Test
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10.12.2008

PRAXIS UND SOUND
Ich gebe zu, ich hatte anfangs so meine Vorurteile und dachte, hier käme ein weiterer Tubescreamer-Clone daher. Overdrive-Pedale sind ja von Hause aus nicht so aggressiv wie ihre Kollegen von der Distortion-Fraktion und deshalb eher im Bluesbereich zu Hause. Nicht so unser Kandidat:

Der MXR Wylde OD ist ein sehr rockiges Pedal, das auch vor einem cleanen Amp sehr gut klingt. Um jedoch annähernd in die Soundgefilde eines Mr. Wylde vorzudringen, empfiehlt sich der Einsatz eines schon angezerrten Marshall JCM 800. Wer sich mit dem Zerrgrad dieses Amps auskennt, der weiß auch um die begrenzten Gainreserven des Klassikers. Der Wylde OD wurde offenbar auf Marshall-Verstärker abgestimmt und schafft es, deren Eingangsstufe für den fetten Brownsound genau an der richtigen Stelle zu kitzeln. Bei meinen Audiobeispielen habe ich einen JMP 50 Watt Marshall benutzt, der nur wenig Eigenzerre hat. Aber selbst mit ihm generiert das Pedal einen Brownsound, den keines der anderen Pedale so gut hinbekommt wie diese Tretmine. Das liegt sicher auch an der schlanken Klanggestaltung, die aber den Ton keinesfalls dünn erscheinen lässt. Der Tone-Regler bringt nicht nur mehr Höhen, sondern ab der 14 Uhr Stellung auch zusätzliche Obertöne mit ins Spiel. Bei  geringen Gain-Einstellungen kann man durchaus Sounds im Stile eines Tubescreamers oder Boss Bluesdrivers erzeugen, die jedoch immer einen eigenständigen Charakter behalten und selbst bei Maximalzerre nur wenig komprimieren.

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