Als Ernie Ball/Music Man im Jahr 2022 den DarkRay vorstellte, war schnell klar, dass es sich hier nicht einfach um eine weitere Stingray-Variante handelt. Vielmehr steckt hinter dem Modell ein eigenständiges Konzept, das in Zusammenarbeit mit den finnischen Sound-Spezialisten von Darkglass Electronics entwickelt wurde. Das Konzept hinter dem Music Man DarkRay umfasst einen vollwertigen Stingray, der eine fest integrierte Distortion-Engine an Bord hat. Herzstück ist ein speziell entwickelter 2-Band-Preamp von Darkglass mit drei klar definierten Modi: Clean, Alpha und Omega – die bekannte Alpha/Omega-Schaltung der Finnen wurde also direkt in das Instrument integriert. Auf dem Papier klingt das nach einem echten Sound-Monster, irgendwo zwischen typischen Music-Man-Sounds und moderner Distortion-Welt. Spannend!

- eigenständiges Konzept mit echtem Alleinstellungsmerkmal
- sehr hoher Spielkomfort und perfekte Ergonomie
- Darkglass-Elektronik mit enormer Bandbreite von Distortion-Sounds
- erstklassige Verarbeitung
- hochwertiges Mono-Case
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Wie wurde der Music Man DarkRay 5 optisch gestaltet?
Der Music Man DarkRay 5 ist schon optisch eine ziemlich imposante Erscheinung und zieht auf jeder Bühne die Blicke auf sich – was in erster Linie an der auffällig glitzernden „Plasma Purple“-Lackierung liegt. Der Rest des Basses, also Hardware und Pickguard, wurde konsequent in Schwarz gehalten, was dem Instrument insgesamt einen sehr stimmigen, modernen Look verleiht.
Wer es farblich etwas anders mag, hat allerdings die Qual der Wahl: Der DarkRay ist in insgesamt sechs Finishes erhältlich, darunter „Starry Night“, „Silver Burst“, „Stealth Black“, „Dark Rainbow“ und „Gold Bar“ – letztere Variante ist übrigens die einzige mit Ahorngriffbrett.
Aus welchen Hölzern wird der Music Man DarkRay 5 gebaut?
Was sich unter der auffälligen Lackierung verbirgt – also welches Holz konkret für den Korpus verwendet wird, bleibt leider etwas im Dunkeln. Music Man spricht lediglich von „Select Hardwood“ – ich würde hier jedoch noch am ehesten auf Esche tippen.
Immerhin beim Hals herrscht dagegen Klarheit: Wie bei den Stingray-Special-Modellen üblich, kommt hier nämlich gerösteter Ahorn zum Einsatz. Der dunklere Farbton sieht nicht nur schick aus, sondern sorgt auch für eine hohe Stabilität. Dazu passt das Griffbrett aus tiefschwarzem Ebenholz, das mit 22 Edelstahlbünden sowie runden Dots auf der Oberseite und an der Flanke ausgestattet ist.
Der Halsrücken wurde mit einer von Hand aufgetragenen Öl/Wachs-Mischung behandelt – wer schon einmal einen Stingray Special gespielt hat, weiß, wie angenehm und geschmeidig sich diese Hälse anfühlen. Die Befestigung am Korpus erfolgt über fünf Schrauben und eine mattschwarze Metallplatte, die neben dem Music-Man-Logo auch das Darkglass-Logo trägt – ein dezenter Hinweis auf die besondere Elektronik des Basses! Typisch Music Man erfolgt die Einstellung der Halskrümmung über das praktische Einstellrad am Griffbrettende. Das lässt sich entweder mit dem mitgelieferten Tool oder ganz unkompliziert mit einem passenden Gegenstand justieren.
Mit welcher Hardware wurde der Music Man DarkRay 5 ausgestattet?
Auch bei der Hardware gibt es wenig Überraschendes: Auf dem in der Korpusfarbe lackierten Headstock sitzen in typischer 4:1-Anordnung die leichten, offenen Mechaniken. Am anderen Ende werden die Saiten von der klassischen Music-Man-Stahlbrücke aufgenommen, die die üblichen Einstellmöglichkeiten für Intonation und Saitenlage bietet. Die Saiten müssen bei dieser Konstruktion nach wie vor von hinten durch die Brücke gefädelt werden – das ist leider etwas umständlich und dürfte in meinen Augen mittlerweile gerne mal ein Update bekommen.
In der Grundkonstruktion haben wir es also mit einem klassischen fünfsaitigen Stingray Special zu tun, der mit seiner auffälligen Lackierung, dem Matching Headstock und der schwarzen Hardware allerdings eine ziemlich coole und eigenständige Optik an den Tag legt – der Bass gefällt mir wirklich richtig gut!
Über welche Pickups und welche Elektronik verfügt der Music Man DarkRay 5?
Wirklich spannend wird es dann beim Blick auf Tonabnehmer und Elektronik, denn hier unterscheidet sich der DarkRay deutlich vom Standardmodell. Beim Pickup selbst bleibt Music Man allerdings konservativ und nimmt nur optische Anpassungen vor: Zum Einsatz kommt der bekannte Neodym-Humbucker, der hier jedoch mit abgedunkelten Polepieces ausgestattet ist, und sich daher perfekt in das insgesamte Erscheinungsbild des Basses einfügt.
Die Elektronik entstand – wie bereits erwähnt – in Zusammenarbeit mit der finnischen Amp- und Pedalschmiede Darkglass und verleiht dem Music Man DarkRay 5 seinen ganz eigenen, gefährlichen Charakter. Herzstück ist ein speziell entwickelter 2-Band-EQ in Kombination mit der bekannten Alpha/Omega-Distortion-Schaltung, die gleich zwei unterschiedliche Zerrcharaktere liefert.
Über einen Dreiweg-Schalter im „Cockpit“ des Basses wählt man zwischen Clean, Alpha und Omega. Die Humbucker-Spulen arbeiten dabei in allen Modi im parallelen Betrieb. Darunter sitzen insgesamt fünf Regler: Volume sowie Bass und Treble greifen immer, unabhängig vom gewählten Modus. Hinzu gesellen sich ein Gain-Regler für die Intensität der Zerre und ein Blend-Regler, mit dem sich das Verhältnis zwischen cleanem und verzerrtem Signal stufenlos mischen lässt – ganz wie man es von den Darkglass-Pedalen kennt.
Ein nettes Detail ist der beleuchtete Ring um den Gain-Regler: Er leuchtet blau im Omega-Modus und rot bei aktivierter Alpha-Zerre. Das sieht nicht nur ziemlich cool aus, sondern sorgt auch auf dunklen Bühnen für schnelle und gute Orientierung. Der Preamp arbeitet mit 18 Volt Betriebsspannung, welche mithilfe zweier 9-Volt-Blöcke bereitgestellt wird. Die Saftspender sitzen gut zugänglich in einem Klappfach auf der Rückseite des Korpus.
Wie ist die allgemeine Verarbeitung des Music Man DarkRay 5 und was umfasst der Lieferumfang?
In Sachen Verarbeitung überzeugt mein Testexemplar auf ganzer Linie, was bei einem Preis von knapp 3.500,- Euro auch erwarten darf. Vom perfekt eingepassten Hals über die sauber ausgeführte Lackierung bis hin zur hochwertigen Hardware gibt es hier absolut nichts zu kritisieren. Alles wirkt durchdacht, präzise gefertigt und insgesamt einfach stimmig.
Sehr erfreulich ist auch das mitgelieferte Softcase: Music Man legt dem Bass ein hochwertiges Mono-Case bei, das trotz seines geringen Gewichts einen wirklich sehr guten Schutz bietet. Der Bass liegt sicher in einer passgenauen, mit Plüsch ausgekleideten Form und kann im Inneren nicht verrutschen, während das Case insgesamt einen sehr stabilen Eindruck macht.
Eine großzügige Fronttasche bietet zudem ausreichend Platz für Zubehör. Wer Mono kennt, weiß, dass man es hier mit erstklassiger Qualität zu tun hat – klasse, dass Music Man auf die beliebte Marke setzt. Im Case finden sich neben dem Instrument das typische Music-Man-Stoffsäckchen mit Einstellwerkzeug sowie eine kurze Anleitung zur Elektronik.











