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GEWA PP-3 Portable Piano Test

Praxis

In Betrieb nehmen

Dank des geringen Gewichts ist das GEWA PP-3 schnell aufgebaut. Nach dem Verbinden des Netzteils und dem Anschließen des Sustainpedals reicht ein einfacher Druck auf dem Power-Taster und schon ist das Piano spielbereit. Dabei fällt das aufgeräumte Bedienpanel sofort positiv auf. Gerade einmal sieben Taster sowie ein Drehregler reichen für die Bedienung aus. Über die Taster F1 – F4 werden nicht nur die Klänge des PP-3 ausgewählt, der Shift-Taster etwas weiter links verrät, dass sich hier durch Tastenkombinationen noch weitere Einstellmöglichkeiten aufrufen lassen. Nach dem Einschalten leuchtet zudem der Bluetooth-Taster, und signalisiert sofortige Verbindungsbereitschaft mit einem Smartphone oder Tablet. Hier kommt die kostenlose GEWA Piano Remote App ins Spiel, welche für Android und iOS-Geräte verfügbar ist. Mit der App kann das Piano komplett bedient werden und verfügt außerdem noch über weitere klangliche und technische Einstellmöglichkeiten. Schon nach dem ersten Ausprobieren gefällt mir die sehr leichte Bedienung und das ansprechende Konzept.

Wie klingt das GEWA PP-3?

Akustische Pianos

In puncto Piano-Sounds bietet das PP-3 vier akustische Piano-Klänge, die man in der ersten Kategorie mithilfe des F1-Tasters aufruft. Das Hin- und Herschalten zwischen den Sounds wird dabei über die Kombination aus Shift- und F1- bzw. F2-Taster vorgenommen. Hören wir uns die Pianos einmal an!

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GEWA PP-3: Piano 1 GEWA PP-3: Piano 2 GEWA PP-3: Piano 3 GEWA PP-3: Piano 4

Der Piano-Sound ist sehr lebendig und ausdrucksstark – hier hat die Zusammenarbeit zwischen GEWA und Steinway zweifelsohne Früchte getragen. Die Pianos klingen nicht nur gut, sie lassen sich auch sehr dynamisch spielen, was eine gute Abstimmung der Tastatur auf die Tonerzeugung bescheinigt. Die unterschiedlichen Charakteristiken der Klänge 1 – 4 zeigen sich universell und versprechen einen ungetrübten Einsatz in den unterschiedlichsten Stilrichtungen der Musik.

Auf den ersten Blick schon ungewöhnlich: die einzelnen Piano-Sounds im GEWA PP-3 tragen keine besonderen Namen, wie man es von anderen Herstellern kennt. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn abseits der App gibt es auch keinerlei Anzeige für diese Details. Hier setzt GEWA offenbar ganz bewusst auf das Motto „weniger ist mehr“ und lässt die Klänge einfach für sich sprechen.

E-Pianos

Analog zu den akustischen Pianos verhält es sich auch bei den E-Pianos, die durch das Drücken des F2-Tasters aktiviert werden. Auch hier gibt es vier Klänge, die dann per Shift und F2 „durchgesteppt“ werden. Hier bietet GEWA zwei Rhodes-Pianos, ein Wurlitzer und ein klassisches DX-Piano, welche klanglich – für ein Piano der Einsteigerklasse – auf hohem Niveau liegen.

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GEWA PP-3: Rhodes 1 GEWA PP-3: Rhodes 2 GEWA PP-3: DX-Piano GEWA PP-3: Wurlitzer

Weitere Klänge

Zusätzliche Klänge gibt es in der F3-Kategorie. Hier findet man neben Streicherklängen und einem Chor-Sample auch zwei synthetische Sounds.

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GEWA PP-3: Strings GEWA PP-3: Synth Strings

Zum Abschluss noch ein paar Klänge aus der letzten Kategorie, die mit dem F4-Taster aufgerufen werden. Diese bietet eine Gitarre, Vibraphon, Clavinet sowie drei Orgel-Sounds.

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GEWA PP-3: Orgel 2 GEWA PP-3: Clavinet
GEWA PP-3: Schlichtes Design
Fotostrecke: 3 Bilder Das schlichte Design und die aufgeräumte Oberfläche sind ein echter Hingucker..
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GEWA Piano Remote App

Wer ein Android- oder iOS-fähiges Smartphone bzw. Tablet besitzt, der kann das GEWA PP-3 auch über die kostenlose GEWA Piano Remote App bedienen. Neben der Anwahl der Klänge ermöglicht die App auch den Zugriff auf deutlich weitreichendere Einstellungen. Zunächst muss das Piano per App mit dem Endgerät, d. h. dem Smartphone oder Tablet, gekoppelt werden. Das geht im Handumdrehen – und schon ist die App betriebsbereit. Nach Anwählen der gewünschten Sprache zeigt die sehr übersichtlich gestaltete App, was in ihr steckt. Gleich zu Beginn bietet sie die Möglichkeit, vier eigene Presets zu erstellen. Neben den verschiedenen Piano-Sounds können dann u. a. Reverb- und Modulationseffekte wie Chorus und Tremolo gewählt werden. Diese Auswahlmöglichkeiten gibt es allerdings nur über die App. Anhand des Wurlitzer-Sounds sind im folgenden Beispiel die unterschiedlichen Effekte zu hören. 

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GEWA PP-3: Verschiedene Modulationseffekte beim Wurlitzer-Piano

Interessant wird es mit dem „virtuellen Pianotechniker“: Dieser avisiert verschiedene Möglichkeiten, die Piano-Klänge zu beeinflussen. Auch hier ist es so, dass man diese Einstellungen nicht über das Piano selbst vornehmen kann. Das Anheben der Saiten- sowie die Pedalresonanzen stehen hier werksseitig auf Mittelposition (10) und können bei Bedarf sowohl abgesenkt als auch stark angehoben werden. Auch die Intonation des Flügels, d. h. die Beschaffenheit der Hammerköpfe kann man einstellen: von „mellow“ über „bright“ bis hin zu „boost“ lassen sich so weitere Nuancen herausarbeiten.

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GEWA PP-3: Saiten- und Pedalresonanzen in Minimalstellung GEWA PP-3: Saiten- und Pedalresonanzen in Maximalstellung GEWA PP-3: Intonation „Mellow“ GEWA PP-3: Intonation „Bright”
GEWA PP-3: Soundauswahl in der App
Fotostrecke: 8 Bilder Über die kostenlose GEWA Piano Remote App können eigene Presets erstellen und abgespeichert werden.
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Split- und Layerfunktion

Das GEWA PP-3 verfügt außerdem über eine Split- und Layerfunktion. Dafür wird die App benötigt: im Preset-Bereich können hier sogenannte „Kombinationen“ erstellt werden. Zwei Sound-Kombis lassen sich aktivieren, welche wahlweise übereinander liegen (Layer), oder jeweils auf verschiedene Tastaturbereiche verteilt werden (Split). Zwar ist dieses Feature etwas versteckt und noch nicht im Handbuch zu finden, allerdings arbeitet GEWA gerade an seiner Software und erweitert die Funktionalität kontinuierlich. Erst kürzlich gab es ein Firmware-Update, weshalb damit zu rechnen ist, dass auch in Zukunft weitere Features hinzukommen.

GEWA PP-3: Kombinationen
Fotostrecke: 2 Bilder Die Split- und Layerfunktion befindet sich im Bereich der Presets und wird hier Kombination genannt.
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Metronom und Demos

Wie viele Digitalpianos verfügt auch das GEWA PP-3 über ein eingebautes Metronom. Dieses lässt sich sowohl über die Taster des PP-3, also auch über die App aktivieren. Der Umgang mit der App ist hier ebenfalls sehr angenehm, da man ohne Shift-Kombinationen direkt auf die wichtigen Parameter zugreift. Neben verschiedenen Taktarten sind auch unterschiedliche Rhythmus-Patterns am Start. Über die App lassen sich zudem – passend zu den jeweiligen Klängen – viele Demos mühelos abspielen.

Tastatur

Die eigens für das PP-3 entwickelte Tastatur verfügt über eine gewichtete Hammermechanik und ist gut auf die Tonerzeugung des PP-3 abgestimmt. Insgesamt wirkt sie sehr griffig und lässt sich toll spielen. Das vermittelt dem Spieler ein sicheres Gefühl für die dynamische Umsetzung seiner Spielweise. Eine Druckpunktsimulation hat GEWA für das PP-3 nicht vorgesehen, ein Feature, was in der Regel teureren Pianos vorbehalten ist.

GEWA PP-3: Tastatur
Die speziell für das PP-3 entwickelte Tastatur stammt ebenfalls aus dem Hause GEWA. (Quelle: Bonedo)

Lautsprecher

Das eingebaute Lautsprechersystem des GEWA PP-3 ist mit seinen 2x 20 Watt kraftvoll. Der Klang der gespielten Pianos und weiterer Klänge ist klar und präsent, was das Piano zu einem praktischen Instrument für das Üben und den Klavierunterricht macht. In den tiefen Frequenzen kann das Lautsprechersystem nicht ganz so viel Druck erzeugen, was jedoch schlussendlich ein physikalisches Phänomen ist. Dafür kann es ordentlich laut werden und reicht über das Üben hinaus auch für ein kleines Konzert im privaten Rahmen oder etwa eine Chorprobe. Übrigens werden die Lautsprecher automatisch abgeschaltet, sobald ein Kopfhörer eingesteckt wird.

GEWA PP-3: Lautsprecher
Die eingebauten Lautsprecher sitzen auf der Oberseite des Gehäuses und strahlen auch nach oben ab. (Quelle: Bonedo)
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