Bass
Test
7
23.01.2012

PRAXIS

Nach dem Einschalten ist der kleine Aguilar erst mal mucksmäuschenstill, kaum Grundrauschen und vor allem kein nervendes Lüftergezirpe trüben den ersten Eindruck. Wenn der Amp nach einigen Minuten auf Betriebstemperatur ist, treten die beiden  Ventilatoren allerdings dann doch ihren Dienst auf, das Geräusch kann im dezenten Wohnzimmer-Übungsmodus schon stören, im Proberaum und auf der Bühne spielt es jedoch absolut keine Rolle. Besser, der Mini-Amp ist gut belüftet und hat kein Temperaturproblem, als dass er im hitzigen Live-Betrieb abschaltet, weil ihm etwas zu warm geworden ist, wie ich es schon mit anderen Mini Class D Amps erlebt habe. Ich konnte den Tone Hammer diesbezüglich jedenfalls nicht aus dem Konzept bringen, Genaueres wird sich im Laufe der Zeit zeigen. So lange müssen wir aber Gott sei Dank nicht warten, um den Sound zu beurteilen. Aguilar verspricht ja vollmundig, dass der kleine Tone Hammer annähernd den klassischen, voluminösen und warmen Sound ihres Hybridverstärkers DB751 zu liefern vermag, und ich kann berichten, dass die Herren Bonshoft und Aguilar nicht zu dick auftragen. Aus dem kleinen Tone Hammer kommt ein erstaunlich sattes und angenehm rundes Fundament, der Mitten-Bereich klingt geschmeidig und ist nicht überrepräsentiert, sorgt aber für Punch und Transparenz. Ebenfalls typisch für den „Aguilar-Sound“ und erfreulicherweise auch ein Merkmal des Tone Hammer 500 ist ein sehr seidiger, eher dezenter Höhenbereich, der nie aufdringlich oder scharf rüberkommt, auch nicht, wenn man den Treble-Regler kräftig nach rechts dreht. Ausgehend von dieser geschmackvollen Grundabstimmung sind besonders mit dem Drive-Regler in Verbindung mit der variablen Mittensektion  jede Menge Variationen von leicht crunchy bis zu fiesen Distortion-Sounds in absolut  überzeugender Qualität drin. Der Drive-Regler ist wirklich genial, die AGS-Schaltung im AG500 Top oder dem Tone Hammer Preamp-Pedal klingt logischerweise auch klasse, ist aber entweder an oder aus. Beim Tone Hammer Micro-Amp kann man mit dem Drive-Regler den Verzerrungsgrad stufenlos nach Bedarf dazu regeln, das ist wirklich ein großer Gewinn, weil es die Sound-Flexibilität immens erhöht.

Clean-Sounds kann der neue TH500 sowieso erstklassig produzieren, wenn man die Bässe und Höhen ordentlich boostet und die Hochmitten absenkt, antwortet er mit einem erstklassigen Scoop-Sound für Slap-Spezialisten, schöne warme Vintage-Sounds mit punchigen Tiefmitten und abgerundeten Höhen liefert er aber mit der entsprechenden EQ-Einstellung genauso überzeugend. Eigentlich kann er alles, und zwar in einer beeindruckend hohen Lautstärke, wenn man ihn an 4 Ohm betreibt - selbst mit ordentlichem Bass-Boost und einer mächtigen H-Saite bleibt der Sound stabil und transparent. 

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