Bass Gitarre Hersteller_Darkglass
Test
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06.01.2021

Darkglass Electronics ADAM Test

Effektpedal für E-Bass

Der neue „heilige Gral“?

"ADAM" steht für "Aggressively Distorting Advanced Machine" und ist die neueste Kreation der finnischen Effekt- und Ampschmiede Darkglass Electronics. Entwickelt wurde das Pedal in Zusammenarbeit mit keinem Geringeren als Adam "Nolly" Getgood, der von 2012 bis 2017 die dicken Saiten bei der Progressive-Metal-Band Periphery malträtierte und mittlerweile wohl zu den populärsten Musikern dieses Genres zählt. Das Pedal umfasst laut Darkglass die gesamte Palette von Nollys über die Jahre entwickelten und verfeinerten Sounds und bietet darüber hinaus jede Menge Features - mit an Bord sind zum Beispiel sämtliche Anschlussmöglichkeiten, die man für den flexiblen Einsatz auf der Bühne, im Studio oder zu Hause benötigt, und das Pedal kann sogar als Audio-Interface eingesetzt werden. Wir haben uns den jüngsten Preamp von Darkglass natürlich sofort geordert und werden in diesem Test alle Features auf Herz und Nieren prüfen!

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Details

Das ADAM hebt sich schon alleine durch seine grüne Farbgebung deutlich von anderen Darkglass-Pedal ab. Und auch in der Bauform gibt es - vor allem bedingt durch die Ausstattung mit drei Fußtastern - deutliche Unterschiede, denn es misst 18 x 12 x 6 cm und ist damit mit Abstand das größte Pedal im Portfolio der Finnen. Aber auch im Innenleben unterscheidet sich das ADAM in einigen Aspekten von den anderen Darkglass-Preamps, da Nolly Getgood doch einige spezielle Anforderungen an seine Sounds hat.

Werfen wir zum Einstieg einen Blick auf den Signalweg: Das Basssignal läuft direkt am Eingang durch einen Kompressor und wird danach in zwei Wege aufgeteilt. Im Signalweg für den cleanen Klanganteil sitzt ein Multiband-Kompressor mit Getgoods Lieblingseinstellung (nicht veränderbar), während das Signal für den verzerrten Sound von der Distortion-Schaltung bearbeitet und mit einer Cabsim versehen wird. Beide Signale werden dann am Ende der Kette mit dem Blend-Regler zusammengemischt und das Resultat kann schließlich mit einem 6-Band-EQ nach Bedarf feingetuned werden.

Auf der Oberseite sitzen sämtliche Bedienungselemente, die das grüne ADAM zur Bearbeitung des Basssounds bereitstellt. Die Funktionen der Drehregler ganz oben kennen eingefleischte Darkglass-User bereits von anderen Pedalen oder von Amps der Firma.

Der Compression-Regler ist für die Stärke der Kompression und der Drive-Regler natürlich für Stärke der Verzerrung zuständig. Darauf folgt der Character-Regler, mit dem bei Bedarf zusätzliche Höhen zum verzerrten Sound gemischt werden können. Den Abschluss machen schließlich der bereits erwähnte Blend-Regler und der Level-Regler für die Endlautstärke des Pedals.

Berührungsempfindliche Slider hat Darkglass zum ersten Mal im Übe-Tool "Element" verbaut, das im vergangenem Jahr vorgestellt wurde. Beim ADAM sitzen sechs der futuristisch anmutenden Bedienelemente zentral auf der Oberseite und sind für die Abstimmung des 6-Band-Equalizers zuständig.

Damit sind wir auch schon bei den drei Fußtastern A, B und C des Pedals angelangt, hinter denen sich viel mehr Funktionen verbergen, als man auf den ersten Blick vermuten würde. In der normalen Funktion als Taster werden lediglich die Presets 1,2 und 3 aufgerufen, die im Pedal gespeichert sind. Hierbei handelt es sich um Sounds, die "Nolly" Getgood erstellt hat - selbstverständlich können die Speicherplätze aber auch mit eigenen Kreationen belegt werden!

Jeder der drei Taster besitzt davon abgesehen aber auch eine Funktion als Drehregler mit sechs Positionen (Rotary Footswitch). Mit Taster A kann man die Ratio des Kompressors (4:1,8:1, 12:1,20:1, All-In) verändern oder den Kompressor komplett auf Bypass schalten. Mit Taster B wechselt man zwischen fünf Verzerrungs-Modi oder schaltet den Verzerrer auf Bypass. Taster C ist schließlich für die Cabsim zuständig - hier finden wir fünf verschiedene Cabsims bzw. in der letzten Position wird die Cabsim komplett abgeschaltet.

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Damit ist aber noch nicht Schluss, denn es stehen noch weitere Funktionen beim ADAM zur Verfügung, indem man zwei der Fußtaster gleichzeitig bedient. Drückt man Taster A und B gleichzeitig, werden alle Ausgänge des Pedals stummgeschaltet.

Bei gleichzeitiger Betätigung der Taster B und C ruft man hingegen das integrierte chromatische Stimmgerät des Pedals auf. Der zu stimmende Ton und die Tonhöhe werden mit den LEDs der berührungsempfindlichen Slider angezeigt - das wurde tatsächlich super clever gelöst!

Wie wir sehen, ist die Feature-Dichte beim ADAM wirklich enorm, und auch bei den Anschlüssen fährt Darkglass absolut keinen Sparkurs. Mit Ausnahme des seitlich angebrachten symmetrischen XLR-Ausgangs sitzen alle Buchsen an der Rückseite des Gehäuses - das macht bei der Dektop-mäßigen Form des Pedals meines Erachtens auch am meisten Sinn!

Links parkt die Input-Klinke für den E-Bass, gefolgt von zwei Miniklinken für den Anschluss einer Audioquelle respektive eines Kopfhörers. Zwischen den beiden Miniklinken finden wir außerdem einen kleinen Regler, mit dem die Lautstärke des Kopfhörerausgangs bestimmt wird.

Externe Audioquellen, wie etwas Smartphones oder Tablets, können übrigens auch kabellos mittels Bluetooth mit dem Adam verbunden werden. Hierzu muss man nur einen der drei Taster drücken und gleichzeitig drehen, bis alle LEDs aufleuchten. Das Pedal erscheint dann mit dem Namen "Adam" auf dem bluetoothfähigen Gerät.

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Weiter geht es mit zwei Ausgängen (balanced, rechts/links) in Klinkenform. Bei der Verwendung des ADAM als Audio-Interface können beispielsweise Studiomonitore mit dem rechten und linken Ausgang des Pedals verbunden werden. In Verbindung mit einem Amp reicht natürlich der Anschluss auf herkömmliche Art mit nur einem der beiden Ausgänge.

Ganz rechts parkt die USB-C-Buchse zur Verbindung mit dem Computer und ein Midi-Eingang in Form einer Miniklinke. Der USB-Anschluss wird logischerweise für die Audio-Interface-Funktion benötigt, außerdem kann das Pedal damit - ebenfalls via Rechner - mit der Darkglass-Suite verbunden werden, um beispielsweise weitere Impulsantworten zu laden.

Auf eine umfangreiche Beschreibung der Darkglass-Software verzichte ich an dieser Stelle, denn die Software stellt abgesehen von der Beleuchtungshelligkeit keine gerätespezifischen Funktionen für das ADAM zur Verfügung. Ich habe die allgemeinen Funktionen ja bereits in mehreren vorangegangen Test von Darkglass-Produkten ausführlich aufgezeigt.

Den Abschluss in Sachen Konnektivität macht schließlich die Netzbuchse: Hier wird ein standardmäßiges 9-Volt-Netzteil (Minuspol innen) zur Stromversorgung des Signature-Pedals angeschlossen. Ein Betrieb mit Batterien ist aus Gründen des Umweltschutzes beim ADAM (wie bei allen Darkglass-Produkten) nicht möglich.

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