Klassische J-Bass-Konzepte gehören seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire unzähliger Hersteller. Entsprechend groß ist die Auswahl, wenn man auf der Suche nach einem vielseitigen Allrounder ist. Gerade im Preisbereich unter 1000,- Euro ist das Angebot mittlerweile riesig und bietet für nahezu jeden Anspruch und Geschmack passende Instrumente. Cort zielt mit den GB-Fusion-Bässen auf Bassleute, die den klassischen J-Bass-Charakter schätzen, dabei aber nicht auf moderne Features und eine hochwertigere Anmutung verzichten möchten. Die Instrumente der Serie sind sowohl als Vier- als auch als Fünfsaiter erhältlich, wobei wir uns in diesem Test den fünfsaitigen GB-Fusion 5 genauer ansehen. Dieser geht mit einer auffälligen Optik inklusive Spalted-Maple-Decke, einem Griffbrett aus Vogelaugenahorn und einem Antique-Brown-Burst-Finish ins Rennen. Auch bei Hardware und Verarbeitung weckt Cort Erwartungen, die man eher in höheren Preisregionen vermuten würde. Ob der Cort GB-Fusion 5 diesem Anspruch gerecht wird und wie sich der moderne J-Style-Fünfsaiter in der Praxis schlägt, klären wir im folgenden Test.

- sehr edle Boutique-Optik
- hoher Spielkomfort und sehr gute Ergonomie
- umfangreiche Ausstattung für diese Preisklasse
- musikalischer Dreiband-EQ
- fluoreszierende Side-Dots
- sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- leichte Schwächen in der Bundabrichtung (nur bei sehr niedriger Saitenlage zu bemerken)
- keine passive Tonblende
Welchen ersten Eindruck hinterlässt der Cort GB-Fusion 5 ABB?
Blendet man das Cort-Logo auf der Kopfplatte einmal aus, könnte man auf den ersten Blick tatsächlich meinen, einen Boutique-Jazz-Bass in der Hand zu halten, der ein Vielfaches des aufgerufenen Preises kostet. Allein das Griffbrett aus Vogelaugenahorn wirkt schon echt edel – ich kann mich kaum erinnern, in dieser Preisklasse schon einmal ein derart schickes Griffbrett gesehen zu haben!
Auch die Decke aus Spalted Maple und die elegante „Antique Brown Burst“-Lackierung tragen ihren Teil dazu bei und verleihen dem Fünfsaiter eine ausgesprochen hochwertige Anmutung. Damit die Maserung der Decke voll zur Geltung kommt, setzt Cort konsequenterweise auf ein transparentes Pickguard.
Aus welchen Hölzern wurde der Cort GB-Fusion 5 ABB gefertigt?
Hinter der edlen Erscheinung verbergen sich aber durchaus klassische Zutaten, wie man sie von zahlreichen Jazz-Bässen kennt. Der typische Offset-Korpus besteht aus Erle, der geschraubte Hals aus Ahorn – eine bewährte Kombination, die einfach funktioniert.
Das Griffbrett besteht, wie bereits erwähnt, aus attraktiv gemasertem Vogelaugenahorn, und ist mit 22 Bünden im Medium-Jumbo-Format sowie schwarzen Dots zur Orientierung ausgestattet. Zusätzliche Markierungen gibt es an der Flanke – und zwar in fluoreszierender Ausführung, sodass man auch auf dunklen Bühnen jederzeit den Überblick behält. Wer schon einmal einen Song auf einer komplett dunklen Bühne starten musste, weiß, wie hilfreich solche Details sein können!
Der 47,6 mm breite Kunststoffsattel führt die Saiten zu einer klassisch geformten Kopfplatte, die – passend zum Korpus – ebenfalls in „Antique Brown Burst“ lackiert wurde. Ein Matching Headstock ist bei einem Bass, der auf „edel“ macht, meiner Meinung nach auch Pflicht – Daumen hoch dafür!
Mit welcher Hardware wurde der Cort GB-Fusion 5 ABB ausgestattet?
Damit sind wir beim Thema „Hardware“ angekommen. Cort setzt hier auf leichte und zugleich präzise arbeitende Mechaniken, um einer möglichen Kopflastigkeit vorzubeugen. Zum Einsatz kommen Hipshot Ultralites, die zu den besten Tunern am Markt zählen, auch wenn es sich hier – was der Sache keinen Abbruch tut – um die etwas günstigeren Import-Versionen aus fernöstlicher Fertigung handelt. Für den nötigen Saitendruck am Sattel sorgt ein Saitenniederhalter, der alle fünf Saiten abdeckt – sehr lobenswert!
Am Korpus werden die Saiten von einer modernen Brücke namens „Metalcraft M5“ aufgenommen, deren Form ein wenig an ETS-Modelle erinnert. Sie bietet die üblichen Einstellmöglichkeiten für Intonation und Saitenlage. Zudem lassen sich die Saiten wahlweise von hinten einhängen oder durch den Korpus führen – bei unserem Testbass ist die String-Through-Body-Variante umgesetzt. Der GB Fusion 5 ist ab Werk übrigens mit D’Addario EXL170-5SL Nickelsaiten bespannt.
Mit welchen Pickups und welcher Elektronik wird der Cort GB-Fusion 5 ABB bestückt?
Laut eigenen Aussagen blickt Cort bereits auf jahrzehntelange Erfahrung im Wickeln von Pickups zurück. Dementsprechend stammen auch die beiden Singlecoils aus eigener Fertigung. Sie hören auf die Bezeichnung „Voiced Tone VTB-ST“ und sollen den robusten Sound von Vintage-Singlecoils mit moderner Transparenz und Artikulation verbinden – große Worte, mehr dazu im Praxisteil.
Die beiden Einspuler geben ihr Signal an eine aktive Elektronik weiter, die den Bass mit einem Dreiband-EQ ausstattet. Zur Klangregelung stehen ein Lautstärkeregler, ein Balance-Regler sowie die drei EQ-Potis für Bässe, Mitten und Höhen zur Verfügung.
Der Volume-Regler ist zudem mit einer Push/Pull-Funktion ausgestattet und ermöglicht bei Bedarf den Wechsel in den passiven Betrieb. Für den aktiven Betrieb wird eine 9-Volt-Batterie benötigt, die in einem Fach mit Klappdeckel auf der Rückseite sitzt.
Was gehört zum Lieferumfang des Cort GB-Fusion 5 ABB?
Wie wir sehen, ist der Cort GB-Fusion 5 für einen Fünfsaiter dieser Preisklasse hervorragend ausgestattet, und Cort zeigt sich auch beim Zubehör spendabel. Zum Lieferumfang gehört nämlich eine schicke Gigbag, in der sich der Bass samt Zubehör wie Kabel oder Stimmgerät transportieren lässt.
Die Tasche ist allerdings nur leicht gepolstert, was für den Weg zur Probe oder zur Musikschule völlig in Ordnung ist. Wer eine professionellere Lösung braucht, sollte hier noch ein paar Euro in eine stabilere Tasche oder einen Koffer investieren.










