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10.10.2014

Red Witch Fuzz God II Test

Fuzz-Effektpedal

Das Allmächtige

Der Red Witch Fuzz God II im bonedo-Test - Das Fuzz-Pedal mit dem unbescheidenen Namen Red Witch Fuzz God II ist mit Silizium Transistoren, vier Reglern, diversen Modifikationsmöglichkeiten, einem Schalter für endloses Sustain und sehr variablen Sounds ausgestattet und bietet sich an, wenn man auf schräge Zerrklänge steht. Das alles klingt auch dann noch sehr vielversprechend, wenn man erfährt, dass es sich beim Hersteller um einen kleinen Betrieb aus Neuseeland handelt. Kopf des Unternehmens ist Ben Fulton, der vor über zehn Jahren anfing, allein in einer Garage Effektgeräte zu bauen. Auch wenn in unseren Breiten die Garage nicht unbedingt Teil des Klischees ist, steht er damit in einer Reihe mit inzwischen erfolgreichen Herstellern in der Gitarrenbranche, die sich ihr Unternehmen ebenfalls quasi „erbastelt“ haben.

Waren es anfangs Kopien diverser Klassiker, sind inzwischen Eigenkreationen mit analoger Schaltung und innovativem Design angesagt. Eine davon, der Fuzz God II, steht nun zum Test bereit und ich kann euch auf jeden Fall schon mal vorwarnen: Schnallt euch an, denn um die Ecke kommt eine amtliche Säge!

Details

Gehäuse/Optik

Der Fuzz God II wird dezent verpackt in einem Jeans-Säckchen (und Karton natürlich) geliefert und wirkt auf den ersten Blick alles andere als böse. Das Metallgehäuse kommt im cremefarbenen Outfit mit bronzefarbener Schrift und steht auf vier hohen Gummifüßen, unter denen man auch schon mal ein Kabel durchziehen kann. Alle Regler und Schalter sind, wie üblich, auf der Oberseite positioniert, die Anschlüsse für Gitarre und Amp an den Seiten, rechts der Eingang, links der Ausgang.

Zur Befeuerung des schrägen Tons werden neun Volt benötigt, die man dem Fuzz God II entweder per Batterie oder Netzteil verabreicht. Für den Batteriebetrieb muss allerdings die Bodenplatte des Gehäuses demontiert werden, ein Standardnetzteil dagegen findet bequem an der Front Anschluss. Das Pedal macht einen sehr soliden Eindruck, alles stabile Bauteile - auch die Mini Switches. Somit steht einer zuverlässige Performance über einen langen Zeitraum nichts im Wege.

Bedienung

Im Gegensatz zu alten Fuzz-Pedalen, die gerade mal mit zwei Reglern sägten, wartet der Fuzz God II mit einer etwas größeren Auswahl auf. Neben den Standards Fuzz (Zerrgrad) und Volume (Lautstärke) gibt es Wrath und Sputter. Mit Sputter stellt man die leichten Aussetzer im Ton ein, je weiter man den Regler zurücknimmt, desto mehr wird das Signal unterbrochen und klingt nach recht kaputtem Amp oder einem überhitzten Germanium Fuzz-Pedal. Wrath regelt den Zorn des Fuzz-Gottes, und der ist nur zu spüren, wenn der rechte Schalter mit dem Doppelblitz umgelegt wird. Dann aber geht es wirklich rund! Mega-Sustain ist angesagt und der Sound, ob Low Octave Fuzz oder kreischende Säge, wird mit dem Wrath-Regler eingestellt. Hierbei wird ein Oszillator-Ton vom Pedal erzeugt, die Höhe des Tons wird von der Einstellung des Wrath-Reglers bestimmt. Wie das klingt, werdet ihr im Praxisteil hören.

Der Fuzz God II wird übrigens mit dem linken Schalter (Awaken) aktiviert, zur Kontrolle leuchtet die helle LED. Außerdem gibt es zwei zusätzliche Schaltfunktionen per Mini Switches, wobei der Linke den Eingangspegel verdoppelt, sodass der Fuzz God II stärker angeblasen wird und damit eine höhere Verzerrung ausspuckt, während der rechte (Ohr-Symbol) einen Treble Boost aktiviert. Zusätzlich zu den Einstellmöglichkeiten auf der Oberseite gibt es im Inneren des Pedals noch ein Trimmpoti, das den Master Bias des Gerätes bestimmt. Die klanglichen Auswirkungen dieser komplexen Möglichkeiten werden wir nun im Praxisteil erforschen.

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