse, 9 Volt DC
  • Stromaufnahme: 10 mA
  • Abmessungen (B x T x H): 67 x 122 x 36 mm
  • Ladenpreis: 199,00 Euro (Juni 2026)

Herstellerseite: https://mythospedals.com/

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