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02.11.2018

Hobbybastler baut superkleines Scratch-Instrument: SC1000

Hobbybastler können uns mit ihren Ideen immer wieder in Erstaunen versetzen. Aktuell zum Beispiel Andy Tait, auch bekannt als „The Rasteri“. In monatelanger Arbeit hat er das SC1000 gebaut, ein Scratch-Instrument, bei dem das Herz jedes Portablism-Fans höher schlagen sollte. Im Augenblick ist das Ding ein Homebrew-Projekt für musikbegeisterte DIY-Freaks, aber vielleicht erleben wir ja bald, dass dieses Tool von einer Firma in Serie gebaut wird.

Auf nur wenigen Zentimetern (ungefähr die Größe von drei aufeinander gelegten DVDs) findet der geneigte Turntablist eine Metall-Scheibe in vier Zoll Größe, die als „Plattenteller“ zum Scratchen dient, einen Crossfader, diverse Anschlüsse und sämtliche Bedienelemente. Das SC1000 funktioniert komplett ohne einen Computer oder ein Smartphone/Tablet anschließen zu müssen. Strom bezieht die kleine Kiste von Batterien und damit soll sie bis zu 10 Stunden ihre Arbeit verrichten. Die Beats und Samples zum Scratchen kommen aus Ordnern auf einem Stick, der auf der Rückseite in einen Anschluss für USB Typ C eingeschoben wird. Mit ein paar Knöpfen wählt man die Sounds aus und feuert sie dann ab. Über einen kleinen Audio-Ausgang im Miniklinken-Format kommt die Scratch-Performance aus dem Gerät raus.

Das SC1000 basiert auf einem kleinen Raspberry Pi Computer, der für sämtliche Aufgaben zuständig ist und im wesentlichen das Open-Source-Programm „xwax“ laufen lässt. Allerdings musste der Entwickler hier ein paar Anpassungen programmieren, damit die Software vernünftig mit der Hardware zusammenarbeitet.

Andy Teit hat besonders viel Wert darauf gelegt, dass auch wilde Scratch-Akrobatik ohne störende Latenzen ausgeführt werden kann. Die meisten Bauteile für das SC1000 sind völlig handelsüblich, lediglich die Platine ist eine Spezialanfertigung. Der Hobbyentwickler – der auch etliche andere geniale DJ-Tools gebastelt hat – hat darauf geachtet, dass jeder Interessierte mit ein bisschen Grundwissen und Erfahrung in Elektronik sein eigenes Modell zusammenbauen kann. Dafür stellt er die gesamte Konstruktion einschließlich des Layouts für die Platine zur Verfügung, ebenso seine Modifikationen an der Software.

Auf der Webseite DJWORX äußerte der Bastler und Entwickler bereits den Wunsch, dass sich vielleicht eine professionelle Firma, die sich dem Portablism verschrieben hat, sein Design zur Serienreife führt. Ganz ehrlich, diese kleine Kiste versprüht so viel Charme, dass es wirklich schön wäre, wenn dieser Wunsch erfüllt wird. Wer weiß, vielleicht können wir ja demnächst von einem Kickstarter-Projekt berichten, welches dieses Projekt zu einem größeren Erfolg führt.

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